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Homeschooling: Wie der häusliche Unterricht funktioniert

Homeschooling: Wie der häusliche Unterricht funktioniert

Wir genießen die Zwangspause von der Schule. Meine Kinder lernen fleißiger denn je, sind motiviert und wissbegierig. Sogar Mathematik – das bisherige Panikfach – klappt plötzlich wie von Zauberhand. “Können wir nicht für immer zuhause lernen?” fragte mich mein Sohn schon nach 3 Wochen Homeschooling. Aber wie funktioniert das eigentlich auf Dauer? Unsere derzeitige Situation mit vorgefertigten Wochen- oder Tagesplänen ist ja nicht ganz vergleichbar mit dem häuslichen Unterricht, den man in Österreich beantragen kann. Eine erfahrene Homeschooling-Mama erzählt uns von ihrem Alltag mit dem häuslichen Unterricht und hat mir all meine Fragen beantwortet.

Angela ist eine Vollblutmama, die es liebt mit ihren drei Kindern das Leben und den Alltag zu bestreiten. Die Musik- und Tanzpädagogin unterrichtet selbst seit vielen Jahren in verschiedenen Schulformen und weiß genau wovon sie spricht und warum sie ihre Kinder einen anderen Weg gehen lässt. Warum sie zuhause unterrichtet, was in unserem Schulsystem nicht gut läuft und wie sich der häusliche Unterricht mit dem eigenen Berufsleben vereinbaren lässt, hat sie mir in einem Interview verraten:

Homeschooling: Wie der häusliche Unterricht funktioniert

 

Interview mit einer Homeschooling-Mama:

Wann und warum wurde der Gedanke geboren Deine Kinder zuhause zu unterrichten?

Wenn ich ehrlich bin, habe ich bereits in meiner eigenen Schulzeit darüber nachgedacht, wie ich es für meine eigenen Kinder einmal anders machen kann. Mit 6 Jahren begann ich Geige zu spielen und seit ich laufen kann tanze ich. Diese beiden Leidenschaften sind meine gesamte Kindheit und Jugendzeit im Mittelpunkt gestanden. Ich habe in vielen Ensembles und Orchestern gespielt, hatte viele Konzerte und Auftritte. Mein Gefühl der Schule gegenüber, war immer, das sie mich hindert, das zu tun was ich möchte und vor allem hat sie mir viel Zeit gestohlen, in der ich lieber geübt hätte. Vor allem die Jahre, die ich ins Gymnasium gegangen bin, waren zäh, da ich viel und lange Nachmittagsunterricht hatte und dann keine Kraft mehr blieb ausreichend zu üben. So kam es oft dazu, dass mich meine Mutter dazu überreden musste, obwohl ich von Herzen gerne Musik machte.

Dieses Gefühl, mich in der Schule permanent mit Themen auseinanderzusetzen, die mich nicht interessierten und meine Energie raubten, hat mich schon damals sehr bedrückt und oft wütend und verzweifelt gemacht.
Daher war es naheliegend, meinen eigenen Kindern so gut es geht den Rücken frei zu halten, damit sie ihre Leidenschaften entdecken und verstärken können und sich möglichst wenig Zeit mit dem beschäftigen müssen, was für sie nicht von Interesse ist.

Du hast ja als Musik- und Tanzpädagogin selbst viel an Schulen gearbeitet. Hast Du da viel mitbekommen, dass Du für Deine Kinder nicht möchtest?

Vorab möchte ich betonen, dass ich ein absoluter Schulbefürworter bin. Ich finde Schulen sollten die zentrale Anlaufstelle für die Bildung unserer Kinder sein. Das Zentrum der Gesellschaft. Doch leider weicht die Realität im Großen und Ganzen noch weit von meiner Vorstellung einer Bildungseinrichtung ab, die jungen Menschen hilft ihr Potential zu entdecken und zu entfalten. Daher engagiere ich mich seit Jahren im Netzwerk Schule im Aufbruch, um hier wirklich ein tiefgreifende Veränderung herbeizuführen.

Anm.: Angela engagiert sich stark im Netzwerk Schule im Aufbruch. Es geht dabei darum wie man Schulen (nicht alternative sondern staatliche Schulen) besser und moderner gestalten kann.

Ganz allgemein gesprochen kann ich sagen, dass fast alles, was ich an Schulen selbst miterlebt habe (ich unterrichte seit 2005 an der NMS [Neue Mittelschule] und Volksschule im Bereich Musik und Tanz), das Lernen eher hemmt und verhindert, statt unterstützt und fordert. Die Neurobiologie hat schon lange genau dargelegt unter welchen Voraussetzungen das Hirn in der Lage ist zu lernen. Leider finden diese Erkenntnisse kaum Einzug in die Schulpraxis.



