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Homöopathie bei Autismus – Erfahrungsbericht ein Jahr danach

Homöopathie bei Autismus – Erfahrungsbericht ein Jahr danach

Wir sind total von den Socken!

Das waren meine Worte vor einem Jahr. Nach unzähligen durchheulten und kraftraubenden Wochen haben wir damals einen letzten Strohhalm ergriffen: Wir waren mit unserem autistischen Kind beim Homöopathen – mit “sockenraubendem” Erfolg!

Mittlerweile sind ziemlich genau 12 Monate vergangen – Zeit ein Resümee zu ziehen.
Wie nachhaltig war die Wirkung?
Würden wir das wieder machen?
So ist es uns in den vergangenen Wochen und Monaten ergangen:

Die Schullaufbahn unseres Sohnes stand im November/Dezember 2014 (3. Klasse) auf Messers Schneide. Um ein Haar wäre er in einer Sonderschule gelandet – trotz überdurchschnittlicher Intelligenz (auf Wunsch der Schule von Landesschulrat höchstpersönlich getestet und attestiert).
In der Schule ging GAR nichts. Das Kind rebellierte, wollte aus der Schule abhauen, wurde tätlich, arbeitete in den Schulstunden nicht mit, störte den Unterricht erheblich. Alle beteiligten Personen – Eltern wie Lehrpersonal – waren völlig am Ende.

Wir haben gemeinsam mit den Pädagoginnen sehr viel ausprobiert: Beratung und Begleitung von Autismus-Expert*innen (laufend bis heute), autismusspezifische Einzel- und Gruppentherapie (machen wir begleitend noch immer), Arbeiten an unserem eigenen Kommunikationsverhalten, Ernährung, TEACCH-Ansätze in der Schule, Klarheit, Regeln, Strukturen und Arbeitsorganisation … alles mit gutem Erfolg, aber immer wieder mit deutlichen Rückschläge. Und dann war da dieser Strohhalm – Homöopathie.

  1. Erster Termin (Dezember 2014): Der Homöopath – kein “Guru”, sondern ein normaler Schulmedizin-Kinderarzt mit Homöopathie-Zusatzdiplom – hat uns 1,5 Stunden ausgefragt und zugehört. Dann schickte er uns mit einer Einmalgabe (Syphilinum C200, 5 Globuli) nach Hause. Kosten: 100 Euro. Der Erfolg war bahnbrechend! WOW! Ich bekomme heute noch Gänsehaut, wenn ich daran denke! Gleich am nächsten Tag hat die Lehrerin angerufen und gefragt, was wir mit dem Kind gemacht hätten. Siehe auch: Ist mein autistisches Kind geheilt?
  2. Zweiter Termin (Mai 2015): Der wirklich erstaunliche Erfolg blieb 4 Monate ungebrochen. Dann kam ein Einbruch. Ich hab mich rasch um einen erneuten Termin beim Homöopathen bemüht. Diesmal ging’s schneller, wir waren etwa eine halbe Stunde dort. Wir bekamen erneut eine Einmalgabe (Luesinum C200, 5 Globuli). Geld wollte er dafür keines nehmen. Der Erfolg war zwar nicht mehr ganz so überwältigend wie beim ersten Mal, aber dennoch deutlich spürbar – es ging ihm besser, er war wieder aufgeschlossener, fröhlicher und kooperativer.
  3. Dritter Termin (Dezember 2015): Ende November 2015 gab es wieder Schwierigkeiten in der Schule. Ich hab wieder rasch reagiert und bald einen Termin beim Homöopathen bekommen. Wieder waren wir eine halbe Stunde dort, wieder erhielten wir eine Einmalgabe, wieder hat er dafür kein Geld verlangt. Der Erfolg: diesmal etwas verzögert, aber deutlich. Er ist wieder umgänglicher, fröhlicher, ist empfänglich für Argumente. Auch die Geschwister-Konflikte haben sich etwas entspannt. Die Deutsch-Schularbeit zwei Tage nach dem Termin zum Thema Personenbeschreibung (ein bei Autisten scheinbar wenig geliebtes Thema, das er bis dahin völlig verweigert hat) hat er mit “Sehr gut” gemeistert! Und: Wir sind guter Hoffnung, dass unser Sohn im Herbst ein Gymnasium besuchen kann und darf.

