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Impfungen für Kinder: HPV & Co. im Überblick

Impfungen für Kinder: HPV & Co. im Überblick

Kaum ein Thema ist so umstritten und heiß diskutiert wie das Thema Impfungen für Kinder. Zugegeben: Es ist schwer den Überblick zu behalten und natürlich ist es immer unangenehm, wenn das Kind geimpft wird. Aber Impfungen sind wohl die größte Errungenschaft unserer modernen Medizin und ersparen uns viel Leid. Was braucht mein Kind also unbedingt und welche Erkrankungen drohen, wenn ich es nicht impfen lasse?


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Birgit und Christine von Muttis Nähkästchen

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Voraussichtliche Lesedauer: 15 Minuten

Vorbemerkung

Dieser Artikel basiert auf den Empfehlungen des offiziellen Impfplans. Er stellt einen Überblick über die gängigen und empfohlenen Impfungen dar. Die Entscheidung zu impfen – oder auch nicht – liegt bei den Eltern.


In Österreich sind die Basisimpfungen für Kinder in einem Impfplan festgelegt und im Rahmen der Mutter-Kind-Pass Untersuchungen werden diese Impfungen meist abgedeckt und man kann jederzeit mit dem Kinderarzt darüber sprechen. Nach den ersten fünf Lebensjahren muss man sich aber teilweise selbst mit dem Thema beschäftigen bzw. bekommt nur noch ab und zu einen Hinweis vom Schularzt bzw. der Schulärztin. Jetzt heißt es also selbst den Überblick zu bewahren. Etwas Basiswissen kann also nicht schaden. Dieser Beitrag bietet einen Überblick über alle empfohlenen Impfungen und die möglichen Erkrankungen, wenn nicht geimpft wird.


Impfungen für Kinder: HPV & Co. im Überblick


Impfungen für Kinder im Überblick

Natürlich dürfen auch im Rahmen der Impfempfehlungen Eltern selbst über die Impfungen ihrer Kinder entscheiden. Der Impfplan und auch dieser Beitrag dienen lediglich als Empfehlung und Anhaltspunkt.


Impfplan in Österreich

Der Impfplan Österreich wird jedes Jahr in enger Zusammenarbeit des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz und den Mitgliedern des Nationalen Impfgremiums nach den neuesten Erkenntnissen der Wissenschaft präzisiert und aktualisiert. Der Impfplan enthält alle aktuellen, nationalen Impfempfehlungen. Dabei wird zwischen kostenfreien Impfungen des Kinderimpfkonzepts und anderen wichtigen Impfungen, die aber nicht kostenfrei sind, unterschieden. Aber auch diese zusätzlichen Impfungen werden teilweise ausdrücklich empfohlen.

Den neuesten Impfplan kann man immer ganz aktuell auf der Seite des Sozialministeriums abrufen.


Kostenfreies Kinderimpfprogramm – die wichtigsten Impfungen für Kinder

Folgende Impfungen bekommt jedes Kind in Österreich gratis. Gleich nach der Geburt eines Kindes kann bei AVOS das Gutscheinheft für die Grundimpfungen angefordert werden. (Hilfe dazu bekommt man im Normalfall gleich im Geburtskrankenhaus.)


Masern-Mumps-Röteln

Diese 3-fach-Kombinationsimpfung ist ein Lebendimpfstoff und sollte dringend vor dem Eintritt in eine Gemeinschaftseinrichtung verabreicht werden. Ab dem 9. Lebensmonat werden die zwei Teilimpfungen empfohlen. Der Impfstoff wird seit 1963 verabreicht und gilt als sehr sicher und gut verträglich.

Masern sind eine der ansteckendsten und gefährlichsten Viruserkrankungen, die es gibt. Die Verläufe sind bei kleinen Kindern und Erwachsenen meist sehr schwer und enden sogar oft tödlich. Eine antivirale Therapie steht nach wie vor nicht zur Verfügung. Die Impfung ist somit der einzige wirksame Schutz!

