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Süchtig nach Vergnügen: So finden wir und unsere Kinder zu mehr Balance

Süchtig nach Vergnügen: So finden wir und unsere Kinder zu mehr Balance

Unserer Generation steht wirklich alles im Überfluss zur Verfügung. Das Hauptziel: Wir wollen uns gut fühlen und werden dadurch süchtig nach Vergnügen. So richtig glücklich macht das aber weder uns noch unsere Kinder. Warum eigentlich? Und wie kommt man aus dieser Spirale aus Vergnügen und Schmerz wieder heraus?


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Voraussichtliche Lesedauer: 8 Minuten



Süchtig nach Vergnügen


Süchtig nach Vergnügen

In unseren Breitengraden leben wir wirklich im Überfluss. Wir wollen uns optimieren und unser Hauptziel ist es uns gut zu fühlen. Dahinter steht eine enorme Maschinerie, die uns jegliches Geld aus der Tasche zieht und uns verspricht uns glücklich zu machen. Wir sind süchtig nach Vergnügen und das bedeutet für jeden von uns ganz individuell etwas anderes: Glücksspiel, Drogen, Nikotin, Alkohol, Diätwahn, Schokolade, Shopping, Extremsportarten, Aufmerksamkeit auf Facebook, Instagram, Twitter, TikTok uvm.! Wenn wir uns so ein Vergnügen „gönnen“ macht uns das richtig high. Nach diesem Gefühl werden wir süchtig. Wir können nicht mehr ohne unserer „Droge“ – die auch Social Media heißen kann und vor allem jüngere Menschen in ihren Bann zieht. Es gibt kaum etwas, das man nicht für mehr Follower oder mehr Likes tun würde.


Warum uns das nicht glücklich macht

Geben wir uns unserer Sucht hin, schüttet das Belohnungszentrum in unserem Gehirn Dopamin aus. Je mehr Dopamin ausgeschüttet wird, desto größer ist das Suchtpotenzial. Das Problem dabei ist, dass das Gehirn Vergnügen und Schmerz im gleichen Bereich verarbeitet. Müssen wir unser Vergnügen aus irgendeinem Grund beenden, gewinnt der Schmerz überhand. Glücklich und zufrieden ist man also nur, wenn man seinen Süchten nicht so einen enormen Stellenwert einnehmen lässt. Der Schmerz kommt sonst unweigerlich zutage und wir fühlen uns schlecht. Es macht uns im Endeffekt immer unglücklich – entweder wir bedauern, dass wir unserer Sucht nicht immer nachgeben können oder wir bedauern, dass wir uns dieser Sucht ständig hingeben. Wer stundenlang auf TikTok das Leben anderer Menschen betrachtet, versäumt sein eigenes Leben – das wird uns irgendwann schmerzlich bewusst – es überwiegt im Endeffekt der Schmerz.


Süchtig nach Vergnügen

Die Dopamin Nation: Balance finden im Zeitalter des Vergnügens

Dr. Anna Lembke spricht in ihrem Buch das wohl größte Problem unserer Wohlstandsgesellschaft an. Man gönnt sich einfach alles und ist immer auf der Suche nach Vergnügen – nur das zählt.

Sie erklärt warum uns die ständige Jagd nach der nächsten Vergnügung nicht glücklich machen kann und zeigt, wie man diesen Teufelskreis durchbrechen und wieder zufriedener werden kann.

Obwohl man einiges aus wissenschaftlicher Sicht erklärt bekommt, liest sich der New York Times Bestseller beinahe wie ein Roman, weil Dr. Lembke immer wieder von ihren Patienten erzählt. So erhält man einen Einblick in verschiedene Süchte, hat so manches Aha-Erlebnis und unterhaltsam ist es auch.

Vor allem aber regt dieses Buch zum Nachdenken an. Wie sehr bin ich von meinen eigenen Süchten bestimmt und wie kann ich meinen Kindern dabei helfen nicht genau so süchtig nach Vergnügen zu werden?


Dopaminfasten als Ausweg

Dr. Lembke hat ein System zum „Dopaminfasten“ entwickelt. Ist man süchtig nach Vergnügen muss man – wie von jeder Droge – einen Entzug durchführen. Ihr System besteht aus 8 Stufen, deren Anfangsbuchstaben DOPAMINE ergeben.

D = Daten

O = Objectives (Ziele)


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P = Probleme

A = Abstinenz

M = Mindfulness (Achtsamkeit)

I = Insight (Einsicht, Einblick)

N = Nächste Schritte

E = Experiment


#1 Daten

Man sammelt zu Beginn die – meist ernüchternden – Fakten. Wie viele Stunden am Tag verbringe ich auf Instagram? Wie viele Zigaretten rauche ich?


#2 Objectives (Ziele)

Was bringt es mir stundenlang durch Instagram zu scrollen? Warum poste ich so oft TikTok-Videos? Was bringt mir eine Zigarette – wann und warum brauche ich sie?

Ist man süchtig nach Vergnügen kann das viele Gründe haben. Man will einfach Spaß haben, man bekämpft damit Langeweile, man will dazugehören oder man bewältigt damit Ängste, Schmerzen, Depressionen oä.. Oft ist es einfach eine Flucht aus einer nicht zufriedenstellenden Realität.


