Edinburgh mit Kindern ist ein wunderbares Reiseziel. Hier kommt jeder auf seine Kosten. Outlander-Feeling, Mittelalter wohin das Auge reicht, geschichtsträchtige Gebäude, Harry Potter und eine der quirligsten und lebendigsten Stadtkerne, die ich je besucht habe. Ein Erlebnis für die ganze Familie.
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Inhaltsverzeichnis

Edinburgh mit Kindern bzw. unsere Schottland-Reise
Verreist man mit Kindern kommt einem Schottland nicht als erste Destination in den Sinn. Dieses Land ist aber so vielfältig und spannend, das wirklich für jeden etwas dabei ist. Schottland war für uns der erste Teil unserer Großbritannien-Rundreise und ganz ehrlich: Auch wenn England und vor allem London einen besonderen Eindruck hinterlassen haben, unsere Herzen haben wir in Schottland verloren.
Die Menschen sind freundlich, die Landschaft ist atemberaubend, die Pubs und das Essen fehlen mir noch jetzt und es gibt einfach unzählige Ausflugsmöglichkeiten für Familien. Wir können Schottland wirklich jedem empfehlen, der es liebt Abenteuer zu erleben und einfach gemeinsam Quality-Time zu verbringen.
Dieser Beitrag beinhaltet die ersten Tage unserer Reise in und um Edinburgh. Die restliche Reise findet ihr bald in gesonderten Beiträgen. (3 Wochen Rundreise wären zu viel.)
Tag 1: Anreise, Transportmittel und Unterkunft in Edinburgh
Als Anreise haben wir das schnellste Transportmittel gewählt und sind von München nach Edinburgh geflogen. In nur 2,5 Stunden ist man in der Hauptstadt Schottlands – EasyJet fliegt direkt! (Für Betroffene – wie mich: Flugangst: Infos und Tipps zur Selbsthilfe)
Als Unterkunft haben wir ein Mobilehome im Seton Sands Holiday Park gewählt. Die Mobilehomes hier sind wesentlich geräumiger als man es vom Süden gewohnt ist. Klar man lebt ja nicht nur draußen – wir hatten daher eine große Couch, einen Esstisch, eine voll ausgestattete Küche, drei Schlafzimmer und zwei Bäder. In der Anlage gibt es einen Minimarkt, zwei Restaurants, uvm.! Nach einem langen Sightseeing-Tag ist also alles vor Ort, das man braucht. Sehr empfehlenswert.
Gleich am Flughafen haben wir unseren Leihwagen entgegengenommen. Linksverkehr – gerade auf schottischen Straßen – nicht selten auf Single Track Roads – ist schon eine Herausforderung. Wir waren daher froh um ein passendes Auto, bei dem der Fahrer auf der rechten Seite sitzt. Außerdem ist ein Automatikgetriebe ein großer Vorteil – auch noch mit der falschen Hand schalten – nein danke! Außerdem ist ein normaler PKW ein großer Gewinn – es ist manchmal recht eng – mit einem Wohnmobil oder einem größeren Bus wären wir vermutlich manchmal verzweifelt.
Generell gewöhnt man sich aber sehr schnell an den Linksverkehr. Wieder zurück in Österreich empfand ich es als sehr seltsam in die „falsche Richtung“ in einen Kreisverkehr zu fahren. ;-)
Den ersten Abend haben wir ganz gemütlich in unserem Mobilehome verbracht – zum ersten mal mit Fish and Chips! Köstlich. Nicht vergleichbar mit schnöden Fischstäbchen aus dem Kühlregal bei uns.




