Sommerferien können teuer werden. Müssen sie aber nicht. Kinder brauchen nicht jeden Tag Freizeitpark, Feriencamp, Ausflugslokal oder Eintrittskarte, um schöne Ferien zu erleben. Oft reichen Wasser, Zeit, ein bisschen Fantasie und Erwachsene, die nicht schon beim Gedanken an den nächsten „Wir könnten doch“-Vorschlag nervös auf den Kontostand schauen. Hier kommen 50 Ferienideen für kleine Budgets, sortiert nach Kosten, Alter, Aufwand, Wetter und Eltern-Energielevel.
Inhaltsverzeichnis
- Wenn Ferien plötzlich teuer werden
- Die wichtigste Regel: Nicht jede Ferienidee muss besonders sein
- 50 Sommerferienideen für kleine Budgets
- Ferienideen für 0 Euro: Der Sommer liegt oft schon vor der Tür
- Ferienideen unter 5 Euro: Kleine Extras, große Wirkung
- Ferienideen unter 10 Euro: Kleine Ausflüge ohne Budget-Kater
- Wenn Eltern wenig Energie haben
- Wenn Kinder viel Energie haben
- Regen ist kein Ferienfehler
- Hitze braucht keine großen Pläne
- Ein Wochenplan ohne Freizeitstress
- So bleibt das Budget wirklich klein
- Kinder mitentscheiden lassen
- Sommer muss nicht teuer aussehen, um schön zu sein: die besten Ferientage sind oft unspektakulär
- Mehr Ferienideen

Wenn Ferien plötzlich teuer werden
Sommerferien klingen nach Freiheit. In der Realität klingen sie für viele Familien auch nach: Eintritt, Eis, Pommes, Sprit, Parkgebühr, Schwimmbad, Kino, Feriencamp, Zugticket, Ausflug, noch ein Eis, noch ein Getränk, noch ein „Mama, können wir?“
Natürlich darf Sommer Geld kosten. Natürlich sind Freibad, Tierpark, Eisdiele, Urlaub und besondere Ausflüge schön. Aber wenn mehrere Wochen Ferien vor einem liegen, wird schnell klar: Jeden Tag Bezahl-Programm geht sich für viele Familien schlicht nicht aus.
Kinder brauchen nicht jeden Tag ein bezahltes Erlebnis. Sie brauchen Abwechslung, ja. Sie brauchen Bewegung, manchmal andere Kinder, manchmal Wasser, manchmal Abenteuer. Aber vieles davon gibt es günstiger, als wir im ersten Moment denken. Manchmal sogar gratis.
Der Trick ist, nicht erst dann nach Ideen zu suchen, wenn alle schon müde, grantig und überhitzt sind. Dann gewinnt fast immer die teuerste oder bequemste Lösung. Besser ist ein kleiner Vorrat an Ideen, auf den ihr zurückgreifen könnt. Für Tage mit viel Energie. Für Tage mit wenig Energie. Für Hitze. Für Regen. Für Kinder, die rausmüssen. Für Kinder, die Ruhe brauchen. Für Eltern, die nicht mehr können.
Denn günstige Ferienideen sind nicht nur gut fürs Budget. Sie nehmen auch Druck raus.
Ihr müsst keinen Sommer inszenieren. Ihr dürft ihn einfach leben.
Die wichtigste Regel: Nicht jede Ferienidee muss besonders sein
Wir Erwachsenen unterschätzen oft, wie wenig Kinder manchmal brauchen, damit ein Tag in Erinnerung bleibt. Ein Bach. Ein Karton. Eine Taschenlampe. Eine Picknickdecke. Eine große Schüssel Wasser. Ein Spaziergang, der nicht Spaziergang heißt, sondern Schatzsuche. Ein Abendessen auf dem Balkon. Ein Eis aus dem Tiefkühler.
Was für uns nach „eh nichts Besonderem“ aussieht, kann für Kinder sehr wohl besonders sein, wenn es aus dem Alltag herausfällt. Das Abendessen am Boden. Baden in der Wanne mit Badehose. Im Pyjama frühstücken. Mit Kreide den Gehsteig verschönern. Im Garten zelten, auch wenn alle nach einer Stunde wieder drinnen schlafen.
