Muttis Nähkästchen | Familienblog seit 2009 | Impressum | Datenschutz
Zähne putzen mit Kind: 7 typische Irrtümer + Motivationstipp für Putzfaule
Anzeige

Zähne putzen mit Kind: 7 typische Irrtümer + Motivationstipp für Putzfaule

Neulich beim Zahnarzt: Schön geputzt sei etwas anderes, sagte er mit strengem Blick in des Fortpflanzes Mund.
Der Schock folgte sogleich: Ich habe tatsächlich über 40 Jahre meines Lebens meine Zähne FALSCH geputzt! Außerdem hat Herr Zahnarzt noch mit weiteren weit verbreiteten Irrtümern rund ums Zähne putzen aufgeräumt.
Und mit diesen kleinen Tricks klappt’s auch mit dem Kind – TIPP! Sinnvolle Geschenkidee!

Aus eigener leidvoller Erfahrung:

7 gängige Irrtümer über das Zähne putzen mit Kindern

Jede noch so ekelhafte Beschreibung von Kariesteufeln und Zahnbelägen waren für die Katz. Herr Fortpflanz war um keine Ausrede verlegen, um sich vor’m Zähneputzen zu drücken. Es grenzt an ein Wunder (bzw. ist es eine erzieherische Meisterleistung), dass er bis dato noch keine Plombe in den Zähnen sitzen hat.

Dabei haben wir auch diese wirklich grauslichen Tabletten gekaut, um den Zahnbelag zu färben – zur objektiven Beweisführung. Sowas mache er nie wieder, meinte Herr Sohn unter lautem Gewürg.

Zähne putzen mit Kind: Zahnfärbetabletten

Vor’m Zähneputzen drückte er sich immer noch gern.
Daher:

Irrtum Nr. 1:
Argumente helfen

Leider. Nein.

Und dann der Zahnarzt. (Ach, wie liebe ich ihn …)
Sein Blick war streng – sowohl der Blick in den Mund, wie auch sein Blick an uns Eltern.
Dabei gaben wir doch ohnehin schon unser Bestes …
Also wurden wir nach vier Wochen noch einmal zur Putzkontrolle bestellt.
Wir haben geschrubbt. Wir haben geputzt.
Was. Das. Zeug. Hält.
Ehrlich.

Das Ergebnis: Naja.
Darum kamen wir in den Genuss einer Zahnputzbelehrung:

Oh, Schreck! Ich hab über 40 Jahre lang falsch die Zähne geputzt. Kreisbewegungen sind nämlich OUT!

Irrtum Nr. 2:
Kreisende Bewegungen

Bei kreisenden Bewegungen – so wie ich bisher immer geputzt habe – besteht die Gefahr, dass man Speisereste und Zahnbelag in die Zwischenräume hineinputzt. Logisch, das ist kontraproduktiv. Angesagt ist das Ausbürsten vom Zahnfleisch weg – im Fachjargon: modifizierte BASS-Technik. Dazu wir die Zahnbürste etwa im 45°-Winkel angesetzt, die Borsten zeigen direkt in die Fuge zwischen Zähnen und Zahnfleisch. Dann wird sanft gerubbelt und dann Richtung Kauflächen ausgewischt.


Und dann wurde gleich noch mit ein paar weiteren Irrtümern aufgeräumt:

Irrtum Nr. 3:
Feste aufdrücken!

Viel hilft viel. Fest andrücken, damit der Zahnbelag abgeht? Leider nein. Zu festes Aufdrücken kann den Zahnschmelz schädigen. Also sanft. Und mit der richtigen Technik – siehe oben. Ebenfalls empfehlenswert: WEICHE Borsten – sie sind schonender als harte oder mittelharte Borsten. Manche elektrische Zahnbürsten wie z.B. diese hier haben einen eigenen Drucksensor und schlagen Alarm, wenn zu doll geschrubbt wird.


Irrtum Nr. 4:
Gleich nach den Mahlzeiten putzen

In manchen Lebensmitteln sind Säuren enthalten, die den Zahnschmelz aufweichen. Im schlimmsten Fall putzt man dann gleich den Zahnschmelz mit weg. Besser Mund mit Wasser spülen, eine halbe Stunde warten und dann erst putzen.


