Heiß! Bei Temperaturen ab zu 30 °C wird’s so richtig ungemütlich. Unerträglich! Nicht nur die Erwachsenen, auch Kinder und Babys leiden unter der drückenden Hitze.
Aber es gibt einige ganz einfache Dinge, die uns diese Tage auch ohne Klimaanlage erleichtern, denn unerträgliche Hitze in den eigenen vier Wänden muss nicht sein:
Zuletzt aktualisiert: Juni 2026
19 bis 23°C Raumtemperatur bei 35 bis 60 Prozent Luftfeuchtigkeit sind angenehm und ideal. Im Frühsommer und Sommer steigt das Thermometer immer wieder deutlich über die 30 Grad. Wer dieser Tage über eine Klimaanlage oder automatische Wohnraumbelüftung verfügt, darf sich glücklich schätzen. Aber: Die große Hitze lässt sich auch mit vergleichsweise einfachen und günstigen Mitteln im Zaum halten:
Inhaltsverzeichnis
- Do! Das hilft bei großer Hitze:
- Richtig lüften
- Beschatten
- Zusätzliche Wärmequellen vermeiden
- Ventilator sinnvoll einsetzen
- Feuchte Tücher, Laken und Wäscheständer nutzen
- Luftfeuchtigkeit im Blick behalten
- Wassersprays, feuchte Waschlappen und spezielle Kühltücher
- Viel trinken!
- Leicht und wasserreich essen
- Lauwarm duschen oder baden
- Füße, Handgelenke und Nacken kühlen
- Schlafzimmer vorbereiten
- Nachthemd oder Schlafshirt vorkühlen
- Einreiben
- Don’t! Was ihr bei extremer Hitze vermeiden solltet:
- Wichtig! Kinder und Babys besonders schützen
- Tja, und sonst?
Do!
Das hilft bei großer Hitze:
Richtig lüften
Richtiges Lüften ist der wichtigste und zugleich einfachste Trick gegen aufgeheizte Räume.
Die Grundregel lautet: Fenster auf, wenn es draußen kühler ist als drinnen. Fenster zu, wenn es draußen heißer ist als drinnen.
Das bedeutet im Sommer meistens:
- frühmorgens gründlich lüften,
- spätabends lüften,
- nachts lüften, wenn es sicher und möglich ist,
- tagsüber Fenster und Türen geschlossen halten.
Am besten funktioniert der Luftaustausch, wenn ihr nicht nur ein Fenster kippt, sondern mehrere Fenster weit öffnet. Ideal ist Querlüften: Fenster auf gegenüberliegenden Seiten der Wohnung oder des Hauses öffnen, damit die kühlere Luft wirklich durchziehen kann.
Wenn es nachts draußen angenehm abkühlt, darf die Wohnung richtig „durchatmen“. Morgens sollten die Fenster dann wieder geschlossen werden, bevor die Sonne die Luft aufheizt.
In Dachgeschosswohnungen oder sehr aufgeheizten Räumen kann es sinnvoll sein, zusätzlich mit einem Thermometer zu arbeiten. Manchmal fühlt sich die Außenluft frischer an, obwohl sie tatsächlich wärmer ist als die Raumluft. Ein kurzer Blick auf Innen- und Außentemperatur hilft bei der Entscheidung.
Wichtig: Wenn die Luft in der Wohnung sehr feucht oder stickig wird, sollte auch tagsüber kurz stoßgelüftet werden. Feuchtigkeit, CO₂ und schlechte Luft belasten zusätzlich. Das Umweltbundesamt empfiehlt, bei unangenehm hoher Luftfeuchte trotz Hitze kurz und gezielt zu lüften.
In Deutschland regelt übrigens eine eigene Norm das richtige Lüften (DIN 1946-6): Im Sommer sollten die Fenster 4x täglich eine halbe Stunde lang geöffnet werden. (Im Winter übrigens für jeweils 5 Minuten.)
Beschatten
Beschattung wirkt am besten, bevor die Sonne auf Fenster und Räume knallt. Wer erst am Nachmittag die Vorhänge zuzieht, hat einen Teil der Hitze schon in der Wohnung.
