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25 Dinge, die bei der Geburt anders liefen als geplant

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25 Dinge, die bei der Geburt anders liefen als geplant

25 ehrliche, rohe und bewegende Geschichten darüber, was passiert, wenn der Geburtsplan der Realität begegnet. Von PDA statt Naturgeburt, über Sternengucker und Frühchen bis hin zur stillen Geburt eines Sternenkindes: Dieser Beitrag zeigt, wie unterschiedlich, unperfekt und trotzdem kraftvoll Geburten sein können – und warum es sich lohnt, sie genau so zu erzählen.
Lies weiter, wenn du wissen willst, was wirklich im Kreißsaal passiert – jenseits von rosaroten Vorstellungen. Ein sehr persönlicher Blick auf das Wunder – und die Unberechenbarkeit – der Geburt.

Estimated reading time: 11 Minuten

Ich hatte es mir alles so schön ausgemalt. Sanfte Musik im Hintergrund, das Licht gedimmt, mein Partner an meiner Seite, atmend, ruhig, stark. Eine Geburt „so natürlich wie möglich“, ohne Schmerzmittel, ohne Eingriffe, ohne Drama. Vielleicht sogar ein Bad, vielleicht Kerzen. Vielleicht ein bisschen Magie.

Was dann kam? War anders. Ganz anders. Nicht unbedingt schlechter – aber auf eine Weise unvorhersehbar, chaotisch, wild. Und ehrlich gesagt: sehr lehrreich.

Ich habe verschiedene Mütter nach ihren unerwarteten Geburtserlebnissen befragt. Sie haben ehrlich geantwortet. Hier sind 20 Dinge, die bei der Geburt anders liefen als geplant. Und vielleicht erkennst du dich ja in der einen oder anderen Geschichte wieder.


25 Dinge, die bei der Geburt anders liefen als geplant


#1 PDA statt natürlicher Geburt

Ich hatte mir fest vorgenommen: keine Schmerzmittel!
Ich wollte das „durchstehen“.
Hatte ich doch Hypnobirthing-Kurse gemacht, Meditation und Visualisierungen geübt.
Aber als die Wehen dann kamen, so richtig – da war von innerer Ruhe keine Spur. 18 Stunden Wehen lagen schon hinter mir – ich konnte nicht mehr. Ich war am Ende.
Als die Hebamme mir die PDA (Periduralanästhesie) vorschlug, sagte ich nach einem besonders brutalen Wehenschub nur noch: „Ja. Bitte. Jetzt.“ Und ich bereue es nicht. Es war meine Geburt – und sie war trotzdem stark.


#2 Die äußere Wendung – mein Baby lag in Beckenendlage

Noch vor der Geburt der erste Dämpfer: Beim letzten Ultraschall hieß es plötzlich, dass mein Baby mit dem Po nach unten liegt. „Beckenendlage“, sagte die Ärztin nüchtern. Ich war am Boden zerstört. Ein Kaiserschnitt? Einer der Ärzte machte mir Mut und hätte mich trotz Beckenendlage bei einer natürlichen Geburt begleitet. Aber ich hatte Angst! Alles, was ich wollte, war doch nur ein: eine ganz normale Geburt.
Aber es gab noch Hoffnung: eine äußere Wendung. Ich hatte keine Ahnung, was das bedeutet, aber ich stimmte zu. Ein Arzt kniete sich förmlich in meinem Bauch, schob, drückte und drehte. Es war alles andere als angenehm, aber es war erfolgreich. Das Baby drehte sich. Ich war erleichtert – zumindest fürs Erste.

Siehe auch: Jede Geburt ist einzigartig: Beckenendlage und Äußere Wendung


#3 Geburt eines Sternenguckers

„Er schaut nach oben“, sagte die Hebamme. „Das nennt man einen Sternengucker.“
Ich hatte keine Ahnung, was das bedeutet. Ich dachte, es klingt irgendwie poetisch.
In Wahrheit bedeutete es: extreme Rückenschmerzen, langsamer Geburtsfortschritt und eine Geburt, die gefühlt doppelt so lange dauerte. Am Ende war es eine spontane Geburt, aber mit Saugglocke. Ich war erschöpft, mein Baby auch. Aber wir haben es geschafft.

Siehe auch: Jede Geburt ist einzigartig: Spontangeburt mit Sternengucker


#4 Der Kaiserschnitt – plötzlich und emotional

„Die Herztöne fallen ab. Wir müssen jetzt handeln.“
Es ging plötzlich sehr schnell. Ich wurde aufgeklärt, unterzeichnete irgendein Formular, wurde in den OP geschoben. Mein*e Partner:in durfte mit, aber alles war verschwommen.
Ich war wach, aber benommen. Ich spürte nichts – und gleichzeitig alles. Als mein Baby auf die Welt kam, hörte ich den Schrei und weinte sofort.
Der Kaiserschnitt war nicht das, was ich wollte – aber es war das, was wir brauchten.

