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E-Nummern: Wie bedenklich sind sie wirklich und welche Lebensmittel-Zusatzstoffe wirken sich negativ auf das Verhalten von Kindern aus

Wie schädlich sind E-Nummern wirklich? Aktuell macht Wiener Zucker massiv Kampagne gegen Zuckerersatzstoffe – unter den angeprangerten Inhaltsstoffen ist auch Stevia-Glykosid E960. Bei näherer Recherche kommt man aber drauf, dass nicht alles, wo E- drauf steht, automatisch zu verteufeln ist. Dennoch gibt es zahlreiche E-Inhaltsstoffe (wie etwa die bedenklichen Azo-Farbstoffe), um die wir lieber einen riesengroßen Bogen machen sollten.


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Birgit und Christine von Muttis Nähkästchen

Für alle, die uns noch nicht kennen: Hier plaudern Birgit und Christine aus dem Nähkästchen und schreiben über das (Über-)Leben mit Kindern.

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Nicht überall, wo E- drauf steht, ist Chemie drin. Naja, so ganz stimmt das nicht – schließlich lassen sich ja auch natürliche Produkte chemisch aufschlüsseln. Fix ist aber: hinter so mancher E-Nummer steckt ein Naturprodukt. Wenn ihr also E960 (Stevia) ablehnt und lieber zum Würfelzucker greift, fragt euch bitte, ob du wirklich lieber 1-Alpha-D-Glucopyranosyl-2-ß-D-fructofuranosid verspeisen willst. Gezielte Konsumentenverwirrung, nenne ich das. Einen lesenswerten Kommentar zu diesem Thema findet ihr hier: Rundumschlag mit der Chemie-Keule (wienerzeitung.at)

Aber viele E-Nummern sind tatsächlich höchst bedenklich: Die Forschung hat gezeigt, dass Zusatzstoffe in zahlreichen Kinder-Lebensmitteln und Getränken Wutanfälle und störendes Verhalten verursachen können: Farbstoffe in Produkten wie Süßigkeiten oder Getränken können bei bis zu einem Viertel aller Kleinkinder Änderungen im Verhalten auslösen. Auch Kinder ohne ADHS-Disposition sind betroffen.

Die Studie: 227 Dreijährige auf der Isle of Wight nahmen an einem Projekt des United Kingdom Asthma and Allergy Research Center teil. Zwei Wochen lang tranken die Kinder Fruchtsaft mit täglich 20 mg künstliche Farb- und 45 mg Konservierungsmittel, die entweder gleich oder unterhalb der zulässigen Konzentrationen dosiert werden. Die getesteten Additive waren die künstlichen Farbstoffe E102 Tartrazin, E110 Gelborange, E122 Azorubin, E124 Ponceau 4R sowie das  Konservierungsmittel Natriumbenzoat E211. Alle fünf wurden zur gleichen Zeit in einem einzigen Getränk gegeben.
Zwei weitere Wochen tranken die Kinder Fruchtsaft, der im Aussehen identisch, aber ohne die Zusätze war. Beobachtet wurde das Verhalten in Bezug auf Unterbrechen, Hantieren mit Gegenständen, andere stören, Schlafschwierigkeiten, Konzentrationsmangel und Wutanfälle. Die Ergebnisse zeigten, dass die künstlichen Farbstoffe und Konservierungsmittel „erhebliche Auswirkungen“ auf das Verhalten der Kinder hatte.

Welche Zusatzstoffe gibt es?

