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#grombre Meine Transformation zu natürlich grauen Haaren

#grombre Meine Transformation zu natürlich grauen Haaren

2011 hab ich es getan: Nach 20 (!) rothaarigen Jahren kamen die Haare ab – und sind seither natürlich GRAU. Unter dem Hashtag #grombre zeigen immer mehr Mädels Mut und stehen zu ihrer natürlich ergraute Mähne.
Meine Geschichte über die Reise in die Realität und einige andere Silversisters aus dem Deutsch-sprachigen Raum:

20 Jahre waren meine Haare rot. Anfangs war ich mit Henna noch ganz öko, später kam die Chemie dazu. Bis auf zwei kurze Ausrutscher Richtung strohblond und rabenschwarz blieben meine Haare tatsächlich 20 Jahre lang rot – meist knallrot. Mal länger, mal kürzer, mal heftiger, mal dezenter – Hauptsache rot. Irgendwie waren die roten Haare auch mein Markenzeichen. Meine ersten grauen Haare entdeckte ich mit etwa 23 Jahren.
Farbe drauf und erledigt!

Ein paar Fotos hab ich für euch auf Lager – dieses Fotoshooting fand 2011 wenige Wochen vor meinem Radikalschritt:

2011 war ich 35 Jahre alt – und das Ansatz-färben wurde immer lästiger. Denn die grauen Haare drängten sehr deutlich in den Vordergrund und blitzten ständig hervor – sehr viele graue Haare. Oben im Scheitel und an der Seite, einfach überall. Darum hab ich einen Entschluss gefasst:

Die gefärbten Haare müssen weg!

Schwerer Abschied von der Farbe

20 Jahre färben war genug.
Aber der Abschied war nicht leicht, denn lange rote Haare umzufärben war nicht möglich – zumindest nicht ohne riesengroßem Kollateralschaden für Haar und Umwelt und mit zweifelhaftem Farbergebnis. Das sah ich am Beispiel meiner Mutter. Also ließ ich mir den Ansatz einige Zentimeter rauswachsen, um alles Rote abschneiden zu lassen.

Aber – ich traute mich nicht.
Und färbte erneut rot nach. Schon am ersten Tag nach dem Färben bereute ich meinen Schritt. Jetzt musste ich wieder von vorne anfangen und den Ansatz rauswachsen lassen. Damit es nicht so wild aussieht, hab ich den Scheitel mit rotem Schaumfestiger getönt.

Aber dann war es so weit!
Die Friseurin konnte es schließlich gar nicht glauben, was ich da von ihr wollte: Alles Rote muss weg. Radikal fiel die Mähne zu Boden. Leider, leider, hab ich das damals nicht fotografiert … (damals war Instagram tatsächlich noch nicht erfunden!)
So haben meine Haare kurz nach dem Friseurtermin ausgesehen:

Man sieht darauf auch noch die Reste vom roten Schaumfestiger. Der war leider etwas hartnäckiger, als erwartet …

#grombre Alles Natur

Seither ist bei mir alles Natur.
Das war die beste Entscheidung, die ich treffen konnte.
Mit meinen grauen Haaren falle ich auf. Ich falle aus dem Rahmen, weil ich meine Haare NICHT färbe!

Nach einem Jahr, 2012, waren meine Haare schon wieder sehr ansehnlich:

Ich weiß natürlich nicht, wie viele Leute hinter meinem Rücken tuscheln. Aber ich bekomme viel positives Feedback. Wildfremde Leute sprechen mich auf der Straße an, inzwischen hab ich auch schon zahlreiche Nachahmer. Andere finden es toll, trauen sich aber nicht auf das Färben zu verzichten. Ich kann es jedenfalls nur empfehlen:

Nie wieder Haare färben – die Vorteile:

  • Nie wieder Nachwuchs-Probleme im Haaransatz.
  • Nie wieder Chemie-Angriffe auf meinem Kopf.
  • Keine Ammoniak-Verseuchung im heimischen Badezimmer bzw. keine Endlos-Sitzungen beim Friseur.
  • Nie wieder Abfärben auf Bademänteln und Handtüchern.
  • Nie wieder Ärger mit einer Farbe, die nicht ordentlich hält oder von der Sonne ausgebleicht wird.
  • Und manche Leute meinen gar, meine weißen Strähnen wären vom Friseur.
  • Zu mir hat tatsächlich noch nie jemand OMA gesagt. Oder mich für die Großemutter meiner Kinder gehalten!

Und so seh ich mittlerweile aus – aktuelleste Bilder findet ihr auf Instagram @muttis_n:

#grombre – ein neuer Trend

Mittlerweile ist #grombre ein neuer Trend in den Social Media Kanälen. Nach #grannyhair (künstlich grau gefärbt) und #greyhairdontcare (natürlich graue Haare) ist dieser Hashtag der neueste Schrei. Und das ist gut so, denn hier lassen sich Mädels ganz selbstbewusst ihre grauen Haare einfach herauswachsen – ganz ohne Radikalschnitt. Der Hashtag ist eine Mischung aus “gray” und “ombre”, eine mehrfarbige Färbetechnik. Respekt! Mit dem Hashtag unterstützen sie sich gegenseitig.