Am effektivsten ist Sonnenschutz außen:
- Bäume und Sträucher,
- Markisen,
- Fensterläden,
- Außenjalousien,
- Raffstores,
- Sonnensegel,
- Rollläden.
Außenbeschattung ist deshalb so wirksam, weil die Sonnenstrahlung gar nicht erst auf die Glasscheibe trifft. Innenliegende Vorhänge, Plissees oder Jalousien helfen zwar auch, sind aber weniger effektiv, weil sich die Wärme bereits zwischen Fenster und Raum befindet.
Wenn nur Innenbeschattung möglich ist, gilt: Helle und reflektierende Materialien sind besser als dunkle Stoffe. Dunkle Vorhänge können sich stark aufheizen und die Wärme später in den Raum abgeben.
DIY-Tipp für Dachflächenfenster:
Fenster ausmessen, einen stabilen Karton zuschneiden, die Außenseite mit Alufolie oder einer Rettungsdecke bespannen und den Karton vorsichtig in die Fensterlaibung klemmen. Wichtig ist, dass nichts beschädigt wird und die Konstruktion sicher hält. Noch besser ist natürlich ein außenliegender Hitzeschutz für Dachfenster.
Die Verbraucherzentralen betonen ebenfalls: Ziel sollte sein, die Sommerhitze gar nicht erst in die Wohnung hineinzulassen. Geschlossene Fenster, geschlossene Türen und konsequenter Sonnenschutz sind dabei zentral.
Zusätzliche Wärmequellen vermeiden
Alles, was Strom verbraucht oder Wärme erzeugt, heizt die Wohnung zusätzlich auf. An normalen Tagen fällt das kaum auf, bei einer Hitzewelle aber schon.
Typische Wärmequellen sind:
- Backofen,
- Herd,
- Wäschetrockner,
- Geschirrspüler,
- Computer,
- Spielekonsolen,
- große Fernseher,
- alte Glühbirnen,
- Ladegeräte,
- Geräte im Standby-Modus.
Deshalb: Alles ausschalten, was nicht gebraucht wird. Ladegeräte aus der Steckdose ziehen, den Fernseher nicht nebenbei laufen lassen, den Backofen möglichst meiden und die Wäsche lieber an der Luft trocknen.
Auch Kochen heizt die Wohnung auf. An sehr heißen Tagen sind kalte oder schnell zubereitete Speisen ideal: Salate, Brotzeit, Couscous, Wraps, kalte Suppen, Obst, Joghurt, Gemüse mit Dip oder vorbereitete Speisen aus dem Kühlschrank.
Wenn gekocht werden muss, dann am besten morgens oder abends. Ein Wasserkocher, eine Mikrowelle oder ein kleiner Kontaktgrill erzeugen oft weniger Raumwärme als ein großer Backofen.
Ventilator sinnvoll einsetzen
Ein Ventilator kühlt die Luft nicht wirklich herunter. Er bewegt sie nur. Trotzdem fühlt sich bewegte Luft auf der Haut kühler an, weil Schweiß besser verdunstet.
Damit der Ventilator wirklich angenehm hilft:
- nicht dauerhaft direkt auf Babys oder kleine Kinder richten,
- Zugluft vermeiden,
- nachts nicht direkt ins Gesicht blasen lassen,
- regelmäßig Pausen machen,
- bei sehr trockenen Augen oder gereizten Schleimhäuten vorsichtig sein.
Besonders effektiv ist ein Ventilator abends oder nachts am Fenster, wenn draußen kühlere Luft hereinkommt. Dann kann er helfen, die warme Luft aus dem Raum zu drücken oder kühlere Luft hereinzuholen.
Ein beliebter Trick: Eine Schüssel mit kaltem Wasser oder Kühlakkus vor den Ventilator stellen. Das kann kurzfristig angenehmer wirken. Aber Vorsicht: Je nach Raum kann dadurch auch die Luftfeuchtigkeit steigen. Und bei Strom und Wasser gilt natürlich: Abstand halten und alles standsicher aufstellen.