  • E 100 – E 180: Farbstoffe (optische Aufbesserung)
  • E 200 – E 297: Konservierungsmittel (Verlängerung der Haltbarkeit)
  • E 300 – E 385, E 270: Antioxidantien (Verhindern der Reaktion mit Luftsauerstoff )
  • E 400 – E 495: Verdickungsmittel (Binden von Wasser)
  • E 260 – E 450, E 500 – E 538: Säureregulatoren (Verleihen eines sauren Geschmacks)
  • E 541 – E 585, E 900, E 925 – E 948, E 1505, E 1518: Diverse wie Backtriebmittel, Treib-und Schutzgase, Schaumverhütungsmittel, Emulgatoren, Feuchthaltemittel
  • E 620 – E 640: Geschmacksverstärker (Intensivieren von Geschmackseindrücken)
  • E 901 – E 914 Trennmittel (Verhindern vom Verkleben)
  • E 950 – E 999, E 420, E 421: Zuckeraustauschstoffe (Süßen von Lebensmitteln)
  • E 1105 – E 1450: Enzyme (Hervorrufen bestimmter Reaktionen)

Bedenkliche Inhaltsstoffe:

Künstliche Farben (in Süßigkeiten, Getränke, Imbissbuden, Getreide und vielen verarbeiteten Lebensmitteln)

  • E 102 Tartrazin, zitronengelb (synthetisch hergestellter Azofarbstoff; für Brausepulver, Fruchtessenzen, Aromalikör): allergische Reaktionen, insbesondere bei Asthmatikern und bei Aspirinunverträglichkeit
  • E 104 Chinolingelb (synthetisch; für Puddingpulver, Räucherfisch, Ostereierfarbe): allergische Reaktionen möglich; im Tierversuch Lebertumore bei Ratten bei reinem Chinolin
  • E 110 Gelborange S, Sunsetgelb FCF (synthetisch hergestellter Azofarbstoff; für Marillenmarmelade, Fertigsuppen, fertige Käsesaucen, Marzipan): allergische Reaktionen, insbesondere bei Aspirinunverträglichkeit, im Tierversuch Nierentumore
  • E 122 Azorubin, Carmoisin(synthetisch hergestellter Azofarbstoff;für Fertigprodukte, Pudding, Süßwaren): allergische Reaktionen insbesondere bei Aspirinunverträglichkeit
  • E 123 Amaranth (synthetisch hergestellter Azofarbstoff; für Liköre, Fischrogen): allergische Reaktionen insbesondere bei Aspirinunverträglichkeit
  • E 124 Cochenillerot A, Ponceau 4R (synthetisch hergestellter Azofarbstoff; für Fruchtgelees, Lachsersatz, Süßwaren): allergische Reaktionen insbesondere bei Aspirinunverträglichkeit
  • E 127 Erythrosin; rosa (synthetisch; Cocktail-Kirschen): gelegentlich allergische Reaktionen, Verdacht auf Schilddrüsentumor bei Tieren, Verdacht auf Hyperaktivität
  • E 128 Rot 2G (synthetisch hergestellter Azofarbstoff; für „Breakfast-Sausages“): allergische Reaktionen möglich
  • E 129 Allurarot (synthetisch hergestellter Azofarbstoff; Speiseeis, Süßwaren): allergische Reaktionen möglich, Verdacht auf Hyperaktivität und Neurodermitis
  • E 133 Brillantblau (synthetisch; Zuckerwaren, Getränke): Im Tierversuch wurden in hohen Konzentrationen Ablagerungen in Nieren und Lymphgefäßen festgestellt
  • E 142 Brillantsäuregrün, Grün S(synthetisch; für Süßwaren)
  • E 151 Brillantschwarz BN, Schwarz PN (synthetisch hergestellter Azofarbstoff; für Fischrogen, Saucen, Lakritze): allergische Reaktionen möglich
  • E 154 Braun FK (synthetisch hergestellter Azofarbstoff; für geräucherte Heringe aus England und Norwegen): Schädigung von Leber und Herz im Tierversuch, allergischeReaktion möglich
  • E 155 Braun HT (synthetisch; Zuckerwaren): allergische Reaktionen möglich

Konservierungsmittel:

