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Ausflugstipp für Wien-Fans: Remise – Verkehrsmuseum der Wiener Linien

Ausflugstipp für Wien-Fans: Remise – Verkehrsmuseum der Wiener Linien

Immer einen Besuch wert: Die Remise, das Verkehrsmuseum der Wiener Linien.
Für Schienen-Fans (so wie mein Sohn).
Für Wien-Fans.
Und auch für Mütter von Schienen- und/oder Wien-Fans!

Wir haben wieder erstaunliche und hochinteressante Geschichten und Fakten gehört.
Ein paar überraschende Zahlen, Daten, Fakten rund um den öffentlichen Verkehr in der Bundeshauptstadt. Und wie schneiden die Öffis im Vergleich zu Berlin ab?

Wissenswertes über die Wiener Linien

Hab ihr euch schon einmal gefragt, wie viele Straßenbahnen es in Wien gibt? Wir schon. Und darum haben wir nachgefragt.
Es gibt bei den Wiener Linien insgesamt:

  • 161 Linien: 5 U-Bahn-Linien, 29 Straßenbahnlinien und 127 Buslinien
  • 1.140 Fahrzeuge: 158 U-Bahnen, 514 Straßenbahnen und 468 Busse
  • Fahrpersonal: 788 U-Bahn-Fahrer, 1.472 Straßenbahnfahrer, 1.385 Busfahrer (und Fahrerinnen)
  • Außerdem: 5.454 Haltestellen, 346 Rolltreppen, 306 Aufzüge, 10 Betriebsgaragen bzw. Garagen

Mehr als 939 Millionen Fahrgäste benutzen die Öffis. Die Wiener Linien hoffen gar, bis 2020 die Fahrgastmilliarde zu knacken :)

Die geplante U5 wird übrigens komplett fahrerlos fahren.

Und wer die Wien auch aus der Ferne mit den Öffis erkunden will, dem sei dieses obercoole Spiel für Wien-Fans und U-Bahn-Enthusiasten ans Herz gelegt!

Verkehrsmuseum Remise

Denkmalschutz

In den wunderschönen Hallen der ehemaligen Tramway-Remise Erdberg erzählen die Wiener Linien 150 Jahre Öffi-Geschichte. Das gesamte Areal steht unter Denkmalschutz – sogar das Kopfsteinpflaster vor den Gebäuden!
Umso erstaunlicher ist das, was die Wiener Linien daraus gemacht haben: Ein wirklich tolles und modernes Verkehrsmuseum erster Klasse. Und wenn mein Sohn, der Ober-Schienenfreak, das behauptet, dann will das was heißen! Wir haben schon viele Verkehrsmuseen gesehen. Die Remise ist für uns klar auf Platz eins, knapp hinter dem London Transport Museum. Brüssel & Co. könne da einpacken.

Fahrbereit!

Im Verkehrsmuseum der Wiener Linie stehen 100 Fahrzeuge. Bis auf zwei davon sind alle fahrbereit.
Warum zwei nicht fahrbereit sind, ist schnell erklärt. Das eine ist eine Pferde-Straßenbahn – und die Wiener Linien halten heutzutage keine Pferde mehr. Das zweite Fahrzeug ist ein stinkendes Dampf-Ungetüm. Die Zwillingsschwester ist jedoch bei der Mariazellerbahn hurtig unterwegs.

Auch der “Reichsbrückenbus” ist fahrbereit!

