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So überstehen wir den Lock-Down! 6 Überlebenstipps

So überstehen wir den Lock-Down! 6 Überlebenstipps

Derzeit lastet unglaublich viel auf uns Eltern – meist auf den Müttern. Jetzt müssen wir klug mit unseren Ressourcen umgehen und besonders gut auf uns achten! Sonst ist das Burn-Out nicht mehr weit! Mit diesen Tipps überstehen wir den Lock-Down!

Wir Mütter haben immer viele Aufgaben. Neben unserem Job kümmern wir uns um den Haushalt, die Kinder und so ganz nebenbei leisten wir wahnsinnig viel Care-Arbeit, die von der Gesellschaft kaum wertgeschätzt wird, aber enorm viel Zeit und Kraft verschlingt. Seit beinahe einem Jahr übernehmen wir jetzt teilweise auch noch den Job der Lehrer! Dass das nicht lange gut gehen kann, leuchtet wohl jedem ein. Darum ist es wichtig, jetzt besonders gut auf uns selbst zu achten – so gut das eben geht.

Eines ist nämlich klar: Wir sitzen NICHT alle im selben Boot. Jeder von uns muss jetzt mehr leisten, aber manche haben es einfach schwerer als andere. Es macht einen großen Unterschied, ob man mit 1-2 Kindern in einem Haus am Land lebt und sich die zusätzliche Arbeit mit seinem Partner teilen kann oder ob man mit 3-4 Kindern in einer kleinen Wohnung ohne Garten zusammengepfercht lebt und sich den ganzen Tag alleine um alles kümmern muss. Von alleinerziehenden Elternteilen ziehe ich so und so meinen Hut. Die Unterschiede machen sich in dieser Krise leider mehr denn je bemerkbar und die Bildungschancen für unsere Kinder werden immer noch ungerechter verteilt.


Überlebenstipps im Lock-Down

Meine persönlichen Erfahrungen im Lock-Down

Der erste Lock-Down

Den ersten Lock-Down habe ich noch in einer kleinen Wohnung mit sehr unfreundlichen Nachbarn verbracht. Mein Mann war von 06:30 bis mindestens 23:00 Uhr außer Haus. Es wurde keine ordentliche Betreuung angeboten. So verbrachte ich viele Wochen völlig alleine mit vier Kindern in unserer Wohnung – ständig bemüht die Nachbarn nicht durch Lärm zu belästigen. Gearbeitet habe ich ausschließlich nachts. Nachdem ich die Kinder ins Bett gebracht habe, habe ich zuerst die Schulsachen für den kommenden Tag vorbereitet (Onlineunterricht gab es nie) und mich dann oft erst um 22:00 Uhr an den PC gesetzt. Gott sei Dank hatte ich damals noch weniger Arbeit und war meist um 24:00 Uhr fertig. (Derzeit wäre das unvorstellbar, weil sich meine Arbeitsstunden stark erhöht haben.)


An Freizeit oder einen Fernsehabend war in dieser Zeit nicht zu denken. Ich habe mich da durchgekämpft. Die Zukunft war ungewiss und ich wusste, dass ich da einfach durch muss. Alternativen gab es nicht! Erst nach den Lockerungen und mit der teilweisen Rückkehr der Kinder in die Betreuungseinrichtungen habe ich so richtig bemerkt, wie ausgelaugt ich schon war. Monatelang hat mir der Schlaf gefehlt und die Situation zuhause war – trotz aller Bemühungen – teilweise schon sehr bedrückend.