Mein persönliches Fazit:

Ich kann euch nur ermutigen, es zu probieren!
Obwohl Homöopathie wissenschaftlich nicht beweisbar ist, haben wir wirklich erstaunliche Erfolge damit erzielt. Ich würde das jederzeit wieder machen. Wenn wieder gröbere Probleme auftauchen, weiß ich nun, an wen ich mich vertrauensvoll wenden kann.
Und ganz ehrlich, allen Skeptikern sei gesagt: Es ist mir herzlich wurscht wie und warum und dass das alles gar nicht sein darf – es funktioniert! Unser aller Alltag hat so enorm davon profitiert – dem Kind geht es besser, uns Eltern geht es besser und auch in der Schule kommen alle viel besser miteinander klar.

Wichtige Anmerkung: Bitte nicht verwechseln – die hier genannten homöopathischen Mittel sind KEIN “Allheilmittel” gegen Autismus! In der Homöopathie wird immer der individuelle Mensch in seiner Ganzheit betrachtet und nicht ein einzelnes “Problem” oder eine “Störung”. Daher kann bei anderen Autisten ein ganz anderes Mittel angebracht sein!
Und: “Heilmittel” ist außerdem ein falscher Begriff in diesem Zusammenhang. Unser Kind wird wahrscheinlich immer “eigen” – auf seine individuelle Art autistisch – bleiben. Mit Hilfe der Homöopathie kommt er mit seinem Anderssein aber besser zurecht und kann Hilfe annehmen.

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Muttis Nähkästchen

Hier plaudert Birgit, alias Mutti, 40+, seit 2009 aus dem Nähkästchen: Authentizitäts-Freak, selbstbewusst grauhaarig, kreativ angehaucht, völlig unperfekte Mutter. Familienblog aus dem Leben mit zwei Jungs - Mutter allein unter Männern. Mehr über Muttis Nähkästchen: About. Nix verpassen? Folgt mir via Social Media oder Newsletter.

Dieser Beitrag hat 9 Kommentare

  1. Liebe Mutti,
    ich bin grade auf deinen Blog und insbesondere auf diesen Beitrag aufmerksam geworden.. Auch ich empfehle immer wieder gerne, es einfach mal mit der Homöopathie zu versuchen. Wie Du auch sagst – jeder ist individuell und reagiert anders… Aber es freut mich umso mehr, dass ihr so gute Erfahrungen gemacht habt!

    Beste Grüße,
    Lena von http://www.phamia.de

  2. Man kann es nicht oft genug wiederholen: Homöopathie kann nicht wirken, weil es hier schlicht und ergreifend nichts gibt, was wirken könnte. Das was wirkt und zu einem großen Teil den Heilungserfolg sowohl der evidenbasierten Medizin als auch der Medizinreligionen (wie der Hömöopathie) ausmacht, ist die Heilerwartung, die sich als Placebo- und Nocebo-Effekt manifestiert. zusätzlich gibt es noch verschiedene psychologische Fehlschlüsse, die dazu beitragen, dass Menschen die Überzeugung entwickeln, Medizinreligionen hätten eine mediziniesche Wirkung.

    1. Liebe Maria,
      ganz ehrlich: Es ist mir herzlich wurscht, WARUM Homöopathie wirkt oder nicht wirkt oder nicht wirken darf.
      Die Schullaufbahn meines Kindes stand auf der Kippe – wir standen kurz vor der Sonderschule – und jetzt geht er auf’s Gymnasium. Und es geht im gut! Er ist nach wie vor speziell und der Autismus ist nicht weggeblasen – aber er KOMMT GUT ZURECHT! DAS ist, was zählt!
      Als besorgtes Elternteil tut man ALLES, um seinem Kind zu helfen. Und diese FÜNF Kügelchen haben einen entscheidenden Impuls dafür gegeben – WARUM auch immer.
      Die evidenzbasierte Schulmedizin hat jedenfalls keine Antwort auf das Thema Autismus.

      Manchmal frag ich mich ehrlich, warum Menschen mit positiven Erfahrungen mit der Homöopathie derart von oben herab belehrt werden. Ich habe weder Leib und Leben meines Kindes riskiert, noch habe ich ihm irgendeine etablierte Therapie verwehrt. Und auch in der evidenzbasierten Medizin gibt es viele Dinge, die nicht erklärt werden können. Dann wird halt mit den Schultern gezuckt: “Sie sind ein medizinischer Graubereich”. Ich selbst bin so ein Graubereich, übrigens. Und nehme es hin. Ist eben so. Ich muss damit leben – auch wenn es evidenzbasiert nicht erklärbar ist.

