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Erwachsenenfreie Zone

Ich habe kürzliche ein äußerst interessantes Interview mit Jesper Juul gelesen. Er empfiehlt darin “erwachsenenfreie Zonen” als optimales Entwicklungsumfeld. Eine Diskussion mit anderen Eltern hat dies als wichtig – aber gleichzeitig äußerst schwer realisierbar – bestätigt.



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Jesper Juul, dessen Bücher rund um Kindererziehung mich immer wieder faszinieren, nennt als optimales Entwicklungsumfeld für Kinder außerhalb der Kernfamilie die so genannten erwachsenenfreien Zonen. In diesen Zonen können Kinder mit anderen Kindern spielen, Abenteuer erleben und Feld, Wiesen und Wald erforschen. Das bezeichnet er als äußerst wichtig.

In der Diskussion mit anderen Eltern hat sich herausgestellt, dass dies heutzutage – gerade im städtischen Umfeld – schwer realisierbar ist. Permanent sind Erwachsene anwesend: im Kindergarten, in der Schule, beim Hausaufgaben machen. In der spärlichen Freizeit werden die von Erwachsenen beaufsichtigt, “bespielt” oder in den Chinesisch-Kurs kutschiert. Es sind also kaum “erwachsenenfreie” Kinder als Spielgefährten verfügbar.

Wenn ich mich erinnere, wie wir aufgewachsen sind, dann war das anders. Wir sind durch Wälder und Parks gestreift, auf Bäume geklettert (und haben uns so den Unmut des Gärtners zugezogen), Fangen gespielt … alles erwachsenenfrei, versteht sich. Heutzutage kann man diese Freiräume und Ausläufe kaum mehr nachvollziehen – ist doch viel zu gefährlich, oder etwa doch nicht …?

Meine Kinder wachsen Gott sei Dank  in einer vergleichsweise begünstigten Umgebung auf: Wir wohnen quasi im Speckgürtel einer größeren Stadt in einer kleinen Siedlung mit jeder Menge Kindern im ähnlichen Alter. Die Zufahrt zu unserer Siedlung ist eine Privatstraße und als Sackgasse, die von einer anderen Sackgasse abgeht. Da wird geradelt, mit dem Bobbycar gefahren, mit Straßenmalkreide gemalt … Und wenn mal ein Erwachsener von Nöten ist (zum Streit schlichten in eskalierten Situationen, zum Trösten nach kleinen Unfällen – was aber erstaunlich selten vorkommt) weiß jedes Kind, die Klingel zu betätigen.

Aber auch im Haus genießen es meine Kinder (3 und 6 Jahre alt) immer öfter, sich gemeinsam in einen Raum ohne Eltern zu verziehen. Was bin ich froh, dass ich kein Einzelkind habe! Und so kommt Mutti auch zu etwas Zeit für sich – zum Bloggen, zum Lesen … Herrlich. Für mich. Für die Kinder. Für alle!

Bücher von Jesper Juul, die ich empfehlen kann:

Foto: doriana s, sxc

Muttis Nähkästchen

Hier plaudert Birgit, alias Mutti, 40+, seit 2009 aus dem Nähkästchen: Authentizitäts-Freak, selbstbewusst grauhaarig, kreativ angehaucht, völlig unperfekte Mutter. Familienblog aus dem Leben mit zwei Jungs - Mutter allein unter Männern. Mehr über Muttis Nähkästchen: About. Nix verpassen? Folgt mir via Social Media oder Newsletter.

Dieser Beitrag hat 5 Kommentare

  1. Manchmal fragt man sich schon, wie wir das damals überlebt haben … ;-)
    Gruß, Doris

    P.S.: Super Artikel, wie immer!

  2. Immer nur betreut, da fühlt sich unser Einzelkindmädchen auch nicht wohl. Ob mit Freunden oder allein – jeden Tag spielt sie über längere Zeit, ohne dass Eltern oder sonstwer ihr über die Schulter linst. Ich denke auch, dass sie das braucht; und sei es auch nur, damit sie sich hinterher wieder freut, uns zu sehen.

  3. Toller Beitrag. Würde gern mehr Posts zu der Thematik sehen. Ich freue mich schon auf die naechsten Posts.

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