Sommermagie entsteht nicht nur durch große Ausgaben. Sie entsteht durch kleine Regelbrüche, Wiederholungen, Rituale und das Gefühl: Heute machen wir es ein bisschen anders.
50 Sommerferienideen für kleine Budgets
Die Ideen sind nach Kosten sortiert: 0 Euro, bis 5 Euro und bis 10 Euro. Natürlich hängen die tatsächlichen Kosten davon ab, was ihr schon daheim habt und wie viele Kinder mitmachen. Ein paar Ideen kosten nur dann etwas, wenn ihr Material kaufen müsst. Andere bleiben gratis, wenn ihr sie mit vorhandenen Dingen umsetzt.
Beim Alter geht es um grobe Orientierung. Viele Ideen lassen sich anpassen. Kleinkinder brauchen mehr Begleitung, Schulkinder können mehr selbst übernehmen, Teenager lassen sich eher gewinnen, wenn sie mitentscheiden dürfen.
Das Eltern-Energielevel ist vielleicht die ehrlichste Kategorie. Denn manchmal ist nicht das Geld das Problem, sondern die Frage, ob ein erwachsener Mensch noch Kraft hat, irgendetwas vorzubereiten, zu erklären oder zu begleiten.
| Idee | Kosten | Alter | Aufwand | Wetter | Eltern-Energielevel |
| Picknick im Wohnzimmer oder Garten | 0 Euro | ab 2 | niedrig | jedes Wetter | niedrig |
| Wasserschlacht mit Bechern und Schüsseln | 0 Euro | ab 3 | niedrig | heiß | mittel |
| Gehsteig mit Kreide bemalen | 0 bis 5 Euro | ab 2 | niedrig | trocken | niedrig |
| Barfuß-Parcours aus Decken, Steinen, Wasser und Gras | 0 Euro | ab 3 | mittel | trocken | mittel |
| Spielplatz-Tour durch den Ort | 0 Euro | ab 2 | niedrig | trocken | mittel |
| Natur-Schatzsuche im Park oder Wald | 0 Euro | ab 3 | niedrig | trocken | niedrig |
| Pyjama-Frühstück am Balkon | 0 Euro | alle | niedrig | jedes Wetter | niedrig |
| Bibliotheksbesuch mit Buch-Challenge | 0 Euro | ab 4 | niedrig | jedes Wetter | niedrig |
| Höhle aus Decken bauen | 0 Euro | ab 2 | niedrig | jedes Wetter | niedrig |
| Kartonstadt bauen | 0 Euro | ab 3 | mittel | jedes Wetter | mittel |
| Sommerglas mit Fundstücken | 0 Euro | ab 3 | niedrig | jedes Wetter | niedrig |
| Abendspaziergang mit Taschenlampe | 0 Euro | ab 4 | niedrig | trocken | mittel |
| Wolkenkino auf der Wiese | 0 Euro | ab 3 | niedrig | trocken | niedrig |
| Familien-Fotowalk mit dem Handy | 0 Euro | ab 5 | niedrig | jedes Wetter | niedrig |
| Bach oder Brunnen besuchen | 0 Euro | ab 2 | mittel | warm | mittel |
| Alte Kleidung färben oder bemalen | bis 5 Euro | ab 5 | mittel | jedes Wetter | mittel |
| Eiswürfel-Schatzsuche | 0 Euro | ab 3 | niedrig | heiß | niedrig |
| Verkleidungstag mit alten Sachen | 0 Euro | ab 3 | niedrig | jedes Wetter | niedrig |
| Balkon-Café eröffnen | 0 bis 5 Euro | ab 4 | mittel | jedes Wetter | mittel |
| Mini-Olympiade im Garten oder Park | 0 Euro | ab 4 | mittel | trocken | mittel |
| Steine bemalen | 0 bis 5 Euro | ab 3 | niedrig | jedes Wetter | niedrig |
| Pfützen-Spaziergang | 0 Euro | ab 2 | niedrig | Regen | mittel |
| Hörspiel-Lager im Wohnzimmer | 0 Euro | ab 3 | niedrig | jedes Wetter | niedrig |
| DIY-Wasserbahn mit Flaschen und Bechern | 0 Euro | ab 4 | mittel | warm | mittel |
