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Corona-Krise: 18 Deeskalations-Maßnahmen zur Konfliktvermeidung in Familien

Corona-Krise: 18 Deeskalations-Maßnahmen zur Konfliktvermeidung in Familien

Die Corona-Krise bringt Familien auf engsten Raum zusammen. Da sind Konflikte vorprogrammiert, warnt die Psychologin. Vor allem, weil uns die heißeste, emotionale Phase der Corona-Krise noch bevorsteht!
Darum sollten wir vorsorgen und mit Hilfe dieser 18 Deeskalationsmaßnahmen für Familien Konflikte bestmöglich vermeiden – damit es gar nicht erst kracht!
Die Empfehlungen von Psychologin Stephanie Zauchner-Mimra für Familien:



Zwischenruf in eigener Sache:
Quarantäne mit Kindern: Tipps gegen Lagerkoller und Tipps gegen Langeweile Jede Menge Tipps und Tricks rund um die Corona-Zeit

Home-Schooling, Home-Office - neue Herausforderungen in einer sehr herausfordernden Zeit! Wir haben ordentich in die Tasten geklopft und Expert*innen befragt: Tipps gegen Lagerkoller und Langeweile, jede Menge schnelle Rezeptideen, Tipps für die Struktuerierung des Tages, 18 Maßnahmen zur Vermeidung von Konflikten, Vorratshaltung für Familien und vieles, vieles mehr.

Hier entlang: Tipps für Familien in der Corona-Krise



Familien auf engstem Raum

Nicht jede Familie hat ein Haus mit Garten. Manche haben 3 Kinder und wohnen in einem Wohnblock in einer 2-Zimmerwohnung. Da können die Folgen von Corona oder anderen Krisen schon eine echte Herausforderung werden. Entweder steigt die berufliche Belastung an, weil der Dienst der Eltern gefordert ist (Rettung, Krankenhaus, Lebensmittelhandel, Produktion,..) und nun auch noch die Kinder zu betreuen sind. Oder aber Eltern gehen nicht oder weniger arbeiten oder können von zu Hause aus arbeiten und sind zunächst ähnlich wie nach der Pensionierung erleichtert und froh, ausschlafen zu dürfen, in den Tag hinein leben zu können und endlich einmal keine Termine zu haben.

Es wäre jedoch keine Krisenzeit, wenn diese positiven Emotionen die einzigen Emotionen wären. Langsam werden die ansonsten so heiß begehrten digitalen Medien langweilig, und den Eltern fällt die Decke auf den Kopf. Die Euphorie, endlich Zeit für Spiele und Bastelarbeiten zu haben flaut ab. Der fehlende Bewegungsmangel macht Stress. Konflikte sind vorprogrammiert …

Die 5 Stufen einer Krise

Nicht oft genug kann ich betonen, wie wichtig es für mich ist, zu wissen, dass jede Krise folgende fünf Stufen durchläuft. Ich glaube, in die Phase der Emotionen kommen wir erst. Darum mag ich euch/uns darauf vorbereiten.

  1. Schock
  2. Handeln
  3. Emotionen
  4. Akzeptanz
  5. Neubeginn

Mehr zu den einzelnen Phasen lest ihr hier: Die Corona-Krise – eine psychologische Betrachtung

Wenn Familien so wie in der Corona-Krise über längere Zeit auf engstem Raum zusammenleben müssen, kann Stress entstehen. Auch ohne Corona gibt es Familien, die streiten und gewaltsam handeln, um die Kontrolle über andere Familienmitglieder zu behalten. Im Kleinen kennen wir diese Situationen, wenn eine Familie wegen Regenwetters tagelang in einem Wohnmobil verharren muss. Manchen Eltern spüren den Stress bereits gegen Ende der Sommerferien und denken: “Wann geht endlich die Schule wieder los!”

Erhöhtes Risiko für Familien durch Corona

Warum ist aufgrund der Corona-Krise das Risiko für Konflikte und Eskalationen in Familien erhöht?

  • Jede/r ist in einer Krise.
  • Niemand weiß, wie lange die Krise dauert.
  • Jede/r hat mehr oder weniger Angst um seine/ihre Existenz und die Folgen danach.
  • Soziale Außenkontakte sollen verhindert werden (Großeltern, Freunde) und beschränken sich somit auf die Kernfamilie.
  • Unsicherheit, wie und ob die schulischen Leistungen aufrechterhalten werden können.
  • Überforderung aufgrund des entstandenen Lehrauftrags für die Eltern.
  • Große Veränderungen in der Alltagsroutine (Vater arbeitet weniger oder nicht, Mutter arbeitet von zu Hause aus, gewohnte Bezugspersonen, Pflegekräfte und andere Hilfskräfte fallen weg).
  • Trennungen von Bezugspersonen (ein Elternteil oder Großeltern,.. dürfen nicht besucht werden)

18 Deeskalationsmaßnahmen für Familien: Tipps zur Konfliktvermeidung von der Psychologin

Deeskalationsmaßnahmen für Familien

Was können Sie tun, damit es erst gar nicht zu (so vielen) Konflikten kommt? Wie können Sie bei Konflikten de-eskalierend wirken?



Konflikte in Familien vermeiden – Tipp #1:
Wo ist Ihr sicherer Ort?