Du unterrichtest derzeit ja nur Deinen ältesten Sohn zuhause (2. VS). Stellst Du es den zwei Kleineren frei, ob sie das auch möchten?

Ja. Ich habe es auch meinem ältesten Sohn freigestellt. Er hat sich im letzten Kindergartenjahr die Volksschule mehrmals angesehen. Hat die Schulreifeprüfung gemacht und miterlebt, wie sich die anderen Schulanfänger auf die Schulzeit vorbereitet haben.

Da er bereits früh bei vielen Sportvereinen dabei war, hatte er allerdings bereits im letzten Kindergartenjahr fünf Nachmittagstermine pro Woche. Da ich weiß, wie wesentlich die freie Zeit für alle Kinder ist, in der sie sich selbst überlassen sind oder mit Geschwistern, Freunden oder auch alleine spielen können, habe ich ihm aber auch klar gemacht, dass wir einige dieser Nachmittagstermine streichen müssen, wenn er in die Schule geht. Wir haben viel darüber gesprochen, wie es sein wird, wenn er einen anderen Weg einschlägt als seine Kollegen aus dem Kindergarten.

Mein Mittlerer hat im März auch die Schulreifeprüfung gemacht. Er ist sich noch nicht so ganz sicher. Aber eigentlich sagt er, möchte er auch zu Hause bleiben. Entscheiden müssen wir uns bis einen Monat vor Schulbeginn.

Könntest Du Dir Homeschooling mit mehreren Kindern in verschiedenen Altersklassen vorstellen? Das stelle ich mir relativ schwierig vor.

Da mein Mittlerer von ganz alleine innerhalb des letzten Monats komplett selbstständig Lesen und Schreiben gelernt hat und seine Motivation enorm ist, kann ich mir sehr gut vorstellen, ihn neben Simon – der dann in die 3. Schulstufe kommt – auch zu Hause zu haben.

Wenn ich ganz ehrlich bin, denke ich, dass wir im Sommer mit dem Mittleren wahrscheinlich schon mehr oder weniger mit dem Stoff der 1. Klasse durch sind, ohne dass so etwas wie Unterricht stattgefunden hat.

Auch interessant:
Zweitmeinung gefragt? Hier erzählt eine Mutter, die zwei Kinder in zwei unterschiedlichen Schultypen zuhause unterrichtet: Freilerner-Erfahrungsbericht: So klappt Homeschooling im häuslichen Unterricht

Welche Vorteile hat das Homeschooling für euch?

Ich muss hierzu vorab sagen, dass ich zu Hause definitiv KEINEN Unterricht mache. Ich sehe keinen Sinn darin zu Hause „Schule“ zu machen. Denn es geht mir darum auf das Kind und seine Interessen und Fähigkeiten zu reagieren und Rücksicht zu nehmen.

Vorteil ist auf jeden Fall, dass wir zumindest vormittags den Luxus haben, nicht nach der Uhr leben zu müssen. Ich habe natürlich das Schuljahr inhaltlich so ungefähr im Kopf, aber innerhalb dieses Rahmens kann Simon komplett frei entscheiden, womit er sich beschäftigen möchte. Als Beispiel: Bis Weihnachten hat er nur Schreibschrift gelernt. Wir haben kein einziges Mal ein Mathe-Heft aufgeschlagen oder in Deutsch Grammatik gemacht. Er wollte erst dieses Thema ganz durchgearbeitet haben, bevor das nächste kommt. Nach Weihnachten war dafür ausschließlich das kleine Einmaleins an der Reihe. Da hat er wiederum Deutsch außen vor gelassen. Vom Lerntyp entspricht es ihm nicht, ständig das Thema zu wechseln, er möchte eine Sache in Angriff nehmen und dann zu Ende bringen und abhaken.

Erkennst Du auch Nachteile am Homeschooling?

