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Mutter-Beichte: Darauf war ich nicht vorbereitet …

Mutter-Beichte: Darauf war ich nicht vorbereitet …

Was haben wir uns gefreut, als die zwei Striche am Schwangerschaftstest erschienen!
Was haben wir uns gefreut, als du geboren wurdest! Das Glück war vollkommen.
Aber was dann in den folgenden Jahren kam – ganz ehrlich: Darauf war ich nicht vorbereitet.
Es tut so schrecklich weh!

Die Sonne scheint!
Du bist unser Kind!
Du wirst es gut haben, wir werden unser bestes tun.
Unser Sonnenschein wird auf der Sonnenseite stehen.
Lächelndes, fröhliches Kind!
Aber dann kam alles ganz anders …

Darauf war ich nicht vorbereitet.

Ich war nicht darauf vorbereitet, als Mutter derart emotional verstrickt mit dir zu sein. Es scheint wirklich wahr zu sein, dass man mit der Geburt eines Kindes das eigene Herz außerhalb des Körpers trägt.
Ich fühle es.

Darauf war ich nicht vorbereitet.

Nichts kann der Mutterseele so weh tun als zu sehen, wie das eigene Kind scheitert.
Ich fühle es körperlich am eigenen Leib mit – jede Herausforderung, jede Schularbeit, jeder Rückschlag, jeder Dämpfer.

Darauf war ich nicht vorbereitet.

Dieser schmerzhafte Krampf in der Mutterbrust, wenn das eigene Kind leidet.
Es ist eigentlich unbeschreiblich – ich kann es kaum in Worte fassen.
Es ist ein Schock!

Darauf war ich nicht vorbereitet.

Was habe ich schon Tränen vergossen.
Gemeinsam mit deinem Vater geweint.
Alleine geweint, heimlich geweint in der Nacht.



Darauf war ich nicht vorbereitet.

Was hab ich mir schon das Hirn gemartet, wie wir dir unter die Arme greifen könnten.
Damit du mithalten kannst im Leben.
Können wir aber nicht immer. Du lebst dein eigenes Leben. Wir können dich nicht vor jedem Ungemach schützen – selbst, wenn wir wollten.

Darauf war ich nicht vorbereitet.

Was hatte ich schon schlaflose Nächte.
Zu erst, weil du nicht durchschlafen wolltest.
Später, weil mich dieser Sorgenschmerz wach hielt …

Darauf war ich nicht vorbereitet.

Sorgen, die ich früher nicht kannte.
Wenn das Kind verzweifelt.
Wenn das Kind in der Schule nicht klarkommt.
Sagt, dass es lieber sterben würde.
(Ich hab mir da schon Hilfe geholt: Mein Kind will nicht mehr leben: Tipps für betroffene Eltern)

Darauf war ich nicht vorbereitet.

Es scheint tatsächlich schmerzvoller zu sein, als wenn es eigene Befindlichkeiten betrifft.
Wir fühlen uns als Eltern ein Leben lang für das Wohlergehen der Kinder mitverantwortlich. Und hier gibt es kein Entrinnen.

Wie eine liebe Leserin es in einem Kommentar ausdrückte:

Das Schöne und das Schmerzliche ist, man liebt seine Kinder mit einer nicht steuerbaren, archaischen Liebe, mit der größten Tiefe und Verantwortung.

Nein, darauf war ich nicht vorbereitet.

Darauf ist wohl niemand vorbereitet.
Und darum sind wir Eltern HELDEN!
Alle Eltern!
Denn jede Familie hat ihre individuellen Herausforderungen zu meistern.
Lasst euch drücken, ihr Mütter und Väter!



Habt ihr auch einen pubertierenden Teenager zuhause?

Dann komm doch in unsere geheime “Selbsthilfegruppe” auf Facebook: Selbsthilfegruppe Eltern und Pubertät


Dieser Artikel ist mir aus tiefster Seele geflossen.
Inspiration dazu, diese Gefühle in Worte zu fassen, kam durch ein sehr, sehr bewegendes Kommentar um Beitrag: Leben ohne Kinder: 28 Dinge, die sich Kinderlose ersparen
Vielen, vielen herzlichen Dank!

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Muttis Nähkästchen

Hier plaudert Birgit, alias Mutti, 40+, seit 2009 aus dem Nähkästchen: Authentizitäts-Freak, selbstbewusst grauhaarig, kreativ angehaucht, völlig unperfekte Mutter (aka. Rabenmutter). Familienblog aus dem Leben mit zwei Jungs - Mutter allein unter Männern. Mehr über Muttis Nähkästchen: About. Nix verpassen? Folgt mir via Social Media oder Newsletter.

Dieser Beitrag hat 5 Kommentare

  1. Liebe Mutti! Danke für deine Ehrlichkeit. Du machst anderen Eltern Mut dazu zu stehen, dass man auch “nichtperfekte” Kinder haben kann, dass man sie liebt, mit ihnen leidet und an ihnen wächst. Du bist meine Heldin! Alles Gute!

  2. Genau so ist es. Danke es ist schön zu lesen, das man nicht alleine so fühlt.

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