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Hausboot-Abenteuer mit Familie in Schottland: Erfahrungen & Tipps

Hausboot-Abenteuer mit Familie in Schottland: Erfahrungen & Tipps

Wie fühlt es sich an, ohne Skipper-Erfahrung plötzlich ein fast 18 Meter langes Narrowboat durch Schottland zu steuern? Wir haben es ausprobiert – inklusive Falkirk Wheel, dunkler Tunnel, spektakulärer Aquädukte, typisch britischem Regen und der einen oder anderen aufregenden Anlegemanöver. Warum dieser ungewöhnliche Familienurlaub am Ende zu einem unserer eindrucksvollsten Schottland-Erlebnisse wurde, verraten wir hier.

Die Idee zu diesem etwas anderen Familienurlaub kam tatsächlich von einem unserer Söhne. Er hatte sich auf YouTube ein wenig „influencen“ lassen und fand, dass ein Urlaub auf einem Narrowboat doch ziemlich cool aussehen würde. Und so standen wir – vier österreichische Landratten ohne nennenswerte Skipper-Erfahrung – einige Monate später in Falkirk in Schottland vor der 17,67 Meter langen „Patsy“ und fragten uns kurz, ob wir wirklich wussten, worauf wir uns da eingelassen hatten.

Spoiler: Nein, wussten wir nicht ganz. Aber genau das machte den Reiz aus.



Hausboot-Abenteuer mit Familie in Schottland: Erfahrungen & Tipps


Unser schwimmendes Zuhause

Die „Patsy“ war für uns vier vorbereitet worden und konnte hinsichtlich der Betten unterschiedlich konfiguriert werden. Wir entschieden uns für ein Doppelbett (ca. 190×122 cm) und zwei Einzelbetten (ca. 190×61 cm) – alles bereits bezogen und erstaunlich gemütlich, wenn auch naturgemäß eher schmal. So ein Narrowboat dar schließlich nur knapp über zwei Meter breit sein, damit es durch alle britischen Schleusen passt.

Überhaupt waren wir positiv überrascht, wie gut ausgestattet so ein Narrowboat ist. Es gab ein Bad mit WC und Dusche, eine voll ausgestattete Küche mit Wasserkocher, Gasherd, Backofen und Kühlschrank sowie Handtücher, Seife, Spülmittel und Duschgel. Selbst ein großer Regenschirm gehörte zur Ausstattung – und den braucht man in Schottland tatsächlich. Vor allem als Skipper, denn gesteuert wird draußen, egal ob die Sonne scheint oder der typisch britische Regen wieder einmal einsetzt.

Das Frischwasser kann an zahlreichen Stellen entlang des Kanals kostenlos aufgefüllt werden. Wir hatten allerdings den Eindruck, dass unser Tank beinahe unerschöpflich war: Mehrmals duschen für alle vier Familienmitglieder war überhaupt kein Problem.

Das Schwarzwasser aus der Toilette wird in einem Tank gesammelt. Um dessen Entleerung mussten wir uns während unserer Reise nicht kümmern. Das Grauwasser aus Waschbecken, Dusche und Küche hingegen läuft direkt in den Kanal. Fast alles war also vorhanden. Nur zwei Dinge suchten wir vergeblich: Salz und Pfeffer.

Wir hatten deshalb vorsichtshalber noch vor dem Boarding einen größeren Einkauf erledigt. Im Nachhinein wäre das gar nicht nötig gewesen. Entlang der Strecke gibt es immer wieder Anlegemöglichkeiten, von denen aus Supermärkte und Geschäfte bequem zu Fuß erreichbar sind.


Hausboot-Urlaub mit Familie: Und dann sollen wir dieses Ding wirklich selbst fahren?

Nach einer Einschulung kam der Moment, an dem aus vier Urlaubern plötzlich eine Schiffscrew werden sollte. Die erste Schleuse absolviert noch jemand vom Staff gemeinsam mit uns. Danach heißt es allerdings: Jetzt seid ihr auf euch allein gestellt! Zumindest fast. Denn auf unserer Route werden die Schleusen von Mitarbeitern der Scottish Canals bedient. Man muss also nicht selbst aussteigen, um Tore zu öffnen und zu schließen. Das nahm uns definitiv etwas an Stress.

Trotzdem war unser Respekt am Anfang groß. Die „Patsy“ ist schließlich fast 18 Meter lang, und wir hatten bislang mehr Erfahrung mit österreichischen Straßen, Bergen und Skipisten als mit schottischen Kanälen.