| Sterne schauen | 0 Euro | ab 5 | niedrig | klarer Himmel | mittel |
| Picknick am Spielplatz | 0 bis 5 Euro | alle | niedrig | trocken | mittel |
| Selbstgemachtes Eis aus Saft oder Joghurt | bis 5 Euro | ab 2 | niedrig | heiß | niedrig |
| Postkarte an sich selbst schreiben | bis 5 Euro | ab 5 | niedrig | jedes Wetter | niedrig |
| Bus- oder Straßenbahn-Abenteuer | bis 5 Euro | ab 3 | niedrig | jedes Wetter | mittel |
| Flohmarkt-Schatzsuche mit Mini-Budget | bis 5 Euro | ab 5 | mittel | trocken | mittel |
| Wassermelonen-Picknick | bis 5 Euro | alle | niedrig | warm | niedrig |
| Blumen oder Blätter pressen | 0 bis 5 Euro | ab 4 | niedrig | jedes Wetter | niedrig |
| Freund:innen zum Gartentag einladen | 0 bis 5 Euro | ab 3 | mittel | trocken | mittel |
| Filmnachmittag mit selbstgemachtem Popcorn | bis 5 Euro | ab 4 | niedrig | jedes Wetter | niedrig |
| Nudelsalat– oder Wrap-Bar daheim | bis 10 Euro | ab 4 | mittel | jedes Wetter | mittel |
| Eis essen gehen mit klarem Budget | bis 10 Euro | alle | niedrig | jedes Wetter | niedrig |
| Freibad nur am Abendtarif | bis 10 Euro | alle | mittel | heiß | mittel |
| Minigolf oder günstige Sportanlage | bis 10 Euro | ab 5 | mittel | trocken | mittel |
| Museumsbesuch an Gratis- oder Familientagen | 0 bis 10 Euro | ab 4 | mittel | jedes Wetter | mittel |
| Zugfahrt zur nächsten unbekannten Station | bis 10 Euro | ab 5 | mittel | jedes Wetter | mittel |
| Lagerfeuer-Ersatz mit Stockbrot im Backofen | bis 10 Euro | ab 3 | mittel | jedes Wetter | mittel |
| Frühstück beim Bäcker statt großem Ausflug | bis 10 Euro | alle | niedrig | jedes Wetter | niedrig |
| Eisbecher zuhause selbst bauen | bis 10 Euro | ab 3 | niedrig | heiß | niedrig |
| Garten-Zelten oder Wohnzimmer-Camping | 0 bis 10 Euro | ab 3 | mittel | jedes Wetter | mittel |
| DIY-Escape-Room zuhause | 0 bis 10 Euro | ab 7 | hoch | jedes Wetter | hoch |
| Sommer-Smoothie-Bar | bis 10 Euro | ab 3 | niedrig | heiß | niedrig |
| Kleine Radtour mit Jausenstopp | 0 bis 10 Euro | ab 5 | mittel | trocken | mittel |
| Open-Air-Kino daheim mit Laptop | 0 bis 10 Euro | ab 5 | mittel | warm, trocken | mittel |
| Familien-Brettspielturnier mit Siegerehrung | 0 bis 10 Euro | ab 5 | niedrig | jedes Wetter | niedrig |
| „Ja-Nachmittag“ mit kleinem Budget | bis 10 Euro | ab 4 | mittel | jedes Wetter | mittel |
Siehe auch:
- 25 Aktivitäten für einen unvergesslichen Sommer mit Kindern
- 11 Alltagsabenteuer, die glücklich machen
- Mikroabenteuer mit Kindern: 12 Ideen für gemeinsame Outdoor-Erlebnisse
- Schlechtwetterprogramm zuhause: Ideen und Tipps für Regentage in den Ferien
Ferienideen für 0 Euro: Der Sommer liegt oft schon vor der Tür
Die besten Gratis-Ideen sind meistens die, die gar nicht groß nach Gratis-Idee aussehen. Ein Picknick im Wohnzimmer kostet nichts, fühlt sich für Kinder aber anders an als ein normales Mittagessen am Tisch. Eine Höhle aus Decken verwandelt einen verregneten Nachmittag. Ein Abendspaziergang wird spannend, wenn er erst nach dem Zähneputzen beginnt oder wenn alle eine Taschenlampe mitnehmen dürfen.