#3 Probleme

Welche negativen Folgen hat mein Verhalten? Gefährdet es z.B. meine Gesundheit, mein soziales Ansehen, meine Freundschaften, meine Familie, meinen Erfolg in der Schule oder im Beruf?

Oft erkennt man die negativen Folgen seines Verhaltens erst so richtig, wenn man es nicht mehr macht. So lange man „high“ ist, fällt einem nicht auf, dass man z.B. andere verletzt oder vernachlässigt. Erst wenn ich nicht mehr täglich alle Nachrichten auf Facebook lese, merke ich wie viel mehr Zeit ich nun für meine Familie habe. Der nächste Schritt ist also wohl der Wichtigste.


#4 Abstinenz

Kalter Entzug. Ein Experiment. Ein Monat lang das geliebte Minecraft nicht öffnen. Ein Monat lang keinen Zucker. Oder vielleicht ein Monat lang gar kein Social Media.

Erst durch die Abstinenz können wir wieder lernen Vergnügen durch weniger starke Belohnungen zu empfinden. Eine Ersatzbelohnung ist allerdings nicht zu empfehlen. Wenn man „Cannabis-fastet“ bringt es natürlich nichts das Cannabis durch Nikotin zu ersetzen oder das Computerspiel durch viel Zeit auf Facebook zu kompensieren. Man ersetzt dann nur eine Sucht durch eine andere.


#5 Mindfulness – Achtsamkeit

Die ersten Wochen Dopaminfasten sind nicht einfach. In dieser Phase müssen wir achtsam mit uns umgehen bzw. unserem Kind zur Seite stehen. Vor negativen Gedanken können und sollen wir nicht weglaufen, sondern wir müssen uns damit beschäftigen. Im besten Fall erkennt man wie stark man eigentlich ist und dass man diese spezielle Art von Vergnügen gar nicht braucht.


#6 Insight (Einblick)

Nach 4 Wochen Abstinenz kommt meist die Einsicht: Ich war süchtig nach Vergnügen. Süchtig nach Dopamin! Ohne dieser Sucht geht es mir so viel besser. Ich habe jetzt viel mehr Zeit, ich fühle mich wohler, ich habe kein schlechtes Gewissen mehr.


#7 Nächste Schritte

Wie soll es weitergehen? Ein Alkoholiker muss abstinent bleiben. Es gibt allerdings Süchte, die man in einer anderen Form – in der richtigen Dosis – wieder aufnehmen kann. Wie wäre es, wenn ich jeden Tag nur noch eine Stunde Minecraft spiele? Social Media Plattformen nur noch abends, wenn die Kinder schlafen? Nur noch ein TikTok-Video pro Woche hochladen? Süßigkeiten nur noch am Wochenende?

Es gibt viele Wege nicht mehr süchtig nach Vergnügen zu werden, sondern einen vernünftigen Umgang mit diesen Belohnungen zu lernen. Das Gleichgewicht zwischen Genuss und Schmerz muss ausgeglichen bleiben.


#8 Experiment

Das Erhalten ist nicht einfach. Man muss seine Ziele definieren – bleibt man komplett abstinent oder kehrt man zu einem moderaten Konsum zurück? Natürlich ist ein Rückfall oder sogar eine Verschlimmerung des Problems nicht selten. Nach dem Verzicht auf Zucker, holen Betroffene in der Zeit danach gefühlt alles nach, was sie in diesem Monat versäumt haben und erleiden dann einen enormen Jojo-Effekt. Raucher, die einige Wochen abstinent waren, rauchen danach oft viel mehr als zuvor.

Auf sein Handy kann man in unserer Zeit natürlich nicht dauerhaft verzichten. Hier ist eine zeitliche Selbstbindung der richtige Schritt in die Zukunft. Man muss das für sich selbst einfach ausprobieren und etwas experimentieren.


Ein wirklich spannendes Buch, in dem sich mit Sicherheit jeder von uns in irgendeiner Weise wiedererkennt. Vor allem unsere Kinder brauchen uns um zu erkennen, dass sie süchtig nach Vergnügen sind und es ihnen in diesem Ausmaß nicht gut tut. Wer sein Kind bei diesem Prozess unterstützen möchte, sollte hier genauer nachlesen. Und auch uns selbst bringt es zur Selbstreflexion und zu so mancher Erkenntnis. Vielleicht sind wir mit WENIGER viel zufriedener und wir rennen nicht mehr jeder Bestätigung und jedem vermeintlichen Vergnügen bedingungslos hinterher.


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Christine, chaotische Mama von 4 Kids berichtet hier als Co-Bloggerin vom Leben zwischen Babybrei und Vorpubertät! Der Social-Media Name "Die lauten Nachbarn" ist hier täglich Programm. Folgt uns gerne auch auf Instagram und Facebook!

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Danke für die Tipps. Das ist tatsächlich ein sehr wichtiges Thema. Schließlich muss das Leben auch Spaß machen. Sowohl für Mutter als auch für Kind.

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