Nachteile sehe ich für uns persönlich derzeit keine. Allerdings für die weiterführende Schulzeit nach der Volksschule schon. Denn ich werde niemals die Rolle eines Lehrers einnehmen. Ich bin die Mama und schaffe einen Rahmen, in dem er sich die Dinge selbstständig aneignen kann. Das geht vom Stoff her in der Volksschule noch sehr gut. Allerdings kann ich mir das später nicht mehr vorstellen, wie sich ein 10-/11-Jähriger Mathe, Physik, Englisch, Geschichte, etc. selbst beibringen kann. Hier müsste ich all diese Inhalte selbst lernen um eine Hilfe sein zu können. Das werde ich aber nicht tun, da mir meine eigene Lebenszeit dafür zu wertvoll ist. Meine Schulzeit ist vorbei.
Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass sich das Homeschooling bei uns auf die Volksschulzeit beschränkt.

Wie weit im Voraus planst Du den „Unterricht“?

Gar nicht. Ich weiß immer wo die Reise ungefähr hingehen sollte, daher halte ich das Material für Simon bereit. Für was er sich dann entscheidet, lasse ich frei. Viele Themen sind auch oft schon erledigt, da sie im Alltag bereits gelernt wurden. Beispielsweise das Rechnen mit Geld oder viele Themen aus dem Sachunterricht. Wenn er da das Heft durchblättert ist selten ein Thema dabei, das nicht ohnehin schon im echten Leben ausreichend behandelt wurde.


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Wie viele Stunden habt ihr täglich Unterricht? Man sagt ja im Homeschooling benötigt man viel weniger Zeit und kann dadurch früher Schluss machen und evtl. sogar längere Ferien einplanen.

Wenn ich ganz ehrlich bin variiert das sehr stark und ist oft von vielen Faktoren abhängig. Es gibt Wochen in denen er kein einziges Mal ein Heft in der Hand hatte und dann gibt es wieder Phasen, wo er jeden Tag nach dem Frühstück mal eine Stunde schreibt oder rechnet. Oft hängt es vom Wetter ab. An Regentagen wird mehr schriftlich erledigt, als wenn das Wetter schön ist.

Wenn die kleinen Geschwister nicht im Kindergarten sind, passiert auch viel weniger, als wenn er vormittags alleine zu Hause ist. Würde man das Ganze im Schnitt ausrechnen wollen, würden wir sicher nicht über eine halbe Stunde täglich kommen.

Wobei ich ganz klar betonen muss, dass alles was das Rechnen, Lesen und Schreiben betrifft natürlich immer Teil unseres gemeinsamen Familienalltags ist, fern von Schulheften! Die bewusste Auseinandersetzung mit den Fragen der Kinder und sich Zeit für ihre aktuellen Themen zu nehmen – das ersetzt den größten Teil des oft mühsam im Sitzen angeeigneten Wissens!

Wie läuft das genau ab? Bekommst Du für jedes Jahr im Vorhinein eine Info welcher Stoff in diesem Schuljahr bewältigt werden muss? Kaufst Du dann selbst Bücher nach Wahl oder wird Dir etwas nahegelegt? Bereitest Du jeden Abend den Unterricht für den nächsten Tag vor oder hast Du Wochenziele und kannst täglich frei entscheiden, wie die Stimmung gerade ist?

Jeder Schüler in Österreich, egal ob Externist, oder in einer Schule hat pro Schuljahr ein Budget. Das steht allen gleich zu. Bei der Schulbuchbestellung der Volksschule bestelle ich ganz normal für Simon mit. Alle Fachbereiche. Dazu besorge ich natürlich viel Material, bei dem ich weiß, dass es Simon Spaß macht und sich auch um die Themen der jeweiligen Schulstufe dreht. Das Einmaleins hat er zum Beispiel nur mit „Nicht-Schulmaterial“ gelernt. Die Uhrzeit dagegen einfach im Matheheft. Es ist immer schnell klar, mit welcher Art der Aufgabenstellung Simon selbstständig zurechtkommt und wo er anderes Material braucht, um arbeiten zu können.
Ich bereite überhaupt nichts vor, sondern wir besprechen gemeinsam, ob und was er tun möchte und dann suchen wir uns zusammen, was ihm dabei helfen kann.

Habt ihr immer am Vormittag Unterricht, wenn die Geschwister im Kindergarten sind oder geht das auch mal neben den Kleinen?

Idealerweise erledigt er viele Sachen am Vormittag, wenn die Kleinen weg sind. Jetzt in der Corona Ausnahmesituation ist es definitiv schwieriger für Simon konzentriert zu arbeiten, denn sobald er sich hinsetzt, wollen die beiden Kleinen mitmachen und auch rechnen und schreiben. Allerdings motivieren sie sich gegenseitig auch enorm. Als der Mittlere plötzlich mit dem Lesen begonnen hat, hat der Älteste auf einmal gemerkt, dass er ihm jetzt doch voraus sein möchte und sich nicht einfach von seinem kleineren Bruder einholen lassen will.

