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Die große Gefahr für Kinder: WASSER

Die große Gefahr für Kinder: WASSER

Wie kann so etwas nur passieren? Niemals würde ich mein Kind unbeaufsichtigt nahe dem Wasser lassen. Im Grunde kann ja nichts passieren, wenn man in der Nähe ist – man kann das Kind ja schnell wieder aus dem Wasser fischen. Falsche Annahmen, die schon vielen Kindern das Leben gekostet haben. Wir sind diesem tragischen Schicksal letzte Woche nur knapp entkommen. Wir haben die große Gefahr Wasser unterschätzt!

Ein gemütlicher Nachmittag bei einer Freundin – ein großer Garten, viele Spielgeräte, sechs Kinder und ein Pool! Unsere 3-Jährige war den ganzen Nachmittag etwas zögerlich und vorsichtig und erst nach ca. 3 Stunden entdeckte sie den Spaß am Baden und tollte mit ihrem großen Bruder ausgelassen im Pool herum. Nach einiger Zeit wurde ihr kalt und sie wollte wieder am Klettergerüst und Trampolin spielen. Ich nahm ihr die Schwimmflügel ab, trocknete sie ab und sagte ihrem großen Bruder, dass ich nur noch schnell das Baby stillen möchte und dann geht es ab nach Hause. Ich saß auf der Terrasse – etwa 2 Meter vom Pool entfernt – als mein Sohn zu mir lief und mir zurief, dass die Kleine in den Pool gehüpft ist. Ihm war in dem Moment die Reichweite gar nicht bewusst und trotzdem hat er ihr damit das Leben gerettet.

Sofort sprang ich auf, legte das Baby eher unsanft ins Gras und fischte meine Kleine aus dem Pool. In diesen wenigen Sekunden sah ich, wie sie noch kurz kämpfte und mit den Armen ruderte und mich unter der Wasseroberfläche mit großen Augen ansah. Sie wäre lautlos untergegangen.

Diesen Anblick werde ich wohl nie wieder vergessen!

Ich war nur einige Minuten unachtsam um das Baby zu stillen und schon war es geschehen. Immer wieder male ich mir aus, was geschehen wäre, wenn ihr Bruder nicht noch am Poolrand gesessen und Alarm geschlagen hätte. Vielleicht hätte ich noch 2 oder 3 Minuten nicht hingesehen und die Folgen wären fatal gewesen.

Ich habe nichts gehört, sie hat nicht gerufen oder laut herumgeplantscht – sie wäre still ertrunken. Der Schock steckt uns noch tief in den Knochen und ohne Schwimmweste wird sie in einem Garten mit Pool nie wieder spielen bis sie ausgezeichnet schwimmen kann, denn es kann eben wirklich so schnell gehen. Hat man einen Pool zu Hause muss man vielleicht mal auf die Toilette, zur Haustür oder wird von einem Geschwisterkind abgelenkt. NIEMAND ist IMMER zu 100 Prozent aufmerksam.

Bitte achtet auf Eure Kleinen!

Als ich sie im Arm hielt, hat sie nur normal geweint. Sie hat kein Wasser ausgehustet, nicht erbrochen und war nach diesen wenigen Sekunden auch nicht bewusstlos. Trotzdem wusste ich: die Gefahr ist noch nicht vorbei! In einem Erste-Hilfe-Kurs vor vielen Jahren habe ich vom sekundären bzw. trockenen Ertrinken gehört. Ein scheinbar harmloser Badeunfall führt viele Stunden später zum Tod des Kindes.

Natürlich habe ich sofort im Krankenhaus angerufen und den Vorfall geschildert. Der diensthabende Arzt meinte, ich sollte mir keine weiteren Sorgen machen. Trotzdem recherchierte ich weiter und war sehr beunruhigt. Drei Nächte lang schlief unser Mädchen nun bei uns im Bett und wir hoffen, dass es wirklich glimpflich ausgegangen ist.

Wasser - Die große Gefahr für Kinder

Was kann also im Nachhinein noch passieren?