Tag 2: Ab nach Edinburgh – inklusive Edinburgh Castle
Der erste volle Tag in Edinburgh begann wettertechnisch so, wie man es in Schottland erwartet: Immer wieder starke Regengüsse – aber auch immer wieder warme Phasen. Gut, dass wir vorgewarnt waren. Jeder hatte in diesem Urlaub immer alles dabei – für jedes Wetter in jeder Jahreszeit. Kurze Hose, wasserdichtes Schuhwerk, eine gute Regenjacke und ein kleiner Schirm immer im Rucksack dabei und an kalten Tagen noch einen Pullover. So waren wir immer alle gut ausgerüstet.
Wir wählten ein Parkhaus direkt am Calton Hill (Q-Park OMNI) und sind gleich mal nach oben spaziert. Die Erhebung bietet einen tollen ersten Blick auf diese wunderschöne Stadt – es befindet sich am östlichen Ende der Princes Street und man kann hier gleich viele sehenswerte Gebäude und Monumente besichtigen z.B. das Robert Burns Monument oder das National Monument.
Blickt man nach unten bzw. in die Ferne bekommt man einen guten Eindruck, was vor einem liegt: Von Holyrood Palace die ganze Royal Mile entlang bis zum Edinburgh Castle. Die Vorfreude steigt und man will endlich in das Leben von Edinburgh eintauchen.
Sieht man nach links erblickt man auch Arthurs Seat – eine interessante Felsformation. Ohne Kinder hätte ich diese kleine Wanderung bestimmt noch eingebaut um eine noch bessere Sicht von oben zu haben. Mit Kids reicht erfahrungsgemäß aber eine Anhöhe.



Ab in die Stadt
Dann aber ab ins Getümmel dieser faszinierenden Stadt, die man am besten per pedes erkundet. (Sehr viele Stufen!) Bis auf einen einzigen Fixpunkt haben wir uns an diesem Tag einfach treiben lassen und glaubt mir es gibt an jeder Ecke etwas zu entdecken – da kann man nichts falsch machen. Royal Mile, Victoria Street (erstmals Harry Potter Feeling pur – Inspiration für die Winkelgasse), Grassmarket (hier fanden früher viele Hinrichtungen statt), Princes Street und Princes Street Gardens (Makaber: Hier war früher ein See – genauer gesagt ein Moor namens Nor‘ Loch, in dem auch oft getestet wurde, ob jemand eine Hexe war. Konnte die gefesselte Frau an der Oberfläche bleiben, war sie als Hexe enttarnt und wurde hingerichtet. Ging sie unter – was zweifellos am häufigsten der Fall war – war sie vom Schuldspruch befreit, aber ja leider schon ertrunken.)










Edinburgh Castle
Tipp: Unbedingt vorab Tickets sichern. Am besten sofort, wenn ihr ein Datum für euren Edinburgh Trip fixiert habt. Hier hängt nämlich fast jeden Tag ein „Sold out“ Schild! Ich habe bei dieser Gelegenheit gleich ein Booklet auf Deutsch dazugebucht, das man sich dann mit dem Voucher gleich nach dem Eingang abholen kann. Mit so einem Booklet kann man sich wunderbar selbst durch die Burg führen. (Mit mehreren Kindern ist es oft einfacher im eigenen Tempo zu besichtigen ohne auf eine Reisegruppe Rücksicht nehmen zu müssen.)
Das Wetter war während unserer Besichtigung wie man es sich in Edinburgh erwartet: Stürmisch und sehr starker Regen. Das hat unserem Unternehmergeist aber keinen Abbruch getan. Edinburgh Castle hat einfach eine besonders aufregende Geschichte, in die man einfach eintauchen MUSS.
Die riesengroße Burg thront spektakulär auf dem Castle Rock (einem erloschenen Vulkan) und überragt die ganze Stadt. Sie ist eine der ältesten Festungen Europas und seit über 1000 Jahren bewohnt. Sie war Sitz von diversen Königen, ein Gefängnis (tolle Nachbildungen und Originalräumlichkeiten) und ein Militärstützpunkt. Mary Stuart (Queen of Scots) wurde hier gekrönt und hat ihren Sohn James VI (der später James I. von England wurde) hier geboren.
Spannend für Kinder: Die vielen Kanonen (z.B. Mons Meg – eine gigantische Belagerungskanone aus dem 15. Jhdt) und natürlich der tägliche Kanonenschuss um 13:00 Uhr (nur nicht am Sonntag), der seit 1861 von der Burg abgefeuert wird.
Beeindruckend sind neben den Kanonen und Gefängnissen natürlich auch die Schottischen Kronjuwelen, die St. Margaret‘ s Chapel (aus dem 12. Jhdt.) und das National War Museum bzw. Monument.
Man kann auf dieser gigantisch großen Festung wirklich gut und gerne einen halben oder sogar einen ganzen Tag verbringen. Besonders wenn man sich für die Schottischen Unabhängigkeitskriege und die Jakobitenaufstände interessiert.












