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Frau-Sein heute: Was wir alles sein „sollten“

Frau-Sein heute: Was wir alles sein „sollten“

Die Anforderungen steigen immer weiter: Frau-Sein ist heutzutage wirklich nicht einfach. Wir sollten so viele Rollen erfüllen, dass einem davon nur schwindlig werden kann!


Zwischenruf in eigener Sache:

Liebe Leute!
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Birgit und Christine von Muttis Nähkästchen

Für alle, die uns noch nicht kennen: Hier plaudern Birgit und Christine aus dem Nähkästchen und schreiben über das (Über-)Leben mit Kindern.

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Voraussichtliche Lesedauer: 9 Minuten


Frau-Sein


Frau-Sein heute

Immer wieder höre ich den gleichen Satz und mir selbst geht es nicht anders:

„Ich schaffe einfach nicht alles! In keinem Bereich bin ich perfekt!“

Wie denn auch? Die moderne Frau hat so unglaublich viele Rollen zu erfüllen! Aber Überraschung: Sie hat ebenso nur 7 Tage á 24 Stunden pro Woche zur Verfügung alle ihre Rollen möglichst gut zu erfüllen! Das kann sich schon rechnerisch nicht ausgehen. Denn – wieder Überraschung – sie muss auch manchmal schlafen. Die meisten Mütter kommen nicht auf genug Schlaf. Sei es wegen Kindern, die auch in der Nacht Fürsorge brauchen oder schlichtweg einfach, weil sie keine Zeit dafür haben. Und statt an der Tatsache etwas zu ändern, haben wir auch diesbezüglich ein schlechtes Gewissen. Immerhin müssen wir ja erholt, glücklich und ausgeschlafen aussehen – sonst zerbricht unser Bild, das wir der Außenwelt präsentieren ja auch noch! Ein Teufelskreis.

Vielleicht sollten wir einmal einen Blick auf unsere vielen „Rollen“ riskieren. Es sind nämlich ganz schön viele verschiedene Aufgaben und Anforderungen, denen wir entsprechen sollen oder wollen. Denn ganz oft machen wir uns diesen Druck selbst oder auch gegenseitig!


Die vielfältigen Rollen, die wir tagtäglich stemmen

Oft ist uns gar nicht bewusst, warum wir so überlastet und gehetzt sind. Und auch wenn es uns bewusst ist, dass wir uns oft einfach zu viel aufhalsen, hält uns das nicht davon ab einfach so weiterzumachen. Immerhin schaffen es alle anderen auch.

Was wir selten bedenken, wenn wir uns solche „Vorbilder“ nehmen: Wir wissen nicht wie deren Lebenssituation wirklich ist. Hat diese andere Frau vielleicht mehr Hilfe im Alltag? Viele tolle Mitarbeiter in der Firma? Einen Lebenspartner, der sie jederzeit unterstützt? Andere finanzielle Voraussetzungen? (Ja Geld macht nicht auf jeden Fall glücklich, aber es macht vieles einfach leichter.)

Zu aller erst sollten wir uns also davon verabschieden uns ständig mit anderen zu vergleichen. Niemand hat die gleichen Voraussetzungen!

Was müssen wir also alles unter einen Hut bringen:

ACHTUNG: Enthält Ironie!!!!


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#1 Die fürsorgliche Mutter

Frau-Sein wird auch immer mit der perfekten Mutter gleichgesetzt. Als Mama ist man rund um die Uhr für die Kinder da. Man kümmert sich um alles und sie stehen immer an erster Stelle. Arbeit geht nie vor. Eigene Interessen und Hobbys sind zweitrangig. Immer hat man ein offenes Ohr für ihre Anliegen und natürlich hat man immer Zeit um zu spielen, zu basteln und zu kuscheln. Die gute Mutter organisiert auch immer tolle Ausflüge, plant Play-Dates und beschäftigt und fördert den Nachwuchs rund um die Uhr. Natürlich müssen die Kinder nie in eine Fremdbetreuung – zuhause ist es doch am schönsten für die lieben Kleinen.

(Eine herrliche Vorstellung – nur nicht immer machbar, denn wir sollten ja auch noch die anderen 12.000 Rollen erfüllen.)


