Klein, drollig und faszinierend zu beobachten – Hamster gelten als ideale Haustiere bei wenig Platz. Doch welche Hamsterart passt zu welchen Menschen, wie groß muss ein wirklich artgerechtes Gehege sein und warum sind Hamster für Kinder oft ungeeignet? Dieser Artikel zeigt, worauf es bei Haltung, Umgang und Verantwortung wirklich ankommt – inklusive wertvoller Tipps für eine gesunde, naturnahe Hamsterhaltung und ein harmonisches Zusammenleben.
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Inhaltsverzeichnis

Der Hamster als Haustier
Tierliebe ist ein häufiger Wesenszug bei uns Menschen – das eigene Haustier ist für viele bereits seit Kindheitstagen ein ganz großes Thema. Aber welches Haustier kommt mit wenig Platz und Futter gut über die Runden? Ein altbekannter Klassiker ist der Goldhamster. Inzwischen haben sich auch einige Zwerghamster wie der Campbell, der Roborowski, deren Hybride oder der Chinesische Streifenhamster etabliert.
Im Wesen sind sich alle Hamster sehr ähnlich: Hamster gehören zur Familie der Wühler und leben in freier Natur in unterirdischen Erdbunkern. Ab der Dämmerung werden Hamster aktiv und suchen an der Oberfläche nach Futter. Da sie in kargen Regionen leben, betrachten sie andere Hamster abgesehen von der Paarungszeit als Konkurrenten und bekämpfen einander. Nur bei einigen Zwerghamstern wie den Campbells bilden sich in freier Natur kleine Sippschaften – für die Haltung in Menschenhand wird dennoch die Einzelhaltung empfohlen.
Allein mit ihrem Tagesrhythmus, aber auch wegen ihrer geringen Größe sind Hamster für Kinder ungeeignet. Jugendliche, die bereits etwas länger wach bleiben, finden in Hamstern jedoch interessante Haustiere. Die possierlichen Kleinnager sind schön zu beobachten und es kann sogar eine engere persönliche Bindung entstehen. Goldhamster sind etwas größer, es gibt sie in verschiedenen Zuchtrichtungen auch als Teddyhamster mit längerem Fell. Diese Goldhamster sind etwas ruhiger und lassen sich leichter an den Menschen gewöhnen. Zwerghamster sind tendenziell hektischer und teils auch scheuer. Aber alle Hamsterarten sind einfach zu drollig, um ihnen nicht bei ihren Ausflügen zuzusehen.
Mehrere Etagen vergrößern den Hamsterkäfig
Der Hamsterkäfig soll für Goldhamster und seine Zuchtrichtungen wenigstens 120 × 60 cm Grundfläche einnehmen. Für Zwerghamster sollten es mindestens 100 × 50 cm sein. Zum Vergleich: Ein Paar Meerschweinchen benötigt rund 2 m² Grundfläche – das bietet längst nicht jedes Kinderzimmer. Der Hamsterkäfig ist damit zwar nicht klein, passt aber in der Regel problemlos in ein Schlaf- oder Spielzimmer.
Ideal ist ein Gehege mit einem stabilen Unterbau für Einstreu und Futter. Darauf folgt die erste Ebene mit einer Tiefstreuwanne, denn Hamster sind begeisterte Gräber. Sie können zudem sehr gut klettern, weshalb sich weitere Ebenen anbieten. Diese lassen sich über Rampen, dicke Hanfseile oder andere strukturierte Aufgänge erreichen. Im Handel gibt es bereits zahlreiche Modelle, die jedoch nicht immer die empfohlene Mindestgrundfläche bieten.
Grundsätzlich ist es aber gut möglich, dem Hamster auf überschaubarer Fläche viel nutzbaren Raum zu schaffen. Früher waren Käfige mit Gitterstäben üblich, heute gelten diese als nicht mehr artgerecht. Empfohlen werden geschlossene Seitenteile aus Holz oder Plexiglas. Je nach Modell besteht der Deckel aus Gitterdraht oder einer transparenten Scheibe. Plexiglas hat dabei den Vorteil, dass du deinen Hamster besser beobachten kannst, ohne ihn zu stören.
Für eine naturnahe und artgerechte Haltung sind außerdem ein bodenloses Mehrkammernhaus und ein Sandbad unverzichtbar. Das Mehrkammernhaus wird direkt auf die Einstreu gesetzt und ermöglicht dem Hamster, Schlaf-, Vorrats- und Toilettenbereiche wie in einem natürlichen Bau anzulegen. Ein Sandbad dient der Fellpflege und Entspannung der Hamster. Besonders bewährt haben sich hier die hochwertigen Sandbäder von Hamsterwelten, die speziell auf die Bedürfnisse von Hamstern abgestimmt sind und dem Hamster genügend Platz bieten.
