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#shoppingdetox – Vorwürfe, Kritik und schon wieder ungeahnte Hilfe

#shoppingdetox – Vorwürfe, Kritik und schon wieder ungeahnte Hilfe

Ich habe viele positive Rückmeldungen zu meinem Selbstversuch #ShoppingDetox bekommen – ein Jahr lang werde ich nur kaufen, was ich wirklich brauche. Aber ich musste auch viel Kritik einstecken. Dazu möchte ich heute Stellung nehmen. Und außerdem haben meine Jungs schon wieder ungeahnte Hilfe bekommen.

Kritik und Vorwürfe

Neben vielen, vielen positiven Rückmeldungen kamen auch folgende Meldungen:

Du ruinierst die Wirtschaft!

Echt jetzt? Wenn ich die Leute um mich herum beobachte, mache ich mir überhaupt keine Sorgen um die Wirtschaft. Wenn ich immer schön brav kaufe, dann bin ich also eine gute Bürgerin. Wenn nicht, dann wehe, wehe mir? Im allersten Beitrag zu meinem Selbstversuch beschreibe ich die Beweggründe, die Dokumentation und die prägnanten Aussagen, die zu meinem Entschluss geführt haben. Sorry, aber mein Mitgefühl hält sich in Grenzen. Außerdem habe ich mich klar für die regionale Wirtschaft ausgesprochen: Wenn ich schon was kaufe, dann regional, bio und/oder fair.

Leute wie du sind der Untergang für selbständige Kunsthandwerker, Designer und Kreative!

Tja, Leute. Wenn ich doch schon gefühlte 1.000 Accessoires sowie 753 Kerzenhalter und ähnliche Wohn-Deko besitze und so weiter – ich kann nicht mehr! Ich bin übersättigt! Aber hey, am meisten von dieser Zurückhaltung ist doch die lieblose Billig-/Massenware betroffen.

Das ist kein Minimalismus, sondern Shopping …

Leute, ich hab nie behauptet, dass das hier Minimalismus sein soll. Es geht um bewusstes Einkaufen. Und um Mäßigung. Ich verzichte auf die Neuanschaffung von Dingen, die ich – teilweise in mehrfacher Ausführung – bereits besitze. Ich verzichte auf Dinge, die ich bei ehrlicher Betrachtung nicht wirklich brauche. Ich will regional kaufen und auf Online-Shopping verzichten. Ich will das, was ich tatsächlich kaufe, in hoher Qualität, möglichst nachhaltig und wenn irgendwie möglich Bio und in Fairtrade-Qualität.
In meinen Statusberichten schreibe ich daher auch über Herausforderungen, Versuchungen und tatsächlich Gekauftes – ich bin schließlich auch nur ein Mensch und will nicht päpstlicher als der Papst sein. Ich tu mein bestes.

Ungeahnte Hilfe – Teil 3

Meine gewissenhafteste Shopping-Polizei ist 1,50 und 1,30 m hoch und wohnt bei mir im Haus – meine Kids.

Mama, du wolltest doch nix mehr kaufen!

Wenig begeistert sind sie von der Tatsache, dass davon auch der Süßkram betroffen ist. Aber da bekommen sie – wieder einmal – ungeahnte Hilfe:

Als ich meinen Kleinen kürzlich Brot kaufen schickte, kam er grinsend wie ein frisch lackiertes Hutschpferd wieder nach Hause. In der Einkaufstasche hatte er neben Brot: Süßigkeiten! Wie das kam? Eine unbekannte Frau hat ihm im Supermarkt Geld zugesteckt, damit er sich etwas Süßes kaufen kann!

(Ungeahnte Hilfe Teil 1 + 2 findet ihr hier: #shoppingdetox – erste Herausforderungen, erstes Shopping und ungeahnte Hilfe).

Und was hab ich in den letzten Wochen gekauft?

Keine Süßigkeiten, keine Kleidung, kein Schnick-schnack, kein Zeugs.
Ehrlich.

Nein – doch, da war noch was: eine neue Winterjacke für den Sohnemann. Die habe ich aber weder online, noch bei einer der großen Preiswert-Ketten gekauft, sondern im Fachgeschäft vor Ort. Und dort sind wir zu Fuß hingegangen. Die alte, bereits vom großen Bruder getragene Winterjacke hat den Geist aufgegeben – der Reißverschluss ließ sich beim besten Willen nicht mehr öffnen bzw. schließen. Alle halbwegs nähbegabten Personen in unserem Umfeld haben abgewunken – der Reißverschluss ist derart gefinkelt verarbeitet, dass ein Austausch nur mit sehr, sehr viel Aufwand möglich gewesen wäre. Tja – auch das ist ein wenig erfreuliches Detail unserer Wegwerfgesellschaft …

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  • Alle Statusberichte sowie die Beweggründe für meinen Selbstversuch findet ihr unter diesem Tag: shoppingdetox

Muttis Nähkästchen

Hier plaudert Birgit, alias Mutti, 40+, seit 2009 aus dem Nähkästchen: Authentizitäts-Freak, selbstbewusst grauhaarig, kreativ angehaucht, völlig unperfekte Mutter. Familienblog aus dem Leben mit zwei Jungs - Mutter allein unter Männern. Mehr über Muttis Nähkästchen: About. Nix verpassen? Folgt mir via Social Media oder Newsletter.

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare

  1. #shoppingdetox, Zum Komentar: ” Kunsthandwerker, Designer und Kreative”.

    Da lässt da mal wieder jemand unreflektiert seinen Frust ab? Das Problem ernstnehmen, aber nicht solche unreflektierten Kommenentare. Ich finde den Selbstversuch genial. Aber die Wahrheit ist: Es ist die Einzige Möglichkeit UNSEREN KÜNSTLERN wieder mehr Brot und Arbeit zukommen zu lassen.!!
    In unserem allseits bekannten Hexenharz ist das Kunsthandwerk völlig im A…….. Alle Läden verkaufen chinesisch produzierten Hexen und “Kunstartikel”. Ich habe mit Ladeninhabern persönlich über die Situation gesprochen. Unsere Kunstsachen waren handgemacht und nicht verseuchte Kunststoffprodukte aus China, deren Lösungsmittel schon beim angucken in die nase steigen.

    MfG und wachem Auge

  2. Hallo,
    bei uns geht es schon seit einigen Jahren so, dass fast nichts gekauft wird, was wir nicht unbedingt brauchen. Einerseits, weil das Geld für Schnickschnack felht, andererseits, weil vor ein paar Jahren die Uroma und Oma innerhalb 7 Monaten verstorben sind und wir gaaaanz viel von denen geerbt haben. Also wenn mir die Tassen ausgehen, gucke ich erstmal in die Oma-Kiste, und von Bettdecken gibt es auch jede Menge.

    Mit dem Reissverschluss hatten wir gerade eine ähnliche Erfahrung – die Winterjacke, die von zwei älteren Brüder getragen wurde und trotzdem noch prima aussieht, liess sich nicht mehr schliessen. Mein Mann hat mit jemandem aus irgendeinem Kleidung-reparaturdienst in der Stadt geredet und die haben gesagt, dass man so etwas theoretisch doch reparieren kann, man muss nur einen alten Reissverschluss derselben Grösse haben. Davon haben wir jede Menge, also wird es jetzt irgendwann gemacht. :)

  3. Witzig, daß sich leute echt darüber aufregen können… ich find die idee immernoch spitze und liebäugel immernoch selber mit shopping detox. Also weiter machen ! :-D

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