The Vennel und Scots Monument
Als Abschluss nach der Besichtigung bietet es sich an gleich wieder die Stufen Richtung Grassmarket hinunter zu gehen (nach dem Ausgang rechts hinunter) und zum Aussichtspunkt The Vennel zu marschieren. Von unten sind das sehr unscheinbare Treppen (wie es so viele in Edinburgh gibt), aber von oben hat man eine unschlagbar schöne Sicht auf das Castle. Perfekt für schöne Fotos – nicht umsonst ein Instagram Fotohotspot – super für mitreisende Teenager, die hier einen „Snap“ verschicken wollen. ;-)
Am Weg zum Parkhaus kann man dann noch das beeindruckende Scots Monument aus der Nähe betrachten. (Gesehen hat man es zu diesem Zeitpunkt schon, wenn man vom Castle auf die Princes Street Gardens hinunterblickt.) Man kann es nicht übersehen und es lohnt sich auch näher heranzukommen um es sich in Ruhe anzusehen.




Meerluft schnuppern
Einmal in die Nordsee hüpfen? Zugegeben: Nur einer von uns, war an diesem verregneten Tag so mutig – der Rest von uns war nur bis zu den Knien im Wasser. Ein Erlebnis war es trotzdem direkt bei unserer Ferienanlage Seton Sands am Strand zu sein. Riesige Muscheln, ein so anderer Strand, stürmisches Wetter – sollte man unbedingt einmal erlebt haben. Der perfekte Ausklang für diesen aufregenden Tag.




Tag 3: Die Umgebung von Edinburgh mit Kindern – unser Outlander-Tag
Als begeisterter Outlander-Fan war für mich klar: Ich MUSS einfach Drehorte besuchen und mich einen Tag wie Claire Fraser fühlen. Für Fotos habe ich mir einfach ein paar Accessoires besorgt, denn ganz ehrlich: Mit vier Kindern wollte ich so einen Ganztagesausflug auf keinen Fall im Mittelalterkleid absolvieren – wäre dann doch etwas unpraktisch gewesen. Ein Schultertuch und ein langer Rock im Rucksack zum schnellen „Verkleiden“ mussten also reichen. Ansonsten war ich wie auf unserer kompletten Schottland-Reise mit wasserdichten Outdoorschuhen, einer kurzen Hose und der Regenjacke im Gepäck unterwegs – man weiß ja nie, was der schottische Wettergott noch so vorhat. (Das Schultertuch aus Wolle habe ich übrigens lieben gelernt – wunderbar warm und kuschelig – könnte auch hier definitiv öfter zum Einsatz kommen!)
Midhope Castle (Outlander: Lallybroch) – Mein absolutes Highlight
Schon die Zufahrt war bei mir sehr emotionsgeladen und die wenigen Schritte vom Parkplatz zum Castle waren schon alleine den Ausflug wert. Meine zwei Kleinen haben spontan die Titelmelodie aus der Serie angestimmt und eine Spanierin hat einfach fröhlich mitgesungen. Herrlich! So viele Gleichgesinnte an einem Ort und wirklich jeder dort war verzaubert. Für die Kinder hatte ich ein Dokument vorbereitet – es hieß Aufgaben zu erfüllen. Aufgabe hier: Male Jamie und Claire. Während die Kids das auf einem kleinen Tischchen erledigt haben, konnten wir das Castle (man kann nicht hinein!) rundherum besichtigen und Fotos machen.
Ein ganz besonderes Gefühl und ein MUSS für jeden Outlander-Fan. (Und das nur ca. 35 Minuten Fahrzeit von Edinburgh entfernt!) Einmal im berühmten Bogen stehen, auf den Treppen vor der Haustür stehen, nach Jamies Höhle im Wald suchen, uvm.!
Nach einer kleinen Stärkung ging es für uns dann schon weiter zur nächsten Outlander-Filmlocation.

















Doune Castle (Outlander: Burg Leoch)
Auf nach Leoch – nach nur 40 Minuten Fahrzeit waren wir schon vor Ort. Hier wurden alle Outlander-Szenen gedreht, die auf Leoch spielen. Aber auch viele andere Filme wurden in dieser sehr ursprünglichen Burg gefilmt z.B. Game of Thrones – Burg Winterfell oder Monty Python und der Heilige Gral.
Auch wenn man diese Filme nicht kennt, ist die Burg aus dem 14. Jahrhundert in der Nähe von Stirling absolut sehenswert. Es gibt einen tollen Audioguide, der uns alle begeistert hat. Bonus für Outlander Fans: Sam Heughan (Jamie aus der Serie) spricht bei einigen Punkten über die Dreharbeiten hier. Richtig cool.