Auch draußen braucht es oft kein Ziel mit Eintritt. Ein Park, eine Wiese, ein Waldstück, ein Bach oder ein neuer Spielplatz reichen. Wenn Kinder keine Lust auf „Spazierengehen“ haben, hilft eine andere Verpackung. Dann geht ihr nicht spazieren, sondern sucht den rundesten Stein, den schönsten Schatten, fünf verschiedene Blätter oder ein Geräusch, das nach Sommer klingt.
Gratis heißt nicht wertlos. Gratis heißt nur, dass ihr nicht zahlen müsst, damit etwas zählt.
Ferienideen unter 5 Euro: Kleine Extras, große Wirkung
Mit wenigen Euro lässt sich ein normaler Ferientag erstaunlich leicht aufwerten. Eine Wassermelone wird zum Picknick. Ein Straßenkreide-Set wird zur Kunstaktion vor der Haustür. Ein paar Eisformen oder Holzstäbchen machen aus Saft ein selbstgemachtes Eis. Eine Postkarte wird zur kleinen Zeitkapsel.
Wichtig ist, nicht aus jeder kleinen Idee ein Großprojekt zu machen. Steine bemalen muss nicht in einer perfekt vorbereiteten Bastelstunde enden. Es reicht, wenn ein paar Steine, Farben und alte Zeitungen da sind. Ein Balkon-Café muss keine echte Speisekarte haben, aber wenn Kinder eine schreiben wollen, wunderbar. Selbstgemachtes Eis darf schief gefroren sein und trotzdem gegessen werden.
Bis 5 Euro ist der Bereich der kleinen Verwandlung. Ein bisschen Material, ein bisschen Ortswechsel, ein bisschen Ausnahme vom Alltag. Mehr braucht es oft nicht.
Ferienideen unter 10 Euro: Kleine Ausflüge ohne Budget-Kater
Bis 10 Euro wird es natürlich schwieriger, je mehr Personen in der Familie sind. Trotzdem gibt es auch in diesem Bereich Möglichkeiten, besonders wenn ihr bewusst plant. Ein Eis essen gehen kann ein Ausflug sein, wenn nicht automatisch noch Getränke, Waffeln, Toppings und ein zweites Eis dazukommen. Ein Frühstück beim Bäcker kann günstiger und entspannter sein als ein ganzer Tag Freizeitprogramm. Manche Freibäder bieten Abendtarife, manche Museen haben Gratistage, Familiennachmittage oder reduzierte Eintrittszeiten.
Hilfreich ist, das Budget vorher klar zu machen. Nicht streng oder geizig, sondern entspannend. „Wir haben heute 10 Euro für unser Eis. Ihr könnt euch aussuchen, was sich damit ausgeht.“ Kinder kommen mit klaren Grenzen oft besser zurecht als mit dauernden spontanen Neins.
Auch ein „Ja-Nachmittag“ funktioniert so. Die Kinder dürfen innerhalb eines kleinen Budgets mitentscheiden. Vielleicht wollen sie Eis und Spielplatz. Vielleicht lieber Popcorn und Film. Vielleicht eine Busfahrt und eine Brezel. Der Rahmen ist klar, die Mitbestimmung macht es besonders.
Wenn Eltern wenig Energie haben
Nicht jeder Ferientag ist ein Tag für Abenteuer. Manche Tage beginnen schon mit zu wenig Schlaf, zu viel Arbeit oder der Erkenntnis, dass die Geduld vermutlich nur bis 10 Uhr reicht. Genau dann sind Ideen mit niedrigem Eltern-Energielevel Gold wert.
Ein Hörspiel-Lager im Wohnzimmer braucht kaum Vorbereitung. Pyjama-Frühstück ebenfalls. Eiswürfel-Schatzsuche klingt aufwendig, ist aber nur ein paar eingefrorene Kleinteile oder Beeren in einer Schüssel, die Kinder mit Wasser, Löffeln oder Händen befreien dürfen. Ein Filmnachmittag mit Popcorn kann ein sehr guter Ferientag sein, wenn alle müde sind.