Irrtum Nr.5:
Kinderzahnbürsten sind unnötig

Blinkende KinderzahnbürsteKleine Zahnbürsten in lustigen Farben? Für coole Jungs schon bald peinlich und ohnehin nur ein Marketing-Schmäh? Tatsäche, ob jetzt Olaf von der Bürste lächelt oder ein Pink Fluffy Unicorn – das ist tatsächlich einerlei. Aber der Rest macht Sinn: Denn meist sind zwar die vorderen Zähne halbwegs gut geputzt. Je weiter es aber nach hinten geht, desto … hüstel. Und da kommen die Kinderzahnbürsten ins Spiel. Sie haben einen kleineren Kopf und idealerweise an der Spitze etwas längere Borsten. Diese Kinderzahnbürste hilft beim Einhalten der richtigen Putzdauer: Die Zahnbürste blinkt 60 Sekunden – das ist die empfohlene Putzdauer je Zahnreihe. Dann kommt die andere Zahnreihe für weitere 60 Sekunden dran: 60 Sekunden oben putzen, 60 Sekunden unten putzen.


Irrtum Nr.6:
Es gibt nur eine Wahrheit bei der Zahnpasta

Zahnpasta mit Enzymen aus der MuttermilchUi, ui! Mienenfeld! Die einen schwören auf Fluorid in der Zahnpasta, die anderen kreiden es als Teufelszeug an. Ich sag dazu jetzt nix. Nur soviel: Diese Zahnpasta ist echt spitze. Sie reguliert den Säurehaushalt und schützt die Zähne und zwar mit Hilfe der Enzyme Lysozym, Locotoferrin und Lactoperoxidase aus der Muttermilch.

Psst! Auch für uns Erwachsene gibt es eine wirklich prima Zahnpasta für die Nacht, die die Bakterien im Schlaf bekämpft. Und auch für Babys gibt’s eine auf Muttermilch basierende Zahnpflege inkl. Fingerhut.

Und zum Thema Fluorid siehe: Streitfall Kinderzahnpasta: Darf’s ein bissl mehr Fluorid sein?


Irrtum Nr.7:
Zahnseide ist unnötig

Tja, leider … Die Zahnbürste erreicht nur rund 45-70 Prozent der Zahnzwischenräume. Und ausgerechnet dort tummeln sich diese fiesen Kariesteufel besonders gerne. Also Zahnseide. Vor allem weil ihm auch eine Zahnspange blüht. Und der Zahnarzt hat gesagt, er gibt ihm keine fixe Zahnspange, wenn die Zähne nicht ordentlich sauber sind …
Nur … erklär das mal (m)einem Kind. Erstens ist die Handhabung wirklich Käse und auch das elterliche Zahngeseide im kindlichen Mund ist mit jeder Menge Protestgeschrei verbunden. Bei uns zumindest. (Falls ihr da einen Geheimtipp habt – immer her damit!)

Aber jetzt haben wir etwas Oberpraktisches gefunden, das sogar den Söhnen Spaß macht: Diese Munddusche. Und zwar nicht irgendeine Munddusche, sondern eine ganz ohne Strom. Einfach auf den Wasserhahn schrauben und mit der Kraft des Wasserdrucks alles rausspülen.
Der Unterschied ist echt spürbar!


Mit freundlichen Grüßen,
Ihr gestrenger Zahnarzt.

… beim nächsten Mal meckert er hoffentlich nicht mehr …

Tja, bleibt die Frage WIE kann ich mein Kind motivieren, die Zähne zu putzen? Wo doch Irrtum Nr. 1 uns deutlich vor Augen geführt hat, dass elterliches Bla-bla nur wenig zielführend ist …

Kindern das Zähneputzen schmackhaft machen

Wir haben endlich eine Methode gefunden: Und zwar mit Playbrush.

Das ist ein Bluetooth-Aufsatz für herkömmliche Kinderzahnbürsten. Am Tablet holt man sich die App Utoothia im App Store oder bei Google Play und los geht’s. Schon wird die Zahnfee beim Kampf gegen Karies & Co.