      Die Schulmedizin hat keine Probleme damit, mit großen Lücken zu leben. Warum habt ihr so große Probleme mit der Homoöpathie? Und das, obwohl sie – wie z.B. in diesem Fall – das Gesundheits- und Sozialsystem nachhaltig entlastet?

  3. Wir hatten ebenfalls Erfolge mit der Homöopathie. Das unser Homöopath nicht gerade der sympathischste Mensch ist und wir sehr skeptisch waren spricht für den Erfolg der Mittel.

  4. Liebe Birgit,
    mein Sohn ist ebenfalls Autist und im Status größter Verzweiflung bin ich auf deinen Blog gestoßen. Wir erleben die von dir geschilderten Probleme zu Beginn der 3. Klasse VS jetzt mehr oder weniger 1 : 1 in der 3. Klasse Gymnasium (angefangen hat es bereits vor einem Jahr). Noch diese Woche werde ich einen Termin beim Homöopathen vereinbaren (der erste, den ich angerufen habe, hat erst einen Ende Februar frei, darum nehme ich den, der den nächstgelegenen Termin zu vergeben hat).
    Auf alle Fälle vielen, vielen Dank für all deine Infos. Deine wertvollenTipps habe ich weder von den Therapeuten im Kinderambulatorium noch sonst jemanden erhalten.
    Ich hoffe, deinem Sohn (und euch allen) geht es nach wie vor so gut wie vor einem Jahr.

    1. Liebe Brigitte,
      vielen herzlichen Dank für dein Feedback. Es ist ja durchaus heikel, so öffentlich über die Besonderheiten der eigenen Kinder zu reden. Aber genau darum mache ich das: um anderen Betroffenen mit Erfahrungsberichten aus erster Hand zu helfen. Schön, dass es tatsächlich so ist.

      Unser Sohn ist mittlerweile im Gymnasium angekommen. Es geht ihm dort sehr gut, auch wenn sich seine Besonderheit natürlich an vielen Stellen zeigen. Auch wir haben nächste Woche wieder einmal einen Homöopathie-Termin – nach über einem Jahr. Nicht wegen Verweigerung, sondern weil er zu oft über Kopfschmerzen/Übelkeit klagt. Mir kommt vor, dass er einfach immer wieder mal einen Impuls braucht.

      Dass dein Sohn diese “Krise” in der 3. Klasse Gymnasium hat, erinnert mich an den Rubikon, der anscheinend zum ersten Mal mit etwa 9 Jahren (Vorpubertät) und dann nochmal in der Pubertät mit etwa 13 Jahren zum tragen kommt. Schau mal, da hab ich darüber geschrieben: Der Rubikon: Das Drama rund um das 9. und 10. Lebensjahr

  5. hmmm – komisch. Warum sind dann die von Neurodermitis blutig aufgesprungenen Wangen unseres Sohnes durch eine 2xige Homöopathiegabe innerhalb von 1.5 Wochen verheilt? Die Schulmedizinische Alternative war Kortison und Immunsuppressiva. Auch weiss ich, dass ich mir dies nicht eingebildet habe da andere es auch gesehen haben und einen Placeboeffekt kann ich ausschließen, da unser Sohn seinerzeit 3 Monate alt war und somit für derartige psychologische Effekte einfach zu jung. :) Als Religion würde ich Homöopathie trotzdem nicht beschreiben – die Schulmedizin hat bei uns genauso ihre Daseinsberechtigung z.B. bei 40 Fieber nachts um 3 gebe ich Zäpfchen nicht Globuli. Allerdings habe ich erlebt, dass es wirkt und würde finde, dass man es nicht von Grundauf schlechtreden sollte. Auch die Schulmedizin besteht oft aus Trial & Error.

  6. Hallo mein Sohn ist 9 Jahre alt und es wird immer schlimmer mit ihm. Wir wissen noch nicht ob er Autismus hat aber seine Züge sind schon sehr nah. Er riesige Probleme sich in der Schule anzupassen reagiert auf Gerüche mit Panik und Übelkeit im Hals Bereich. Auch hat er sehr mit sich selber zu kämpfen jeden Tag neu zu bewältigt. Nun haben wir auch einen Termin bei der Homöopathie und ich hoffe sehr das wir ihm damit wieder ein wenig Lebensqualität geben können. Lg

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