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Wackelzahnpubertät: Der Rubikon – das Drama rund um das 9./10. Lebensjahr

Wackelzahnpubertät: Der Rubikon – das Drama rund um das 9./10. Lebensjahr

Irgendwas ist rund um den 9. Geburtstag passiert: Das Kind rebelliert und begehrt auf.
Und als ich unser Leid klagte, hörte ich von verschiedenen Leuten – begleitet von wissendem Nicken: Ja, ja, das ist der “Rubikon”. Und nun (3 Jahre später) ist das jüngste Kind 8 Jahre alt – und zeigt sehr ähnliches Verhalten.
Was es mit dem Rubikon bzw. der Wackelzahnpubertät auf sich hat und was hilft:

Generell halten verschiedene Expertinnen und Experten das Alter rund um 9 Jahre für ein ganz typisches Alter für Schwierigkeiten. Die Hormone toben, es beginnt die Vorpubertät. Umgangssprachlich wird diese Zeit auch Wackelzahnpubertät genannt. Der Terminus Rubikon war mir bis dato völlig unbekannt – aber ich kann dem Konzept bedingt durch sehr persönliche Erfahrungen durchaus was abgewinnen.

Der Rubikon

Der Rubikon ist ein italienisches Flüsschen, das Cäsar entgegen den Beschlüssen des römischen Senats überschritt, um dann nach Rom zu marschieren und seine glorreiche Herrschaft zu begründen. Dort sprach er auch die berühmten Worte “Alea jacta est” – Der Würfel ist gefallen. Die übertragene Bedeutung wurde von Rudolf Steiner geprägt, um die besondere Seelensituation des 9-jährigen Kindes zu charakterisieren.

“Symptome” des Rubikon

Der Rubikon ist eine innere/seelische Entwicklung im 9./10. Lebensjahr. Das Kind entfremdet sich, eine Trennung vollzieht sich, Zweifel und Kritik an der Erwachsenenwelt tauchen auf, Autoritäten werden infrage gestellt. Besonders das Verhältnis zu den Mitmenschen ändert sich, es entsteht ein größerer Abstand. Das Kind wird kritischer, akzeptiert weniger als “Gottgegeben” oder als selbstverständlich. Lerninhalte in der Schule und das Lehrpersonal werden hinterfragt: “Warum muss ich das lernen?”
Oft fühlt sich das Kind missverstanden und einsam, es fühlt sich eingesperrt und unter Zwang. Viele Kinder sind wütend und revoltieren.

Fühlt sich das Kind in dieser Phase überfordert kommt es ggf. zu Schulkopfschmerzen, Konzentrationsschwäche, Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen, Passivität, wenig eigenständiges Verhalten, apathisches, abwesendes Verhalten, Mutlosigkeit oder Unentschlossenheit.

Körperlich verändert sich das Kind kaum (anders als z.B. beim Zahnwechsel oder in der Pubertät). Messbar ist angeblich nur die zunehmende Angleichung des Verhältnisses von Puls zu Atmung weg vom Kind hin zum Erwachsenen bei etwa 1:4 (Atmung:Puls).

Hilfe im Rubikon: Eisenleiter

Der Rubikon wird in der anthroposophischen Medizin nach Rudolf Steiner mit der so genannten “Eisenleiter” begleitet. Für jeweils eine Woche werden Eisen-Präparate in unterschiedlichen Potenzen gegeben:

  1. Hohe Potenz reines Metall: z.B. Ferrum metallicum D30
  2. “pflanzliche” Eisenverbindung; mit Säuren aus dem Pflanzenreich verbundenes Eisen in mittlerer Potenz, wie z.B. Ferrum citricum D12
  3. natürliche/mineralische Eisenverbindung, wie z.B. Eisenkarbonat: Siderit D6

Die Eisenleiter hilft bei der Verankerung der Ich-Organisation auf seelischer Ebene im Stoffwechselsystem. Sie hilft für mehr Erdung und Präsenz, mehr Selbstbewusstsein, mehr Eigeninitiative und Tatkraft, für ein besseres Verhältnis zur Umwelt und sich selbst sowie einer besseren Bewältigung der alltäglichen Aufgaben.

Die Eisenleiter fördert die Tatkraft und Lebenstüchtigkeit im weitesten Sinne. Sie unterstützt die Bewusstseinsentwicklung unserer heutigen Zeit.

Muttis Fazit: Bingo! Lässt man mal jegliche Ideologie beiseite (ich hab mich bisher noch gar nicht mit Anthroposophie, Rudolf Steiner oder der Waldorf-Pädagogik auseinander gesetzt), wird da ganz klar unsere momentane Situation beschrieben.
Die Eisenleiter ist auf jeden Fall einen Versuch wert. Erstmal bringen wir aber unseren Versuch mit der Homöopathie zu Ende – der Beginn ist schon mal vielversprechend!

Der Rubikon mit 13 Jahren

Tja, Leute, es ist leider noch nicht überstanden. Mit neun Jahren befindet sich das Kind erst in der Vorpubertät. Einen weiteren “Schub” gibt es dann anscheinend mit etwa 13 Jahren. Es bleibt also spannend, die Pubertät lässt grüßen …

Siehe dazu: Pubertät: 13 Überlebenstipps für Eltern



Quellen: dialog-des-augenblicks.de, Anthroposophische Medizin in der Naturheilpraxis, erziehungskunst.de, Praxisforum Spezial: Metalle (pdf)

Der Rubikon: Das Drama rund um das 9.-10. Lebensjahr | Eisenleiter | Steiner, Waldorfpädagogik | Was hilft?

Foto: niekverlaan, Pixabay

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Muttis Nähkästchen

Hier plaudert Birgit, alias Mutti, 40+, seit 2009 aus dem Nähkästchen: Authentizitäts-Freak, selbstbewusst grauhaarig, kreativ angehaucht, völlig unperfekte Mutter. Familienblog aus dem Leben mit zwei Jungs - Mutter allein unter Männern. Mehr über Muttis Nähkästchen: About. Nix verpassen? Folgt mir via Social Media oder Newsletter.

Dieser Beitrag hat 6 Kommentare

  1. Hat die Eisenleiter denn bei Euch funktioniert?

    1. Ich hab sie noch nicht probiert, weil wir zu dieser Zeit auch beim Homöopathen waren. Und der hat uns enorm weitergeholfen! Hätte das nicht so gut funktioniert, wäre die Eisenleiter mein nächster Versuch gewesen. Falls du es ausprobierst, wär ich über einen Erfahrungsbericht sehr dankbar!

  2. Jicks.
    Nun weiß ich wenigstens was los ist….

    Danke für die Aufklärung, davon hatte ich noch nicht gehört.

    Liebe Grüße Melanie

  3. Nur zur Info. Ein Nährstoffungleichheit kann per Definition nicht mit der habe Habe von homöopathisch verdünnten Mineralen behandelt werden.Liegt tatsächlich ein Mineralmangel von wäre es sogar schädlich dies mir einer 1:1e30 verdünnten Präparat zu behandeln. Es wäre in nur jedem 100 millionsten Kügelchen ein einziges Eisenatom (aus der Urtinktur). Es wird also kein Eisen verabreicht und damit auch kein potentieller Mangel behandelt.
    Homöopathie kann nur auf Ebene eines Plazeboeffektes helfen – wenn also keine Wirksubstanz erforderlich ist sondern nur z.B. Zuneigung oder Aufmerksamkeit fehlen.
    Man kann dem Kind dann aber auch irgendetwas anderes geben, worüber es sich freut und wozu man eine nette Geschichte erzählt warum dies hilft.

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