Auch Mumps ist eine hochinfektiöse Viruserkrankung mit vielfältigen möglichen Folgen – wie Meningitis oder Taubheit als Spätfolge. Vor der Einführung des Mumpsimpfstoffes war Mumps eine der häufigsten Ursachen für Taubheit.

Das Rötelnvirus ist hochansteckend und ist besonders gefährlich für Schwangere – bei Embryos treten häufig Taubheit, Herzfehler oder Organdefekt auf. Durch die Rötelnimpfung beider Geschlechter soll die Zirkulation des Rötelnvirus weiter zurückgedrängt werden.


Rotavirus

Die Schluckimpfung mit dem Lebendimpfstoff soll so früh wie möglich ab der vollendeten 6. Lebenswoche verabreicht werden und verträgt sich auch gut mit der gleichzeitigen Verabreichung von anderen Impfstoffen.

Rotaviren sind die häufigsten Erreger von Brechdurchfall bei Säuglingen und Kleinkindern, sie verursachen fast die Hälfte aller Durchfallerkrankungen in dieser Altersgruppe. Für Erwachsene mag Brechdurchfall nicht mehr problematisch sein – für Säuglinge und Kleinkinder kann er aber lebensbedrohlich werden. Vor allem wenn Spielgruppen, Babyschwimmen etc. besucht werden, ist die Rotaviren-Impfung unbedingt anzuraten.


6-fach Impfung gegen Diphterie, Tetanus, Polio, Pertussis, Hepatitis B, Haemophilus Influenza Typ B

Die 6-fach Impfungen für Kinder werden nach dem 2+1 Schema im 3., 5. und 11.-12. Lebensmonat geimpft. Diese Impfung deckt 6 besonders gefährliche Erkrankungen für Kinder ab.

Diphterie wird durch das Bakterium Corynebakterium diphteriae über Tröpfeninfektion übertragen. Möglich sind eine lokale Infektion (Nase, Rachen, Kehlkopf), eine Infektion der Atemwege, aber auch eine schwere toxische Form, die zu Herzmuskel-, Nieren- oder Leberschäden führen kann.

WICHTIG: Im Schulalter muss Diphterie gemeinsam mit Tetanus, Pertussis und Polio aufgefrischt werden.

Tetanuserreger kommen weltweit vor. Die Sporen findet man im Straßenstaub, in der Erde (auch Blumenerde), auf Holz und in den Ausscheidungen von Nutztieren. Schon bei geringfügigen Wunden kann es zur Infektion kommen. Nach anfänglichen unspezifischen Krankheitssymptomen wie Schwitzen oder Ziehen an der Wunde kann es zu Spasmen der Muskulatur kommen (z.B. Kiefersperre). Lebensbedrohlich sind Lähmungen der Atemmuskulatur. 20-30 % der Infektionen enden nach wie vor tödlich.

Poliomyelitis – das Poliovirus ist hochinfektiös und die Übertragung erfolgt fäkal-oral. Verschiedene Krankheitsverläufe sind möglich: Von Fieber, Übelkeit und Halsschmerzen bis zu motorischen Lähmungserscheinungen ist alles möglich.

Pertussis – besser bekannt als Keuchhusten – ist hochansteckend und wird durch Tröpfcheninfektion übertragen. Hustenanfälle können monatelang anhalten und auch zu Komplikationen führen.

Das Hepatis B-Virus wird über Sexualkontakt, Blutkontakt und durch Nadel- und Schnittverletzungen übertragen. Die Infektion kann zu akuter Hepatitis oder chronischer Leberentzündung bis zur Leberzirrhose führen. Alleine 2015 hat das Hepatitis B-Virus weltweit zu 887.000 Todesfällen geführt.

Wichtig: Eine Auffrischungsimpfung wird zwischen dem vollendeten 7. und dem vollendeten 15. Lebensjahr empfohlen!