Und das zählt.

Siehe auch: Kaiserschnitt: Habe ich versagt?


#5 Ein Geburtstermin, der keiner war

Ich war sicher, das Baby kommt am errechneten Termin. Ich hatte alles bis ins Kleinste geplant, vorbereitet, durchzelebriert.
Aber dann: Der Tag kam – und ging. Und nichts passierte. Keine Wehe, kein Druck, kein Anzeichen. Erst 14 Tage später kam mein Kind – eingeleitet und komplett anders als gedacht.


#6 Der Hebammen-Cocktail als Retter in der Not

Mein Kind war längst weit über Termin. Und als mich das Krankenhaus für den nächsten Tag zur Einleitung bestellte, überkam mich die Angst vor der Einleitung der Wehen. Denn schon beim ersten Kind machte ich leidvolle Erfahrunge mit dem Wehentropf.
Gott sei Dank hat mir meine Hebamme schon Tage zu vor den Hebammen-Cocktail verraten. Damit ging’s dann schnell: innerhalb von vier Stunden war das Kind geboren.


#7 Schnapszahl als Geburtstermin – leider nein

Mein Kind hätte einen ganz besonderen Geburtstag haben können: 08.08.08.
Aber nein, es hat es sich anders überlegt …
Und so durfte ich bei der allergrößten August-Hitze noch weitere anstrengende Tage zuwarten, bis sich das Kind schließlich dazu bequemte, auf die Welt kommen zu wollen. Mit angedrohter Einleitung. Mit Hilfe des Hebammen-Cocktails.


#8 Fruchtblase geplatzt – aber keine Wehen

Mitten in der Nacht – ein „Plopp“ und ich war nass. Die Fruchtblase war geplatzt. Ich packte die Tasche, aufgeregt wie nie.
Im Krankenhaus dann: „Sie haben keine Wehen.“
Ich wartete. Stundenlang. Erst nach 24 Stunden wurde eingeleitet. Und dann ging’s richtig los. Ohne sanften Start – direkt mit einem Knall.


#9 Das Baby kam zu früh

Plötzlich Blutungen, 34. Woche. Ich war schockiert.
Unser Baby kam mit 2.100 Gramm auf die Welt und musste auf die Neonatologie.
Ich fühlte mich leer, als ich das Krankenhauszimmer verließ – ohne Baby.
Aber es ging gut aus. Heute lacht es mich an, als wäre nie etwas gewesen.


#10 Wehensturm nach Einleitung

Ich wollte einen natürlichen Start.
Aber nach Überschreitung des Geburtstermins wurde eingeleitet.
Und dann: kein langsames Ansteigen der Wehen. Sondern ein Wehensturm – ohne Pause. Ich kam kaum zum Atmen.
Es endete in einer PDA – und einem sehr schnellen, sehr intensiven Geburtsverlauf.


#11 Die Hebamme, die mich nicht verstand

Ich hatte gehofft, eine warmherzige Begleiterin zu haben.
Doch die diensthabende Hebamme war kurz angebunden, streng, fast kalt.
Ich fühlte mich klein, schwach, verunsichert.
Erst nach der Schichtübernahme kam jemand anderes – und ich konnte endlich loslassen.


#12 Das Baby war riesig

4.500 Gramm. Ich hatte es nicht erwartet.
Die Geburt war heftig, der Dammriss dritten Grades auch.
Aber mein Baby war gesund – und ich heilte. Langsam, aber sicher.


25 Dinge bei der Geburt anders gelaufen als geplant


#13 Geburt im Auto

Wir hatten es nicht rechtzeitig ins Krankenhaus geschafft. Die Wehen kamen so schnell.
Auf dem Beifahrersitz, mit einem Krankenwagen am Handy, brachte ich unser Kind zur Welt.
Es war irre. Aber auch irgendwie… kraftvoll.


#14 Geburt im Rettungswagen

Eigentlich heißt es immer: die erste Geburt dauert lang.
Mein Kind wollte sich nicht daran halten …
Nach dem Platzen der Fruchtblase haben wir den Rettungswagen gerufen.
Sie haben mich zuhause abgeholt, aber bis ins Krankenhaus haben wir es nicht mehr geschafft. Das Kind wollte raus – JETZT!

Also kam mein Baby auf einem Parkplatz eines Gasthofes zur Welt. Die Rettungssanitäter waren wohl etwas überfordert, haben die Situation aber hervorragend gemeistert!


#15 Ich fühlte mich machtlos

Die Geburt war nicht in meiner Hand.
Medizinische Entscheidungen wurden über mich hinweg getroffen. Ich fühlte mich ausgeliefert.
Heute weiß ich: Ich hätte mehr fragen dürfen. Mehr fordern. Beim nächsten Mal: weiß ich es besser.