Stirling Bridge und Wallace Monument
Wenn man schon in der Nähe von Stirling ist und sich für die Geschichte Schottlands interessiert, kommt man nicht an William Wallace vorbei. Ein Besuch bei der Stirling Bridge und dem dortigen Gedenkstein. Hier fand eine bedeutende Schlacht der Schottischen Unabhängigkeitskriege statt, in der William Wallace 1297 die Engländer besiegte. Ein kurzer Stopp reicht – den Kids erzählen, was hier passiert ist, die Tafel lesen und kurz über die Brücke spazieren.
Danach geht es passend gleich weiter zum Wallace Monument (keine 10 Minuten Fahrzeit). Man kann entweder mit einem gratis Shuttle zur Spitze fahren oder zu Fuß hinaufwandern. Die Wanderung ist wirklich wunderschön und auch schon mit kleineren Kindern machbar. Überall am Weg sind schöne geschnitzte Figuren und hölzerne Fotospots. In nicht einmal 15 Minuten ist man trotz vieler Stopps schon oben am Monument – ein gigantischer Turm, der aussieht als wäre er Mittelerde entsprungen. Leider hatten wir hier keine Tickets und bekamen somit keinen Einlass. Also unbedingt viel Zeit mitbringen und frühzeitig da sein. Auch so war es aber ein beeindruckender Moment für uns alle.









Culross (Outlander: Cranesmuir)
Culross ist eines der am besten erhaltenen und schönsten Dörfer Schottlands aus dem 17. Jahrhundert und berühmt für seine Rolle in der Serie Outlander. Hier wurde gedreht, wenn sich etwas im Dorf um die Burg Leoch abgespielt hat – nämlich in Cranesmuir. Hier leben Geillis Duncan und ihr Mann. Hier wird Geillis übrigens auch als Hexe verurteilt und abgeführt.




Die Kelpies in Falkirk
Nach einer 30-minütigen Fahrzeit sind wir dann bei den berühmten Kelpies in Falkirk angekommen. Wir haben die riesigen Pferdeköpfe von außen besichtigt (man könnte auch nach innen) – wir haben uns aber damit begnügt ein Eis zu essen und das Gelände selbst zu erforschen.
Der Helix Park ist gigantisch und man könnte hier vermutlich einen ganzen Tag verbringen. Die 30 Meter hohen Stahlfiguren sind das Herzstück dieses Geländes. Wenn man den Kids vorab die Legenden von Kelpies erzählt, finden sie das natürlich besonders toll.
Kelpies sind der Legende nach schöne Pferde, die am Ufer von schottischen Lochs Menschen dazu verführten sich auf sie zu setzen. Dann zogen sie ihre Opfer aber in die Tiefe und diese wurden nie mehr gesehen. Sehr empfehlenswert zur Vorbereitung: Schottische Märchen
Generell lohnt es sich vor Reisen immer die Kinder darauf vorzubereiten: Kinder für Geschichte und andere Kulturen begeistern: Büchertipps



Linlithgow Palace (Outlander: Wentworth Prison)
Dieser ehemalige Palast ist wirklich beeindruckend. Alleine die Lage mit Blick über das Linlithgow Loch ist einfach einmalig. Hier wurde Mary Stuart geboren und dieser Palast war lange Zeit der bevorzugte Wohnort der schottischen Könige.
Outlander-Bezug: Hier wurden die grausamen Szenen gedreht, die in Wentworth Prison spielen. Die besonders dicken und robusten Mauern haben sich dafür angeboten.
Danach unbedingt noch am See entlang spazieren – es gibt hier eine enorme Menge an Schwänen – und über einem thront dabei immer diese wunderschöne Schlossruine.
Auch das kleine Städtchen ist einen Besuch wert und im kultigen Pub „The Four Marys“ haben wir ganz köstlich zu Abend gegessen.