Haemophilus Influenza Typ B ist der häufigste Erreger der eitrigen Meningitis bei Kindern. Eine Meningitis kann zum Tod führen oder bei Überlebenden zu schweren Folgeschäden wie Hörverminderungen oder neurologischen Defekten führen. Seit der Einführung der Impfung Anfang der 90er Jahre ist diese Erkrankung in Österreich beinahe ausgerottet.


Pneumokokken

Der Impfstoff wird nach dem 2+1 Schema im 3., 5. und 12.-14. Monat geimpft und wird oft gleichzeitig mit der 6-fach-Impfung verabreicht.

Pneumokokken besiedeln die Schleimhäute und lösen von dort ausgehend verschiedene Infektionen aus. Bei Säuglingen und Kleinkindern verursachen sie schwere Erkrankungen wie eine Sepsis oder Meningitis, Lungenentzündungen und Mittelohrentzündungen. Als Spätfolgen treten teilweise neurologische Schäden auf.


Meningokokken – teilweise kostenpflichtig

Es gibt Impfstoffe gegen die 5 Gruppen, die die allermeisten Erkrankungen verursachen (A, B, C, W, Y).

Der Impfstoff gegen Meningokokken B (verursacht die meisten Erkrankungen) soll so früh wie möglich ab 2 Monaten verabreicht werden. Die zweite Dosis sollte dann im Abstand von mindestens 2 Monaten geimpft werden. Die Impfung gegen Meningokokken C sollte bevorzugt zwischen dem 13. und dem 15. Lebensmonat verabreicht werden und ist ebenso wie die Meningokokken B Impfung kostenpflichtig. Die ACWY-Kombinationsimpfung ist in Österreich für Kinder vom vollendeten 10. bis zum vollendeten 13. Lebensjahr im Rahmen des kostenfreien Impfprogramms gratis erhältlich.

Die Bakterien werden durch Tröpfcheninfektion übertragen – Kindergärten, Schulen oder Partys sind also Hauptorte der Übertragung. Meningokokken können zu Hirnhautentzündung und/oder Blutvergiftung führen und der Verlauf ist oft sehr schwer. Starke Kopfschmerzen, hohes Fieber und Nackensteifigkeit sind erste Symptome – bei einer septischen Form auch Übelkeit und Erbrechen. Hautblutungen sind ein Alarmzeichen – schnell ins Krankenhaus, denn unbehandelt endet fast die Hälfte der Meningitis-Fälle tödlich.

Ich persönlich habe großen Respekt vor dieser heimtückischen Erkrankung, weil ich dadurch eine liebe Studienkollegin verloren habe. Wir besuchten noch gemeinsam ein Seminar – wenige Tage später verstarb sie! Diese Impfung stand daher für mich und meine Kinder nie zur Debatte und war und ist mir besonders wichtig.


Influenza

Die Impfung wird ab dem vollendeten 6. Lebensmonat allgemein empfohlen.

Die Infektion mit Influenza-Viren ist ganz und gar nicht mit einer normalen Erkältung gleichzusetzen. Für unsere Familie war es bisher die schwerste und langwierigste Erkrankung. Alle Infos zur Influenza findet ihr in den folgenden beiden Beiträgen, in dem auch ein Experte Infos zur Impfung gibt:

Besonders praktisch: Kinder ab dem vollendeten 2. Lebensjahr bekommen ihre Impfdosis mit einem Nasenspray verabreicht – es gibt also keine Angst vor der Spritze.