Finden Sie für sich und ihre Kinder einen sog. “sicheren Ort”. Besprechen Sie, wo dieser für jeden ist. Dies sollte ein Ort sein, den jedes Mitglied jederzeit alleine aufsuchen kann. (Kleinkinder ausgenommen, eh klar!) Sorgen Sie dafür, dass dieser sichere Ort gemütlich, warm, kuschelig und sicher ist. Entweder ist dieser Ort absperrbar oder mit “Bitte nicht stören-Schild!” zu versehen. Der sichere Ort kann das Kinderzimmer sein, ein Sofa, das Bett, ein Sessel. Jedes Familienmitglied muss den sicheren Ort des anderen respektieren, also fragen, bevor man ihn benützt. In manchen Familien ist das WC das einzige stille und ungestörte Örtchen. So soll es nicht sein.

Konflikte in Familien vermeiden – Tipp #2:
Schutz-Regel vereinbaren

Vereinbaren Sie, dass jederzeit sich jedes Mitglied auf diesen sicheren Ort zurückziehen kann und darf, wenn er oder sie sich verletzt fühlt, nicht gut drauf ist, gereizt ist, Angst hat oder wütend ist. Niemand braucht sich beschimpfen, abwerten, bedrohen, bedrängen, erpressen usw. lassen. All die genannten Begriffe sind bereits Formen von Gewalt. Niemand braucht Gewalt erdulden! Als Kind sind wir vielleicht still und starr dagesessen und haben gewartet, bis das Donnerwetter der Eltern vorbei war. Das braucht nicht zu sein. Jeder, der leidet, darf aufstehen und gehen! Jede die leidet, darf aufstehen und gehen! Nützen Sie den sicheren Ort auch dazu, um sich zu sammeln, in sich zu gehen, kreativ zu sein, zu entspannen, einem Hobby ungestört nachgehen zu können.

Konflikte in Familien vermeiden – Tipp #3:
In Emotionen wurde noch nie ein Konflikt gelöst

Darum besprechen Sie das Konfliktthema erst wieder, wenn sich alle beteiligten beruhigt haben. Notieren Sie sich ggf. Ihr Anliegen für den Jour-Fix.

Konflikte in Familien vermeiden – Tipp #4:
Bauchatmung

Atmen Sie tief in Ihren Bauch ein und aus, wenn jemand etwas sagt, was Sie unmöglich, verletzend, unlogisch usw. finden. Mit der Bauchatmung regulieren Sie Ihre Emotionen.

Konflikte in Familien vermeiden – Tipp #5:
Jour-Fix

Vereinbaren Sie so wie in Firmen auch einen regelmäßigen Jour-Fix, einen Termin, an dem alle zusammenkommen und Themen besprechen. Beschränken Sie diese Besprechung zeitlich (nicht zu lange) und beginnen Sie mit angenehmen Themen.

Konflikte in Familien vermeiden – Tipp #6:
Redestein

Lassen Sie beim Sprechen einen Stein herumgehen. Der oder die die den Stein in den Händen hält, spricht, alle anderen hören zu. Vereinbaren Sie diese Regel bevor Sie mit dem Redestein beginnen. Sobald sich wer nicht an die Regel hält, darf man abbrechen oder aussteigen. Nicht zu streng am Anfang sein, es braucht etwas Übung!

Konflikte in Familien vermeiden – Tipp #7:
Stundenplan

Ihr Kind/Jugendliche/r soll sich an den gleichen Stundenplan halten, wie in der Schule auch. Evtl. alles um eine Stunde zeitversetzt, weil länger schlafen vielleicht für alle angenehm ist. Das gleiche gilt für Studierende.

Konflikte in Familien vermeiden – Tipp #8:
Rituale geben Sicherheit

In einer Zeit wie Corona, fehlt Sicherheit. Rituale sind wiederkehrende Situationen. Alles Wiederkehrende gibt Sicherheit. Deshalb sind Rituale in Krisen wichtig. Rhythmische Betätigung, wie Trommeln, Klatschspiele, Reime sind wiederkehrend. Fixe Essenszeiten, Spielzeiten, Gebetszeiten, Meditationszeiten, Arbeitszeiten helfen in einer zeit des Chaos, wieder Halt durch Strukturen zu finden.


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Konflikte in Familien vermeiden – Tipp #9:
Belohnen statt Betrafen

Belohnung wirkt mehr als Bestrafung. Schwenken Sie in Ihrer Erziehung vom Bestrafungs- auf ein Belohnungssystem um. z.B. Wenn ihr Kind 1 Std. lernt, dann baut die Mutter mit ihm 1 Stunde Puzzle. NICHT: “Wenn du nicht lernst, ist das Handy einen Tag weg!”

Die Tipps 9 bis 18 findet ihr auf Stefanies Website:

Zu den Tipps 10 bis 18

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Portrait Psychologin Stefanie Zauchner-Mimra
Mag. Stefanie Zauchner-Mimra ist eine 52-jährige Frau, Mutter eines „Schmetterlingskindes“, verheiratet, klinische- und Gesundheitspsychologin am Krankenhaus Oberndorf (Österreich) und hat als Heilpraktikerin für Psychotherapie eine eigene Praxis in Laufen (Deutschland).
Zwei ihrer Träume hat sie sich verwirklicht: ein Buch zu schreiben und als Kabarettistin auf der Bühne zu stehen. Nähere Infos zu Stefanie unter www.zauchner-mimra.info

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Hier plaudert Birgit, alias Mutti, 40+, seit 2009 aus dem Nähkästchen: Authentizitäts-Freak, selbstbewusst grauhaarig, kreativ angehaucht, völlig unperfekte Mutter. Familienblog aus dem Leben mit zwei Jungs - Mutter allein unter Männern. Mehr über Muttis Nähkästchen: About. Nix verpassen? Folgt mir via Social Media oder Newsletter.

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