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Sucht in der Familie: Wenn Kinder zu früh erwachsen werden müssen

Sucht in der Familie: Wenn Kinder zu früh erwachsen werden müssen

Die Abhängigkeit vom Alkohol betrifft nicht nur die Suchtkranken selbst, sondern die ganze Familie. Besonders die Kinder leiden unter den Folgen einer Suchterkrankung und brauchen Zuneigung und Hilfe. Der Coach und Sozialexperte Manfred Segmüller zeigt in diesem Gastbeitrag, was Kinder von Suchtkranken erleben und wie das ihr eigenes Leben beeinflusst.


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Voraussichtliche Lesedauer: 6 Minuten


Sucht in der Familie: Wenn Kinder zu früh erwachsen werden müssen


Kinder in suchtbelasteten Familien

Ungefähr 2,6 Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 leben bundesweit mit alkoholkranken Eltern zusammen, rund sechs Millionen Erwachsene sind in einer suchtbelasteten Familie aufgewachsen. Das Risiko der Kinder, später selbst suchtkrank zu werden oder andere psychische Probleme zu entwickeln, ist sehr hoch. Die Eltern sind aufgrund der Suchterkrankung oft nicht in der Lage, den kindlichen Bedürfnissen gerecht zu werden. Auch der andere Elternteil ist häufig so sehr mit dem Suchtkranken beschäftigt, dass für die Kinder keine Zeit bleibt. Somit sind die Kinder oft auf sich allein gestellt.

Was löst es in den Kindern aus und was macht es aus Ihnen? Das verrät Coach und Sozialexperte Manfred Segmüller. Als Dipl. Sozialpädagoge hat er bereits in allen sozialen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens gearbeitet – mit Menschen, die sich unterschiedlichsten Herausforderungen stellen mussten, ob Suchtmitteln, Krankheit, Schule, Straftaten oder Arbeitslosigkeit. Alle haben eines gemeinsam: Sie selbst brauchen dringend Unterstützung, aber auch deren Kinder dürfen nicht vergessen werden.


Was erleben Kinder von Suchtkranken im Alltag?

Abhängig von der Schwere der Suchterkrankung tragen Kinder nahezu immer das Risiko einer hohen psychischen Belastung. Sie sehen jeden Tag, was Alkohol oder Drogen mit ihrer Mutter oder ihrem Vater machen und wie diese sich im Rausch verhalten. Nicht selten müssen sie bereits sehr früh erwachsen werden und für sich selbst sorgen, wenn die Eltern nicht dazu in der Lage sind. Selbst wenn nicht beide Eltern suchtkrank sind, steht das nicht betroffene Elternteil häufig ebenfalls nicht für das Kind zur Verfügung – es muss sich um den Partner bzw. die Partnerin kümmern.

Das bedeutet, dass ein Kind gegebenenfalls schon von klein auf keine Zuneigung erfährt und nie lernt, was es bedeutet, Unterstützung und Liebe von den Eltern zu erhalten. Im schlimmsten Fall ist es mit Gewalt und Auseinandersetzungen konfrontiert und muss versuchen, sich so gut es geht physisch und psychisch zu schützen. Sowohl der Schulbesuch als auch die Bildung von Freundschaften leidet bei diesen Kindern meist unter der Belastung, die auf deren Schultern liegt.


Wie werden Kinder von der Suchtkrankheit der Eltern im Leben beeinflusst?

Viele Kinder von Suchtkranken sind selbst schon als Jugendliche oder junge Erwachsene suchtgefährdet oder bereits krank. Sie kennen nichts anderes und glauben, dass sie ihr Leben ebenfalls nur mit Alkohol oder Drogen bewältigen können. Wurden sie im Kindes- und Teenageralter nie von den Eltern gefördert, hat häufig auch die Schulbildung schwer gelitten und es fehlen sämtliche Perspektiven.

Selbst wenn es nicht zu einer Suchterkrankung kommt, haben viele Betroffene dennoch psychische Schäden aus der Kindheit davongetragen – besonders dann, wenn Gewalt im Spiel war. Es fällt ihnen oft schwer, Liebe und Fürsorge zu empfinden, sie fühlen sich alleingelassen und haben Vertrauensprobleme.

Im schlimmsten Fall hat sich auch bei ihnen bereits ein Aggressionspotential entwickelt. In jedem Fall fällt es den Kindern von Süchtigen meistens schwer, sich in einen normalen Alltag zu integrieren und einen Beruf zu erlernen oder sich anderweitig irgendetwas aufzubauen.


Es kann jedoch auch anders laufen

Dennoch gibt es auch hier Positiv-Beispiele. Gerade dann, wenn Kinder im frühen Alter solch negativen Szenarien erleben, kann es auch sein, dass sie schon früh gegensteuern und ihr Leben in den Griff bekommen wollen. Sie suchen sich Hilfe und retten sich aus dem Elternhaus, um nicht im Erwachsenenalter unter oben genannten Problemen zu leiden. Dies kann entweder aus eigener Kraft heraus geschehen oder mit Unterstützung dritter. Ist jedoch einmal der Schritt geschafft, steht einer blühenden Zukunft nichts mehr entgegen.


Fazit: Sucht in der Familie

Wie sehr Kinder unter dem Zusammenleben mit Suchtkranken leiden, ist immer abhängig von der Gesamtsituation, von der Unterstützung weiterer Angehöriger oder von Freunden und von der eigenen Stärke. Während sich einige dennoch gut entwickeln und etwas aus ihrem Leben machen, schaffen es andere Kinder nicht in geordnete Bahnen und stürzen ab. Umso wichtiger, dass ihnen frühzeitig Hilfe zu kommt, weshalb dieses Thema deutlich mehr Beachtung in der Gesellschaft finden sollte.


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Über den Autor: Manfred Segmüller

Manfred Segmüller

Manfred Segmüller hat in allen sozialen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens gearbeitet. Mit Menschen, die sich unterschiedlichsten Herausforderungen stellen mussten, ob es Alter, Suchtmittel, Krankheit oder Beeinträchtigung, Schule, Straftaten oder Arbeitslosigkeit.

Neben dem, nicht abgeschlossenen Studium der Theologie, befinden sich einige Ausbildungen in seiner Schatztruhe, die allesamt mit Menschen zu tun haben: Sozialpädagogik, Personalentwicklung, Praxisausbildner, Führung, Erwachsenenbildung, Systemisches Coaching und Beratung, sowie diverse Weiterbildungen. Wesentlich in all seinen Tätigkeiten war ihm, dass der Mensch, egal in welcher Situation er steckt, seinen eigenen Weg findet und möglichst selbstbestimmt lebt.


Sucht in der Familie: Wenn Kinder zu früh erwachsen werden müssen

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Hier plaudert Birgit, alias Mutti, 40+, seit 2009 aus dem Nähkästchen: Authentizitäts-Freak, selbstbewusst grauhaarig, kreativ angehaucht, völlig unperfekte Mutter. Familienblog aus dem Leben mit zwei Jungs - Mutter allein unter Männern. Mehr über Muttis Nähkästchen: About. Nix verpassen? Folgt mir via Social Media oder Newsletter.

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