Wenn das Kind ein Haustier wünscht: Sind Wellensittiche ein ideales Haustier für den Familienhaushalt? Oder sind sie anspruchsvoller, als sie aussehen? Experte Robert Brungert schildert die Vor- und Nachteile von Wellensittichen als Haustier im Familienhaushalt und zeigt alles, was Eltern wissen müssen.
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Inhaltsverzeichnis
- Mama, ich will ein Haustier!
- Wellensittiche haben das Potenzial zu echter „Tierfreundschaft“
- Wellensittiche als Haustier: Platzbedarf für Freiflieger
- Das sichere Freiflug-Zimmer für Wellensittiche
- Kunstlicht für Wellensittiche?
- Fazit: Wellensittiche sind eine wunderbare Gesellschaft
- Wellensittich als Haustier: Ab welchem Alter?

Mama, ich will ein Haustier!
Die Frage nach Haustieren hören vermutlich alle Eltern – mindestens einmal. Das Problem ist jedoch, dass Kinder oft aus einer Laune heraus ein Tier haben möchten. Und die Frage der Eltern lautet: Welches Haustier macht wenig Arbeit und verursacht keine horrenden Kosten?
Hier wären vermutlich viele geschockt, wie viel Geld und auch Zeit die artgerechte Unterbringung der meisten Kleintiere raubt. Wellensittiche machen keine Ausnahme, da sie täglich frei fliegen sollen. Das bedeutet: Entweder nimmt die Voliere den halben Raum ein oder die Wellensittiche kommen täglich unter Aufsicht aus ihrem Käfig in den Raum.
Sind Wellensittiche Haustiere für Kinder? Wohl nicht alleine, doch für Jugendliche können sie zur Bereicherung werden. Denn wir wachsen an unseren Aufgaben und Verantwortungen. Wer ein Tier pflegt, muss dieses täglich machen oder eine Vertretung organisieren. Für einige Tage geht es schnell, da nur Futter und Wasser erneuert werden. In regelmäßigen Abständen wird richtig reine gemacht. Auch die Zuwendung zu den Tieren kann für wenige Tage mal etwas dürftiger ausfallen. Doch letztendlich sollen Wellensittiche täglich von ihren Flügeln Gebrauch machen, das hält sie gesund.
Wellensittiche haben das Potenzial zu echter „Tierfreundschaft“
Wellensittiche sind sehr gesellige und leicht zu zähmende Singvögel, die ständig trällern und schauen, was in der Umgebung passiert. Damit eignen sich diese kleinen Vögelchen sehr gut, um eine persönliche Bindung und eine richtige Tierfreundschaft aufzubauen.
Wellensittiche sind lediglich etwas anspruchsvoller und zeitintensiver als andere Haustiere, da sie auf ihren Freiflug angewiesen sind. Wer ohnehin täglich ein paar Stunden in seinem Raum verbringt, wird die lustigen Singvögel als Bereicherung empfinden. Und wenn die Kinder unbedingt Wellensittiche haben möchten, können die Eltern sich immer noch selber welche anschaffen und ihre Kinder beaufsichtigen.
Wellensittiche als Haustier: Platzbedarf für Freiflieger
Die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V. hat für viele Tierarten Leitfäden zur Haltung erstellt. Wellensittiche sollen immer paarweise leben. Es handelt sich um Schwarmvögel, ein Schwarm darf sich aus vielen Paaren zusammenstellen. Selbst Paare aus zwei Hähnen gehen, zwei Hennen ist hingegen problematisch.
Für ein bis drei Paare muss der Käfig eine Größe von mindestens 150 zu 60 cm Grundfläche mit 100 cm Höhe haben. Das gilt jedoch nur, wenn die Vögelchen täglich für wenigstens eine Stunde raus in das Freiflug-Zimmer können. Ansonsten muss der Käfig über 2 m² Grundfläche haben und der darin freie Flugraum soll mindestens 2 m³ groß sein.
Im praktischen Alltag sitzen viele Wellensittiche im zu kleinen Käfig und kommen nicht täglich raus. Oder sie verunglücken während ihrer Freiflüge.