Humane Papillomaviren – HPV

Eine absolut unterschätzte Impfung, die aber ungemein wichtig für jeden einzelnen von uns und auch für unsere Gesellschaft ist! Deshalb wird sie für Mädchen und Buben unter 12 Jahren auch gratis angeboten! Geimpft wird der gut verträgliche Impfstoff ab dem vollendeten 9. Lebensjahr bis zum vollendeten 12. Lebensjahr. Die Impfung erfolgt auch im Rahmen von Schulimpfungen in der 4. Schulstufe. Pandemiebedingt sind diese wichtigen Impfungen an Schulen teilweise entfallen – können aber jederzeit gratis am Gesundheitsamt nachgeholt werden. Erfolgt die Impfung vor dem 15. Geburtstag sind 2 Teilimpfungen mit einem Abstand von mindestens 6 Monaten erforderlich. Über 15 Jahren benötigt man 3 Teilimpfungen.

Die Impfung gegen HPV ist prophylaktisch wirksam und sollte vorrangig vor Eintritt in das sexuell aktive Alter erfolgen. Wichtig: Frauen UND MÄNNER erkranken – die Impfung beider Geschlechter ist also unbedingt zu empfehlen um die Infektionskette zu unterbrechen und einen Herdenschutz zu erreichen. Auch nach bereits erfolgter Infektion oder einer durchgemachten Erkrankung wird die Impfung empfohlen, weil dadurch die neuerliche Infektion mit demselben, aber auch eine Infektion mit einem anderen Subtyp verhindert werden kann. Generell wird empfohlen die HPV-Impfung bis zum 30. Geburtstag durchzuführen.

HPV ist weltweit verbreitet und mindestens 80 % aller Frauen und Männer werden im Laufe ihres Lebens infiziert!! Die mehr als 200 HPV Subtypen werden vorwiegend sexuell übertragen – 14 Subtypen weisen onkogene karzinogenes Potenzial auf und das macht diese Viren so gefährlich. Sie führen zu abnormen Zellwachstum können Krebsvorstufen, Krebs und Genitalwarzen verursachen.

Ansteckungen mit krebs-verursachenden HPV-Typen sind für über 70 % aller bösartigen Fälle von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich! Länger bestehende Infektionen führen zu Krebsvorstufen und Krebs des Gebärmutterhalses, der Scheide, Vulva, Penis, Anus, Rachen und Kehlkopf. In Österreich sterben jährlich etwa 130-180 Frauen an Gebärmutterhalskrebs und jede 10. Person leidet im Laufe seines Lebens an Genitalwarzen, die teilweise operativ entfernt werden müssen.

Die Impfung senkt das Risiko für Genitalwarzen und Gebärmutterhalskrebs um bis zu 90 % und auch das Risiko für Krebs an Rachen, Kehlkopf, Scheide, Anus und Penis wird deutlich gesenkt!

Aufklärung über Humane Papillomaviren

Die WHO hat sich zum Ziel gesetzt Krebserkrankungen, die durch HPV-Infektionen verursacht werden, bis 2030 weltweit zu eliminieren. Neben regelmäßigem Screening und rascher Behandlung steht dabei eine Durchimpfungsrate von 90 % im Mittelpunkt der Aktivitäten. (Aktuell beträgt die Durchimpfungsrate bei der HPV-Impfung in Österreich geschätzt unter 50 Prozent, was im internationalen Vergleich ein äußerst schlechter Wert ist.)

Alle Infos zu diesem wichtigem Thema und zum „Förderpreis zur Aufklärung über Humane Papillomaviren“ mit einer Dotierung von € 20.000 (Einreichen bis Ende September 2022 möglich) findet ihr hier:

Gemeinsam gegen HPV


Impfaktion: HPV Catch-Up (12 – 18 Jahre)

Die Impfaktion „HPV Catch-Up“ soll sicherstellen, dass Kinder und Jugendliche, welche die Gratis-HPV-Impfung bis zu ihrem vollendeten 12. Lebensjahr versäumt haben, zum vergünstigten Selbstkostenpreis nachholen können. Alle Infos dazu findet man direkt bei der Ärztekammer.