#2 Die Karriere-Frau

Eine Mutter zu sein, ist ja schön und gut, aber das ist ja doch eher eine Berufung – etwas das man gerne macht, oder? Man muss schon auch beruflich etwas vorweisen können. Bitte nie von einem Mann abhängig machen! (Achtung: Finanzielle Absicherung ist tatsächlich sehr wichtig!!) Frau sollte also schon alles daran setzen die Karriereleiter hochzuklettern. Am besten sitzt sie natürlich in der Chefetage eines internationalen Konzerns und reist von Meeting zu Meeting um die ganze Welt. Die Selbstständigkeit ist natürlich auch gerne gesehen – Mompreneur wird das dann genannt und ist natürlich sehr modern. Eine Mutter, die sich ganz problemlos nebenbei erfolgreich selbstständig macht. Also das ist schon das Mindeste, was man erreichen sollte. Bitte nicht einfach einem Job zum Geld-Verdienen nachgehen – das sollte schon etwas Tolles sein. Ein Job in dem man sich selbst verwirklicht und nebenbei fett Kohle scheffelt.


#3 Frau-Sein: Für immer schön und jung

Neben diesen zwei Aufgabenbereichen stehen bei uns Frauen Schönheit und Jugend natürlich an oberster Stelle. Wo käme man denn da hin, wenn man uns die Strapazen ansehen würde – immerhin geschieht das alles mit Leichtigkeit. Also rauf aufs Laufband, regelmäßig ins Kosmetikstudio und zum Frisör, streng Diät halten und immer top gepflegt sein! Ungeschminkt ist man weder Mutter noch Karrierefrau und das Outfit sollte auch immer top sein. (Achtung: Nicht zu langweilig und auch nicht zu ausgeflippt oder aufreizend!)

Für viele Frauen ist das tatsächlich ein enormer Druck und dieses „Jugend erhalten“ nimmt sehr viel Zeit in Anspruch. Sport, Maniküre, Pediküre, Gesichtsmasken, Peelings, uvm. verschlingen auch Zeit, die man neben Kids und Job auch noch irgendwie reinquetschen sollte.


#4 Der liebe Haushalt

Also der Haushalt gehört natürlich alleinig in den Aufgabenbereich der Frau und dieser Bereich darf bitte niemals vernachlässigt werden. Ganz ehrlich – das geht doch wirklich nebenbei, oder? Das bisschen Staubsaugen, Wischen, Abstauben, Bäderputzen, Aufräumen, Aussortieren, Fensterputzen, die liebe Wäsche, die Geschirrberge – das kann man ja immer ganz leicht irgendwo dazwischen quetschen! (Achtung: Trotzdem den Kindern nie etwas abschlagen, die Arbeit liegen lassen oder – Gott bewahre – das Familienwochenende dafür missbrauchen!!)


#5 Der grüne Daumen

Wir Frauen haben doch ein Auge für das Schöne – deshalb lieben wir Blumen und Pflanzen natürlich über alles und jede wirklich gute Frau hat natürlich einen grünen Daumen. Unsere Freizeit verbringen wir daher gerne bei der Gartenarbeit. Es soll ja immer hübsch für unsere Familie und die Besucher aussehen. Das ist ja praktisch unsere Visitenkarte – was sollen denn die anderen denken, wenn wir keinen schön gepflegten Garten haben. Unkraut wäre ja wirklich extrem peinlich und ein Zeichen von Schwäche.


#6 Frau-Sein: Gesundes Essen für unsere Lieben

Wir Frauen lieben es ja zu kochen und unsere Familie zu umsorgen. Liebe geht ja bekanntlich durch den Magen. Wir sind stets auf dem neuesten Stand was Ernährungsexperten so empfehlen und kochen täglich mehrmals frisch für unsere Familie. Fertigprodukte kommen natürlich niemals auf den Tisch. Wir haben die Nährwerte unserer Familie immer im Kopf und achten darauf, dass sich wirklich alle gesund ernähren. Kommt Besuch backen wir natürlich noch schnell einen Kuchen und zu jedem Fest bringen wir unzählige selbst gekochte und selbst gebackene Köstlichkeiten mit! Das ist ja wohl das Mindeste.


#7 Die Ehe/ Beziehung pflegen

Beziehung ist auch Arbeit. Kümmert man sich nicht um sie, dann wird sie verkümmern. Auch das liegt natürlich hauptsächlich in unserem Interesse. Wir sind immer für unseren Partner da, überraschen ihn oft mit netten Kleinigkeiten und unterstützen ihn natürlich immer so gut es geht. Wenn er seine Ruhe braucht, halten wir ihm die Kinder vom Leib und sorgen dafür, dass er nach der Arbeit in ein aufgeräumtes gemütliches Zuhause kommt.