Aber wir hatten den Dreh recht schnell heraus: Einer steuerte, einer beobachtete die Umgebung – denn wenn zu viel Grünzeug im Kanal schwimmt, bekommt der Steuermann vom Beobachtungsposten den Hinweis auf neutral zu schalten. So wird verhindert, dass sich zu viel von dem Zeugs um die Schiffsschraube wickelt. Und so waren alle bestens beschäftigt: Navigation, Steuern, Ausschau halten nach Gegenverkehr und abschätzen, ob man die Kurve wirklich elegant hinbekommen würde oder doch eher weniger elegant: Es gab immer etwas zu tun. Spätestens beim Anlegen waren alle Mann und Frau an Bord gefordert. Man ist zwar nur in Schrittgeschwindigkeit unterwegs, aber so ein langes Boot ist halbwegs träge. Darum war durchaus viel Konzentration gefordert! Bei Gegenverkehr gilt übrigens sinngemäß dasselbe wie auf Festland-Straßen bei uns daheim: continental way – also rechts halten.

Nach kurzer Zeit fühlten wir uns tatsächlich halbwegs wie erfahrene Kanal-Kapitäne. Halbwegs. Der Respekt blieb. Und vermutlich war genau deshalb auch immer dieses kleine Gefühl dabei: Das ist gerade schon mutig, was wir hier machen.


Gleich zu Beginn: das Falkirk Wheel

Unsere Route begann bei einem der spektakulärsten Bauwerke des schottischen Kanalsystems: dem Falkirk Wheel. Und wir waren dabei mehr als nur Zuschauer – wir waren als Hausboot-Kapitäne mitten drin – einmal rauf und ein paar Tage später wieder runter. Auch, als beim Aufstieg die Wolken ihre Schleusen öffenten. Da mussten wir durch …

Dieses außergewöhnliche Schiffshebewerk verbindet den Forth & Clyde Canal mit dem höher gelegenen Union Canal – unsere Route. Mit dem Falkirk Wheel überwindet man einen Höhenunterschied von rund 22 Metern. Das rotierende Schiffshebewerk wurde 2002 eröffnet und ersetzt eine 11-stufige Schleusentreppe.

Schon die Einfahrt ist ein Erlebnis. Zunächst fährt man durch eine normale Schleuse in das Becken unterhalb des Wheels und anschließend mit dem Boot direkt in eine der riesigen Gondeln. Dort wird das Boot seitlich festgemacht – und dann bleibt man einfach an Bord, während sich die gesamte Konstruktion langsam in Bewegung setzt. 4,5 Minuten dauert der Aufstieg in etwa.

Plötzlich schwebt das eigene Hausboot samt Familie nach oben. Für uns war das definitiv einer dieser Momente, in denen man sich denkt: Wie genial ist das bitte?

Oben angekommen fährt man über ein modernes Aquädukt weiter und schon bald durch den ersten Tunnel und im Anschluss gleich durch die beiden „Upper Locks“, eine zweistufige Schleusen-Treppe, die uns auf die Höhe des Union Canal brachte. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war klar: Diese Reise würde deutlich abwechslungsreicher werden, als wir erwartet hatten.


Tunnel, Schleusen und ein Aquädukt in luftiger Höhe

Unsere Strecke führte von Falkirk über Linlithgow bis Winchburgh und wieder zurück. Zwischen Falkirk und Linlithgow benötigt man mit dem Narrowboat ungefähr vier Stunden – zumindest theoretisch. In der Praxis sollte man definitiv etwas entspannter planen. Schließlich ist gerade das langsame Unterwegssein ein wesentlicher Teil des Erlebnisses. Auf unserer Route lagen ein Aquädukt, zwei Tunnel, drei klassische Schleusen und natürlich das Falkirk Wheel.

Einer der Tunnel ist der rund 640 Meter lange Falkirk Tunnel. Mit einem fast 18 Meter langen Boot in einen vergleichsweise dunklen Tunnel hineinzufahren, ist anfangs durchaus beeindruckend. Erst muss geschaut werden, ob der Tunnel frei ist. Denn drinnen ist nur Platz für ein Boot in der Breite. Es gilt: Lichter an und das Signalhorn für ein paar Sekunden blasen. Aber auch hier gilt: Nach ein paar Minuten fühlt es sich plötzlich völlig normal an.