Lock-Down 2 und folgende

Im Sommer sind wir in ein Haus am Land gezogen. Und meine Situation hat sich völlig verändert. Meine Kinder dürfen hier Kinder sein. Sie dürfen laut sein, sie können zu jeder Tageszeit in den Garten oder Wald gehen und sie haben Platz. Meine Arbeitsstunden haben sich erhöht – in der alten Situation hätte ich das Arbeitspensum nicht geschafft. Hier am Land ist aber auch die Situation in der Schule eine andere. In die Klasse meines Sohnes gehen 4 Kinder. Da ist auch im Lock-Down der Abstand gewährt! Die Einrichtungen hier sind sehr bemüht uns Eltern zu unterstützen und zu entlasten. Geht ein Kind in die Notbetreuung macht es auch dort seine Homeschooling-Arbeiten. (Das ist tatsächlich nicht überall der Fall! Oft werden die Kinder am Vormittag zwar betreut, machen in dieser Zeit aber nicht ihre Aufgaben! Diese müssen dann am Nachmittag zuhause gemacht werden. Die Kinder haben also eigentlich gar keine Freizeit mehr!)


Ich kann also jetzt mehr arbeiten und meinen Kindern geht es viel besser. Natürlich vermissen sie die Familie, ihre Freunde, Kurse, Veranstaltungen und Ausflugsmöglichkeiten. Aber hier können sie einfach in die Natur gehen, ums Eck Schlittenfahren oder im Garten spielen. Wir sind unglaublich dankbar für diese Möglichkeiten!


Man erkennt daran aber sehr gut, dass wir nicht alle die gleichen Bedingungen und Voraussetzungen für diese besondere Zeit haben. Man sollte also niemanden verurteilen, der jetzt schon am Durchdrehen ist. Manche haben es jetzt schwerer als andere. Wir sollten Verständnis haben und unterstützen so gut es geht. Nicht jeder kann in gleichem Ausmaß auf sich selbst schauen.


Wie können wir uns selbst stärken um bei Kräften zu bleiben?

Mir geht es heute viel besser als noch im März/April des Vorjahres. Das liegt – wie oben beschrieben – am neuen Wohnort, aber auch an einigen anderen Punkten, die ich jetzt beherzige.


#1 Zeit alleine – so oft es geht

Ich bin grundsätzlich der Typ, der sich immer Zeit alleine wünscht, sie sich dann aber nicht nimmt ODER nach gefühlt 5 Minuten ein schlechtes Gewissen hat. “Wir sollten doch unsere Freizeit gemeinsam verbringen!” “Ich bin eine schlechte Mutter, wenn ich etwas Tolles ohne der Familie mache!” “Mir fehlen die Kinder so – wie es ihnen wohl ohne mir geht?” Das sind nur einige der Gedanken, die mich “Gluckenmama” dann plagen.

ABER: Jetzt ist nicht die richtige Zeit für schlechtes Gewissen und Zweifel. WIR MÜSSEN JETZT JEDE MINUTE NEHMEN, DIE WIR KRIEGEN KÖNNEN!!!

Natürlich können wir die Omas und Opas jetzt nicht so einspannen, wie normalerweise, aber unseren Partner, wenn wir einen haben. Es hilft schon enorm, wenn wir kurz ohne Kinderstimmen und Haushalt sind.

Meine Auszeiten:

  • Der Wocheneinkauf (klingt nicht nett – ist aber so ganz alleine doch entspannend).
  • Ein Spaziergang im Wald – ganz alleine – mit meinen Gedanken oder auch einem Podcast oder guter Musik im Ohr.
  • Ein Familienmitglied im Freien treffen! Jeden Samstag vor dem Großeinkauf besuche ich meine Oma. Wir setzen uns mit großem Abstand auf die Terrasse und quatschen. Je nach Temperatur dauert das zwischen 10 Minuten und 1 Stunde. Egal – ich habe meinen Herzensmenschen gesehen und gesprochen – das tut gut.
  • Prosecco-Date im Freien. Letzten Samstag habe ich erstmals eine Freundin getroffen. Im Freien – mit Abstand – und mit einem Glas Prosecco. Natürlich ist die fehlende Nähe seltsam, trotzdem kommt man mal raus und hat das Gefühl mit Freunden unterwegs gewesen zu sein.
  • Wenn man nur kurz entlastet wird, sollte man das auch nutzen: Mit einem Podcast in die Badewanne, mit einem Buch ins Schlafzimmer verziehen, alleine bügeln und dabei die Lieblingsserie ansehen, ein kurzes Workout machen,…! Hauptsache man entfernt sich räumlich für einige Zeit von der Bande.