#8 Freundschaften pflegen

Freundschaften zu pflegen und zu erhalten nimmt ebenfalls viel Zeit in Anspruch. Aber unsere Freundschaften sind uns wichtig! Deswegen finden wir immer eine Möglichkeit mit Freunden auszugehen, sie einzuladen und ihnen etwas Gutes zu tun.


#9 Hobbys

Nur weil wir Mütter sind, werden wir natürlich keine Langweiler. Unser Geist braucht Futter. Also bloß nicht auf „sinnvolle“ Hobbys vergessen. Ein Instrument lernen, Konzerte besuchen, ins Museum gehen, Vorträge besuchen, stricken, häkeln, malen, viel lesen (sonst verblödet man ja komplett), neue Sportarten ausprobieren (wie gesagt – sportlich MUSS man einfach sein) und das Reisen sollte auch nicht zu kurz kommen – wer nicht die Welt bereist, hat ja gar nicht wirklich gelebt.


#10 Soziales Engagement zeigen

Dankbarkeit ist das A und O. Es geht uns sehr gut hier in unseren Breitengraden. Die Zeit muss also noch sein sich auch sozial zu engagieren. Ehrenamtliche Tätigkeiten tun der Gesellschaft und auch der eigenen Seele gut. Zumindest ein „selbstloses“ Hobby sollte man also schon haben.


#11 Das Wichtigste zum Schluss: Niemand darf den Struggle bemerken!!!

Besonders wichtig: Zeige nie, dass du erledigt bist oder etwas nicht schaffst. Das alles muss nämlich stets mit einem Lächeln auf den Lippen geschehen. Das Leben ist schön. Das solltest du als Frau immer ausstrahlen – so wird die Welt ein bisschen schöner!!!


Wie geht es euch mit so einer Aufzählung? Ist das realistisch? Kann EIN MENSCH das alles schaffen und erfüllen? Die Anforderungen sind so hoch geworden. Alles kann einfach nicht perfekt funktionieren. Man muss Abstriche machen in bestimmten Bereichen! Entweder man streicht bestimmte Punkte ganz (holt sich z.B. Hilfe von außen oder verzichtet auf gewisse Dinge) oder man macht eben alles so gut es geht – erwartet dann aber in keinem Bereich Perfektion!

Nicht zuletzt durch vermeintliche „Vorbilder“ auf Social Media ist unser Perfektionismus so extrem geworden. Die anderen schaffen es ja auch! Wirklich? Woher wollen wir wissen, wie es bei anderen tatsächlich aussieht.

Mir persönlich wird bei so einer Liste schwindlig – auch ich versuche es immer allen Recht zu machen. Mal mehr mal weniger erfolgreich. Schon oft habe ich von meinem Körper eine Verwarnung dafür kassiert und ich hoffe für mich selbst und auch für jede von euch, dass wir es irgendwann schaffen so manche Rolle einfach abzugeben oder zumindest nicht mehr so ernst zu nehmen.

Wenn unser Leben einmal zu Ende geht, ist es vermutlich jedem sch….egal wie viel wir monatlich verdient haben und ob das Haus immer frisch gesaugt war!


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Christine

Christine, chaotische Mama von 4 Kids berichtet hier als Co-Bloggerin vom Leben zwischen Babybrei und Vorpubertät! Der Social-Media Name "Die lauten Nachbarn" ist hier täglich Programm. Folgt uns gerne auch auf Instagram und Facebook!

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Nicht zu vergessen: #12 Me-Time und Selbstfürsorge. Um nicht bei all dem Stress die gesamte Familie und den Rest der Welt anzuschreien, sollten wir jeden Tag Yoga machen, meditieren und mit Hilfe von Büchern und Kursen unsere Vergangenheit bearbeiten und der Gegenwart achtsam und in uns ruhend begegnen lernen.

    Mein Leben ist mit #1, #4 und #6 schon ausgefüllt. Keine Ahnung, wie ich da noch mehr reinpacken soll.

    Sehr spannend fand ich beim Lesen, die „seitenverkehrt“-Variante. Wie klänge dieser Text, wenn er das männliche Ideal abbilden würde? 😒

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