Während das Mehrkammernhaus im Einstreubereich platziert wird, können Futterstellen, Sandbäder, Toiletten und das Laufrad sinnvoll auf höheren Ebenen untergebracht werden. So nutzt der Hamster das gesamte Gehege, ist viel in Bewegung und wird geistig wie körperlich ausgelastet. Das beugt Langeweile vor und macht die Beobachtung des Tieres gleichzeitig deutlich spannender.
Der richtige Umgang mit Hamstern
In freier Wildbahn zählen Hamster zu den Beutetieren. Sie sind deswegen instinktiv vorsichtig und vielleicht auch schreckhaft. Zu ihrem eigenen Schutz verbringen sie den Tag in ihrem unterirdischen Bau. Sie schlafen sehr fest und sollen nicht gestört werden. Hamster nehmen regelrecht Schaden, wenn sie in ihrer Tagruhe gestört werden.
Zum Abend kommen die Hamster heraus und erkunden ihren Lebensraum. Es gehört zu ihren Instinkten, Futter zu suchen, in die Backentaschen zu stecken und zu einem unterirdischen Bunker zu bringen. Deswegen sollen die Hamster nicht zu viel Futter erhalten. Damit sie sich mehr bewegen, können größere Körner in die Einstreu geworfen werden.
Besondere Leckerchen sind Futterinsekten wie Mehlwürmer. Diese können aus dem Futter gesucht und dem Hamster persönlich übergeben werden. Auch etwas Frischfutter sollen die Kleinnager jeden Tag erhalten, es muss aber nicht viel sein. Die regelmäßige Futtergabe wird das Vertrauen aufbauen und vielleicht wird der Hamster sogar handzahm.
Zur Fütterung: Gerade einige Zwerghamster sind besonders anfällig für Diabetes. Futter oder Leckerchen mit Zucker sowie Farb- und Geschmacksstoffen sind pures Gift für alle Hamster. Besser ist ein ausgewogenes Hamsterfutter, das dem Futterangebot der natürlichen Umgebung der Kleinnager entspricht. Dann werden diese älter.
Viele Hamster lassen sich greifen und klettern auf ihren Futtergebern herum. Es wird sogar empfohlen, dass es noch einen auseinander klappbaren Auslauf gibt, in den der Hamster regelmäßig gesetzt wird. Ihn frei im Zimmer laufen zu lassen, ist wegen der Gefahren, Verstecke und vor allem Stromkabel nicht zu empfehlen. Aber ein größerer Auslauf sorgt für Bewegung und tut dem Tier gut.
In jedem Fall soll auf einen ruhigen und harmonischen Umgang mit Hamstern geachtet werden. Wer diese einmal massiv verschreckt, sieht sie vielleicht nur noch aus sicherer Deckung hervorspähen.
Verantwortung erlernen
Haustiere sind perfekt, um Verantwortung zu erlernen. Es liegt sicherlich an den Eltern, dass sie gerade in der Anfangszeit auf eine gute Versorgung der Tiere achten. Aber Jugendliche verstehen bereits, wie abhängig Haustiere sind und dass diese tagtäglich zu versorgen sind. Jugendliche verstehen, dass sie in der Verantwortung stehen und sich entweder selber um alles kümmern oder einen Ersatz suchen.
Es ist eine gute Sache, bereits ab der Jugend Verantwortung zu übernehmen und sich die tägliche Routine anzueignen. Die Eltern müssen aber immer ein Auge darauf haben. Jugendliche sind schnelllebig und wechseln ihre Interessen häufig. Das heiß geliebte Haustier ist vielleicht morgen schon langweilig und sprichwörtlich vergessen.
Auch dann sind Hamster die perfekten Haustiere. Sie werden nie älter als drei Jahre und sind mit Pech schon vor ihrem zweiten Geburtstag Geschichte. Das liegt dann aber nicht an schlechter Haltung, es liegt an der Natur der Hamster. Aber auch das gehört zur Tierhaltung: Irgendwann ist auch die schönste Zeit leider einmal vorbei. Wenn das Haustier ein schönes Leben hatte, ist es das jedoch immer wert gewesen.
Über den Autor: Robert Brungert

Mit ländlichen Wurzeln waren Natur und Tiere schon immer große Themen für Robert Brungert. Vielleicht verbringt er deswegen gerne seine Zeit mit und in der Natur. Nicht nur im Garten, sondern auch im WWW bleibt er seinen Themen treu und wirkt an Info-Seiten zur Gartengestaltung und Kleintierhaltung mit. Sein Schwerpunkt ist der praktische Alltag, den er in seine Themen einfließen lässt.
Robert und sein Kollege Heiko Fröhlich schreiben nicht zum ersten Mal hier am Blog. Siehe auch:
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