Es gibt drei Varianten, die auch nach der Rettung aus dem Wasser noch zum Tod eines Kindes führen können:

  1. Trockenes Ertrinken

    Das Kind gerät ins kalte Wasser – atmet zwar kein Wasser in die Lunge ein, aber der angeborene Eintauchreflex setzt ein. (Daher geschieht diese Form eigentlich nur bei sehr kleinen Kindern.) Es kann zu einem Stimmritzenkrampf kommen und das Kind bekommt zu wenig Sauerstoff. [Die Stimmritze ist eine Ritze zwischen den Stimmbändern.] Im schlimmsten Fall erstickt das Kind.

  2. Sekundäres Ertrinken

    In diesem Fall gelangt tatsächlich Wasser in die Lunge. Das Kind erscheint ganz normal und kann dennoch Tage später sterben, weil sich Ödeme in der Lunge bilden und das Kind an den Folgen erstickt.

  3. Lungenentzündung

    Durch das Wasser in der Lunge kann sich eine Lungenentzündung entwickeln, die unbehandelt ebenfalls Tage später zum Tod des Kindes führen können.

Gott sei Dank treten diese Fälle des „nachträglichen Ertrinkens“ nur sehr selten auf. Aber auf die leichte Schulter sollte man diese Tatsache trotzdem nicht nehmen.

Ertrinken: Wann ihr den Notarzt rufen solltet

Treten folgende Symptome – auch noch Tage nach dem Badeunfall – auf, sollte man sich auf keinen Fall scheuen, sofort einen Krankenwagen mit Notarzt zu rufen. Atembeschwerden sind IMMER ein Notfall!



  • Schweres Atmen
  • Röcheln
  • Wiederkehrendes Husten
  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • Schmerzen beim Atmen und rasselnde Geräusche

 

Ertrinken:
Folgende Punkte sollte man Badeunfall immer durchführen bzw. kontrollieren:

  • Ist das Kind bei Bewusstsein?
  • Atmet das Kind?
  • Wenn ja – stabile Seitenlage
  • Wenn nein – sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen!

Wiederbelebungsmaßnahmen:

  • 5x beatmen:
    • Kinder über ein Jahr: Mund-zu-Mund-Beatmung
    • Kinder unter einem Jahr: Mund-zu-Nase-Beatmung
  • 30x Herzdruckmassage (Frequenz 100-120x/Minute)
    • Kinder über ein Jahr: Mit einer oder beiden Händen
    • Kinder unter einem Jahr: Mit ein bis zwei Fingern
  • Dann immer weiter 2x beatmen und 30x Herzdruckmassage.
    • Solange wiederholen bis das Kind bei Bewusstsein ist und atmet oder die Rettungskräfte eintreffen.

ACHTUNG!

Diese Auflistung ist nur eine Übersicht und jedem Elternteil ist anzuraten, einen speziellen Erste-Hilfe-Kurs für Kinder zu absolvieren oder sich zumindest gute Literatur zu besorgen und anzueignen. Auch bin ich selbst keine Ärztin und gebe keine Garantie auf Vollständigkeit dieser Angaben.

Buchtipps für Erste Hilfe:

Zum Abschluss ist nur noch zu sagen:

Unterschätzt niemals die große Gefahr Wasser für Kinder! Denn Wasser zieht Kinder magisch an und man kann nicht darauf vertrauen, dass sie nicht absichtlich oder unabsichtlich hineingelangen. Könnt ihr nicht wirklich beim Kind im Wasser sein – schützt das Kind mit einer Schwimmhilfe, die es nicht eigenständig ablegen kann wie z.B. einem Bojenanzug oder einer guten Schwimmweste. Schwimmflügel oder Schwimmreifen sind ohne Aufsicht kein ausreichender Schutz vor dem Ertrinken.

Ward ihr selbst schon in derartigen Situationen?

Wir würden uns über Eure Erfahrungen freuen.

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Christine

Christine, chaotische Mama von 4 Kids berichtet hier als Co-Bloggerin vom Leben zwischen Babybrei und Vorpubertät! Der Social-Media Name "Die lauten Nachbarn" ist hier täglich Programm. Folgt uns gerne auch auf Instagram und Facebook!

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