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Mehr Leistung – weniger Niveau?

Spricht man mit Eltern, dann beklagen sich diese regelmäßig, dass den Kindern immer mehr abverlangt wird – immer mehr Leistung und immer mehr Wissen wird gefordert. Auch die so genannte “Wissensgesellschaft” scheint dies zu untermauern.

Spricht man hingegen mit Lehrerinnen und Lehrern, so beklagen sich diese über ständig sinkendes Niveau. Die Kinder müssen einzelne Schlüsselkompetenzen erst viel später können als noch vor ein paar Jahren.

Warum klafft die Wahrnehmung so stark auseinander? Was ist eure Meinung dazu?


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Muttis Nähkästchen

Hier plaudert Birgit, alias Mutti, 40+, seit 2009 aus dem Nähkästchen: Authentizitäts-Freak, selbstbewusst grauhaarig, kreativ angehaucht, völlig unperfekte Mutter. Familienblog aus dem Leben mit zwei Jungs - Mutter allein unter Männern. Mehr über Muttis Nähkästchen: About. Nix verpassen? Folgt mir via Social Media oder Newsletter.

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Da muss ich aber aufpassen, um nicht in absoluten Kulturpessimismus zu verfallen…
    Vorausschicken muss ich, dass ich es (wahrscheinlich Gott sei Dank) erst mit StudentInnen zu tun habe, die aber hier in Irland auch erst 17 oder 18 sind, wenn sie an die Uni kommen.

    Bei der “Wissensgesellschaft” muss ich lachen: Es geht heutzutage hauptsachlich darum, Leuten moeglichst eng eingegrenzte Fertigkeiten zu vermitteln, nicht Wissen. Selbst im universitaeren Bereich wird man als Lehrperson immer wieder mehr oder weniger direkt aufgefordert, nur “Relevantes” zu unterrichten, kritisches Hinterfragen, theoretische Ansaetze, Wissen um des Wissens Willen (was so altmodische Leute wie ich als Bildung bezeichnen) wird als Zeitverschwendung betrachtet. Interessanterweise ist das nicht nur in den (eh unnuetzen) Geisteswissenschaften so. Neulich klagte ein Kollege aus der Chemie, dass er den Studenten nur mehr gewisse Ablaeufe beibringen soll, aber nicht wie man eigentlich dazu kommt…

    Die Studierenden selber sehen sich vielfach als Konsumenten und den Lehrenden als Dienstleister, der irgendwie versagt hat, wenn das “Wissen” nicht auf magische Art und Weise in den Koepfen der Studenten auftaucht. Dieses “Wissen” sollte sich auch moeglichst einfach in Noten messen lassen und sich huebsch in eine Lebenslaufzeile packen lassen. Wohlgemerkt, ich spreche von irischen Studenten, die kein Audimax besetzen, aber dafuer recht typisch fuer den westeuropaeischen Durchschnittsteenager sind, aber selbst in Deutschland an einer angeblichen Exzellenz-Uni habe ich aehnliches erlebt. Das man selbst was tun muss, um z.B. eine Fremdsprache zu erlernen, sorgt immer wieder fuer Ueberraschung und beim Unterrichten komme ich mir oft wie ein Fernseher vor, der das Publikum berieseln soll, aber auf keine Rueckmeldung hoffen darf.

    In den letzten Jahren kommt es auch immer wieder vor, dass bei Unterrichtsfeedback Sachen wie “Es ist zu schwierig” oder “it’s no fun” kommen (ich hatte auch schon Studenten, die meinten, ich solle doch in den Literaturkursen nicht immer so deprimierende Sachen machen, das waere doch nichts fuer junge Menschen). Da liegt das Problem, glaube ich, schon ein bisschen bei Eltern und Schulen, denn meiner Meinung nach, muss nicht alles immer total lustig und spannend sein. Ab 10 oder so kann ein Kind meiner Meinung sehr wohl lernen und auch aushalten, dass manche Sachen schwierig sind und leider eben auch eintoenige Sachen einfach dazugehoeren um dann spannendere Sachen zu koennen (z.B. Vokabel, 1×1, etc.). Bei manchen Studenten habe ich das Gefuehl, die haetten auch jetzt noch gerne, dass ich das Holzspielzeug aus dem Waldorf-Kindergarten auspacke…

    Was mich zum letzten Punkt meiner Jammerei bringt: Studienanfaenger werden immer kindlicher und das meine ich nicht im Sinne von kindisch. Es gibt so gut wie keinen Generationenkonflikt und Abnabeln scheint immer schwieriger zu werden. Harmonie ist zwar schoen, aber alles gut zu finden und genau so machen zu wollen wie die Elterngeneration kann’s ja auch nicht sein. Und sie erwarten zum Teil auch von mir als Dozentin, dass ich ihre Mama bin und auf sie aufpasse, weil sie es eben anders nicht kennen. Eigenverantwortlichkeit ist da nur sehr schwach vorhanden. Von den Eltern, die bei mir anrufen und Noten wissen wollen oder fragen, ob ihr Kleiner jetzt wirklich die versemmelte Puefung wiederholen muss, ganz zu schweigen…

    Loesung habe ich aber keine, nur den Eindruck, dass es manchen 18-Jaehrigen nicht geschadet haette, wenn er schon einmal vor Unieintritt ein paar mal “angerennt” waere (natuerlich unter liebervoller Beobachtung seiner Eltern :) )…

  2. Bezeichnend finde ich das mit dem “Fun”. Ich habe mal mitangehört, wie eine Mutter eines Volksschulkindes das Verhalten ihres Kindes gerechtfertigt hat: “Es macht ihm eben keinen Spaß!”
    Ist das die viel zitierte Fun-Gesellschaft? Alles muss Spaß machen? Da finde ich, ist viel hausgemacht. Viele Eltern verhalten sich als reine Animateure und Entertainer ihrer Kinder- immer lieb, immer nett, immer lustig. So wie das Leben … oder etwa nicht?

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