Ein weiteres Highlight war das Avon Aqueduct. Es ist rund 26 Meter hoch, besitzt zwölf Bögen und ist die längste Kanalbrücke Schottlands und das zweitlängste Aquädukt Großbritanniens.

Mit dem Narrowboat langsam über das Tal zu fahren, während links und rechts die Landschaft weit unter einem liegt, ist wirklich besonders.


Linlithgow – unser Lieblingsstopp

Unsere erste Übernachtung verbrachten wir in Linlithgow, und auch auf dem Rückweg legten wir dort noch einmal an. Das ist einer der großen Vorteile eines Hausbooturlaubs: Man sucht sich einen Platz am Kanalufer, legt an – und dieses Stück Schottland ist für die nächsten Stunden das eigene Zuhause.

Linlithgow eignet sich wunderbar für einen Landgang. Wir besichtigten das Linlithgow Palace, den früheren königlichen Palast und Geburtsort von Maria Stuart, und spazierten anschließend rund um Linlithgow Loch und The Peel. Auch die Stadt selbst ist hübsch und lässt sich gut zu Fuß erkunden.

Am Abend ging es für uns in den Pub Four Marys. Wer dort nicht nur etwas trinken, sondern auch essen möchte, sollte unbedingt vorher reservieren!

Am nächsten Tag ging es weiter Richtung Winchburgh, bevor wir anschließend wieder Kurs auf Linlithgow nahmen.


Ein Urlaub ohne WLAN – und niemandem war langweilig

Auf der „Patsy“ gab es kein WLAN. Darum hatten wir jede Menge Kartenspiele eingepackt.

Tagsüber vermisste kaum jemand das Internet. Dafür waren Navigation, Steuerung und die Gegend genießen viel zu spannend. Gerade die Jungs hatten ständig etwas zu tun: Route beobachten, vor Grünzeug im Kanal warnen, beim Anlegen helfen oder selbst einmal am Ruder stehen. Abends, wenn das Boot festgemacht war und draußen langsam Ruhe einkehrte, holten wir unsere Karten hervor.

Und irgendwie passte genau das perfekt zu diesem Urlaub: Kein Programm, keine Termine. Nur vier Menschen in einem schmalen Boot irgendwo an einem schottischen Kanal, draußen Regen auf dem Dach und drinnen eine Runde Karten.


Apropos Regen …

Das Wetter war – sagen wir – sehr britisch. Immer wieder Regen, zwischendurch trocken, dann wieder Regen. Erst zum Schluss beehrte uns die Sonne.

Aber überraschenderweise störte uns das viel weniger als gedacht. Ein Narrowboat fährt ohnehin gemütlich durch die Landschaft, und irgendwann gehört der Regen einfach dazu.

Der jeweilige Skipper hat kaum Möglichkeiten, sich davor zu drücken. Der steht nämlich draußen. Deshalb verstanden wir schnell, warum dieser große Regenschirm zur Bootsausstattung gehörte.


Hausboot-Urlaub mit Familie: Was wir vor der Reise gerne gewusst hätten

Ein Punkt war uns bei der Planung nicht ganz bewusst: Für die Rückfahrt durch das Falkirk Wheel muss man sich 24 Stunden vorher anmelden. Unser Boot hatten wir bis Samstag gemietet. Allerdings mussten wir bereits am Freitag spätestens um 16 Uhr bei den Top Locks des Falkirk Wheel sein. Die letzte Nacht verbrachten wir deshalb nicht mehr irgendwo romantisch am Kanal, sondern bereits unten in der Nähe des Verleihpunkts. Das sollte man bei der Routenplanung unbedingt berücksichtigen.

Auch wussten wir vor der Reise nicht wirklich, welche Strecke in wenigen Tagen realistisch ist. Hier ließen wir uns von der Bootsvermietung beraten – und das war definitiv sinnvoll.

Mit einem Narrowboat gelten andere Maßstäbe als mit dem Auto. Zehn Kilometer können plötzlich ein ordentliches Tagesprogramm sein. Schleusen, Tunnel, Gegenverkehr, Rücksicht auf angelegte andere Boote und das gemütliche Tempo bestimmen die Reise. Und genau darum geht es letztlich auch.


Hausboot in Schottland: Kosten und Buchung

Wir hatten unseren Aufenthalt bereits im Jänner direkt beim Bootsverleih online gebucht.