Feuchte Tücher, Laken und Wäscheständer nutzen
Verdunstungskälte ist ein einfacher, alter und oft wirksamer Trick. Wenn Wasser verdunstet, entzieht es der Umgebung Wärme. Das kann die Luft etwas angenehmer machen.
Praktische Möglichkeiten:
- ein feuchtes Laken vor ein geöffnetes Fenster hängen, wenn draußen kühlere Luft hereinkommt,
- ein feuchtes Handtuch über einen Stuhl hängen,
- einen Wäscheständer mit feuchten Handtüchern aufstellen,
- ein feuchtes Baumwolltuch in der Nähe des Ventilators platzieren,
- Vorhänge leicht anfeuchten, wenn das Material dafür geeignet ist.
Wichtig: Die Tücher sollten feucht, aber nicht tropfnass sein. Außerdem muss die Luft noch zirkulieren können. Sonst wird der Raum schwül statt angenehm.
Dieser Tipp funktioniert besonders gut bei trockener Hitze. Bei ohnehin hoher Luftfeuchtigkeit kann er dagegen schnell unangenehm werden. Dann lieber kurz stoßlüften, Schatten halten und mit Ventilator oder kühlen Waschlappen arbeiten.
Luftfeuchtigkeit im Blick behalten
Hitze ist nicht gleich Hitze. 30 °C bei trockener Luft fühlen sich anders an als 30 °C bei hoher Luftfeuchtigkeit. Wenn die Luft sehr feucht ist, kann Schweiß schlechter verdunsten. Der Körper kann sich dann schlechter abkühlen.
Ein kleines Hygrometer ist deshalb nützlich. Es zeigt die Luftfeuchtigkeit an und kostet nicht viel. Angenehm ist häufig ein Bereich von etwa 40 bis 60 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit. Bei großer Hitze kann auch etwas weniger angenehmer sein.
Wenn die Luftfeuchtigkeit stark steigt, solltet ihr:
- feuchte Tücher wieder entfernen,
- Wäsche nicht in kleinen, geschlossenen Räumen trocknen,
- kurz stoßlüften,
- Bad- und Küchenfeuchtigkeit direkt hinauslüften,
- Türen zu sehr feuchten Räumen schließen.
Gerade in Altbauten, Erdgeschosswohnungen und Kellerräumen ist Feuchtigkeit ein Thema. Zu viel Feuchtigkeit kann Schimmel begünstigen.
Wassersprays, feuchte Waschlappen und spezielle Kühltücher
Ein Wasserspray bringt schnelle, kleine Erleichterung. Einfach Wasser in eine Sprühflasche füllen und Gesicht, Arme oder Beine leicht benetzen.
Noch besser: Sprühflasche im Kühlschrank aufbewahren. Dann ist der Effekt besonders angenehm.
Alternativen:
- feuchter Waschlappen im Nacken,
- feuchtes Tuch auf den Unterarmen,
- kühles Tuch auf den Waden,
- feuchtes Baumwolltuch neben dem Bett,
- kleine Schüssel mit Wasser für Hände oder Füße.
Für Kinder kann eine kleine „Abkühlstation“ schön sein: eine Schüssel mit lauwarmem bis kühlem Wasser, ein Waschlappen, ein paar Becher zum Schöpfen. Bitte natürlich nur unter Aufsicht.
Auch spezielle Kühltücher bringen Erleichterung: anfeuchten, auswringen, ausschütteln und spürbar kühler am Nacken. Reaktivierbar, sobald wieder Wasser verfügbar ist.
Viel trinken!
Bei Hitze verliert der Körper über Schweiß mehr Flüssigkeit. Deshalb ist Trinken besonders wichtig.
Geeignet sind:
- Wasser,
- ungesüßter Tee,
- stark verdünnte Saftschorlen,
- Wasser mit Gurke, Zitrone, Beeren oder Minze,
- lauwarmer Kräutertee.
