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Die ideale Mutter ist eine Utopie

So betitelt das aktuelle Profil das Interview mit der französischen Philosophin und Star-Feministin Elisabeth Badinter. Sie sieht die Mutterschaft als größte Gefahr für die Gleichberechtigung. Ich kann mich nicht allen ihren – teils recht radikalen – Aussagen anschließen, aber an vielen ist was dran. Eine kurze Zusammenfassung:

Gleich mal vorweg: Elisabeth Badinter gilt in Frankreich als Meinungs-Supermacht. Sie ist Professorin an der Elite-Uni École Polytechnique und selbst dreifache Mutter. Durch die Radikalität ihrer feministischen Thesen provoziert sie regelmäßig quer durch alle ideologischen Lager.

Und hier einige, etwas aus dem Zusammenhang gerissene Aussagen im Profil-Interview – und ein paar Kommentare dazu von Mutti:

  • Dieser religiöse Naturalismus, den Frauen, die noch nicht einmal 40 sind, prägt, macht mir Angst. Als Beispiele bringt sie: Baumwollwindeln statt Wegwerfwindeln, die Verteufelung von Gläschennahrung und Milchpulver sowie der Episduralanästhesie und schließlich “diese schrecklichen Umhängetücher”, in denen die Frauen ihre Kinder “ersticken”.
  • Hier [in Frankreich, Anm.] ist es völlig normal, dass man seine Kinder im Alter von vier Monaten in einer Kinderkrippe abgibt. Man wird deswegen nicht scheel angeschaut – weder von seinen Freunden noch von seiner Mutter oder Schwiegermutter.
  • (Profil sagt:) Viele Männer, die die Geburt ihrer Kinder im Kreißsaal miterlebt haben, können danach über Monate nicht mehr mit ihren Frauen schlafen. Und auf die Frage, ob Badinters Ehemann bei den Geburten dabei war, antwortet sie: Nein! Das wollten wir beide nicht. So bin ich für meinen Mann Frau geblieben.
  • Es liegt im Wesen der Mütter, dass sie immer zu viel sind – entweder zu viel da oder zu viel weg.
  • Mein Mann war so nett und ist manchmal am Wochenende mit den Kindern verreist, damit ich mich ausruhen konnte.
  • Es ist belegbar, dass es unter den Kindern, die Vollzeitmütter hatten, nicht weniger Neurotiker, Versager Unglückliche und Kriminelle gibt. […] Und ich möchte nicht wissen, was mit diesen Knaben passiert, die noch als Kleinkind von ihren Müttern die Brust bekommen haben.
  • Es ist langweilig, den ganzen Tag mit einem Kleinkind verbringen zu müssen. Nur traut sich das keine zuzugeben. Aber wenn man das so empfindet, ist man nicht zwangsweise eine schlechte Mutter.
  • (Profil sagt:) Die höchste Kinderlosenrate wird in Österreich unter Akademikerinnen verzeichnet. Badinter unterstreicht das: Die, die keine andere Chance haben, bekommen die Kinder.
  • Badinters Rat an alle Frauen, die eine Familienplanung andenken: Seid mittelmäßige Mütter! Und gebt unter gar keinen Umständen eure Unabhängigkeit auf! […] Durch die Verlängerung der Lebenserwartung wird das Muttersein nur einen kleinen Teil eurer Biografie ausmachen!

Liebe Frau Badinter,
also, manche ihrer Aussagen treiben mir nur ein riiiiiesengroßes FRAGEZEICHEN ins Gesicht, während an anderen durchaus was dran ist. Ich find’s schade, dass ich mich nicht an die Mehrwegwindeln herangetraut hab (siehe Angst vor Mehrwegwindeln?), zum Thema Stillen kann ich nur sagen: Stillen – wie geht das? und diese schrecklichen Umhängetücher sind das beste, das uns passieren konnte: Babys tragen. Bin ich deshalb eine Öko-Feministin, um in ihrem Jargon zu bleiben?
Und zum Thema Kreißsaal kann ich nur sagen: Auch ich bin für meinen Mann Frau geblieben – obwohl er bei beiden Geburten anwesend war und auch nicht in Ohnmacht gefallen ist: Keine Angst vor der (natürlichen) Geburt
Mutti, eine Akademikerin mit 2 Kindern

Foto: Zurien Onn

Muttis Nähkästchen

Hier plaudert Birgit, alias Mutti, 40+, seit 2009 aus dem Nähkästchen: Authentizitäts-Freak, selbstbewusst grauhaarig, kreativ angehaucht, völlig unperfekte Mutter. Familienblog aus dem Leben mit zwei Jungs - Mutter allein unter Männern. Mehr über Muttis Nähkästchen: About. Nix verpassen? Folgt mir via Social Media oder Newsletter.

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