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Wie zuverlässig sind Ultraschall-Untersuchungen in der Schwangerschaft? Leider nicht sehr …

Immer wieder kommt es zu Fehldiagnosen, die Schwangere unnötig beunruhigen bzw. absolut in Aufruhr versetzen. Die Aussagekraft der Ultraschall-Ergebnisse hängt stark von der Qualifikation des jeweiligen Arztes ab, schreibt das aktuelle profil Wissen zum Thema Kinder. Wie sehr, hat mich förmlich aus den Socken gehauen:

Meine Kinder sind ja “schon groß” (4 und 7 Jahre alt), und in der Zwischenzeit hat sich in der Pränataldiagnostik wieder eine Menge getan. Viele Einzel-Untersuchungen in der Schwangerschaft – aber längst nicht alle! – sind ein Segen und in der Fachwelt absolut anerkannt, da sie wichtige Informationen liefern, um schon frühzeitig etwas unternommen werden kann. Aber – und jetzt kommt das große ABER:

Die Aussagekraft ist abhängig von der Qualifikation des Arztes

Folgende “Trefferquoten” werden je nach Zertifikat der Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM in Deutschland bzw. ÖGUM in Österreich) erzielt:

  • 90 Prozent richtige Diagnosen bei Ärzten mit dem Zertifikat Stufe 3
  • 40 Prozent richtige Diagnosen bei Ärzten mit Zertifikat Stufe 2
  • nur noch schlappe 22 Prozent richtige Diagnosen bei Ärzten mit Zertifikat Stufe 1
    (zit. in profil Wissen “Kinder!” vom 14. November 2012)

Und jetzt kommt’s: Über Stufe III verfügen in Österreich gerade mal 10 Ärzte! Nachprüfen kann man das hier. Bei der DEGUM kann man ganz smart nach den Ärztinnen und Ärzten suchen: Wenn man hier aber auf Stufe Drei und das Fachgebiet Gynäkologie und Geburtsheilkunde einschränkt, wird das Ergebnis sehr dünn … (interessanterweise werden dort – zwecks Auffettung des Ergebnisses? – auch Ärzte aus der Schweiz mit ausgeworfen …)

Es gibt auch kontraproduktive Untersuchungen

Bei vielen Ultraschalluntersuchung sind sich die Fachleute einig: die bringen eindeutigen Mehrwert. Anders sieht es aus, je weiter die Schwangerschaft fortschreitet: Ultraschalluntersuchungen nach der 24. Schwangerschaftswoche (SSW) sind kontraproduktiv! Sinnvoll sind die Schalle nur, wenn es schon vorher Probleme mit der Plazenta, dem Fruchtwasser oder dem kindlichen Wachstum aufgetreten sind. Ansonsten führen späte Schalle zu keinerlei Erkenntnisgewinn oder Interventionen, auch die perinatale Mortalität verändert sich nicht! Allein die Kaiserschnitt-Rate steigt an, da es häufiger falsch-positive Diagnosen in puncto Versorgung oder Größe des Kindes gibt.

Mehr erstaunliche Pro und Cons, Chancen und Risiken in Bezug auf die anderen pränatalen Diagnostikinstrumente (Nackenfaltenmessung, Combined Test, Praena-Test, Chorianzottenbiopsie und Amniozentese) liefert das aktuelle profil Wissen “Kinder!” vom 14. November 2012. Lesenswert!

Was soll das?

Mir persönlich geht bei solchen Details das Hirn spazier’n …

97 Prozent der Kinder kommen gesund und ohne Behinderung zur Welt, bei nur 3 Prozent ist das nicht der Fall. Allerdings: Nur bei 0,5 Prozent werden diese Behinderungen durch vorgeburtliche Diagnostik festgestellt – bei den restlichen 2,5 Prozent wurden sie nicht entdeckt bzw. entstanden sie erst bei der Geburt.

Früher wurden die pränatalen Untersuchungen nur Frauen mit Risikoschwangerschaft nahegelegt – jetzt werden sie meist auch ohne Indikation durchgeführt. Ist vieles nur ein nettes Körberlgeld für die Gynäkologen? Oder müssen sie sich gegen mögliche spätere Forderungen absichern – und das auf doppelte Kosten der werdenden Eltern, denn:

  1. sind solche Untersuchungen meist privat zu berappen
  2. geht damit jede Menge Unsicherheit bei der Schwangeren einher – Angst und Unsicherheit. Und wenn man weiß, dass das Ungeborene diese Emotionen flugs mitbekommt, na dann gute Nacht …

Foto: Jeinny Solis S., sxc

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Muttis Nähkästchen

Hier plaudert Birgit, alias Mutti, 40+, seit 2009 aus dem Nähkästchen: Authentizitäts-Freak, selbstbewusst grauhaarig, kreativ angehaucht, völlig unperfekte Mutter. Familienblog aus dem Leben mit zwei Jungs - Mutter allein unter Männern. Mehr über Muttis Nähkästchen: About. Nix verpassen? Folgt mir via Social Media oder Newsletter.

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