Die berühmten „Südländer machen es uns vor“-Tipps haben tatsächlich etwas für sich: Lauwarme Getränke können angenehmer sein als eiskalte. Sie belasten den Körper weniger und führen nicht dazu, dass man sehr schnell große Mengen sehr kalter Flüssigkeit trinkt.
Kinder vergessen beim Spielen oft zu trinken. Deshalb helfen kleine Rituale:
- nach dem Aufstehen ein Glas Wasser,
- zu jeder Mahlzeit trinken,
- Trinkflasche sichtbar hinstellen,
- jede Stunde kurz anbieten,
- wasserreiches Obst bereitstellen.
Für Babys gelten besondere Regeln. Kinder unter sechs Monaten sollten nicht einfach zusätzlich Wasser bekommen, sondern häufiger gestillt oder gefüttert werden; stillende Personen sollten selbst ausreichend trinken. Für Kinder ab etwa einem halben Jahr ist Wasser ein geeignetes Getränk. Diese Empfehlung findet sich unter anderem im österreichischen Infoblatt zum Schutz von Säuglingen und Kleinkindern bei Hitze.
Leicht und wasserreich essen
Schwere, fettige Mahlzeiten belasten den Körper zusätzlich. An heißen Tagen sind leichte Speisen oft angenehmer.
Gute Sommergerichte:
- Gurkensalat,
- Tomatensalat,
- Wassermelone,
- Beeren,
- Joghurt mit Obst,
- kalte Gemüsesuppen,
- Hummus mit Gemüse,
- Couscous- oder Bulgursalat,
- Nudelsalat mit viel Gemüse,
- Ofenkartoffeln vom Vortag als kalter Kartoffelsalat,
- Wraps,
- belegte Brote,
- Quark oder Skyr mit Kräutern,
- Smoothies ohne zu viel Zucker.
Auch Suppen können im Sommer gut sein, wenn sie nicht zu schwer sind. Eine lauwarme Gemüsebrühe oder eine kalte Gazpacho liefert Flüssigkeit und Salz.
Salz ist bei starkem Schwitzen ebenfalls ein Thema. Wer viel schwitzt, verliert nicht nur Wasser, sondern auch Elektrolyte. Normalerweise reicht eine ausgewogene Ernährung. Bei starkem Schwitzen, Sport oder Erkrankungen sollte man aber besonders aufmerksam sein.
Siehe dazu z.B.: Speisen für heiße Tage: gesund, leicht, kühlend und wenig Aufwand
Lauwarm duschen oder baden
Eine lauwarme Dusche vor dem Schlafengehen bringt oft Erleichterung. Sie spült Schweiß ab, kühlt sanft und lässt den Körper besser zur Ruhe kommen.
Eiskalt duschen klingt verlockend, ist aber nicht immer ideal. Sehr kaltes Wasser kann dazu führen, dass sich die Blutgefäße zusammenziehen. Danach kann einem erst recht warm werden.
Besser:
- lauwarm duschen,
- nicht komplett trocken rubbeln,
- die Haut leicht feucht lassen,
- leichte Kleidung anziehen,
- direkt in einen abgedunkelten, möglichst kühlen Raum gehen.
Für Kinder reichen oft lauwarme Bäder, Fußbäder oder Waschlappen. Babys und Kleinkinder sollten nicht auskühlen, deshalb immer gut beobachten.
Füße, Handgelenke und Nacken kühlen
Man muss nicht immer den ganzen Körper abkühlen. Manchmal reicht es, bestimmte Stellen zu kühlen.
Gut geeignet sind:
- Handgelenke unter lauwarmes bis kühles Wasser halten,
- Füße in eine Schüssel mit Wasser stellen,
- feuchtes Tuch in den Nacken legen,
- Unterarme mit Wasser benetzen,
- Waden mit einem feuchten Tuch abreiben.
Das ist besonders praktisch, wenn man arbeitet, kocht, Kinder betreut oder nicht duschen kann.
Bitte keine eiskalten Kühlpacks direkt auf die Haut legen. Immer ein Tuch dazwischenlegen und nicht zu lange an einer Stelle kühlen.