  • E 200-203 Sorbate (Margarine, Dips, Kuchen, Obst insgesamt)
  • E 210-213 Benzoate (Säfte, Softdrinks, Liköre, Sirupe, Medikamente)
  • E 220-228 Sulfite (Trockenfrüchten, Fruchtsäften, Wurst usw.)
  • E 280-283 Propionate (Brot, Fladenbrot, Backwaren)
  • E 249-252 Nitrate, Nitrite (in Fleisch-und Wurstwaren wie Schinken; synthetisch; für Pökel- und Fischprodukte, Käse): Bildung von krebserregenden Nitrosaminen, hemmt die Sauerstoffaufnahme im Blut, entsteht auch beim Warmhalten von Gemüse, schädlich für Kleinkinder
  • Synthetische Antioxidantien – in Margarinen, pflanzliche Öle, frittierten Lebensmitteln, Snacks, Kekse usw.
  • E 310-312 319-320 Propyl- Octyl- bzw. Dodecylgallat (synthetisch; für Kaugummi, pflanzliche Fette und Öle, Kartoffelinstanterzeugnisse, Snacks, Süßwaren): allergische  Reaktionen, insb. bei Asthmatikern und Aspirinunverträglichkeit, Magenbeschwerden, beeinträchtigt die Infektabwehr im Tierversuch, Propylgallat darf Säuglingsnahrung nicht zugesetzt werden, kann zu Blausucht führen, Nierenschäden im Tierversuch bei Ratten (306 bis 309 sind sichere Alternativen)
  • Geschmacksverstärker – in Cracker, Snacks, Take-aways, Instant-Nudeln, Suppen 621 MSG 627, 631, 635 Dinatriuminosinat, Dinatriumguanylat, Ribonukleotiden

Zusatzstoffe sind weit verbreitet in Lebensmitteln wie Brot, Butter, Kekse, Joghurt, Saft und Müsliriegeln sowie in Junk-Food. So manches vermeintlich gesund ernährte Kind konsumiert täglich bis zu 20 Zusatzstoffe oder mehr!

Reizbarkeit, Wutausbrüche, oppositioneller Trotz, Unruhe und Schwierigkeiten beim Einschlafen sind die wichtigsten Auswirkungen auf das Verhalten von Additiven. Eltern ist nur selten bewusst, dass diesen Zusatzstoffen viele andere Effekte einschließlich Streit mit Geschwistern, dumme Geräusche, Sprachverzögerung, Angst, Depression oder Konzentrationsprobleme zugeordnet werden kann. Additiv-freie Kinder sind in der Regel ruhiger, zufriedener und kooperativ. Hautausschläge, Kopfschmerzen, Bettnässen, Bauchschmerzen, Verstopfung oder Asthma können ebenfalls auftreten. Speziell bei Asthmatikern kann Sulfit-Konservierungsmittel (220-228) in Lebensmitteln wie Trockenobst, Würste, Sirup und Fruchtgetränke die  Atemwege reizen.

Also, was können wir essen?
Das wichtigste vorab: Etiketten lesen!
Konservierungsmitteln meiden, Joghurt, Eis, Bonbons und dergleichen ohne Farbstoffe.
Chips, Kekse und Nudeln ohne Aromastoffe.
Wasser trinken.

Quellen: foodmatters.tv, E_Nummern

Foto: Wiener Zucker via Horizont

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Dieser Beitrag hat 8 Kommentare

  1. Perfekte Auflistung, herzlichen Dank!
    Sonnige Grüße
    Edeltraud

  2. Was sagen Sie denn zu Aroma im Joghurt? Es ist nicht einfach einen Fruchtjoghurt ohne Aroma zu bekommen. Sogar in Bioware ist welches drin. Ich möchte aber keinen Erdbeerjoghurt mit 5% Erdbeeren und einer Ladung Aroma, damit er schmeckt wie 20% Erdbeeren. Vom Farbstoff mal ganz zu schweigen. Da fühle ich mich als Verbraucher getäuscht. Ich meide inzwischen die fertig gemischten Joghurts und esse Naturjoghurt mit einem Löffel Marmelade (50% Frucht und 50% Zucker) oder rühre mir einen Smoothie (100% Frucht) drunter, wenn grad keine fischen Erdbeeren zur Hand sind.

  3. Ich nutze teilweise Tiefkühlware, die man im Mixer mit Jogurt mixt. Das schmeckt sehr gut :-)

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