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Trotzphase: Do’s & Don’ts bei Trotzanfällen + Vorbeugung

Trotzphase: Do’s & Don’ts bei Trotzanfällen + Vorbeugung

Die Trotzphase ist kein Kinderspiel: Was ist nur aus meinem liebenswerten, lustigen, fröhlichen kleinen Schatz geworden? Um den zweiten Geburtstag ist er mutiert: zu einem grantigen kleinen Wüterich, der von einem Wutausbruch in den nächsten taumelt, heult, brüllt, schreit, extrem wankelmütig und launisch ist. Nichts, einfach gar nichts können wir ihm momentan recht machen …
Handlungsempfehlungen für Eltern und Tipps zur Vorbeugung von Trotzanfällen:



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Es ist wie bei Dr. Jekyll und Mr. Hyde: Aus dem liebenswerten, lustigen und eloquenten Kleinkind wird im Handumdrehen ein kleiner Wüterich. Es beginnt etwa um den zweiten Geburtstag herum: Schätzchen mutiert zum Schrecken aller zum heulenden, brüllenden, wankelmütigen und extrem launischen Monsterchen.

Erstmal Entwarnung:
Euer Kind ist ganz normal!
Und: Es hat nichts mit euch zu tun!
Und: Die Trotzphase ist ein wichtiger Schritt zur Selbständigkeit.

Die so genannte Trotzphase erstreckt sich meist vom zweiten bis zum vierten Lebensjahr. Die Kinder rebellieren nicht gegen die Eltern, sondern kämpfen mit eigenen Unzulänglichkeiten. Sie wollen die Welt erobern und Bäume ausreißen  – und stoßen zwangsläufig auf Grenzen, und zwar körperliche genauso wie elterliche. Das frustriert. Das Kind trifft auf Grenzen und bringt gleichzeitig andere an ihre Grenzen. Grenzen über Grenzen also. Was hilft also?

Trotzphase: Do's and Don'ts für Eltern + Wutausbrüchen vorbeugen

Verständnis, Ruhe und klare Kommunikation

Trotz ist emotional – und da ist man mit rationalen Appellen sowie ewig langen Erklärungen und elterlichen Vorträgen am falschen Dampfer. Diese Einsicht hat mir persönlich geholfen, ruhig zu bleiben und das ganze Fiasko auszuhalten. Kontraproduktiv wäre nämlich, selbst emotional zu werden.



Im Falle des Falles ist niederschwellige Kontaktaufnahme gefragt: Blickkontakt und Körperkontakt – das Kind zum Beispiel kurz am Arm nehmen oder sanft drücken, damit es sich „wieder spürt“. Wenn schon sprechen, dann kurz und deutlich: das Kind mit seinem Namen ansprechen und Verständnis zeigen – so fühlt sich das Kind ernst genommen (und mal ehrlich: wer will das nicht?). Trotz allem Verständnis aber klar zeigen, dass man mit der Reaktion des Kindes nicht einverstanden ist. Und: unbedingt konsequent bleiben, sonst werden Wutanfälle schnell zum Mittel zum Zweck: „Ich verstehe, dass du wütend bist. Dennoch kann ich deinen Wunsch nicht erfüllen.“ Punkt. Strafen und drohen wäre komplett kontraproduktiv – das würde das Kind nur zusätzlich aufwühlen.
Hier nochmal zusammengefasst:

Trotzphase: Do’s and Dont’s

  • Mitgefühl statt Bla-bla:
    Trotz ist etwas Emotionales: Da kann man mit langen Erklärungen nicht landen.
  • Ruhig bleiben:
    Als Elternteil möglichst ruhig bleiben und möglichst nicht ebenfalls emotional werden (sehr, sehr schwer – finde ich).
  • “Da” sein:
    Blickkontakt und ggf. Körperkontakt zum Kind herstellen.
  • Wenn schon reden, dann wenig:
    Kurz und deutlich sprechen, am besten das Kind mit seinem Namen ansprechen.
  • Die Ursache erforschen und ernst nehmen:
    Ich verstehe, dass du jetzt wütend bist. Aber es geht nunmal nicht.
  • Positiv kommunizieren:
    Nicht sagen, was das Kind NICHT tun soll, sondern was vom Kind erwartet wird (also immer positiv formulieren: was es konkret tun soll).
  • Nicht strafen, das wühlt das Kind nur zusätzlich auf.
  • Konsequent bleiben:
    An geltenden Regeln festhalten, nicht nachgeben – sonst werden Wutanfälle zum Mittel zum Zweck.
  • Wenn sich das Kind in die Situation hineinsteigert:
    Sanft beruhigen und aus der Situation herausnehmen. Bei meinem Kind hat schon ein paar mal geholfen, es fest an mich zu drücken, damit es sich wieder “spürt”.