#16 Das Bonding fiel aus

Ich wollte mein Baby direkt auf die Brust. Haut an Haut.
Aber es musste untersucht, abgesaugt, beatmet werden.
Erst Stunden später konnte ich es halten. Es war anders – aber trotzdem wunderschön.


#17 Ein Geburtshaus-Traum, der platzte

Wir wollten ins Geburtshaus. Alles war geplant.
Aber wegen leicht erhöhtem Blutdruck wurde ich doch ins Krankenhaus geschickt.
Ich war enttäuscht – aber sicher. Und das zählt am Ende.


#18 Die Wanne war nicht frei

Ich hatte mir die Geburt so schön vorgestellt: ich wollte ganz entspannt in der Badewanne das Kind ins Leben gleiten lassen.
Nur blöd, dass eine andere werdende Mama schneller war … und auch noch länger brauchte als ich.
So blieb mir die Geburt im Wasser leider verwehrt.


#19 Kein Platz im Kreißsaal

Der Abend, an dem mein Kind zur Welt kommen wollte, war besonders: Es gab starke Gewitter.
Und scheinbar animiert das jede Menge Kinder zu dieser Zeit zur Welt zu kommen. Das Fazit: Alle fünf Kreißsäle im Krankenhaus meiner Wahl waren belegt- die Hebammen huschten von einer Gebärenden zur nächsten.
Aber das gab uns auch schöne Zeit zu zweit.
In der letzten halben Stunde wurden wir schließlich in einen gerade frei gewordenen Kreißsaal verlegt und mein Kind kam zur Welt.


#20 Mein Partner konnte nicht dabei sein

Corona, Dienstreise, Krankheit – der Grund ist egal.
Ich war alleine im Kreißsaal.
Aber ich war nicht allein: Ich hatte eine fantastische Hebamme. Und mein Baby. Wir drei – das reichte.


#21 Mein Bauchgefühl lag richtig

Die Ärzt:innen sagten, alles sei in Ordnung. Aber ich spürte, etwas stimmt nicht.
Ich bestand auf eine Kontrolle – und lag richtig. Das CTG zeigte Auffälligkeiten.
Das Baby musste geholt werden. Ich war stolz auf mein Bauchgefühl.


#22 Ich schrie. Viel. Und laut.

Ich dachte, ich wäre still. Vielleicht sogar elegant.
Aber ich schrie, fluchte, weinte, brüllte.
Und das war okay. Denn Geburt ist roh, ehrlich, wild.


#23 Ich liebte mein Baby nicht sofort

Ich hatte erwartet, überflutet zu werden von Liebe.
Aber als mein Baby kam, war da Leere. Erschöpfung.
Erst nach Tagen kam die Verbindung – langsam, zart, echt.
Und sie wächst bis heute.


#24 Ich konnte nicht stillen

Ich hatte gelesen, wie wichtig Stillen ist. Ich wollte das unbedingt.
Aber mein Baby nahm nicht richtig an, ich hatte kaum Milch, meine Brustwarzen waren wund. Ich weinte vor Schuldgefühlen.
Dann sagte eine Hebamme: „Dein Baby braucht dich, nicht deine Milch. Und du darfst füttern, wie es für euch passt.“
Ich stieg um auf Pre-Nahrung. Und mein Kind gedeiht. Ich auch.

Siehe auch: Stillen – wie geht das? Eine Geschichte des Scheiterns


#25 Geburt eines Sternenkindes

Ich schreibe das mit Tränen in den Augen.
In der 38. Woche hörte das Herz auf zu schlagen.
Ich musste mein Kind zur Welt bringen – wissend, dass es still sein würde.
Die Geburt war leise. Schmerzhaft. Endgültig.
Ich trage es in meinem Herzen. Immer.

Siehe auch: Geburt eines Sternenkindes: Wie mit der tiefen Trauer umgehen?


Fazit: Geburt ist nicht planbar. Und das ist okay.

Ich hatte eine Vorstellung – und bekam eine Geschichte.
Sie war anders als gedacht. Und sie ist meine.

Wenn du das liest und gerade vor einer Geburt stehst: Nimm deine Wünsche ernst. Aber sei offen dafür, dass es anders kommt. Nicht schlechter. Einfach anders.

Und auch das ist Geburt: voller Überraschungen. Voller Kraft. Voller Liebe – auf ihre ganz eigene Weise.


Was ist deine Geschichte?

Wenn du magst, teile gerne deine eigene Erfahrung in den Kommentaren. Vielleicht helfen wir einander, die Geschichten zu erzählen, die so oft im Verborgenen bleiben.


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Hier plaudert Birgit, alias Mutti, 40+, seit 2009 aus dem Nähkästchen: Authentizitäts-Freak, selbstbewusst grauhaarig, kreativ angehaucht, völlig unperfekte Mutter. Familienblog aus dem Leben mit zwei Jungs - Mutter allein unter Männern. Mehr über Muttis Nähkästchen: About. Nix verpassen? Folgt mir via Social Media oder Newsletter.

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