Es ist kein Scheitern, wenn du an manchen Tagen die einfache Idee wählst. Im Gegenteil. Gute Ferienplanung bedeutet auch, die eigenen Kräfte realistisch einzuschätzen. Kinder haben nichts davon, wenn Eltern sich für ein perfektes Sommerprogramm aufbrauchen und danach wegen jeder Kleinigkeit explodieren.
Manchmal ist der beste Plan: Schatten, Snacks, Wasser und möglichst wenig sprechen.
Wenn Kinder viel Energie haben
Dann helfen Ideen, bei denen Bewegung automatisch passiert. Spielplatz-Tour, Mini-Olympiade, Radtour, Wasserschlacht, Bachbesuch, Pfützenspaziergang oder Barfuß-Parcours. Kinder müssen nicht immer „Sport machen“. Sie müssen manchmal einfach rennen, springen, matschen, klettern, Wasser schleppen oder sich gegenseitig mit Bechern nass machen.
Gerade bei kleinem Budget ist Bewegung ein guter Schlüssel. Nicht als „wir müssen sie auspowern“, sondern als natürliche Entlastung. Ein Kind, das zwei Stunden am Bach Steine geschleppt hat, ist abends oft zufriedener als eines, das den ganzen Tag zwischen Bildschirm, Sofa und Geschwisterstreit gependelt ist.
Trotzdem gilt: Viel Energie bei Kindern bedeutet nicht automatisch, dass Eltern auch viel Energie haben. Dann sind Orte gut, an denen Kinder sich bewegen können, ohne dass du ein durchgetaktetes Programm leiten musst. Spielplatz, Wiese, Waldweg, Innenhof, Garten, sicherer Park. Du musst nicht immer mitspielen. Manchmal reicht es, da zu sein.
Regen ist kein Ferienfehler
Regentage fühlen sich im Sommer schnell wie verlorene Tage an. Dabei können gerade sie schöne Rituale hervorbringen. Pfützen-Spaziergang, Hörspiel-Lager, Brettspielturnier, Wohnzimmer-Camping, Filmnachmittag, Postkarten schreiben, Sommerglas sortieren, Bibliothek besuchen.
Der Trick ist, Regen nicht jedes Mal als Störung zu behandeln. Wenn ihr ein bis zwei verlässliche Regentag-Ideen habt, wird aus „Oh nein, es regnet“ eher ein „Ah, dann machen wir unser Regen-Ding“.
Das muss nichts Besonderes sein. Vielleicht gibt es bei Sommerregen immer Palatschinken. Vielleicht dürfen alle in Gummistiefeln raus. Vielleicht wird die Couch zur Leseburg. Kinder lieben Wiederholungen. Auch günstige.
Siehe dazu auch: Schlechtwetterprogramm zuhause: Ideen und Tipps für Regentage in den Ferien
Hitze braucht keine großen Pläne
An sehr heißen Tagen sind viele Ausflugsideen eigentlich zu viel. Dann ist weniger oft besser. Wasser, Schatten, frühe oder späte Aktivitäten und ein möglichst niedriger Anspruch.
Eine Schüssel Wasser am Balkon kann für kleine Kinder lange reichen. Größere Kinder bauen eine Wasserbahn, machen Eiswürfel-Experimente oder veranstalten eine Becher-Wasserschlacht. Wassermelone, selbstgemachtes Eis und kühle Tücher sind keine spektakulären Programmpunkte, aber sie machen Hitzetage erträglicher.
Auch hier gilt: Nicht jeder Sommertag muss ausgenutzt werden. Wenn es zu heiß ist, darf der Tag klein bleiben. Früh raus, mittags Ruhe, abends noch einmal kurz ins Freie. Das ist nicht langweilig. Das ist vernünftig.
Ein Wochenplan ohne Freizeitstress
Wenn du die Ideen wirklich nutzen möchtest, hilft ein lockerer Wochenrahmen. Nicht als starres Programm, sondern als Orientierung. Zum Beispiel ein Wassertag, ein Draußentag, ein Zuhause-Tag, ein Freund:innen-Tag und ein kleiner Ausflugstag. So entsteht Abwechslung, ohne dass du jeden Morgen neu überlegen musst.