Diese besondere Aktion ist vom 01.03.22 bis zum 30.06.23 gültig. Die Impfung kann in öffentlichen Impfstellen und bei niedergelassenen Ärzten (das ist jetzt neu!!!) in Anspruch genommen werden. Im Alter zwischen dem vollendeten 9. und dem vollendeten 15. Lebensjahr benötigt ein Kind zwei Teilimpfungen im Abstand von 6-12 Monaten. Ab dem vollendeten 15. Lebensjahr bereits drei Dosen im Abstand von 2 bzw. 6-8 Monaten. Für die vollständige Immunisierung belaufen sich die Kosten inkl. Impfhonorar bei zwei Teilimpfungen auf ca. 180,00 Euro und bei drei Teilimpfungen auf ca. 270,00 Euro.


Kostenpflichtige Impfungen für Kinder

Auch außerhalb des kostenfreien Impfprogramms für Kinder gibt es Impfungen, die unbedingt zu empfehlen sind. Hierbei spielen Lebensumstände, Wohnort bzw. Reiseziele eine große Rolle.


FSME – Frühsommer-Meningoenzephalitis

Die FSME-Impfung ist ab dem vollendeten 1. Lebensjahr empfohlen und sollte in Endemiegebieten auf jeden Fall verabreicht werden. Allerdings ist in Österreich kein Bundesland komplett FSME-frei!

Die Grundimmunisierung erfolgt mit 3 Teilimpfungen. Der zweite Stich sollte 1-3 Monate nach der ersten Impfung erfolgen – der dritte Stich dann 9-12 Monate nach der zweiten Impfung. Die erste Auffrischungsimpfung wird nach 3 Jahren empfohlen – danach nur noch alle 5 Jahre.

Die Infektionskrankheit wird hauptsächlich durch Zeckenstiche übertragen – selten auch durch den Konsum nicht-pasteurisierter Milch- und Milchprodukte. Eine Infektion führt zu grippeähnlichen Symptomen und kann zu einer gefährlichen Meningitis führen. Ein Drittel der Patienten leidet unter dauerhaften Folgeschäden. Auch bei Kindern kann eine FSME-Infektion zu sehr schweren Verläufen und sogar Todesfällen führen.

Wir leben hier in einem extremen Zeckengebiet und haben schon im Frühjahr alle mehrere Zeckenbisse. Kaum ein Wochenende, an dem wir nicht eine Zecke entfernen müssen. Der Rekordhalter ist mein Sohn, der nach einem Ausflug mit den Pfadfindern 15 Zecken am Körper hatte! Und das nach nur einem Nachmittag. Immer wenn ich meinen Kindern eine Zecke entferne, bin ich froh um den Impfschutz gegen eine FSME-Infektion. Natürlich bleibt das Restrisiko eine Borreliose zu entwickeln – dagegen gibt es aber leider noch keine Impfung.


Hepatitis A

Kinder sollten ab dem vollendeten 1. Lebensjahr (am besten vor Eintritt in eine Gemeinschaftseinrichtung) geimpft werden. Die zweite Dosis wird erst nach mindestens 6 Monaten verabreicht.

Die Erkrankung wird fäkal-oral übertragen. Auch durch den Konsum kontaminierter Speisen kann eine Infektion erfolgen. Häufig wird Hepatitis A aus Urlaubsländern eingeschleppt. Die Kinderimpfung schützt vermutlich lebenslang vor einer Infektion und schaltet die Hauptinfektionsquelle für Erwachsene aus.

Bei einer Erkrankung kommt es zu Übelkeit, Erbrechen, Fieber, Müdigkeit und dem Auftreten der Gelbsucht. Für Kinder ist die Erkrankung meist unproblematisch – für Erwachsene ab 40 kann sie aber gefährlich werden. Liegen Vorerkrankungen der Leber vor, kann sie sogar tödlich enden.


Varizellen (Windpocken)

Die zweimalige Impfung wird im 2. Lebensjahr empfohlen – der Abstand sollte ca. 6 Wochen betragen. Außerdem gibt es einen Kombinationsimpfstoff mit der Masern-Mumps-Röteln-Impfung.

