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#shoppingdetox – Zwischenbericht und verstörende Fakten

#shoppingdetox – Zwischenbericht und verstörende Fakten

Wie geht es mir eigentlich mit meinem Selbstversuch?
Ich wollte doch 12 Monate lang nur das kaufen, das ich WIRKLICH brauche … Ich wollte – wenn schon, dann – REGIONAL, BIO und/oder NACHHALTIG und FAIR kaufen und auf Online-Shopping verzichten. Hab ich bisher durchgehalten? War ich heimlich shoppen?
Hab ich aufgegeben?

Ich hab versprochen, ehrlich zu sein – auch wenn ich scheitere.
Ich sag’s euch mit einem Lied, das ihr bestimmt schon mal gehört habt.
Und ein paar verstörende Fakten:

Mittlerweile sind fast fünf Monate ins Land gezogen … es geht nicht um Minimalismus oder darum, Geld zu sparen. Es geht um bewussten Konsum.

Und eines Tages fällt dir auf, dass du 99 Prozent davon nicht brauchst … das haben auch schon andere entdeckt. Das Lied kennt ihr bestimmt – hört doch mal genau auf den Text:

Ein paar verstörende Fakten:

  • Wir kaufen 400 Prozent mehr Kleidung als noch vor 20 Jahren!
    Früher war Kleidung etwas, das uns für sehr lange Zeit begleitet hat (wer von euch stopft noch Socken?!?).
  • Durch Dumping-Preise wird Kleidung zunehmend zum Wegwerfprodukt. Der durchschnittliche Amerikaner erzeugt 41 Kilo Textilabfälle pro Jahr. (Und ich wage zu behaupten, dass wir Europäer_innen den Amis da in keiner Weise hinten nachstehen.)
  • Neben der Öl-Industrie ist die Modebranche für die meisten Umweltverschmutzungen verantwortlich.
  • Mehr als 90 Prozent der verarbeiteten Baumwolle ist genetisch verändert, sie benötigt große Mengen Wasser sowie Chemikalien. Die Baumwollproduktion ist verantwortlich für 18 Prozent des weltweiten Einsatzes von Pestiziden und 25 Prozent der gesamten Verwendung von Insektiziden. Die Auswirkungen dieser Chemikalien ist weitgehend ungetestet – und betrifft die Menschen in der Herstellung wie auch die Träger_innen. Unsere Haut ist das größte Organ und nimmt diese Chemikalien auf …
  • 97 Prozent der Kleidung wird in Asien gefertigt. Es gibt rund 40 Millionen Textilarbeiter_innen. Sie gehören zu den am schlechtesten bezahlten Arbeiter_innen weltweit, ca. 85 Prozent sind Frauen. Ausbeutung, Gefährdung der Gesundheit, mangelnder Arbeitnehmer_innen-Schutz sowie Missachtung von Frauen- und Menschenrechten sind an der Tagesordnung.
    Quelle: http://truecostmovie.com

Es geht also nicht nur um das “nicht brauchen” – es ist nicht in Ordnung, wenn Menschen an ihrem Arbeitsplatz sterben müssen:

Und – war ich nun shoppen?

Nein, war ich nicht. Ich hab seit 19. Dezember 2015 keine Kleidung für mich gekauft. Mein Kleiderschrank quillt über, ich bin gesättigt. Ich könnte täglich etwas anderes anziehen – tu es aber nicht. Ich trage ohnehin immer nur meine paar Lieblingsteile.

Zugegeben, es fällt nicht immer leicht. Die Sommer-Kataloge und Schaufenster werben mit sehr hübschen Dingen. Hachz …
Im Pfingsturlaub sind wir durch eine Einkaufsstraße in Italien geschlendert. Mein Mann meinte:

So schnell waren wir da noch nie durch!

Eine Lektion in Sachen Online-Shopping hab ich gelernt: Wie hier schon angesprochen ist Shopping vor Ort bei Gott eine Herausforderung. Die gute Tapete für unseren Keller hat mir jede Menge Zeit, Geld und Nerven gekostet. Es hat DEUTLICH länger gedauert. Und war auch DEUTLICH teurer. Und obwohl ich die Tapete letztendlich vor Ort und nicht online gekauft habe, hat wohl auch der Raumausstatter nicht wirklich gut daran verdient … Aber immerhin: Mittlerweile hängt das gute Teil und sieht echt klasse aus. Und ich bin mir treu geblieben und habe nicht online-geshoppt.


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Muttis Nähkästchen

Hier plaudert Birgit, alias Mutti, 40+, seit 2009 aus dem Nähkästchen: Authentizitäts-Freak, selbstbewusst grauhaarig, kreativ angehaucht, völlig unperfekte Mutter (aka. Rabenmutter). Familienblog aus dem Leben mit zwei Jungs - Mutter allein unter Männern. Mehr über Muttis Nähkästchen: About. Nix verpassen? Folgt mir via Social Media oder Newsletter.

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare

  1. DANKE für dein SEIN .. dein TUN .. dein ERZÄHLEN .. es er-INNert und inspiriert. NIcht nur mich.

    Mit einem Herzensgruß aus Tirol
    Daniela

  2. Hallo, ich finde das sehr bewundernswert, dass du das schaffst!!! Beide Daumen hoch!!
    Wir sind in unserer Familie auch auf diesem Weg: hochwertige, schadstoffarme Dinge kaufen. Gut darauf aufpassen, dann hat man sie länger. Und: wenn man eine Weile so lebt, versteht man irgendwann auch nícht mehr, wie der Konsum früher so ein Magnet sein konnte. Was um Himmels willen war am Samstag in der Shoppingmeile toll? Rauf auf den Berg, Natur genießen, keine Menschenmassen…
    Freiheit. Wenn man sich vom Konsumzwang einmal befreit hat, erlebt man FREIHEIT.

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