Für unser Boot zahlten wir 417 Pfund Anzahlung plus 1.249 Pfund Restbetrag. Zusätzlich wurden 60 Pfund Diesel-Kaution verrechnet. Da unser Verbrauch geringer war, bekamen wir davon ungefähr 12 Pfund zurück. Für die Benützung der Schleusen beziehungsweise des Falkirk Wheels kamen noch 15 Pfund dazu. Sonst fielen keine weiteren Kosten mehr an. Wir konnten überall kostenlos anlegen und Wasser holen. Macht unterm Strich für vier Tage, 3 Nächte: 1.727 Pfund.

Die Mindestmietdauer beträgt vier Tage. Angeboten werden beispielsweise Kurztrips von Samstag bis Dienstag oder – wie bei uns – von Mittwoch bis Samstag. Für vier Personen und ein komplett ausgestattetes schwimmendes Zuhause ist es damit natürlich kein ganz billiges Vergnügen. Dafür ist es aber auch keine gewöhnliche Übernachtung, sondern Unterkunft, Transportmittel und Erlebnis in einem.


Hausboot-Urlaub mit Familie: Würden wir es wieder machen?

Absolut! Gerade weil wir vorher keinerlei Skipper-Erfahrung hatten, war dieses Gefühl am Ende besonders schön.

Am ersten Tag steht man noch am Steuer und denkt bei jeder Brücke: Wie sollen wir da durchkommen? Ein paar Stunden später manövriert man durch Tunnel, Schleusen und über Aquädukte und diskutiert ganz selbstverständlich darüber, wo man am besten für die Nacht anlegt.

Wir waren langsam unterwegs, hatten viel Zeit miteinander und haben Schottland aus einer Perspektive erlebt, die man vom Auto aus niemals bekommen würde.

Und selbst nach dem Ende unserer Reise war die „Patsy“ noch nicht ganz aus unserem System verschwunden: Selbst 24 Stunden nachdem wir von Bord gegangen sind, hatten wir tatsächlich alle noch das Gefühl, als würde der Boden unter unseren Füßen leicht schwanken. Offenbar braucht es ein bisschen, bis aus schottischen Hobby-Kapitänen wieder österreichische Landratten werden. Andersrum hatten wir das Problem übrigens gar nicht!


FAQ: Narrowboat-Urlaub in Schottland – die wichtigsten Fragen und Tipps

Braucht man Erfahrung, um ein Narrowboat in Schottland zu fahren?

Nein. Vorkenntnisse oder ein Bootsführerschein waren für unsere Tour nicht notwendig. Vor dem Start bekamen wir eine Einschulung, die erste Schleuse wurde noch gemeinsam mit einem Mitarbeiter absolviert, danach waren wir selbstständig unterwegs. Auf unserer Route wurden die Schleusen außerdem von Mitarbeitern der Scottish Canals bedient.
Unsere Empfehlung: Nehmt euch für die Einschulung Zeit und startet die ersten Kilometer bewusst langsam. Ein fast 18 Meter langes Boot reagiert deutlich träger als ein Auto – aber man bekommt überraschend schnell ein Gefühl dafür.

Wie groß ist so ein Narrowboat?

Unser Boot „Patsy“ war 17,67 Meter lang, etwas mehr als 2 Meter breit und für vier Personen vorbereitet. Wir hatten ein Doppelbett und zwei Einzelbetten. An Bord gab es außerdem WC, Dusche, Küche mit Gasherd und Backofen, Kühlschrank, Wasserkocher, Bettwäsche und Handtücher.
Unsere Empfehlung: Packt nicht zu viel ein. Die Boote sind erstaunlich gut ausgestattet, der Stauraum ist aber naturgemäß begrenzt.

Wie weit kommt man an einem Tag?

Deutlich weniger weit, als man vom Autofahren gewohnt ist. Zwischen Falkirk und Linlithgow benötigt man mit dem Narrowboat ungefähr vier Stunden – und das auch nur, wenn alles gut läuft. Schleusen, Tunnel, Gegenverkehr und das gemächliche Tempo sorgen dafür, dass selbst zehn Kilometer ein ordentliches Tagesprogramm sein können.
Unsere Empfehlung: Plant lieber zu kurze als zu lange Etappen. Das langsame Unterwegssein ist ein wesentlicher Teil dieses Urlaubs.