#2 Zeit mit dem Partner einplanen – auch im Lock-Down

Die Partnerschaft ist im Moment das Letzte, worauf wir achten. Ganz brach liegen, sollte man sie aber auch nicht lassen.

Wir hatten diese Woche ein Highlight: Wir hatten kurz Kinderbetreuung, weil wir gemeinsam ein berufliches Onlinemeeting hatten und haben ganz frech noch ca. 45 Minuten Freizeit für uns drangehängt. Mein Mann hat mir beigebracht mit seinem Quad zu fahren und wir sind eine kleine Tour durch die Wälder gefahren. Diese kurze gemeinsame Auszeit hat uns wahnsinnig viel gegeben. Wir haben wieder einmal gemeinsam etwas erlebt. Das schweißt zusammen und gibt Kraft.

Auszeit im Lock-Down
Auszeit zu zweit im Lock-Down

Ehrlicherweise war das aber das erste mal, dass wir so etwas tun konnten. Ansonsten versüßen wir uns unsere Partnerschaft durch mindestens einen Abend, an dem wir nicht arbeiten, sondern etwas für uns machen, wenn die Kinder im Bett sind. Wir kochen etwas Gutes, sehen uns einen tollen Film oder eine Serie an, trinken ein Gläschen und quatschen oder spielen ein Gesellschaftsspiel. Wenn wir so ein Date vereinbaren, freuen wir uns die ganze Woche darauf. Und die Kinder wissen: An diesem Abend stören wir nicht.

Tolle Ideen für Dates auch zuhause: Nicht nur zum Valentinstag: Date Night-Ideen für Eltern


#3 Hilfe annehmen im Lock-Down

Wir alle wollen es schaffen. Alles alleine und ganz ohne Hilfe. Das musste auch ich lernen und lerne noch immer. Hilfe anzunehmen, ist keine Schande. Gerade jetzt nicht. Wir müssen es auf Dauer schaffen unsere Arbeit tagsüber zu erledigen. Irgendwann brauchen wir unsere Abende wieder für die Entspannung und Regeneration. Einige Wochen schafft man alles – es darf aber kein Dauerzustand werden.

Gerade jetzt darf und soll man auch den Partner und die Kinder einteilen. Der Partner kann im Haushalt helfen und uns die so wichtigen Freiräume verschaffen. Das sollten wir jetzt massiv einfordern und dabei auch offen über unsere Überforderung sprechen. Auch die lieben Kleinen können uns ab einem gewissen Alter helfend unter die Arme greifen. Müll rausbringen, Zimmer aufräumen, Staubsaugen, Bett machen … unsere Süßen können schon viel mehr als wir ihnen oft zutrauen. Und meist sind sie sogar glücklich, wenn sie uns wirklich helfen können.

Und für den Notfall gibt es Notbetreuungen für kleinere Kinder! Es ist besser ein Kind in die Betreuung zu bringen als die Großeltern zu gefährden. Auch hierfür muss man sich auf keinen Fall schämen!


#4 Weg mit dem Perfektionismus (nicht nur im Lock-Down)

Ja – wir sind die eierlegende Wollmilchsau! Oder doch nicht? Sind wir wirklich noch in allen Bereichen erfolgreich, wenn wir uns zu viel auflasten? Ganz sicher nicht. Da hilft nur vieles zu delegieren (siehe oben) oder seine Ansprüche an sich selbst ordentlich herunterzuschrauben.