Es ist sehr schön zu sehen, dass es noch so viele andere Mädels gibt, die ebenfalls zu ihrer natürlichen Haarfarbe stehen. Hauptsächlich findet man dort amerikanische Frauen. Aber ich habe mich auf die Suche gemacht und auch hier einige tolle Frauen gefunden! Ein paar #silversisters aus dem Deutsch-sprachigen Raum möchte ich euch vorstellen:

Marjon, 36, aus Südtirol:

Marina aus Linz, Oberösterreich:

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Anyone who has started going grey knows this doesn’t happen overnight, it’s a process that seems to take forever and you have good and bad days. I never felt tempted to dye again though! I was focused and had a goal, and everyday I was closer to it… The reactions of my environment on my transition were very different but outing myself was so empowering that I managed negative comments just as confident as I was already feeling myself. I didn’t know how the whole thing would end up, but I had 2.5 years (that’s how long it took me to fully transition) to get used to the new me, and with every inch of growth of my two toned hair I felt more free, more me than I had ever felt. The reactions now are significantly more positive than negative to my greys. People stare, ask, comment and admire my decision to go natural. Most comments come from strangers and I feel flattered and honored to now know I have inspired or encouraged some women to go grey as well! I’m not going to judge women who dye their hair or even dare to say they are not being real or embrace who they are! Everyone should feel free to dye or not their hair, use make up or not, go with fashion or not! We should feel good with ourselves as a whole, physically and mentally. I wasn’t feeling good with my hair dye so I made the decision to stop. I think the important thing here is to create a social conscience rooted in respect for other humans, to eliminate labels and break beauty taboos. We need to stop feeding ourselves with stereotypes, which are idealized and unreal. The only way we could defy these pre-established standards is putting more emphasis on culture and less on our outer appearance, realizing we are not united by our bodies but by our brains. My transition to grey hasn’t only showed me the plan nature had with me and my silver strands but much more what I am capable to. This is more than just a hair color. This is a movement. This is transition to self acceptance. This is embracing who we are and what we stand for. I now surprise myself realizing I’m not only not ashamed to have grey hair, I am happy and proud to have it!

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Miriam aus der Schweiz:

Graue Haare: Die Transformation einer lieben Leserin von Muttis Nähkästchen Auch auf Facebook bin ich fündig geworden. Daniela, eine liebe Leserin, hat mir ihre Geschichte erzählt:

Ich hab die ersten graue Haare bekommen, da war ich grad mal 18 Jahre alt. Vor ca. fünf Jahren wollte ich dann nicht mehr färben. Beim Friseur hab ich dann blonde Strähnchen bekommen, damit der Übergang nicht so auffällt. Die Blonden sind dann mit der Zeit rausgewachsen und die grauen Haare sind geblieben. Werde oft gefragt, warum man bei mir nie einen Ansatz sieht.

Habs noch keinen Tag bereut!

 

Und bei euch so?
Wo sind die Silver Sisters?

Erzählt doch mal eure Geschichte eurer Transformation hin zu natürlich grauen Haaren. Oder auch, warum ihr euch das ganz und gar nicht vorstellen könnt. Ich bin gespannt, ob es draußen noch mehr Silver Sisters gibt!

Das könnte euch auch interessieren:

Nie mehr Haare färben: Meine Transformation zu Naturgrau #grombre #embracethegray #silversister

Muttis Nähkästchen

Hier plaudert Birgit, alias Mutti, 40+, seit 2009 aus dem Nähkästchen: Authentizitäts-Freak, selbstbewusst grauhaarig, kreativ angehaucht, völlig unperfekte Mutter. Familienblog aus dem Leben mit zwei Jungs - Mutter allein unter Männern. Mehr über Muttis Nähkästchen: About. Nix verpassen? Folgt mir via Social Media oder Newsletter.

Dieser Beitrag hat 8 Kommentare

  1. Ist das schön! Da werde ich fast neidisch. :) Ich bin jetzt 44 und bis vor ein paar Jahren habe ich fest geglaubt, ich sei wie meine Oma, die erst mit 80 oder so grau wurde, bis dahin hatte ise immer (für eine Estin) dunkle Haare. So wie ich seit meinem 5. Lebensjahr, als ich während eines Winters von blond zu dunkelbraun wurde. Eigentlich sind die meisten estnischen Kleinkinder blond, erst vor Pubertät werden ihre Haare dunkel. Aber vor ein paar Jahren gerade an meinem Geburtstag habe ich in der erbarmungslosen Licht der Lehrertoilette bei mir die ersten grauen Haare entdeckt. Es sind noch nicht viele dazu gekommen, vielleicht geht es doch langsam, ich werde mir aber bestimmt nicht die Haare färben.
    Auch meine Freundinnen haben mittlerweile einige graue Haare, nur eine ist wahrscheinlich ganz grau, bei ihr fing es auch mit 20 an – sie färbt aber, so weiss ich nicht so genau. Ich persönlich freue mich eigentlich auf die grauen Haare und auf Älterwerden.