Kleidung und Bettwäsche anpassen
Bei Hitze ist weniger nicht immer automatisch besser. Entscheidend ist, dass Kleidung luftig, locker und atmungsaktiv ist.
Angenehm sind:
- Baumwolle,
- Leinen,
- dünne Viskose,
- lockere Schnitte,
- helle Farben,
- leichte Schlafkleidung.
Synthetische, enge Kleidung staut Wärme oft stärker. Auch bei Babys gilt: nicht zu warm anziehen. Ein dünner Body oder leichter Schlafanzug reicht in heißen Nächten oft aus. Kindergesundheit-info.de empfiehlt für Babys und Kleinkinder bei Hitze das kühlste Zimmer und leichte Schlafkleidung, etwa einen dünnen Schlafanzug ohne Füße oder einen kurzärmligen Body.
Auch Bettwäsche macht einen Unterschied. Glatte Baumwolle, Leinen oder Musselin fühlen sich oft kühler an als schwere Decken. Viele schlafen im Sommer besser nur mit einem dünnen Laken. Mein Game Changer im Sommer 2026 ist diese Musselin-Decke: Premium Musselin Tagesdecke
Schlafzimmer vorbereiten
Das Schlafzimmer sollte tagsüber konsequent geschützt werden:
- morgens lüften,
- danach Fenster schließen,
- abdunkeln,
- Tür zum heißen Flur geschlossen halten,
- unnötige Geräte ausstecken,
- Bettwäsche leicht halten,
- erst spätabends wieder lüften.
Wenn möglich, kann das Schlafen in einen kühleren Raum verlegt werden: Erdgeschoss statt Dachgeschoss, Wohnzimmer statt Schlafzimmer, Matratze auf dem Boden statt hohes Bett. Warme Luft steigt nach oben, deshalb ist es bodennah oft etwas angenehmer.
Auch eine Wärmflasche kann im Sommer helfen – nur anders als im Winter. Einfach mit kaltem Wasser füllen und in den Kühlschrank legen. Vor dem Einschlafen ins Bett legen oder an die Füße nehmen.
Nachthemd oder Schlafshirt vorkühlen
Wenn’s ganz arg ist: Nachthemd, Schlafshirt oder ein kleines Tuch in eine Tüte packen und kurz ins Eisfach oder in den Kühlschrank legen.
Wichtig: Nicht nass einfrieren und nicht eiskalt direkt auf empfindliche Haut legen. Es geht nur um einen kurzen Frischeeffekt beim Einschlafen.
Auch möglich:
- Kissenbezug kurz kühlen,
- kleines Baumwolltuch kühlen,
- Wärmflasche mit kaltem Wasser nutzen,
- Kirschkernkissen kurz in den Kühlschrank legen.
Tagesablauf anpassen
An sehr heißen Tagen darf der Alltag langsamer werden. Nicht alles muss erledigt werden, schon gar nicht zur heißesten Tageszeit.
Besser:
- Einkäufe frühmorgens erledigen,
- Spielplatzbesuche auf den Morgen oder Abend legen,
- Sport reduzieren oder verschieben,
- Wege im Schatten planen,
- Pausen einbauen,
- Termine wenn möglich verlegen,
- mittags drinnen oder an kühlen Orten bleiben.
Das Umweltbundesamt empfiehlt, körperliche Aktivität während der heißesten Tageszeit – etwa zwischen 11 und 18 Uhr – möglichst zu vermeiden und Aktivitäten in die kühleren Morgen- oder Abendstunden zu legen.
Einreiben
Eukalyptus und Menthol helfen beispielsweise bei schweren Beinen – aber bitte nicht übertreiben. Und bitte nicht bei Babys und Kleinkindern.
Don’t!
Was ihr bei extremer Hitze vermeiden solltet:
Fenster tagsüber kippen
Lieber nicht. Gekippte Fenster bringen kaum echten Luftaustausch, lassen aber dauerhaft warme Luft herein. Dadurch heizt sich die Wohnung schneller auf.