Blackness Castle (Outlander: Fort William)
Obwohl die Sonne schon im Begriff war unterzugehen, fehlte mir noch ein wichtiger Outlander-Spot: Blackness Castle – in der Serie Fort William.
Fast schon gespenstisch und bedrohlich ragt diese schiffsförmige Burg in den Firth of Forth hinaus. Die Burg wird daher oft „Das Schiff, das niemals segelte“ genannt. Dicke Mauern, unterirdische Eingänge mit Fallgittern – wirklich faszinierend. Für die Kids war der große Innenhof eine willkommene Abwechslung und wir haben Wettrennen auf diesen geschichtsträchtigen Wiesen veranstaltet.
Der Blick auf den Firth of Forth ist ebenfalls atemberaubend und man sieht von hier aus wunderbar die rote Forth Bridge.






Rosslyn Chapel
Obwohl es schon dunkel war, wollten wir am Nachhauseweg zumindest von außen noch die berühmte Rosslyn Chapel sehen. Wer „Da Vinci Code – Sakrileg“ gesehen hat, wird diese Kapelle, die eigentlich eine richtige Kathedrale ist, kennen. Irgendwie ist es dort tatsächlich ein bisschen gruselig – besonders wenn es schon finster ist. Das war also ein perfekter Tagesabschluss für unsere Outlander-Tour rund um Edinburgh.


Tag 4: Ein Hexentag in Edinburgh – Dean Village, Haggis & Co.
Unseren letzten Tag in Edinburgh habe ich unter das Motto: Hexentag in Edinburgh gestellt. Mit ChatGPT habe ich für das Cover des Aufgabenheftes ein Comic-Bild meiner 4 Kids erstellt, im Hintergrund eine freundliche Hexe, die mit ihrem Besen vor dem Edinburgh Castle fliegt. Jedes Kind hat ein Exemplar meines „Booklets“ bekommen und musste bei manchen Stationen Fragen beantworten, aufschreiben was man wo für Hexentränke kaufen muss, zeichnen wie die Hexe wohl aussieht, uvm.! So hatten die Kinder immer Aufgaben und vor allem etwas zu tun, wenn wir in einem Pub saßen.
Wir haben wieder in der selben Tiefgarage geparkt und sind erstmal die gesamte Princes Street entlang spaziert. Von hier hat man wieder eine schöne Sicht auf das Edinburgh Castle und das Scots Monument.



Dean Village
Weiter ging es nach Dean Village. Auch hier kann man nichts falsch machen. Es ist einfach unglaublich welch Naturidyll sich hier mitten in der Stadt befindet. Einfach entzückend. Muss man selbst gesehen haben.




Nach einem mehrstündigen Spaziergang im Dean Village ging es für uns in das Pub Teuchters, wo mein Sohn und ich zum ersten mal das Nationalgericht gekostet haben: Haggis! Klingt eklig – traut euch ruhig – es war einfach köstlich. Ebenfalls empfehlenswert – die Fischplatten in den Pubs in Schottland. Unglaublich gut. Nach einigen Rätseln aus dem Mitmachheft und Mac’n Chees für die Mädls ging es weiter zum Kult-Buchladen Armchair Books. Man findet hier Second-Hand und allerhand antiquarische Bücher. Ein Gefühl wie bei Ollivanders (Harry Potter) – meterhohe wackelige Holzregel überall, enge kleine Nischen und Bücher aus einem anderen Jahrhundert. Wirklich ganz besonders.





Zurück ging es wieder über den Grassmarket – hier habe ich bezüglich unseres Mottotages erzählt, dass hier früher sehr viele Hinrichtungen stattgefunden haben, es aber auch ein großer Markt war. Heute findet man hier unzählige Pubs, Bars und Restaurants. Über die schon bekannten Stufen gingen wir wieder bis zum Edinburgh Castle hinaus und besichtigten den „The Witches Well“ – ein Gedenkbrunnen an die vielen hingerichteten Frauen, die als Hexen verurteilt wurden. Der kleine Brunnen ist direkt neben dem Eingang zum Castle. Wir hatten das Glück, das eine als Hexe verkleidete Fremdenführerin hier gerade etwas dazu erzählte.
Dann gingen wir die Royal Mile wieder ganz nach unten. Heute aber mit Blick auf alles „Hexische“! Wir haben den Hexenshop „The Witchery“ durchstöbert und sind sogar schnell für ein paar Fotos in den Innenhof des Restaurants „The Witchery“ gegangen. Man munkelt, dass viele verurteilte Hexen vor ihrer Hinrichtung hier im Keller gefangen gehalten wurden.