Wie läuft die Externistenprüfung ab? Bekommt man da vorher Informationen oder ist das einfach der Jahresstoff in allen Fächern? Wie war das für Deinen Sohn?

Bei der Externistenprüfung wird ein Querschnitt durch den Stoff der gesamten Schulstufe abgefragt. Die Prüfung der 1. Klasse hat ca. 2 ½ Stunden gedauert. Ein Lehrer arbeitet mit dem Kind, ein zweiter Lehrer protokolliert alles genau und ein dritter Lehrer hat Prüfungsaufsicht. Also eine echte kommissionelle Prüfung. Es gibt eine Art Stoffeinschränkung, die aber sehr allgemein gehalten ist. Es wurden Themen abgefragt, die nicht auf dieser Liste standen, aber auch andere nicht abgefragt, mit denen wir uns extra vorher noch intensiver beschäftigt haben. Generell können sie bei dieser Prüfung nur feststellen, ob der allgemeine Wissensstand der jeweiligen Schulstufe entspricht.

Der Ablauf der Prüfung war Gott sei Dank ein positives Erlebnis für Simon. Sollte ein Externist die Prüfung nicht bestehen, gibt es grundsätzlich keine Möglichkeit der Nachprüfung. In diesem Fall, müsste das Kind ab Herbst dann in die Schule gehen.

Hast Du Befürchtungen, dass es ihm fehlt Teil einer Klassengemeinschaft zu sein? Oder auch dass ihm Theaterbesuche, Eislaufkurse, Landschulwochen etc. mit der Klasse fehlen?



Speziell bei Simon habe ich dieses Gefühl überhaupt nicht. Er hat sich sehr früh getraut zu Vereinen (z.B. Skiclub, Radclub) oder auch den Pfadfindern zu gehen. Von Anfang an hat er dort auch an Lagern und Ausflügen mit Übernachtung teilgenommen. Er hat Freunde mit denen er sich seine Treffen größtenteils selbstständig organisiert und ist eigentlich nachmittags fast nie zu Hause. Ich kann mir allerdings vorstellen, dass es natürlich Kinder gibt, bei denen die sozialen Kontakte eher sehr eingeschränkt sind.

Hast Du ein gutes Netzwerk mit anderen Eltern, die Homeschooling betreiben? Wo kann man sich austauschen und dazulernen?

Wir sind in verschiedenen Gruppen vernetzt. Allerdings gibt es nur eine Handvoll, mit denen wir uns tatsächlich treffen. Bis vor Weihnachten haben wir uns fast jede Woche getroffen – ca. 4 Familien. Momentan fallen diese Treffen natürlich auch komplett aus. Und es sind Kinder in dieser Gruppe, die zum Beispiel seit diesem Schuljahr wieder in der Schule sind und daher nicht mehr kommen. Was ich sehr positiv in unserer kleinen „fixen” Gruppe finde ist, dass wir alle versuchen darauf zu schauen, was die Kinder wollen und nicht prinzipiell sagen, es ist zu Hause besser als in der Schule. Es sind zum Beispiel zwei Familien dabei, bei denen ein Kind in die Volksschule geht und das andere zu Hause ist. Ein Freund von Simon war die 1. Klasse in der Schule. 2. Und 3. Klasse zu Hause und ist jetzt in der 4. Klasse wieder in der Schule.

Darf das jeder machen oder muss man dafür eine Prüfung ablegen?

Jeder kann in Österreich sein Kind zu Hause lassen. Es gibt in Österreich eine Unterrichtspflicht, aber keine Schulpflicht. Das ist der große Unterschied zu Deutschland beispielsweise. In Deutschland muss jedes Kind in eine Schule gehen. In Österreich muss das Kind nur unterrichtet werden. Wo ist allerdings den Eltern überlassen. Die „Abmeldung zum häuslichen Unterricht“ ist ein reiner Formalakt, den die Bildungsdirektion genehmigen muss. Mit dem Vorbehalt, dass man jährlich die Externistenprüfung absolviert.

Es gibt ja auch Familien, die gemeinsam Homeschooling betreiben (also an einem Tag sind die Kinder beider Familien dort am anderen Tag da). Gibt es so etwas häufig? Was hältst Du davon? Wäre das eine Alternative für Dich bzw. würde Dir das Deinen Alltag erleichtern?

