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Warum Quarantäne am Land leichter fällt

Warum Quarantäne am Land leichter fällt

Seit vier Wochen leben wir nun mit Ausgangsbeschränkungen! Keine Schule, kein Kindergarten, Homeoffice, Kurzarbeit oder sogar Kündigung. Vieles hat sich verändert. Unser Leben ist kaum noch wiederzuerkennen. Die meisten von uns durchleben ein ständiges Auf- und Ab der Gefühle während der Quarantäne. Manche nehmen es locker – manche trifft es besonders hart. Wir gehen aber auch nicht alle unter den selben Bedingungen durch diese Zeit und das macht einen sehr großen Unterschied.

Wir haben hier das große Glück derzeit zwei Wohnorte unser Eigen nennen zu können. Die Homeschooling-Zeit bzw. die Vormittage verbringen wir in unserer derzeitigen Wohnung in einem Mehrfamilienhaus. Am Nachmittag fahren wir meist auf unsere Baustelle. Ein Haus am Land mit unzähligen Möglichkeiten sich zu betätigen und in der Natur auszutoben. Nachts sind wir wieder in unserer Wohnung. Somit fällt uns die Decke nicht so auf den Kopf, wie es wohl beim Großteil bereits der Fall ist. Was wir ganz extrem bemerken, ist der Unterschied der Nachbarschaft im Stadt-Land-Vergleich.

 

Warum Quarantäne am Land leichter fällt

 

Quarantäne im Wohnblock

Ein Nachbar, den man sonst nur im Business-Outfit fröhlich in die Arbeit huschen sieht, hockt plötzlich vor mir am Boden im Stiegenhaus und zeigt mir auf Knien, dass hinter meinem Kinderwagen Staub liegt, den die Putzfrau nicht entfernen kann. Er fragt, ob ich denn einen Kinderwagen brauchen würde. Mit Baby im Arm stehe ich baff vor ihm. Außerdem hätte er in unserem Abfall Müllreste vom Haus gefunden. Das sei nicht okay. Nach der Fassungslosigkeit überkam mich Wut. Diese wurde aber sehr schnell durch Mitleid abgelöst. Vielleicht trifft ihn die Quarantäne in einer Wohnung mit kleinem Balkon viel mehr als uns. Eventuell hat er sogar seinen Job verloren und muss um die Zukunft seiner Familie bangen. Oder aber es fällt ihm ganz einfach viel schneller die Decke auf den Kopf, weil er ja derzeit nur in der Wohnung sitzen kann und nicht wie gewohnt den ganzen Tag in der Arbeit verbringt.

Ein anderer Nachbar erzählt mir fröhlich, dass er täglich Radfahren geht und die Zeit genießt. Jeder geht mit dieser Zeit in der Quarantäne wohl ganz anders um. Mit Sicherheit ist es aber in einer kleinen Wohnung im Wohnblock wesentlich schwerer zu meistern als in einem Haus mit Garten.

Man muss in einer Wohnung mit Kindern einfach noch kreativer sein als am Land, wo die Kinder einfach in den Wald sausen und man selbst nichts vorbereiten muss.

Quarantäne am Land

Fahren wir zu unserer Baustelle sieht die Welt ganz anders aus. Alle Nachbarn sind höchst beschäftigt. Keine Spur von Quarantäne-Lagerkoller. Da wird angepflanzt, Rasen gemäht, Holz gemacht und im Garten gegrillt. Da kommen keine Vorwürfe, sondern ein freundliches Winken von fröhlichen Menschen.

Auch wir sind dort ausgelassener und fröhlicher. Die Kinder dürfen laut und wild sein. Sie können auf Bäume klettern, Fußball spielen, Kaulquappen im Bach suchen und im Trampolin springen. Nicht einmal kommt die Frage nach dem Tablet oder dem Fernseher auf. Wir selbst haben ebenfalls genug zu tun. Wir streichen Wände, verlegen Böden, machen den Garten frühlingsfit und spazieren durch verlassene Waldstücke. Diese Nachmittage fühlen sich kein bisschen nach Quarantäne an.

Man muss also ehrlich zugeben, dass die Quarantäne-Zeit am Land wirklich viel leichter zu ertragen ist. Man hat einfach mehr zu tun und mehr Platz. Das Gefühl eingesperrt zu sein, kommt somit gar nicht erst auf. Die sozialen Kontakte fehlen natürlich genau so, aber mit viel Freiheit erträgt man auch das leichter.

Raus aufs Land?

Lange habe ich überlegt, ob ich den Schritt wirklich wagen will. Die Aussicht Taxifahrer für vier Kinder zu spielen, weil es an unserem neuen Wohnort keine öffentlichen Verkehrsmittel gibt, fand ich nicht gerade prickelnd. Einkaufen ohne Auto? Fehlanzeige. Jahrelang habe ich mit meinem Schicksal gehadert. Jetzt bin ich mehr als versöhnt. Durch diese Wochen konnte ich unser neues Zuhause schätzen und lieben lernen.

Vor der Quarantäne habe ich täglich schönes Schulgewand für die Kinder bereitgelegt. Hübsche Kleidchen, Seidenstrumpfhosen und beige Hosen. Seit vier Wochen bemühe ich mich jetzt möglichst durchlöchertes und günstiges Gewand vorzubereiten. Denn noch nie wurde hier so dermaßen viel Kleidung zerstört. Täglich kommen die Kids mit Löchern und unzähligen Flecken aus dem Garten zurück. Dafür haben sie rote Bäckchen und duften nach Sommer und Freiheit. In unserem Alltag blieb die Kleidung meist den ganzen Tag fleckenlos. Welch wunderbare Veränderung. Zu diesem Thema habe ich einen herrlich unterhaltsamen Buchtipp für euch!

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Wie so viele Mütter befürchtet auch Susanne Veit, dass ihre Kinder vor lauter Social Media und Online-Games irgendwann nicht mehr wissen, wie Schneeflocken schmecken und Lavendel duftet. Sie wagt mit ihrem Mann Paul, den Kindern Phil, Hannah und Luisa und dem Hund Lucky den Schritt aufs Land. Sie kaufen sich Hasen und Hühner und legen einen Gemüsegarten an. Dieser Schritt verändert die fünfköpfige Familie von Grund auf.

Heute hacken ihre Kinder Holz, spannen Weidenzäune und suchen nach Würmern für die Hühner. Das Leben auf der Mini-Farm schweißt die Familie so richtig zusammen.

Auf unterhaltsame Art und Weise erzählt die Autorin Susanne Veit in ihrem Buch vom größten Schritt für ihre Familie, von Hindernissen und dem großen Glück ein Leben jenseits digitaler Zerstreuungen zu führen und die Natur wieder ein Stück weit zurück in den Familienalltag zu holen. Ihr wunderbares Buch beendet sie mit einem sehr treffenden Zitat von Astrid Lindgren, das man sich generell zu Herzen nehmen sollte:


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“Wenn man genügend spielt, solange man klein ist, dann trägt man Schätze mit sich herum, aus denen man später ein Leben lang schöpfen kann.”

 

Wie geht es euch in dieser Situation? Habt ihr das große Glück einen Garten zu besitzen oder habt ihr sogar die Natur direkt vor der Haustüre?

 

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Christine

Christine, chaotische Mama von 4 Kids berichtet hier als Co-Bloggerin vom Leben zwischen Babybrei und Vorpubertät! Der Social-Media Name "Die lauten Nachbarn" ist hier täglich Programm. Folgt uns gerne auch auf Instagram und Facebook!

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