Siehe auch: Trotzphase: Der Trick, einen Wutausbruch ehestmöglich zu beenden

 

Kann man Trotzanfällen vorbeugen?

Ja und nein. Durch einige Wutausbrüche müssen alle Eltern durch – das solltet ihr auf keinen Fall als eigenes Versagen beurteilen. Auch wenn man Trotzreaktionen natürlich nicht gänzlich ausrotten kann, so können Eltern so manchem Trotzanfall und Wutausbruch etwas den Nährboden entziehen:

Trotzanfällen vorbeugen

  • Liebe und Zuneigung:
    Das Kind sollte sich immer geliebt fühlen – auch in schwierigen Situationen. Auch wenn’s wahrscheinlich in der eskalierten Phase nicht unmittelbar etwas bewirkt: Ein „ich hab dich sehr lieb“ hat entscheidenden Einfluss auf das langfristige und nachhaltige Miteinander in der Familie. Wie wär’s also mit: „Ich habe dich sehr lieb, auch wenn ich dein Verhalten gerade nicht so toll finde.“ Und in guten Momenten gilt sowieso: immer wieder in den Arm nehmen, kuscheln, aufmerksam zuhören, bewundern und loben.
    Siehe dazu auch: Loben – aber richtig!
  • Klar und positiv formulieren:
    Für ein Kind ist es viel leichter zu verstehen, was es tun soll, im Gegensatz zu Dingen die es nicht tun soll. Besser „Bitte räum dein Zimmer auf!“ statt „Mach nicht immer so einen Durcheinander!“ Gilt übrigens nicht nur für die Kommunikation mit Kindern! Lange Erklärungen und Vorträge vermeiden, trotzdem kurz und verständlich erklären, warum es etwas nicht darf.
  • Veränderungen ankündigen und Zeit einplanen:
    Kinder können Dinge und Situationen leichter annehmen, auf die sie sich einstellen können. Also alle Änderungen – Aufbruch zum Supermarkt, Spaziergang, Schlafenszeit usw. – mindestens 10 Minuten vorher ankündigen. Und grundsätzlich mit Verzögerungen rechnen. Zeitdruck ist nämlich der Feind aller Gelassenheit.
  • Die Liste der Regeln und Verbote überprüfen:
    Denn momentan gilt: Weniger ist mehr! Potenzielle Konfliktsituationen sollten auf ein Minimum reduziert werden.
  • Berechenbar sein:
    Nichts verwirrt ein Kind mehr als unterschiedliches Verhalten in gleichen Situationen.
  • Im Streben nach Selbstständigkeit unterstützen:
    Immer mal wieder Entscheidungsfreiheit anbieten: Roter oder blauer Pullover? Und die Entscheidung dann auch akzeptieren. Daher bietet sich an, dass sie Alternativen weise gewählt und überschaubar (2 reichen!) sind.
    Siehe dazu auch: Machtkämpfe vermeiden: Kindern eine Wahl lassen

In der Kommunikation mit dem kleinen Wüterich hilft es, die Wut getrennt vom Kind zu betrachten. Ganz nach dem Motto: Mutti ist nicht genervt vom wütenden Kind, sondern von der Wut, die das Kind beutelt. In diesem Zusammenhang hat uns dieser alltagstaugliche Trick sehr geholfen: Über den Umgang mit kleinen Wut-Monstern

Und wenn alle Stricke reißen …

Zum Abschluss noch das Geheimrezept einer leidgeprüften Mutter:



