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3 fatale Erziehungsfehler: #2 Konsequenzen

3 fatale Erziehungsfehler: #2 Konsequenzen

Modernes Erziehungsverhalten ist von drei besonderen Kennzeichen geprägt – alle drei sind ebenso weit verbreitet, wie auch fatal. Denn wir untergraben damit subtil und ungewollt den Selbstwert und die Selbstwirksamkeit unserer Kinder.
Was Eltern unbedingt vermeiden sollten – diesmal #2 Konsequenzen:



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Manchmal ist gut gemeint eben nur gut gemeint. Und manchmal geht Erziehung auch gehörig nach hinten los. Die Psychologin Robin Menges postuliert drei Kennzeichen des typischen Erziehungsverhaltens unserer Zeit. Mendes nennt sie »Diktate«, weil sie wie unumstößliche Annahmen zur gängigen Erziehung dazugehören. Diese Diktate sind:

Statt sturem Gehorsam und Grenzen sollen Kinder heute lernen, dass es Gründe gibt, warum sie sich so oder so verhalten müssen. Und dass diese Gründe wichtig genug sind, sie zu akzeptieren. Sie sollen wissen, dass ihr Verhalten Konsequenzen hat. Und es wird erwartet, dass Kinder funktionieren. Das alles ist per se kein großes Problem. Aber Begründungen, Konsequenzen und Funktionieren werden in der Erziehung missbraucht, rigid, starr und willkürlich eingesetzt.

Fatale Fehler in der Erziehung: Konsequenzen

Leseprobe mit freundlicher Genehmigung des Verlages:

Fatale Erziehungsfehler #2
Das Diktat der Konsequenz

Das Diktat der Konsequenz ist ähnlich wie das Diktat der Begründung und hat doch eigene Facetten. Wenn wir mithilfe von Konsequenzen etwas durchsetzen wollen, geht es eigentlich immer um etwas anderes. Warum ich das weiß? Weil echte Konsequenzen aus sich heraus sprechen: Wenn ich einen Apfel fallen lasse, fällt er zu Boden. Wenn ein Teenager das erste Mal das Konto überzieht, bekommt er entweder am Bankomaten kein Geld oder zahlt Zinsen. Wenn sich ein Säugling die Rassel an den Kopf schlägt, tut es weh. Und wenn ich den Bus verpasse, muss ich warten oder zu Fuß gehen.

Das alles sind Konsequenzen, aus denen wir lernen – und die für unser Selbstvertrauen eine wichtige Rolle spielen. Erstaunlicherweise sind Eltern und andere Erwachsene sehr flott, wenn es darum geht, derartige Konsequenzen für Kinder zu mildern, abzufedern oder zu verhindern.

Andererseits drohen wir schnell mit Konsequenzen, die nicht natürlicher, konkreter Art sind. Meist sind dies auch keine echten Konsequenzen, sondern versteckte Strafen. Statt einfach Nein zu sagen – »Ich will das nicht«, »Das macht mir Sorgen« usw. –, werden mögliche »Konsequenzen« angedroht oder vorgeschoben. Wir drohen Gummibärchen, die wir gerade erstanden haben, wegzuschmeißen, wenn das Kind nicht zu quengeln aufhört, oder Handys zu konfiszieren, wenn Kinder ihre Hausaufgaben nicht machen oder den Tisch nicht abräumen – lassen ihnen die Handys dann aber, um für eine Zeit ungestört zu sein. Wir drohen, dass wir nicht zum Spielplatz gehen, obwohl wir uns selbst am meisten auf die frische Luft freuten.

Das alles sind unlogische Zusammenhänge und Versuche, etwas durchzusetzen. Dabei fehlen uns nur die Ideen, es anders zu bewältigen. Das Schlimmste an solchen Konsequenzen und Androhungen ist, dass wir dadurch letztendlich unsere Autorität untergraben.

Es hängt nicht davon ab, ob die Konsequenz durchgezogen wird oder nicht. Schon allein durch die Androhung kommt ihr mehr Bedeutung zu, als ich mir selbst, meinen Bedürfnissen, Wünschen und Grenzen gebe. Ich gestehe der vermeintlichen Konsequenz mehr Wirkmacht zu als meiner Fähigkeit, mein Anliegen deutlich zu machen.



© Robin Menges: Selbst.Wert.Gefühl. Ein Handbuch zur Stärkung von Kindern und Jugendlichen, Ennsthaler Verlag

Muttis Fazit zum Thema Konsequenzen

Autsch! Auch hier hat mich die Autorin „erwischt“. Wenn wir Konsequenzen androhen und es das Kind dann tatsächlich darauf ankommen lässt, dann schießen wir uns meist damit selbst ins Bein. Und beim nächsten Mal versuchen wir dann die Steigerungsstufe – noch schmerzhaftere Konsequenzen. Die Frage, die bleibt, ist: für WEN schmerzhaft? Wohl auch – wenn nicht sogar hauptsächlich – für uns Eltern.

Und auch damit hat die Autorin recht: Wir Eltern sind rasch bei der Stelle, um unseren Kindern so manches Ungemach aus dem Weg zu räumen. Dabei wären das meist natürliche Konsequenzen, aus denen die Kinder lernen könnten.

Kinder brauchen Halt und Orientierung. Sie brauchen eine wohlwollende Führung durch uns Eltern. Führen bedeutet auch Grenzen setzen und das Kind natürliche Konsequenzen für sein Verhalten spüren lassen. Auch wir Eltern haben Grenzen – das muss ein Kind spüren und respektieren lernen.

Fatale Erziehungsfehler: So geht’s besser:

Auch hier gilt: Verantwortung für den eigenen Wunsch, das eigene Anliegen oder die eigene Grenze übernehmen – ein Ja oder ein Nein klar kommunizieren. Und dann natürlich auch die – möglicherweise unerfreuliche – Reaktion des Kindes aushalten. Dabei können wir die Emotion des Kindes spiegeln und damit verdeutlichen, dass wir seine Enttäuschung, Entrüstung, what ever sehen und und auch verstehen können.


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Und natürliche Konsequenzen gemeinsam mit dem Kind aushalten – anstatt ganz nach Helikopter-Manier ständig rund um das Kind herum zu wuseln und Herausforderungen bereits an der Wurzel zu entfernen.

Weiterlesen:
Hier geht es zu den anderen fatalen Erziehungsfehlern:

  • #1 Begründung
  • #2 Konsequenzen (you are here!)
  • #3 Funktionieren (coming soon)

Das könnte dich auch interessieren:

Buchtipp

Die Innsbrucker Psychologin Robin Mendes behandelt in ihrem Buch Selbst.Wert.Gefühl. Ein Handbuch zur Stärkung von Kindern und Jugendlichen (Ennsthaler Verlag) grundlegende Fragen zum Selbstwert und Selbstgefühl. Das Buch liefert mit deiner „Tool-Box“ ganz konkrete Möglichkeiten, das Selbst unserer Kinder zu stärken – für Fachleute und Eltern! Sehr praktisch, übersichtlich und hilfreich!


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Birgit

Hier plaudert Birgit, alias Mutti, 40+, seit 2009 aus dem Nähkästchen: Authentizitäts-Freak, selbstbewusst grauhaarig, kreativ angehaucht, völlig unperfekte Mutter. Familienblog aus dem Leben mit zwei Jungs - Mutter allein unter Männern. Mehr über Muttis Nähkästchen: About. Nix verpassen? Folgt mir via Social Media oder Newsletter.

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