Du kannst auch nach Energie planen. Montag etwas Einfaches, weil der Wochenstart ohnehin holprig ist. Mittwoch ein kleiner Ausflug. Freitag ein Ritual wie Eis oder Filmabend. Am Wochenende etwas, das mehr Zeit braucht. Wichtig ist, dass der Plan euch hilft und nicht zusätzlich stresst.
Ein guter Ferienplan darf Lücken haben. Kinder müssen nicht dauernd beschäftigt werden. Langeweile ist nicht automatisch ein Problem. Manchmal entsteht aus ihr das beste Spiel. Und wenn nicht, gibt es ja die Tabelle.
So bleibt das Budget wirklich klein
Günstige Ideen werden schnell teuer, wenn rundherum Zusatzkosten entstehen. Der kostenlose Spielplatzbesuch kostet plötzlich 18 Euro, weil alle unterwegs Getränke, Eis und Snacks wollen. Der Gratis-Museumstag wird teuer, weil Parken, Café und Shop dazukommen. Der kleine Ausflug endet mit „nur schnell noch“ im Geschäft.
Das ist nicht schlimm, wenn es bewusst passiert. Aber wenn ihr wirklich sparen wollt, helfen klare Entscheidungen vor dem Losgehen. Nehmt Wasser mit. Packt eine einfache Jause ein. Sagt vorher, ob es Eis gibt oder nicht. Legt ein kleines Budget fest und kommuniziert es den Kindern altersgerecht.
Ein Satz wie „Heute ist ein 0-Euro-Ausflug“ kann sehr entlastend sein. Dann wird nicht unterwegs verhandelt. Ein anderer Tag darf ein „Eis-Tag“ sein. Auch das ist klar. Kinder lernen dadurch nicht nur Verzicht, sondern Orientierung.
Sparen fühlt sich weniger hart an, wenn es nicht ständig spontan als Nein kommt, sondern als Teil des Plans.
Kinder mitentscheiden lassen
Günstige Ferien fühlen sich für Kinder besser an, wenn sie nicht nur passieren, sondern mitgestaltet werden dürfen. Du kannst die Tabelle ausdrucken oder eigene Kärtchen schreiben. Dann dürfen Kinder Ideen ziehen, auswählen oder bewerten.
Manche Familien machen drei Gläser: 0 Euro, bis 5 Euro, bis 10 Euro. In jedes Glas kommen Zettel mit passenden Ideen. Wenn ein Ferientag offen ist, wird gezogen. Oder ihr macht ein Wochenvoting. Jedes Kind darf eine Idee für die Woche wählen. So entsteht Mitbestimmung, ohne dass Eltern jeden Tag in die Rolle der Unterhaltungsagentur rutschen.
Auch Teenager lassen sich eher einbinden, wenn sie nicht „bespaßt“ werden sollen, sondern echte Wahlmöglichkeiten bekommen. Vielleicht ist ihre 0-Euro-Idee ein Fotowalk, Musik hören im Park, gemeinsam kochen oder ein später Spaziergang. Nicht jede Familienidee muss niedlich sein.
Sommer muss nicht teuer aussehen, um schön zu sein:
die besten Ferientage sind oft unspektakulär
Ein kleineres Budget bedeutet nicht automatisch einen kleineren Sommer. Es bedeutet nur, dass ihr bewusster auswählen müsst. Vielleicht gibt es weniger große Ausflüge, aber mehr kleine Rituale. Weniger Eintrittskarten, aber mehr Zeit draußen. Weniger Konsum, aber mehr eigene Ideen. Weniger „wir kaufen uns ein Erlebnis“, aber mehr „wir machen aus dem, was da ist, etwas Eigenes“.
Sommerferien ohne Geldscheißer sind keine Ferien zweiter Klasse. Sie sind oft einfacher, langsamer und näher am echten Familienleben. Nicht immer idyllisch. Manchmal chaotisch. Manchmal klebrig. Manchmal mit Streit, Mückenstichen und matschigen Schuhen.
Kinder erinnern sich oft nicht daran, wie teuer etwas war. Sie erinnern sich daran, wie es sich angefühlt hat.
Aber genau so sehen viele gute Erinnerungen aus.
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