Das sichere Freiflug-Zimmer für Wellensittiche
Ohne besondere Vorbereitungen wird kaum ein Zimmer sicher genug sein, um ein Freiflugzimmer für Wellensittiche zu werden:
- Vorhänge:
Leichte Vorhänge oder andere leichte Stoffe sind unsicher, denn die Vögelchen verheddern sich darin. - Zimmerpflanzen:
Unter den Zimmerpflanzen ist vermutlich mindestens eine sehr giftig für die Tiere. - Duftstoffe:
Auf Parfüms und ähnliche Duftstoffe wäre komplett zu verzichten, Wellensittiche können sehr empfindlich reagieren und schnell sterben. - Offene Gefäße:
Gerade Blumenvasen sind tödliche Fallen. - Lebensmittel:
Besondere Vorsicht gilt bei Lebensmitteln im Freiflugzimmer. Wellensittiche sind neugierig und naschen! Unsere verarbeiteten Lebensmittel verursachen massive bis tödliche Probleme. - Unfallmöglichkeiten:
Als Nächstes stellt sich die Frage nach Unfallmöglichkeiten: Bücher, Bilderrahmen und ähnliche Gegenstände fallen mit Pech auf neugierige Wellensittiche. Schränke und Schubladen sollen deswegen geschlossen bleiben, das Freiflugzimmer muss immer gut aufgeräumt sein. - Lande- und Ausruhmöglichkeiten:
Sehr wichtig sind Lande- und Ausruhmöglichkeiten. Nicht nur Katzenbäume, sondern auch Vogelbäume sind im Handel erhältlich. Ein größerer Vogelbaum und mehrere kleine Landeäste runden das Freiflugzimmer ab. - Boden und Möbelschutz:
Da die Vögelchen mal Kleckse hinterlassen, sollte unter diesen Bäumen ein leicht zu reinigender Boden liegen. Das Bett kann hingegen durch eine Überwurfdecke gesichert werden. - Futter- und Wasserstelle:
Weil Wellensittiche neben ihren Körnern auch frisches Futter wie Gemüse, Früchte und Kräuter in Bioqualität benötigen, wäre eine Futter- und Wasserstelle anzubringen. - Badestelle:
Neben der Wasserstelle soll es eine Bademöglichkeit geben. Im Idealfall gibt es diese und etwas Frischfutter auch im Käfig.
Dennoch kann immer mal etwas passieren. Die Wellensittiche sollen möglichst nur unter Aufsicht raus. Die Zimmertür darf aber nicht ständig auf und zu gehen sowie eventuell auch andere Haustiere wie Katzen zum Problem werden könnten.
Kunstlicht für Wellensittiche?
Wellensittiche sehen schneller als wir Menschen. Ein 60-Hertz-Monitor ist für die Vögelchen lediglich eine Diashow. Einstige Glühbirnen hatten das Problem nicht, heutige Energiesparbirnen, Leuchtstoffröhren und auch LED-Lichter hingegen schon. Sie flackern mit 50 oder bei modernen LED-Lichtern mit 100 Hertz. Wellensittiche sehen rund 150 Bilder pro Sekunde. Das bedeutet, dass auch die Leuchtmittel zu überprüfen sind. Häufig müssen spezielle Vorschaltgeräte die Hertz-Rate auf 200 oder höher steigern.
Außerdem sehen Wellensittiche im Gegensatz zu uns Menschen UV-Licht. Dieses wird durch Fensterscheiben geschluckt. Sobald sich das Fenster öffnet, sehen die Vögelchen die Öffnung und sind schon weg. Deswegen müssen die Fenster ganz sicher geschlossen sein, wenn die Käfigtür sich öffnet. Zur Sicherheit sollte sogar noch ein Schutzgitter vor das Lüftungsfenster angebracht werden.
Für die Bildung von Vitamin D3 ist dieses UV-Licht sehr wichtig. Deswegen werden sogenannte Bird-Lamps im Handel angeboten. Leuchtmittel für Reptilien sind hingegen ungeeignet, da Wellensittiche das UV-Licht in anderer Zusammensetzung benötigen. Die Birdlamp soll oberhalb einer Sitzgelegenheit leuchten und mit einem speziellen Vorschaltgerät wenigstens auf 200 Hertz hochgetaktet sein.
Für alle heiß werdenden Leuchtmittel gilt, dass sie durch ein Schutzgitter abgeschirmt werden müssen. Wellensittiche fliegen sonst in diese hinein und verletzen sich.
Fazit: Wellensittiche sind eine wunderbare Gesellschaft
Wer sich mit der Haltung von Kleintieren nicht auskennt, wird sich bei diesen Zeilen über den hohen Aufwand wundern. Auch andere Kleintiere sind anspruchsvoller, als sie aussehen.
Wellensittiche haben lediglich das Problem, dass sie zum Fliegen viel Platz benötigen. Ansonsten handelt es sich um schöne und soziale Tiere, die sehr anhänglich werden können. Sie trällern vor Freude über einen schönen Moment, binden sich an ihren Partner und werden auch für uns Menschen zur Bereicherung. Bei guter Pflege erreichen Wellensittich bis über 10 Lebensjahre.
Wellensittich als Haustier: Ab welchem Alter?
Wellensittiche sind lediglich zu anspruchsvoll, um sie allein Kindern zu überlassen. Besser ist es, sie selber zu halten und die eigenen Kinder unter Aufsicht einzubeziehen. Ab dem Jugendalter spricht jedoch nichts gegen ein paar Wellensittiche.
Über den Autor: Robert Brungert

Mit ländlichen Wurzeln waren Natur und Tiere schon immer große Themen für Robert Brungert. Vielleicht verbringt er deswegen gerne seine Zeit mit und in der Natur. Nicht nur im Garten, sondern auch im WWW bleibt er seinen Themen treu und wirkt an Info-Seiten zur Gartengestaltung und Kleintierhaltung mit. Sein Schwerpunkt ist der praktische Alltag, den er in seine Themen einfließen lässt.
Robert und sein Kollege Heiko Fröhlich schreiben nicht zum ersten Mal hier am Blog. Siehe auch:
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