Hausboot mit Familie: Welche Route eignet sich für einen Kurztrip?

Wir waren von Falkirk über Linlithgow bis Richtung Winchburgh und wieder zurück unterwegs. Auf dieser Strecke liegen unter anderem das Falkirk Wheel, zwei Tunnel, drei klassische Schleusen und das Avon Aqueduct.
Unsere Empfehlung: Lasst euch bei der Bootsvermietung beraten, welche Strecke mit eurer Mietdauer realistisch ist. Gerade bei einem ersten Narrowboat-Urlaub hilft diese Einschätzung enorm.

Muss man das Falkirk Wheel reservieren?

Für die Rückfahrt mussten wir uns etwa 24 Stunden vorher anmelden. Da unser Boot am Samstag zurückgegeben werden musste, mussten wir bereits am Freitag spätestens um 16 Uhr bei den Top Locks des Falkirk Wheel sein.
Unsere Empfehlung: Klärt die Rückfahrt durch das Falkirk Wheel gleich zu Beginn mit der Bootsvermietung und baut diese fixe Zeit in eure Routenplanung ein.

Hausboot fahren mit Familie: Wie schwierig sind Tunnel und Aquädukte?

Sie wirken zunächst spektakulärer, als sie sich später anfühlen. Beim rund 640 Meter langen Falkirk Tunnel muss zunächst geprüft werden, ob die Strecke frei ist, da nur ein Boot in der Breite Platz hat. Dann heißt es: Licht an und vor der Einfahrt das Signalhorn benutzen. Das Avon Aqueduct führt dagegen rund 26 Meter über das Tal.
Unsere Empfehlung: Nicht hetzen. Gerade bei Tunneln, Kurven und engen Passagen ist langsames Fahren der beste Freund.

Hausboot fahren am Union Canal: Wo kann man übernachten?

Einer der großen Vorteile eines Narrowboats ist die Flexibilität: Man sucht sich entlang des Kanals einen geeigneten Platz, legt an und verbringt dort die Nacht. Besonders gut gefallen hat uns Linlithgow, wo sich auch ein Landgang zum Linlithgow Palace und rund um Linlithgow Loch anbietet.
Unsere Empfehlung: Plant mindestens einen Stopp so, dass noch genügend Zeit für einen Spaziergang, einen Pub-Besuch oder Sightseeing bleibt.

Hit dem Narrowboat am Union Canal: Gibt es unterwegs Einkaufsmöglichkeiten?

Ja. Entlang der Strecke gibt es immer wieder Anlegemöglichkeiten, von denen aus Supermärkte und Geschäfte zu Fuß erreichbar sind. Unser großer Einkauf vor dem Boarding wäre deshalb gar nicht unbedingt notwendig gewesen.
Unsere Empfehlung: Grundvorräte mitnehmen, aber nicht für die gesamte Reise hamstern. Und Salz und Pfeffer besser selbst einpacken – genau die beiden Dinge fehlten auf unserem Boot.

Wie funktioniert die Wasserversorgung?

Frischwasser kann an verschiedenen Stellen entlang des Kanals kostenlos aufgefüllt werden. Unser Tank reichte allerdings problemlos für mehrere Duschen für alle vier Familienmitglieder.
Unsere Empfehlung: Beim Vermieter kurz erklären lassen, wo sich die Wasserstellen befinden und wie das Auffüllen funktioniert.

Narrowboat fahren in Schottland: Gibt es WLAN an Bord?

Auf unserem Boot gab es kein WLAN. Vermisst haben wir es tagsüber kaum, weil Navigation, Steuern, Anlegen und die Landschaft genügend Beschäftigung boten. Abends kamen bei uns die Kartenspiele auf den Tisch.
Unsere Empfehlung: Ein paar Spiele oder Bücher einpacken – gerade für die Abende an Bord. Der fehlende Dauer-Online-Modus kann schnell zu einem der schönsten Aspekte der Reise werden.

Was sollte man fürs schottische Wetter einpacken?

Regenfeste Kleidung ist Pflicht. Gesteuert wird draußen, und der jeweilige Skipper kann sich vor dem Regen kaum verstecken. Auf unserem Boot gehörte deshalb sogar ein großer Regenschirm zur Ausstattung.
Unsere Empfehlung: Wasserdichte Jacke, vernünftige Schuhe und mehrere Kleidungsschichten mitnehmen. Mit der richtigen Ausrüstung verliert auch typisches Schottland-Wetter schnell seinen Schrecken.