Der Bus, der am 1. August 1976 beim Einsturz der Wiener Reichsbrücke in die Donau stürzte, steht auch im Museum. Auch er ist fahrbereit. Er wurde mittels einer extra angeschweißten Stahlkonstruktion abenteuerlich aus den Fluten (und den Trümmern) geborgen und repariert. Danach war er noch jahrelang im Einsatz. Und wenn er ob seines Absturzes nicht derart prominent wäre, dann würde er wahrscheinlich heute noch fahren … (Oder vielleicht auch nicht – die modernen Busse sind schon deutlich komfortabler …)

2 verschwundene Straßenbahnen

Unter den zahlreichen Exponaten ist auch ein so genannter “Amerikaner”. Die Straßenbahn heißt so, weil Amerika der Stadt Wien in der Nachkriegszeit 44 Garnituren vermacht hat. Gefahren sind davon aber nur 42. Eine Straßenbahn ist beim Verladen versunken. Und die zweite Straßenbahn wurde in alle Einzelteile zerlegt, um die neue Technologie überhaupt verstehen und warten zu können. Neu waren die automatischen Türen , die ausklappbaren Trittbretter und die umklappbaren Rückenlehnen für den Richtungswechsel an den Endhaltestellen.

Güter- und Leichentransporte mit der Straßenbahn

Früher wurden nicht nur Personen mit der Straßenbahn transportiert. Im Museum steht zum Beispiel auch ein Güterwagon, mit dem Erdäpfel transportiert wurden. Der wurde einfach an die Straßenbahngarnitur hinten drangehängt. Auch einen Leichenwagen gabe es. Gleich mehrere Verstorbene konnten gleichzeitig zum Zentralfriedhof kutschiert werden.

Barrierefreiheit für Analphabeten

Ein besonderes Service gab es in den Anfängen der Straßenbahnen für alle, die des Lesens nicht mächtig waren: Zeichen auf der Bahn machte es auch für Analphabeten verständlich, wohin die Bim fährt. So besagte ein Kreuz vorne auf der Bahn, dass sie durch die Kreuzgasse fährt.

Vergleich Wien – Berlin

Wien ist die zweitgrößte Stadt im gesamten Deutsch-sprachigen Raum. Größer ist nur Berlin.
Aber in Sachen Öffentlicher Verkehr braucht sich Wien nicht hinter Berlin zu verstecken – ganz im Gegenteil!
Sohnemann kann ein Lied davon singen – schließlich hat er in seinem allerersten Referat die U-Bahnen beider Städte verglichen:



Berlin Wien
Eröffnung der U-Bahn 1902 1976
Linien 10 5
Bahngleislänge 146 km 75 km
Maximalgeschwindigkeit 70 km/h 80 km/h
Einwohner 3,5 Mio. 1,8 Mio.
Passagiere pro Tag  1,3-1,4 Mio. 1,2 Mio.(!)

Unser Tipp:

Beim nächsten Wien-Besuch unbedingt vorbeischauen: Verkehrsmuseum Remise
Das Museum ist für Kinder bestens gegeignet: es gibt jede Menge interaktive Elemente zum Ausprobieren. Ein besonderes Highlight ist natürlich der U-Bahn-Simulator – mein 10-jähriger fährt dort wie ein Pro! Weil es durchgängig barrierefrei ist, ist es auch problemlos mit dem Kinderwagen besuchbar. Kinder bis zum vollendeten 15. Lebensjahr zahlen in Begleitung einer erwachsenen Person keinen Eintritt!
Das Museum lässt sich zwar prima auf eigene Faust entdecken, aber wenn ihr wirklich hochinteressante Details erfahren wollt, dann leistet euch eine Führung. Es zahlt sich aus!

 

Vielen Dank an die Wiener Linien für die Einladung ins Verkehrsmuseum samt Führung und die Möglichkeit, bei der U-Bahn-Leitstelle hinter die Kulissen zu schauen!


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Muttis Nähkästchen

Hier plaudert Birgit, alias Mutti, 40+, seit 2009 aus dem Nähkästchen: Authentizitäts-Freak, selbstbewusst grauhaarig, kreativ angehaucht, völlig unperfekte Mutter (aka. Rabenmutter). Familienblog aus dem Leben mit zwei Jungs - Mutter allein unter Männern. Mehr über Muttis Nähkästchen: About. Nix verpassen? Folgt mir via Social Media oder Newsletter.

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