Ich habe davon gehört und gelesen. Vor allem in Wien gibt es solchen Gemeinschaftsprojekte. Aber persönlich kenne ich niemanden. Im Land Salzburg gibt es einfach auch zu wenige Kinder im häuslichen Unterricht (ca. 90 im gesamten Bundesland). Schon die wöchentlichen Treffen sind oft schwierig, weil wir alle so weit voneinander entfernt wohnen (Faistenau, Abtenau, Stadt, Wals, Henndorf). Es wäre eine unmögliche Fahrerei um gemeinsam regelmäßig zu lernen und die Kinder gegenseitig zu betreuen.

Davon abgesehen, möchte ich auch nicht für den Fortschritt oder Lernerfolg eines anderen Kindes verantwortlich sein. Unser Familienkalender ist voll, da wir alle sehr viel Musik machen und Simon viel Sport, da bin ich wahnsinnig froh, dass die Vormittage meistens nicht mit Fahren und Terminen verplant sind.

Wie lässt sich Homeschooling mit der eigenen Berufstätigkeit vereinbaren? Mit einem klassischen Bürojob ist das ja kaum möglich (Betreuung und Unterricht).

Da sprichst du ein zentrales Thema an. Um sein Kind nicht in die Schule zu geben, muss man natürlich einen anderen Rhythmus haben. In unserem Fall sind meine Schwiegereltern, die mit im Haus leben, unser Luxus. Wobei ich sagen muss, dass meine Hauptarbeitszeit schon immer der Nachmittag war, da ich hauptsächlich im Freizeitpädagogischen Bereich tätig bin. Da hilft es grundsätzlich wenig, wenn die Kinder am Vormittag in Kindergarten und Schule sind. Im Musikum beispielsweise habe ich oft bis 18:00 und später unterrichtet. Ohne Oma und Opa undenkbar.

Wenn ich vormittags an der Neuen Mittelschule unterrichte, ist Simon oft dabei, oder er ist bei den Schwiegereltern. Er ist aber auch immer wieder unterwegs mit der Firma meines Mannes oder bei meinem Schwager. Simon liebt es zu arbeiten und Dinge zu tun, die tatsächlich getan werden müssen. Er merkt sofort, wenn man ihn „nur beschäftigen“ will, oder wenn er in einen echten Arbeitsprozess eingebunden ist. Da ist er dann Feuer und Flamme und mit großem Eifer und Durchhaltevermögen im Einsatz.

 

Vielen Dank an die liebe Angela für dieses wunderbare Interview.

Das kleine DankeschönKleiner Tipp: Gemeinsam mit ihrer Schwester hat Angela bereits ein Buch im hauseigenen Verlag veröffentlich. Echte Powerfrauen!

Das kleine Dankeschön ist das perfekte kleine Geschenk!
Wunderschöne Illustrationen und feinsinnige Reime erwecken die Figur des „kleinen Dankeschöns“ zum Leben, welches sich auf den Weg von einem Herzen zum anderen begibt. Unterwegs befallen das „kleine Dankeschön“ Zweifel und seine anfängliche Freude und Selbstsicherheit verwandelt sich in Mutlosigkeit. Es versucht den Vorstellungen anderer von einem „Dankeschön“ gerecht zu werden.
Doch erst als es seine wahre Natur erkennt, erfüllt es glücklich seine Mission.

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Für uns persönlich ist Homeschooling durch meine Rückkehr in meinen Beruf nächstes Jahr leider keine Option. Meinem Sohn würde es aber sicher gefallen. Meine Tochter hingegen braucht den täglichen Schulalltag mit all seinen Dramen schon eher. Ich finde es aber sehr schön, wenn Kindern diese Möglichkeit geboten werden kann. In den letzten Wochen bekam ich im Social Media Bereich viele Zuschriften aus Deutschland, dass sie sofort auf Homeschooling umstellen würden, wenn es auch dort erlaubt wäre.

Wir alle hier werden diese innige Zeit sehr vermissen, in der wir nach Lust und Laune in den Tag leben konnten und witzigerweise trotzdem alle Pflichten und Lerninhalte unterbringen konnten. Ein kleiner Lottogewinn und schwupp – schon hätten wir dieses Leben wohl dauerhaft – allerdings wohl auf einer spanischen Insel. ;-)

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Christine

Christine, chaotische Mama von 4 Kids berichtet hier als Co-Bloggerin vom Leben zwischen Babybrei und Vorpubertät! Der Social-Media Name "Die lauten Nachbarn" ist hier täglich Programm. Folgt uns gerne auch auf Instagram und Facebook!

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