Besser: Tagsüber Fenster geschlossen halten und nur dann weit öffnen, wenn es draußen kühler ist oder die Luft in der Wohnung unangenehm feucht und stickig wird. Wenn gelüftet wird, dann kurz, kräftig und möglichst mit Durchzug.
Den kühlen Keller bei Hitze lüften
Lieber nicht während der heißen Tageszeit. Warme Luft enthält oft viel Feuchtigkeit. Wenn diese warme Luft in einen kühlen Keller gelangt, kann die Feuchtigkeit an kalten Wänden kondensieren. Das begünstigt Schimmel.
Keller deshalb am besten dann lüften, wenn die Außenluft kühl und vergleichsweise trocken ist – häufig frühmorgens oder nachts.
Eiskalt duschen
Eiskalte Duschen fühlen sich im ersten Moment himmlisch an, können aber kontraproduktiv sein. Der Körper reagiert auf Kälte mit Gegenregulation, und danach kann einem erst recht warm werden.
Besser ist lauwarmes Duschen oder Abreiben.
Zu kalte Getränke in großen Mengen
Ein eiskaltes Getränk ist ab und zu natürlich kein Drama. Aber literweise eiskalte Getränke können den Magen belasten und sind nicht automatisch die beste Abkühlung.
Besser über den Tag verteilt trinken – Wasser, ungesüßter Tee oder verdünnte Schorlen.
Babys mit Tüchern über Kinderwagen abdecken
Das ist gut gemeint, kann aber gefährlich werden. Unter einem Tuch kann sich die Hitze stauen, die Luft zirkuliert schlechter, und die Temperatur im Kinderwagen kann steigen.
Besser: Schatten suchen, Sonnenschirm verwenden, luftige Sonnensegel nutzen und regelmäßig prüfen, ob es dem Baby gut geht.
Sport und Erledigungen in der Mittagshitze
Sport bei großer Hitze belastet Herz und Kreislauf. Besonders in der prallen Sonne, bei hoher Luftfeuchtigkeit oder bei Ozonbelastung sollte körperliche Anstrengung reduziert werden.
Besser: Sport frühmorgens, spätabends oder in kühleren Innenräumen. Und manchmal ist die beste Entscheidung: heute Pause machen.
Elektrische Geräte unnötig laufen lassen
Computer, Fernseher, Lampen, Trockner und Backofen geben Wärme ab. Je weniger davon läuft, desto besser.
Auch kleine Maßnahmen helfen:
- LED statt alter Glühbirnen,
- Standby vermeiden,
- Wäsche lufttrocknen,
- Backofen meiden,
- Türen zu warmen Räumen schließen.
Wichtig! Kinder und Babys besonders schützen
Kinder und Babys sind bei Hitze besonders empfindlich. Sie können ihre Körpertemperatur schlechter regulieren und sind auf Erwachsene angewiesen, die Schatten, Trinken, Kleidung und Pausen im Blick behalten. Das Bundesgesundheitsministerium nennt Säuglinge und Kleinkinder ausdrücklich als besonders betroffene Gruppe bei Hitze.
Wichtig für Babys und Kinder:
- direkte Sonne meiden,
- Mittagshitze vermeiden,
- Schatten suchen,
- leichte, helle Kleidung wählen,
- Kopfbedeckung draußen nicht vergessen,
- regelmäßig trinken anbieten,
- Babys häufiger stillen oder füttern,
- Kinder nie im Auto lassen,
- Kinderwagen nicht mit Tüchern abdecken,
- auf ungewöhnliche Müdigkeit, starke Unruhe, heiße Haut oder Benommenheit achten.
Ganz wichtig: Ein Kinderwagen sollte niemals mit einem dichten Tuch komplett abgedeckt werden. Darunter kann sich die Hitze stauen. Besser sind ein Sonnenschirm, ein spezielles Sonnensegel mit Luftzirkulation oder Schattenplätze.
Bei Warnzeichen wie Teilnahmslosigkeit, Verwirrtheit, sehr hoher Körpertemperatur, Erbrechen, Krämpfen oder Bewusstseinsstörungen sollte sofort medizinische Hilfe geholt werden.