Es bringt niemanden um, wenn die ganze Familie mal einen Tag im Pyjama verbringt. Es schadet unseren Kindern wohl nicht dauerhaft, wenn in diesen besonderen Zeiten die Medienzeit mal etwas höher ausfällt als normalerweise. Man hat im Lock-Down ein paar Kilo mehr? Ja und! Solange es einem gut damit geht, ist auch das Extrastück Schokolade als kleine Belohnung okay. Der Haushalt muss übrigens tatsächlich auch nicht perfekt sein. Ich gestehe hier war es schon mal sauberer – ist mir aber wirklich egal. Es werden wieder andere Zeiten kommen. Man ist übrigens auch keine schlechte Mutter, wenn man sich mal für 5 Minuten am WC einsperrt. Da geht es ums pure Überleben! ;-)

Man muss jetzt auch nicht die perfekte Köchin sein. Nach einem Homeschooling-Vormittag darf auch mal Tiefkühlkost auf den Tisch kommen. Auch der Kuchen muss nicht immer frisch gebacken sein. Ich nutze momentan noch lieber als sonst die tiefgekühlen Fertigteige von Cutz Cookies. Die Rolle aus dem Tiefkühler nehmen, in Scheiben schneiden und ab ins Rohr. Fertig. Ich weiß, dass hier nur beste Zutaten verwendet werden, habe kaum Arbeit und die Kinder sind megahappy, weil die Mama selbst Cookies gebacken hat. Alle glücklich! Es gibt seit dem Lock-Down auch häufiger Fischstäbchen & Co.! Auch hier: Kinder glücklich – Mama nicht gestresst. Schau auf Dich: Machs Dir jetzt leichter!


#5 Gesunde Ernährung und Bewegung

Grundsätzlich hasse ich diesen Rat. Wie soll einem denn das helfen? Auch noch Sport einplanen! ABER: Es ist einfach so. Über die Feiertage habe ich mich gehen lassen. Chips, Schokolade und Prosecco waren meine Hauptnahrungsmittel. Schon nach einer Woche ging es mir zunehmend schlechter. Ich war müde und hatte immer ein unangenehmes Völlegefühl.

Ich habe dann begonnen hochwertige Nahrungsergänzungsmittel zu nehmen (nähere Infos bei mir, wenn jemand Interesse hat), habe mich wieder ausgewogen ernährt und täglich etwas Bewegung eingebaut und zwar so, dass ich mich damit nicht noch mehr gestresst habe. Auf YouTube gibt es tolle Workouts, die man mit Kindern machen kann. Meine Mädls lieben Zumba oder Yoga für Kinder. Und ich selbst komme auch ordentlich ins Schwitzen. So vergeht der – momentan oft sehr lange – Nachmittag schneller und der Sport ist schon erledigt. Toll ist es natürlich auch, wenn man mit den Kindern an die frische Luft kommt. Das gibt gleich noch mehr Power! Schlittenfahren, Wandern oder einfach Toben im Garten – herrlich!

Mit sehr kleinen Kindern lässt sich Sport tagsüber natürlich nicht gut einbauen. Vielleich überwindet man sich dann ja am Abend. 15 Minuten reichen und man fühlt sich um Welten besser. Und so hat man dann viel mehr Energie und Lebensfreude für den harten Lock-Down-Alltag.


#6 Sich etwas gönnen!

Ich will jetzt nicht zu völligem Konsumwahnsinn aufrufen, aber sich ab und zu eine Kleinigkeit zu gönnen, kann richtige Glücksgefühle hervorrufen. Ein neuer Nagellack, ein feines Badeöl, ein Sportgerät, Spielzeug für die Kinder – es tut jetzt einfach gut sich selbst oder die Kinder zu beschenken. Wir haben es uns gerade alle mehr als verdient.

Man kann sich aber auch eine schöne Zeit gönnen. Ein Kinoabend für die ganze Familie ist momentan sicher ein Highlight. Vielleicht gönnt man sich sogar ein Liefer-Essen und schon hat man einen ganz besonderen Abend.

Auch interessant: Zeit schenken und der Wirtschaft jetzt durch die Krise helfen


Schau auf Dich im Lock-Down

Zusammengefasst: Es muss jetzt nicht alles perfekt sein! Schau auf Dich – nimm Dir was Du braucht, so weit das möglich ist und sei kein Einzelkämpfer. Hilfe anzunehmen ist keine Schande. Und: Positiv bleiben! Es kommen wieder bessere Zeiten!


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