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Kindern die Natur vermitteln

Ich weiß nicht, liegt es am Alter oder an der wachsenden Einsicht: Momentan bin ich ganz hingerissen davon, dass die Natur im Frühling in die erstaunlichsten Grüntöne förmlich explodiert. Ich könnte minutenlang nur dasitzen und staunen. Und ich möchte dieses alljährliche Wunder auch meinen Kindern vermitteln – und zwar ganz ohne oberlehrerhaftes Verhalten, nur durch Erleben. Das ist mir dazu eingefallen:

Viele Menschen spüren sich nur noch, wenn sie Schrilles, Lautes, Grobes, Gefahrvolles oder Düsteres erleben. Das Feingefühl für das Schöne, Mystische, Lyrische ist ihnen abhanden gekommen.  … dies möchte ich meinen Kindern tunlichst ersparen, darum bemühe ich mich darum, gemeinsam mit ihnen die Schönheit der Natur zu erfahren.

Früher bedeutete Garten für mich nur Mühe – als Kind musste ich oft “Äpfelklauben”, also den teils angefaulten Fruchtabwurf aus dem Rasen beseitigen. Die logische Konsequenz daraus war für mich: Bloß keinen Garten, denn der verursacht nur Arbeit. Gerade seit ich nun doch einen eigenen kleinen Garten habe, schätze und erkenne ich die ständige Metamorphose, das alljährliche Werden und Vergehen in vollen Zügen. Ich möchte fast behaupten, mein Garten ist  – neben meinen Kindern – der wichtigste Lehrmeister im Leben geworden. Ein ein wenig von dieser Erkenntnis möchte ich an meine Kinder weitergeben – und zwar mit allen Sinnen:

  • SEHEN, RIECHEN, FÜHLEN:
    Gemeinsame Gartenbegehungen: In meiner Schulzeit habe ich erst “sehen” gelernt – damals ging’s um Fassaden und Architektur.  Erst durch bewusstes Schauen wurde mir die Schönheit und Kreativität der unterschiedlichen städtischen Bebauung bewusst. Davor bin ich achtlos daran vorbeigelaufen. Das war für mich ein Aha-Effekt, der seines gleichen sucht. Daher lade ich meine Kinder immer wieder zu “Gartenbegehungen” ein, wo wir gemeinsam aktiv schauen: Blütenfarben, Blattformen, Grünschattierungen … Duftende Pflanzen wie die Pfefferminze oder – grad aktuell – der Flieder werden aktiv und theatralisch beschnuppert … ahh! Unterschiedliche Blattoberflächen lassen sich hervorragend befühlen.
  • SCHMECKEN:
    Grüne Smoothies:
    Als bekennende Smoothie-Trinker (vgl. So schmeckt Gemüse: Grüne Smoothies) ziehe ich mit meinen Kindern durch den Garten auf der Suche nach ess- bzw. trinkbarem Blattwerk. So begeistert wie nach der gemeinsamen “hochgefährlichen” Brennnessel-Ernte tranken die Kinder kaum zuvor ihren Smoothie. Aufgrund der fiesen Doppelgänger einiger essbaren Beikräutern solltet ihr ein gutes Bestimmungsbuch bei der Hand haben. Logis Meine Buchempfehlungen dazu:
  • Gemeinsam Gemüse anpflanzen: Zugegeben, selbst sähen und Keimlinge wachsen sehen und umtopfen wäre noch lehrreicher, aber auch vorgezogenes Gemüse erfüllt den Zweck: Früchte und Gemüse wachsen nämlich nicht im Supermarkt.
  • Was wächst wo? Diese kleine Ratespiel lässt teilweise auch die Erwachsenen staunen. Mein Aha-Effekt vor einigen Jahren in Thailand: Ananasplantage.
  • Gemeinsam experimentieren: Wie verhält sich eingeschlitzter Löwenzahnstängel im Wasser?

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Muttis Nähkästchen

Hier plaudert Birgit, alias Mutti, 40+, seit 2009 aus dem Nähkästchen: Authentizitäts-Freak, selbstbewusst grauhaarig, kreativ angehaucht, völlig unperfekte Mutter (aka. Rabenmutter). Familienblog aus dem Leben mit zwei Jungs - Mutter allein unter Männern. Mehr über Muttis Nähkästchen: About. Nix verpassen? Folgt mir via Social Media oder Newsletter.

Dieser Beitrag hat 6 Kommentare

  1. Ganz was simples: auf in den Wald. Da gibts immer was zu entdecken: Äste um was zu bauen, Bäume fühlen, Wasserlatschen durchlaufen, Insekten & Vögel sehen und beobachten, dem Wind zuhören wie er die Blätter herumwirbelt.

  2. Schöner Artikel. Selbst beim Lesen des Artikels werden plötzlich alle Sinne angesprochen. Und es geht mir derzeit ähnlich. Erst gestern dachte ich, wie wunderbar doch Frühling ist – mit den vielen verschiedenen Düften in der Luft. Einfach herrlich! Und ich finde es schön, dass du deine Kinder für die Natur und die leisen Klänge im Leben sensibilisierst.

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