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Selbstbewusstsein von Kindern stärken: richtig NEIN sagen lernen

Selbstbewusstsein von Kindern stärken: richtig NEIN sagen lernen

Es ist wichtig, dass Kinder lernen NEIN zu sagen! Das ist wichtig für die Entwicklung ihres Selbstbewusstseins. Und es ist wichtig, um Übergriffen vorzubeugen. Manche NEINs sind extrem wichtig. Andere NEINs sind hingegen nur wenig sinnvoll. Wichtige Tipps und Tricks für Eltern rund um das Thema NEIN-Sagen. Plus Möglichkeiten, das NEIN-Sagen zu lernen und die feinen Unterschiede zwischen „wichtigen“ und „nichtigen“ NEINs zu spüren.


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Normalerweise brauchen Kinder keine Hilfe dabei, das Wörtchen NEIN sagen zu lernen. Schon sehr, sehr bald im Leben erfassen Kinder den Sinn des Wortes und setzen es auch exzessiv ein. Ich denke, da können wir Eltern alle ein Lied davon singen! Das Kind kann noch kaum ein Wort sprechen, aber das Wörtchen NEIN! kommt ihnen ganz leicht über die Lippen. Für Eltern und Erzieher*innen kann das durchaus zu einer anstrengenden Geduldsprobe werden!

Aber es gibt einen gravierenden Unterschied zwischen NEIN und NEIN!



Selbstbewusstsein von Kindern stärken: Richtig NEIN sagen lernen

NEIN als Ausdruck von Wünschen und Bedürfnissen

Das Wörtchen NEIN hilft kleinen Kindern schon früh, ihre Wünsche und Bedürfnisse wahrzunehmen und auch auszudrücken. Für Eltern kann diese NEIN-Phase sehr herausfordernd sein. Für das Kind ist diese Phase jedoch sehr wichtig, um Selbstvertrauen aufbauen zu können. Das Kind entdeckt, dass es eine eigene Meinung und das Wort NEIN eine bestimmte Wirkung hat. Es hilft, die eigenen Grenzen und die Grenzen der Umgebung zu erkennen.

UND: das Kind lernt dadurch auch Gefühle anderer kennen, die auf das NEIN reagieren. Denn es ist eben nicht jeder Wunsch auch ein Bedürfnis, das von den Eltern auch erfüllt werden sollte. (Mehr dazu siehe: Bedürfnisorientiert: Nicht jeder Wunsch ist ein Bedürfnis!) Dadurch lernt es in der Folge auch Konflikte auszuhalten und auch Kompromisse zu schließen.

NEIN in der Präventionsarbeit

Etwas später spielt das Wort eine wichtige Rolle in der Prävention von sexueller Gewalt. Denn gerade, wenn es um die eigenen Grenzen der körperlichen Unversehrtheit geht, MUSS es heißen: Wenn ich NEIN sage, dann meine ich auch NEIN!

Nein heißt nein!

„Sexuelle Gewalt ist eine individuelle, alters- und geschlechtsabhängige Grenzverletzung und meint jede sexuelle Handlung, die an oder vor einem Kind oder einer/einem Jugendlichen entweder gegen deren/dessen Willen vorgenommen wird oder der das Kind oder der/die Jugendliche aufgrund körperlicher, psychischer, kognitiver oder sprachlicher Unterlegenheit nicht wissentlich zustimmen kann. Der/die Täter*in nutzt seine/ihre Macht- und Autoritätsposition aus, um seine/ihre eigenen Bedürfnisse auf Kosten des Kindes zu befriedigen.“

Bange/Deegener: Sexueller Missbrauch an Kindern, Weinheim 1996

Beim NEIN-sagen geht es aber längst nicht nur um sexuelle Gewalt! Auch im täglichen Miteinander werden Kinder oft gemobbt oder „übervorteilt“ und verdrängt. Hier kann ein selbstbewusstes NEIN einen wichtigen Unterschied machen! Darum sollten wir Mädchen UND Jungs dazu befähigen, selbstbewusst zu sein, eine starke Persönlichkeit zu sein und NEIN sagen zu können! Denn täglich sind tausende Kinder und Jugendliche Situationen ausgesetzt, in denen ihre Grenzen achtlos, schamlos und brutal missachtet werden.

Zum Thema Prävention und was Eltern hier machen sollten lest bitte unbedingt auch:


5 wichtige Tipps für Eltern rund um das NEIN-Sagen

  1. Bestärke dein Kind darin, wenn es das NEIN bewusst verwendet.
  2. Nimm dein Kind ernst und übergehe sein NEIN nicht einfach. Frage dein Kind, warum es etwas nicht möchte. So fühlt sich dein Kind verstanden und ihr findet gemeinsam eine Lösung. In manchen Phasen sagen Kinder per se NEIN – das müssen Eltern nicht grundlos akzeptieren. Aber statt es einfach zu übergehen, sollte das Gespräch mit dem Kind gesucht werden.
  3. Schlage lieber Kompromisse vor, anstatt dich gegen den Willen deines Kindes durchzusetzen.
  4. Erkläre deinem Kind in Ruhe und mit Geduld, warum es nicht zu allem und jedem NEIN sagen kann. Erkläre deinem Kind auch, warum du selbst zu gewissen Dingen NEIN sagst und zu anderen JA.
  5. Übe das NEIN-Sagen mit deinem Kind. Nicht alle Kinder trauen sich Fremden gegenüber zu, ihre Grenzen zu setzen.
    (Quelle: librileo.de/project/nein-sagen/)