Tja, und sonst?
Ab ans Wasser
Schwimmbad, Badesee, Planschbecken, Wasserspielplatz oder Gartendusche (z.B. unsere): Wasser ist bei Hitze natürlich unschlagbar.
Aber auch hier gilt:
- Schattenpausen einplanen,
- Sonnencreme verwenden,
- Kopfbedeckung tragen,
- viel trinken,
- Kinder im und am Wasser nie unbeaufsichtigt lassen.
Für kleine Kinder reicht oft schon eine Schüssel Wasser, ein paar Becher und ein schattiges Plätzchen.
Kühle Orte suchen
Wenn die Wohnung unerträglich heiß ist, hilft manchmal nur: raus aus der Hitze.
Kühle Orte können sein:
- Bibliotheken,
- Einkaufszentren,
- Kirchen,
- Museen,
- öffentliche Gebäude,
- schattige Parks,
- Waldstücke,
- klimatisierte Verkehrsmittel,
- Wohnungen von Freund oder Verwandten im Erdgeschoss.
Gerade mit Baby, Kleinkind, älteren Angehörigen oder kranken Personen kann ein Ortswechsel sinnvoll sein, wenn die Wohnung über Tage nicht abkühlt.
In die Berge
Wer die Möglichkeit hat, kann der Hitze auch für ein paar Stunden entfliehen: Wald, See, Schlucht, Alm, Bergbahn, Höhenweg oder Gletschergebiet sind oft deutlich angenehmer als die aufgeheizte Stadt.
Zum Beispiel auf’s Kitzsteinhorn über 3.000 m: Was tun bei Hitze? Auf in den Schnee! | Ausflugstipp
Aber auch in den Bergen gilt: Sonnenschutz nicht vergessen. In der Höhe ist die UV-Strahlung stärker!
Gegenseitig aufeinander achten
Hitze ist nicht nur lästig, sondern kann gesundheitlich gefährlich werden. Besonders gefährdet sind unter anderem Säuglinge, Kleinkinder, ältere Menschen, Schwangere, Menschen mit Vorerkrankungen und Personen, die bestimmte Medikamente einnehmen. Das Robert Koch-Institut weist darauf hin, dass Hitze ein relevantes Gesundheitsrisiko ist und Hitzeschutzmaßnahmen wichtig sind.
Deshalb: Fragt bei Nachbar, Großeltern, alleinlebenden Menschen oder Familien mit kleinen Kindern ruhig einmal nach, ob alles in Ordnung ist. Manchmal hilft schon ein Einkauf, ein Anruf, eine Erinnerung ans Trinken oder das Angebot, in einem kühleren Raum vorbeizukommen.
Außerdem gibt es sowieso bald Entwarnung, denn:
Winter ist coming!
In 126 Tagen kommt der Nikolaus ;-)
Was sind eure Tipps bei dieser Affenhitze?
Quellen: Umweltbundesamt, Verbraucherzentrale, BMG, RKI, kindergesundheit-info.de und gesundheit.gv.at.
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eineladymachtsichfit
4 Aug. 2015Und noch ein wichtiges Don’t: Keinen Alkohol trinken! Der entwässert nur zusätzlich, belastet den Körper und macht das Regulieren der Körpertemperatur schwieriger. (Sagt die Frau, die Wein verkauft – aber es ist halt einfach so, hier in unseren Breitengraden sind wir diese Temperaturen eher nicht gewöhnt).
Sandro
22 Aug. 2015So, die warmen Tage sind vorbei. Der Hammersommer 2015 neigt sich langsam dem Ende. Wir haben uns mit Außenjalousien geholfen. Da diese aus Alu waren mussten die Fenster allerdings tagsüber zu bleiben. Mit Durchzug hätte das ganze wie ein Umluftofen gewirkt.
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Noah
31 Mai 2020Sehr hilfreiche Tipps in deinem Beitrag. Danke dafür. Einige Tipps werden bei der nächsten Hitzewelle Gold wert sein.
Beste Grüße
Noah
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