Was kostet ein Narrowboat-Urlaub in Schottland?

Für vier Tage und drei Nächte zahlten wir insgesamt 1.727 Pfund. Darin enthalten waren 417 Pfund Anzahlung, 1.249 Pfund Restbetrag, die letztlich teilweise rückerstattete Diesel-Kaution sowie 15 Pfund für Schleusen beziehungsweise Falkirk Wheel. Anlegen und Frischwasser waren kostenlos.
Unsere Empfehlung: Bei der Budgetplanung nicht nur den Mietpreis ansehen, sondern auch Kautionen und mögliche Zusatzgebühren berücksichtigen.

Ist ein Narrowboat-Urlaub mit Kindern beziehungsweise als Familie geeignet?

Für uns funktionierte das sehr gut. Gerade weil beim Fahren ständig etwas zu tun war – Route beobachten, vor Hindernissen warnen, beim Anlegen helfen oder selbst einmal steuern – kam kaum Langeweile auf.
Unsere Empfehlung: Die Aufgaben an Bord verteilen. Wenn jeder eine Rolle bekommt, wird aus der Fahrt schnell ein gemeinsames Abenteuer.

Was sollte man für einen Narrowboat-Urlaub in Schottland mitnehmen?

Viel braucht man erstaunlicherweise nicht, denn unser Narrowboat war bereits sehr gut ausgestattet: Bettwäsche, Handtücher, Seife, Duschgel, Spülmittel sowie eine komplette Küche mit Gasherd, Backofen, Kühlschrank und Wasserkocher waren vorhanden. Sogar ein großer Regenschirm gehörte zur Ausstattung.
Mitnehmen würden wir trotzdem:
Regenfeste Jacke und wasserdichte Schuhe – der Skipper steht beim Fahren draußen, auch bei typisch schottischem Regen.
Bequeme Kleidung im Zwiebellook für wechselhaftes Wetter.
Salz, Pfeffer und persönliche Lieblingsgewürze – genau die fehlten auf unserem Boot.
Ein paar Lebensmittel und Snacks für den ersten Tag. Einen riesigen Vorratseinkauf braucht es aber nicht unbedingt, da entlang der Strecke Einkaufsmöglichkeiten erreichbar sind.
Kartenspiele, Bücher oder andere Beschäftigung für gemütliche Abende an Bord. Auf unserem Boot gab es kein WLAN.
Eine kleine Tasche oder einen Rucksack für Landgänge.
Persönliche Medikamente, Ladegeräte und alles, was ihr unterwegs nicht spontan ersetzen möchtet.
Unser Tipp: Lieber kompakt packen. Auf einem Narrowboat ist zwar alles da, was man braucht, aber der Platz ist begrenzter als in einem Ferienhaus. Und bei der Kleidung gilt in Schottland eindeutig: funktional schlägt schick.

Muss man das Narrowboat unterwegs tanken, an Strom anschließen oder Abwasser entsorgen?

Nein – zumindest auf unserer kurzen Reise mussten wir uns um all das nicht kümmern.
Tanken: Das Boot wird am Ende der Reise wieder beim Verleih aufgetankt. Unterwegs mussten wir keine Tankstelle ansteuern oder Diesel nachfüllen.
Strom: Das Narrowboat verfügt über eine Batterie, über die sowohl die Geräte an Bord als auch mitgebrachte Geräte problemlos betrieben beziehungsweise geladen werden können. Auch für Geräte mit besonders hohem Stromverbrauch gibt es an Bord eine entsprechende Lösung. Ein externer Stromanschluss war für uns unterwegs daher nicht notwendig.
Abwasser: Das Grauwasser aus Dusche, Waschbecken und Küche wird direkt in den Kanal geleitet. Das Schwarzwasser aus der Toilette hingegen landet in einem eigenen Tank. Dieser war bei unserem Boot groß genug für die gesamte Reise und wurde erst nach der Rückgabe vom Verleiher geleert. Wir mussten uns unterwegs also auch nicht um eine Entsorgungsstation kümmern.
Unsere Empfehlung: Lasst euch bei der Einschulung kurz erklären, wie Stromversorgung, Toilettentank und Tanken bei eurem konkreten Boot geregelt sind. Danach kann man diesen Teil des Bordlebens ziemlich entspannt abhaken.


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