Bei uns gibt es immer wieder Phasen, in denen mein 4-jähriges Kind nicht so gerne in den Kindergarten geht. Wie ich mit der Situation umgehe und dass ich damit anscheinend nicht so falsch liege, lest ihr hier:
Mein Credo lautet: Liebevolle Konsequenz.
Denn: Kindergarten gehört dazu. Punkt.
Richtige Kommunikation
Freilich bemühe ich mich um die richtigen Worte: Das Kind DARF in den Kindergarten gehen, es MUSS nicht. Aber es gehört eben dazu.
Und wenn ich das Kind dann beim Abholen frage, wie es denn war, dann kommt wie aus der Pistole geschossen: „Lustig!“ Je größer jedoch der Abstand zwischen Abholen und Frage, desto differenzierter fällt die Antwort aus: „Lustig … ähm … NICHT lustig.“
Eine Bestätigung hab ich jetzt im Buch Leben! Das Hausbuch von GU gefunden:
7 DON’Ts bei der Eingewöhnung in den Kindergarten
(Ich bin aber überzeugt, dass diese Punkte die ganze Kindergarten-Laufbahn lang Gültigkeit haben!)
Ich zitiere – mit meinen Kommentaren dazu:
- Sich immer wieder durch Tränen davon abhalten lassen zu gehen. Die meisten Kinder hören bald auf zu weinen, nachdem die Eltern verschwunden sind.
In einer ganz schwierigen Phase hat mich die Pädagogin bald nach meinem Gehen angerufen, um mir zu sagen, dass schon einen Minute später die Tränen versiegt waren und das Kind ganz munter mit den anderen spielen gegangen ist. Das hat gut getan, denn der Abschied von einem Rotz und Wasser heulenden Kind ist immer mehr als schwer. Vielleicht kann so ein Anruf vereinbart werden. - Das Kind gehetzt und in allerletzter Sekunde in den Kindergarten bringen, so dass sich die Erzieherin kaum mit dem Neuankömmling beschäftigen kann.
- Sich ohne Abschied davonstehlen, in dem Glauben, so dem Kind so Schmerz zu ersparen.
Das stimmt, der Schock ist dann nur noch größer! - Geschenke versprechen für den Fall, dass das Kind „tapfer“ ist.
Ist einfach nicht zielführend, das kann ich bestätigen! Außerdem bringt euch das in einen Teufelskreis. - Das Kind zuhause lassen, wenn es keine Lust hat, in den Kindergarten zu gehen.
Diesen Fehler habe ich einmal gemacht – mit dem Resultat, dass mein Kind in den darauf folgenden Tagen noch heftiger protestierte, weil es wusste: „Da geht was!“ - Das Kind immer auf den letzten Drücker abholen.
Manchmal lässt sich das nicht verhindern, z.B. wenn Arbeits- und Öffnungszeiten zu knapp beieinander liegen. Ich hatte deswegen immer ein schlechtes Gewissen: „Mein Kind wird als letztes abgeholt.“ Die Pädagoginnen haben mich aber beruhigt: Das Kind genoss sichtlich die kleiner werdende Meute und die damit beinahe uneingeschränkte Aufmerksamkeit der Erzieherinnen. - Ein schüchternes Kind drängen, mit den anderen zu spielen. Das Kind muss ganz nach seinem Gefühl entscheiden dürfen, was es wann mitmacht.
Da ist mein Kind ein ganz spezieller Fall: Was es nicht will, tut es nicht. Beispiel Kinderturnen: Geräteturnen ja, gemeinsame Aufwärmspiele mit den anderen: nein. Es fiel mir anfangs schwer, das zu akzeptieren – aber es blieb mir nichts anderes übrig.
Vertrauen ist wichtig!
Und noch was ganz Wichtiges ist in diesem Buch zu lesen: Wichtigste Voraussetzung, dass sich ein Kind von Anfang an wohl fühlt, ist das volle Vertrauen der Eltern in die Erzieherinnen. Kinder spüren Unsicherheit und Misstrauen und reagieren dementsprechend!
Siehe auch Eingewöhnung im Kindergarten oder bei der Tagesmutter – so klappt’s
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gegen Schüchternheit
7 März 2010„Diesen Fehler habe ich einmal gemacht
muttis
8 März 2010Da fehlt wohl was … Was wolltest du sagen?
Jan-Martin Klinge
16 März 2010Ich stimme dir absolut zu – bis auf Punkt 6, der sicher individuell geregelt werden muss. Unser Kindergarten geht bis 16 Uhr und wehe (!) ich wage es (!!) sie schon um 15.30 abzuholen… Dann gibts aber Ärger *g*
muttis
17 März 2010Oh ja, da hast du natürlich recht! Gerade heute hab ich den „Auftrag“ bekommen, mein Kind etwas später abzuholen – gestern war ich eine halbe Stunde zu früh und da gab’s fast Tränen …
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