  2. Du schaust so toll aus mit den grauen Haaren.
    Ich sehe einige Parallelen zu mir – aber ich hab noch nicht den A…. in der Hose zu meinen grauen Haaren zu stehen.
    Seit über 25 Jahren muss ich färben – dabei bin ich erst 44😢.
    Aber ich krieg die Kurve noch nicht.
    Vielleicht irgendwann…….

  3. Ich finde das super! Bravo! Nieder mit der Farbe-Muss-Sein-Diktatur! ;) Meine Haare sind auch schon seit längerem braun-grau-weiss. Nur Mut!

  4. Graue Haare wie Platin, die Farbe lässt uns als weiser und erfahrener wahrgenommen werden.

  5. Ich bewundere den Mut, dass du zu deinen grauen Haaren stehst und diese auch „lebst“. Ich schaffe das nicht. Hab mir heute gerade wieder einen Termin beim Friseur geholt. Von dunkelbraun/schwarz auf grau…dafür fehlt mir der Mut.

  6. Ich finde es super! Steht dir sehr gut! Ich bin NOCH braunhaarig, aber die ersten grauen Häärchen lassen sich schon finden. Ich habe mir auch vorgenommen nicht zu färben. Ich habe schlicht und einfach keine Lust auf den Stress ;o))

  7. Hallo! Auch ich hab es getan 👩🏻‍🦳
    Letzten Sommer war ich bei meinem dreiwöchigen Färbetermin und meine Friseurin fragte, ob sie die Farbe wie immer richten soll, ich entgegnete: „ lass die Farbe weg, hol lieber den Radierer raus!“ obwohl wir schon oft darüber geredet haben, wie eines Tages ein Übergang von meinem dunkelbraun gefärbten Haar (früher war das mal meine Naturfarbe bis ich mit 18 das erste graue hatte…) zu bewerkstelligen währe. Dass ich mich so plötzlich entscheiden würde, hätte ich selbst nicht gedacht, aber plötzlich mit 36 wollte ich mein Haar nie wieder färben.
    Die Friseurin holte nicht den Rasierer, nach langem beratschlagen entschieden wir uns für ein drei Schritte Programm. Ich ließ mir die Haare von ellbogenlänge auf schulterlänge kürzen. Dazu ein Ponny. Den Scheitel hab ich dann einige Wochen mit dunklem Ansatzspray bearbeitet. Im Herbst dann ein relativ kurzer Schnitt, undercutmäßig, zweifarbig. Das hat alle umgehauen. Man dachte, ich färbe grau 🙈
    Im Dezember dann genug Ansatz und der seeehr kurze Haarschnitt. NIE WIEDER GEFÄRBTES HAAR AUF MEINEM KOPF.

    Ich bin so erleichtert seit her! Ich war alle drei Wochen beim Färben, da mein Haar echt schnell wächst. Ich war immer unzufrieden, weil die Farbe nicht genau so werden wollte wie ich wollte und nach 1,5 Wochen sowieso schon wieder die weißen Schläfen zu sehen waren, grrrrr!!!! Ein ewiger Kampf!

    Die Entscheidung zum Grau zu stehen war nicht leicht. Von Kindheit an war ich optisch eine Marke. Mein Vorname, Carmen, die dunkelbraunen Augen, die dunkle gelockte Mähne-alles hat perfekt zum rassigen südländischen Image gepasst (obwohl ich gar keine südländischen Wurzeln habe 🙈). Was, wer, wie definiere ich mich als nicht mehr typische Carmen!!?!
    Ich war letzten April noch in einem Musical das Schneewittchen. Alles Vergangenheit …

    Und doch, es ist gut so!
    Zwei Wochen nach dieser Entscheidung erfuhr ich dass ich schwanger war. Jetzt ist nach acht Jahren, unser zweites Baby da und ich habe den Eindruck, es musste alles genau so kommen. So und nicht anders!
    Ich fühle mich gut. Wer, wie, was ich jetzt bin, werde und sein will ist noch offen, auch und gerade wegen dem neuen Baby, aber das gibt mir auch die Möglichkeit völlig neu zu durch zu starten. Das macht mir zwar manchmal Angst, dafür bin ich aber auch dankbar.

    Liebe Grüße, Carmen!

    Ps: ich werde von vielen für meinen „Mut“ bewundert. Viele trauen sich nicht und/oder denken, ihr grau sei nicht do schön wie meines, oder nicht so gleichmäßig, oder würde ihnen nicht stehen. Sorry, aber das halte ich für Quatsch! Was könnte einem Menschen besser stehen als seine Naturhaarfarbe?!?!? TRAUT RUCH WENN IHR DIE NASE VOLL HABT VOM FÄRBEN, das Leben und das zu sich finden wird wirklich leichter! 😘

    1. YES! Danke, liebe Carmen, für diesen Erfahrungsbericht! Kann ich hundertprozentig unterschreiben! GO GREY!

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