Und siehe da:

  • Plötzlich ist das (das gar nicht mehr sooo kleine) Kindlein ganz erpicht darauf, zweimal täglich Zähne zu putzen – er will sich schließlich die Abzeichen für Ausdauer verdienen.
  • Wohlmeinendes Eltern-Bla-Bla können wir getrost stecken lassen. Sohnemann braucht keine Argumente mehr – er will das nächste Level erreichen.
  • Zwei Minuten können verdammt lange dauern. So lange dauert nämlich eine Zahnfee-Mission gegen die fiesen Kariesdinger. Da können auch wir Erwachsenen uns bei der Nase nehmen, wenn wir mitputzen.
  • Der Akku in der Playbrush hält wirklich lange.

Hachz! Warum haben wir dieses Wunderding nicht schon früher entdeckt?

Noch ein Tipp: Den Aufsatz immer richtig rum aufstecken! IMMER! Sonst kommt es zu Verzweiflungsschreien im Badezimmer!

Jetzt könnte man noch pingelig bemängeln, dass damit nicht unbedingt die richtige Putztechnik eingeübt wird. Aber hey! Er putzt! Mit Elan und Eifer. Und regelmäßig. Das ist schon mal die halbe Miete. Für die richtige Putztechnik müssen wir Eltern eben immer noch coachen.

Entwickelt wurde Playbrush übrigens von einem Startup aus Wien.

Das könnte dich auch interessieren:

Playbrush sowie die Produkte von Silodent wurden uns konstenfrei vom Hersteller zur Verfügung gestellt.
Herzlichen Dank für Unterstützung!


Enthält Affiliate-Links

Auch dein regionaler Handel bestellt die Produkte gerne für dich! Denn: Wenn der letzte Laden verschwunden ist, das letzte Café geschlossen hat und alle Stadtviertel verwaist sind, werdet ihr feststellen, dass Online-Shoppen doch nicht so toll war! Buy local!

Für mehr Fairness & Transparenz im Netz: Affiliate Links führen zu Produkten in Online-Shops. Bei einem Kauf erhalte ich eine kleine Provision, was das Produkt jedoch keinesfalls teurer für euch macht.


Like it? Bitte folge mir:


Datenschutzhinweis: Mit Klick auf den Link verlässt du diese Seite. Es gelten die Datenschutzerklärungen der jeweiligen Plattformen.



Muttis Nähkästchen

Hier plaudert Birgit, alias Mutti, 40+, seit 2009 aus dem Nähkästchen: Authentizitäts-Freak, selbstbewusst grauhaarig, kreativ angehaucht, völlig unperfekte Mutter (aka. Rabenmutter). Familienblog aus dem Leben mit zwei Jungs - Mutter allein unter Männern. Mehr über Muttis Nähkästchen: About. Nix verpassen? Folgt mir via Social Media oder Newsletter.

Dieser Beitrag hat 5 Kommentare

  1. Wenn ich bedenke welches Drama wir schon mit der Zweijährigen beim Zähneputzen durch haben… Von ganz rabiatem Arme festklemmen und ganz froh sein, dass das Kind brüllt wie am Spieß, weil es dabei ausnahmsweise den Mund aufmacht (immer mal wieder zwischendurch) über eine Krümelmonster-Handpuppe, die sich auch die Zähne putzt; “Ich putze deine Zähne, du putzt meine Zähne”…
    Momentan sind wir auf einer Zahnbürste, die so lange blinkt, wie die Zähne geputzt werden sollen. Sehr geil wenn es abends schon halbwegs dunkel ist, da machen wir das Licht aus und haben eine Zahnputzdisco 😂
    Die Playbrush finde ich allerdings super. Das zweimal tägliche Zähneputzen bekomme ich altersgerecht leider nur mit wohlmeinendem Eltern-Blabla oder Omas hin (da will sie sich aus irgendeinem Grund am liebsten jede Stunde die Zähne putzen…) Aber für in drei, vier Jahren kann man sich sowas durchaus vormerken. Ist ja schon praktisch, immerhin ist das quasi Spielzeit, die einem die Eltern (anders als bei Handy und Tablet) nicht verweigern können.

  2. Ich finde Motivation aus freien Stücke ist immer besser als Zwang. Das Kind muss von selbst darauf kommen, dass Zähneputzen das geringere Übel ist.

    1. Ja, klingt prima – in der Theorie. Was ist dein Geheimrezept diesbezüglich? Es darauf ankommen lassen und Karies zulassen, damit das Kind merkt, wie sich bohren anfühlt?

Kommentar verfassen

Menü schließen