“Du denkst einfach, die sind hier nur zu Besuch, die werden bald wieder abgeholt :roll: Meine würden so etwas NIE tun…
Ich mußte dann über mich selber lachen, schließlich waren es ja nach wie vor meine Kinder, aber es hat immer geholfen, ein bißchen Abstand in die Sache zu bringen und erst mal tief durch zu atmen, damit ich wenigstens eins noch konnte: vernünftig bleiben und nicht mich zum Narren machen…” (hier gefunden)


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Buchempfehlungen zur Trotzphase:

Quelle: elternwissen.com

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Muttis Nähkästchen

Hier plaudert Birgit, alias Mutti, 40+, seit 2009 aus dem Nähkästchen: Authentizitäts-Freak, selbstbewusst grauhaarig, kreativ angehaucht, völlig unperfekte Mutter (aka. Rabenmutter). Familienblog aus dem Leben mit zwei Jungs - Mutter allein unter Männern. Mehr über Muttis Nähkästchen: About. Nix verpassen? Folgt mir via Social Media oder Newsletter.

Dieser Beitrag hat 4 Kommentare

  1. du sprichst mir aus der seele: seit kiga-start ist meine tochter ein anderer mensch. im kiga ein sonnenschein, zuhause lässt sie dann die “kuh fliegen”. ich weiß nur, dass ich keinerlei patentrezept habe und nichts hilft. die große gelassenheit, die stetig in ratgebern empfohlen wird, fällt verdammt schwer. zeigt mir die perfekten mütter, die abends noch nacht einem 2-stündige trotzanfall noch gelassen ist! fehlen bei der irgendwelche hirnwindungen oder hat die oropax in den ohren?

  2. Mein Sohn ist jetzt schon seit einem Jahr in der Trotzphase. :-P Langsam wird es besser, dier ersten Monate waren sehr schlimm mit Gebrüll, hauen, beißen, auf den Boden schmeißen teilweise bis zu einer Stunde totaler Sturm und das mehrmals am Tag. Er ließ sich da auch nicht rausholen, anfänglich habe ich versucht ihn in den Arm zu nehmen aber danach war mein ganzes Gesicht zerkratzt und meine Schulter zerbissen, also hab ich das sein lassen. Dann habe ich versucht ihn abzulenken, nix da wurde gar nicht drauf reagiert. Danach hab ich es mit Humor versucht da wurde er noch wütender.
    Einmal habe ich die Nerven verloren und ihn angebrüllt, mit dem Resultat das es ihn wenig interessiert hat und mir es danach noch schlechter ging zwecks schlechtem Gewissen.
    Also was tun?
    Mein Patentrezept ist nun geworden AUSZEIT! Nein nicht fürs Kind sondern für mich!
    Als ich nicht mehr konnte habe ich einen Notruf abgesetzt und die Oma kommen lassen ich bin dann erstmal laufen gegangen und danach in die Badewanne.
    Der nächste Wutanfall am Abend war spielend bewältigt. Seitdem gönn ich mir regelmäßig eine Auszeit indem mein Söhnchen 2 mal im Monat am Wochenende bei der Oma ist.
    Da ist allen geholfen die Oma und der Opa freun sich wie Bolle, der kleine freut sich auch weil er Opa abgöttisch liebt und ich habe Zeit für meinen Mann und mich.
    Und Abends wenn Mäuschen schläft nehme ich mir auch 2 Std für mich da mache ich das was mich beruhigt und stress abbauen lässt. Jeder muss für sich selber wissen was das ist für mich ist es Gitarre spielen oder ein Buch lesen.
    Und das Resultat ist das ich auch einen 2 stündigen Wutanfall ;-) gelassen aussitze, denn tun kann man dagegen auch nichts.
    Aber zu so einem Anfall kommt es eigentlich nicht mehr, denn Erstaunlicher Weise ist es so seitdem ich ruhiger bin ist er es auch. ;-)

    Zum Schluss mein Lieblingszitat: Gute Mütter sind Mütter die SICH SELBST und ihre Kinder lieben.

    Ich wünsche euch allen viel Kraft und Nerven

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