Wer Harry Potter liebt, muss sich unbedingt auf den Weg zum Greyfriars Kirkyard machen. (Unterwegs besichtigt man gleich Greyfriars Bobby – unbedingt vorher die Geschichte des wohl treuesten Polizeihundes lesen und dann die Statue streicheln.) Wenige Schritte neben Bobby geht es schon auf den Greyfriars Kirkyard, der legendäre alte Friedhof in Edinburgh, der Joanne K. Rowling besonders inspiriert hat. Man findet hier viele Namen aus den Büchern wie z.B. McGonagall. Einfach zu finden ist das wohl berühmteste Grab hier, weil man sich für ein Foto sogar anstellen muss – also einfach Menschentraube suchen und Voldemorts Grab bestaunen bzw. Tom Riddles Grab. Der Friedhof ist so wunderschön und mystisch und man findet hier noch historische Gitter über den Gräbern uvm. – wir sind noch sehr lange ziellos herumspaziert. Abseits der Harry Potter Gräber ist es hier sehr ruhig und man kann auch das Grab des „ersten und wahren Bobby“ besuchen.




Wer einen Hexentag in Edinburgh verbringt, muss auch das Heart of Midlothian anspucken. Ja genau – anspucken! Es handelt sich dabei um ein eingepflastertes Herz in der Royal Mile – direkt vor der St. Giles Cathedral. Hier war der Eingang in das Das Tolbooth von Edinburgh – ein berüchtigtes Gefängnis – hier wurden viele Hexen verurteilt und gefangen gehalten. Man hat hier schon immer auf das Herz gespuckt, weil man mit der Justiz unzufrieden ist bzw. weil man dieses Gefängnis verachtet. Heute sehen es viele Menschen auch als Glücksgeste. Egal – natürlich haben wir darauf gespuckt.
In Edinburgh gibt es viele Seitengassen – sogenannte Closes. Eine der bekanntesten ist Advocate’s Close. Herz St. Giles Cathedral und Advocate’s Close. Direkt von der Royal Mile aus – schwupps ist man im Mittelalter und wird auch noch mit einer wunderschönen Aussicht belohnt. Dieser Abstecher lohnt sich. Unterwegs schaut man natürlich noch bei „The Milkman“ vorbei. Gehört einfach dazu.



Für uns ging es immer weiter abwärts Richtung Holyrood Palace. Unterwegs gibt es hier aber wieder einmal einen Outlander Hotspot – Jamies Druckerei in Edinburgh, die dann einem Brand zum Opfer fällt. Nicht spektakulär, aber wenn man die Serie liebt und so und so hier unterwegs ist – kurz einbiegen schadet nicht. (Bakehouse Close)
Holyrood Palace haben wir leider nur von außen gesehen, weil es schon zu spät war. Das möchte ich unbedingt nachholen. Es ist die offizielle schottische Residenz des Königs und hat eine bewegte Geschichte. Hier wurde der Sekretär von Mary Stuart ermordet, Charles Stuart residierte und feierte hier während dem zweiten Jakobitenaufstand, uvm.
Schon war unsere Zeit in dieser wunderschönen Gegend vorbei, denn am nächsten Tag ging es weiter in die Highlands. (Bericht folgt)





Fazit:
Ich komme wieder! Ganz klar!
Diese drei Tage kann man eigentlich nur als Einstieg bezeichnen. Mir würden noch unzählige To Do´s hier einfallen. Wir waren in keinem Museum und haben viele historische Gebäude nur von außen besichtigt. Um die Stadt (und das nähere Umland) etwas genauer zu erkunden, würde ich ca. 5 Tage empfehlen – gerade mit Kids ist man ja doch nicht so hurtig unterwegs. Außerdem verpasst man sonst das Wichtigste: In einem Pub sitzen, ein Ale oder einen Whisky trinken, Haggis essen und einfach in Ruhe das besondere schottische Ambiente genießen. Ein Traum!
Buchtipps:
- Unser liebster Reiseführer: Marco Polo Edinburgh
- Auch praktisch (vor allem, wenn man auch außerhalb von Edinburgh unterwegs ist): Marco Polo Schottland
- Zur Vorbereitung: Schottische Märchen
- Auch schon vorab super: Unnützes Wissen über Schottland
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