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Sticker im Supermarkt – über die Macht der Sammelleidenschaft

Sticker im Supermarkt – über die Macht der Sammelleidenschaft

“Kauf, du Arsch” so titelt das aktuelle Wirtschaftsmagazin brand eins. Unter den zahlreichen Artikeln rund um die Werbung findet sich auch einer zum Thema Sammelsticker – und wie sich diese mehr als positiv auf den Umsatz auswirken.

Mündige Menschen lassen sich nicht manipulieren. Außer man appelliert an ihre Sammelleidenschaft und Kinderliebe.

Und genau darauf zielen die Gratis-Sticker, die die verschiedensten Supermärkte regelmäßig verteilen. Was bei uns – noch – halbwegs lehrreiche und durchaus anspruchsvolle Inhalte sind, sind vielerorts regionale Fußball-Ligen mit Alben im Panini-Stil. Die dazugehörigen Vereinsmitglieder – oftmals selbst Kinder – werden im großen Stil abfotografiert. Selbige schleppen ihre Eltern, Großeltern, Onkeln und Tanten dann in diese Märkte, um das Stickeralbum voll zu kriegen. Und es zahlt sich mehr als aus: 15 bis 20 Prozent über dem normalen Umsatz sind realistisch.

Auch ich bin eine mündige Menschin, komme sogar selbst aus dem Umfeld von Werbung/Marketing/PR – durchschaue also derartige Strategien mit Links.  Und dennoch kann auch ich mich diesem Appeal nicht entziehen. Gerade unlängst marschierte ich zum besagten Supermarkt, obwohl ich sonst eigentlich immer zu einem anderen gehe. Drinnen fragte ich mich, was ich noch kaufen könnte, damit an der Kasse die nächsten 10 Euro überschritten werden – denn pro 10 Euro gibt es ein Sticker-Briefchen “gratis”.

Alle Nachbarskinder sammeln fleißig mit – jedes Kind mit einem eigenen Album. (Ich hab’s wenigstens geschafft, dass sich meine Kinder ein Sammelalbum teilen.) Meine liebe Nachbarin brachte es kürzlich auf den Punkt:

Die größte Sammlerin bin wahrscheinlich ich selbst – und nicht mein Kind. Da erwacht ein wahrer Jagdtrieb in mir.

P.S.: Uns fehlen noch die Sticker Nr. 45, 77, 83 und 114. Wenn also wer von euch … Wie war das nochmal mit der Selbsterkenntnis? … wurscht.

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Hier plaudert Birgit, alias Mutti, 40+, seit 2009 aus dem Nähkästchen: Authentizitäts-Freak, selbstbewusst grauhaarig, kreativ angehaucht, völlig unperfekte Mutter. Familienblog aus dem Leben mit zwei Jungs - Mutter allein unter Männern. Mehr über Muttis Nähkästchen: About. Nix verpassen? Folgt mir via Social Media oder Newsletter.

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