Varizellen verbreiten sich durch Tröpfchen- oder Schmierinfektion und die typischen Symptome sind ein stark juckender Hautausschlag mit Bläschen und Fieber. Es kann aber auch durchaus zu Komplikationen wie Pneumonien oder Hepatitis führen. Besonders gefährlich sind Windpocken für Erwachsene und Schwangere.

Unsere zwei großen Kinder haben die Windpocken durchgemacht und hatten zum Glück einen relativ leichten Verlauf – es war aber alles andere als schön. Meine Tochter glich einem Streuselkuchen und sie hatte sehr hohes Fieber. Mein drittes Kind hatte 2 Wochen vor der Geburt ihres Geschwisterchens Kontakt mit einem Kind mit Varizellen und auf Anraten unseres Kinderarztes haben wir sie sofort geimpft. Der Start in das Leben einer großen Schwester wäre wohl schrecklich geworden, wenn sie Mama und Schwester wochenlang nicht hätte sehen dürfen. Sie hat die Impfung toll weggesteckt, hat sich nicht infiziert und durfte uns im Krankenhaus besuchen und ihre Schwester gleich kennenlernen. Unsere Jüngste hat den Kombinationsimpfstoff mit der MMR-Impfung erhalten und hat die Impfung ebenfalls sehr gut vertragen. Trotz mehrmaliger Ausbrüche in der Krabbelstube und im Kindergarten haben sich beide Kinder bisher nicht mit den Windpocken angesteckt.


Reiseimpfungen

Bei Fernreisen sollte der Impfstatus von Kindern noch einmal ganz genau mit dem Kinderarzt besprochen werden. In vielen Ländern bedarf es anderer Impfungen für Kinder als hier in Österreich oder Deutschland.

Beispiele für spezielle Reiseimpfungen:

  • Cholera
  • Gelbfieber
  • Tollwut
  • Tuberkulose
  • Typhus
  • etc.

Impfungen für Kinder sind immer ein umstrittenes Thema. Dieser Beitrag stellt lediglich einen Überblick über die gängigen und empfohlenen Impfungen dar. Es schadet nicht, wenn man als Elternteil weiß, welche Risiken es gibt und wogegen man sein Kind schützen kann. Wir haben uns dazu entschieden, unsere Kinder entsprechend den Empfehlungen impfen zu lassen und stehen voll hinter dieser Entscheidung. All diese Impfungen sind schon sehr lange erprobt und ausreichend ausgetestet. Aber im Endeffekt müssen das natürlich die Eltern für sich und ihr Kind ganz persönlich entscheiden.


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Welche Impfungen braucht mein Kind

Quellen: Alle Informationen zu diesem Artikel stammen aus dem offiziellen Impfplan Österreich. Genauere Infos zum Nachlesen auf der Homepage des Sozialministeriums.


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Christine, chaotische Mama von 4 Kids berichtet hier als Co-Bloggerin vom Leben zwischen Babybrei und Vorpubertät! Der Social-Media Name "Die lauten Nachbarn" ist hier täglich Programm. Folgt uns gerne auch auf Instagram und Facebook!

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Da es keine allgemeine Impfpflicht gibt, ist die Entscheidung zu impfen – oder eben nicht – den Eltern überlassen. Und für Eltern ist diese Entscheidung fürwahr keine leichte!
    Siehe dazu bitte unbedingt auch diesen Beitrag: Und ewig grüßt das Reizthema Impfen: ein paar Zahlen https://muttis-blog.net/und-ewig-grust-das-reizthema-impfen-ein-paar-zahlen/

    Für alle, denen diese Entscheidung nicht leicht fällt, kann ich wärmstens dieses Buch empfehlen: Impfen Pro & Contra: Das Handbuch für die individuelle Impfentscheidung https://muttis-blog.net/impfen/

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