Die folgenden Tipps helfen, das richtige NEIN-Sagen mit dem Kind zu üben:


Richtiges NEIN-Sagen lernen

Grenzen setzen und erkennen ist ein wichtiger Bestandteil in der kindlichen Entwicklung. Ein selbstbewusstes Kind sagt leichter Nein, und das bietet eine wichtige Grundlage sich vor Übergriffen, Mobbing und Missbrauch zu schützen. Die folgenden Spiele unterstützen Kinder dabei, NEIN sagen zu lernen – und auch die feinen Unterschiede zwischen einem „wichtigen“ und einem „nichtigen“ NEIN zu erkennen:

Den Unterschied zwischen wichtigem und nichtigem NEIN erkennen

Wichtiges und nichtiges Nein

Mit diesem Kartenset Wichtiges und nichtiges NEIN! lernen Kinder sanft zwischen Wunsch und Bedürfnis zu unterscheiden. Denn es gibt NEINs, die absolut und unumstößlich wichtig sind: Ein NEIN ist wichtig, wenn es um Lockversuche von fremden Erwachsenen geht – etwa mit Süßigkeiten oder dem Versprechen, kleine Welpen ansehen zu dürfen. Oder wenn es zu grenzüberschreitenden Gemeinheiten und Gewalt zwischen den Kindern kommt. Ein klares NEIN gibt es auch bei Themen wie: in die Steckdose greifen, bei rot über die Ampel laufen.

Aber es gibt auch Situationen, in denen ein kindliches NEIN nicht sinnvoll ist und oft nur Ausdruck von Missfallen, Unwillen und Verweigerung ist. Beispiele dafür sind:

  • Nein, ich will noch nicht aufstehen!
  • Nein, ich mache meine Hausaufgaben nicht!
  • Nein, ich will die Mütze/Jacke trotz Minusgraden nicht anziehen!
  • Nein, ich will nicht zum Zahnarzt!

Ein bewusstes und zielgerichtetes NEIN ist für die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern sehr wichtig und muss dementsprechend trainiert werden. Mit diesem Spiel können hier die Wichtigkeit und Angemessenheit von einem NEIN in 32 verschiedenen Situationen gemeinsam erspürt werden. Manche Situationen sind sonnenklar, bei anderen ist es gar nicht so leicht zu sagen, ob ein NEIN angebracht ist oder nicht. Hier kommen Erwachsene und Kinder prima über verschiedene Für- und Wider-Argumente ins Gespräch.

Fazit: Sehr empfehlenswertes Spiel aus dem Apicula Verlag!


Nein!-sagen über Augenkontakt

  • Ziel: Grenzen setzen, Respekt fordern, Übergriffe wahrnehmen
  • Alter: ab 5 Jahre
  • Dauer: ca. 5 Minuten
  • Material: keines

Spielanleitung: Die Kinder stellen sich gegenüber auf. Ein Kind bleibt stehen, das andere bewegt sich so lange auf sein Gegenüber zu, bis dieses allein durch seinen Gesichtsausdruck zu verstehen gibt, dass es sich nicht weiter nähern soll.

Das Spiel sollte als Einstieg zuerst über Handzeichen gespielt werden. Im Anschluss sollte besprochen werden, ob die Abgrenzung geklappt hat.
Quelle: friedensbuero-graz.at


Buchempfehlung: Jette sagt nicht immer JA

Jette findet, Susi ist das tollste Mädchen im Kindergarten und will ihre beste Freundin sein. Zuhause spielen sie ein lustiges Zoospiel, doch dann will Susi Jettes Lieblingshasen ausleihen. Wird sie noch mit ihr spielen wollen, wenn Jette Nein sagt? Und wieso lässt sich Jette von den Nachbarsjungen überreden, Gruselfilme zu gucken?

Dieses Bilderbuch zeigt schüchternen und ängstlichen Kindern Wege, selbstbewusster zu werden und Erwachsenen, wie man sie dabei unterstützen kann: Wie Jette lernt, sich selbst zu behaupten, Grenzen zu setzen und Ja zu sich selbst zu sagen. Und das Buch zeigt, dass Harmonie nicht zwangsläufig durch ein Nein zerstört wird!


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Hier plaudert Birgit, alias Mutti, 40+, seit 2009 aus dem Nähkästchen: Authentizitäts-Freak, selbstbewusst grauhaarig, kreativ angehaucht, völlig unperfekte Mutter. Familienblog aus dem Leben mit zwei Jungs - Mutter allein unter Männern. Mehr über Muttis Nähkästchen: About. Nix verpassen? Folgt mir via Social Media oder Newsletter.

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