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Erziehung: Alternativen zur Bestrafung

Erziehung: Alternativen zur Bestrafung

Das Problem mit der Bestrafung ist: sie funktioniert nicht.
Das musste ich nach jahrelangen Fehlversuchen schmerzhaft lernen …
Warum das Bestrafen nicht funktioniert und was stattdessen helfen kann:



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Jedes Kind bricht mal Regeln, tut etwas Falsches oder Verbotenes.
Ist so.
Kinder klauen, flunkern, zerstören fremdes Eigentum, ärgern andere Leute, lassen schon mal die Fäuste fliegen und, und, und …
Wir Eltern denken, dass nun gefordert sind, das Kind zu bestrafen. Schließlich sollen sie spüren, dass ihr Verhalten falsch war und dass sie es ja um Himmels Willen nie wieder tun.

Nur …
… es funktioniert nicht.
… vielleicht funktioniert es kurzfristig.
Aber langfristig? Fehlanzeige!

Erziehung: Alternativen zur Bestrafung. Weil Strafen nicht funktionieren

Bestrafung funktioniert nicht

Bestrafung funktioniert aber nicht. Zumindest bringt sie nicht den gewünschten Effekt, nämlich dass das Kind mit dem Verhalten aufhört. Manchmal kann Bestrafung sogar so richtig nach hinten losgehen und genau das Gegenteil bewirken. Das Kind verstärkt sogar das unerwünschte Verhalten.

Warum Bestrafung nicht funktioniert:

Strafe funktioniert nicht, wenn:

  • Das Kind versteht nicht, was es falsch gemacht hat.
  • Das Kind findet, dass die Strafe unbegründet oder unfair ist.
  • Ein großer Zeitraum zwischen falscher Tat und Strafe liegt.
  • Nicht alle verantwortlichen Erwachsenen sind mit der Strafe einverstanden.

Dann erzeugt Strafe eher Opposition. Es wird verstärkt, was man eigentlich verhindern will.

Alternative zur Bestrafung

Wir Eltern müssen unseren Blickwinkel ändern: Statt zu strafen sollten wir Kindern helfen. Kinder sollen nicht mit einem unerwünschten Verhalten aufhören, sondern sie sollen eine neue Fähigkeit lernen – eine Fähigkeit, die hilft, sozialer und angemessener zu handeln.

Ein paar Beispiele:

  • Hauen/Schlagen:
    Ein Kind soll nicht aufhören zu hauen.
    Es soll stattdessen lernen, mit Frust angemessen umzugehen.
  • Herumschreien:
    Jemand soll nicht aufhören, ungehalten in der Gegend herum zu brüllen.
    Dieser Jemand sollte vielmehr lernen, besser mit seiner Wut klar zu kommen.
  • Schimpfwörter
    Ein Kind (oder sonstwer) sollte nicht aufhören, Schimpfwörter zu verwenden.
    Es sollte vielmehr lernen, sich angemessen auszudrücken. Oder zumindest “Ersatz-Schimpfwörter” zu benutzen. Oder die Fähigkeit erlernen, Dinge freundlich zu sagen.
    Siehe dazu auch: Das hilft gegen Schimpfwörter

Alle, die ein einfaches Rezept für Alternativen für Strafen erwartet haben, muss ich leider enttäuschen. So einfach ist das leider nicht. Alternativen für Strafen bedingen ein Umdenken und ein gemeinsames Lernen. Für dieses Fähigkeiten lernen gibt es eine wunderbare, erprobte Methode. Wie genau diese Methode geht, hab ich hier für euch zusammengefasst: Kids’ Skills – Ich schaff’s: Probleme lösen mit Kindern und Jugendlichen – hüpft gleich mal rüber! Wir haben sehr, sehr positive Erfahrungen mit dieser Methode gemacht. Und sie kostet nichts, sie ist absolut bedürfnisorientiert und funktioniert wirklich.

Stufen der Verantwortung

Ebenfalls aus dem Kids’ Skills-Programm stammt das Modell “Stufen der Verantwortung”. Die Stufen der Verantwortung beinhalten an sich nichts Neues. Es erinnert uns daran, was wir eigentlich schon lange wissen: formale und autoritär bestimmte Strafen helfen meistens nicht, verbotenes Verhalten zu verhindern. In einigen Fällen mögen sie es sogar verstärken. Das geschieht leicht, vor allem wenn ein Schüler seine Bestrafung als ungerecht erlebt und trotzig darauf reagiert. Eine geglückte Klärung von Regelverstößen hingegen kann eine langfristige positive Wirkung auf das Verhalten des Schülers haben, vorausgesetzt, dass er es als gerechtfertigt erlebt und dass die Klärung im Einverständnis mit ihm und den ihm wichtigen Menschen geschieht.



Das Programm liefert ein Interventionsmodell bei Regelverstößen und sozial nicht akzeptablem Verhalten von Kindern und Jugendlichen. Gemeint sind unmoralische oder verbotene Verhaltensweisen, wie Stehlen, verbale, psychische oder physische Gewalt, Mobbing, Erpressung, Vandalismus oder andere Verletzungen der gemeinsam vereinbarten Regeln. Das Programm Stufen der Verantwortung baut auf der Einsicht auf, dass Probleme von Jugendlichen auf ein wenig entwickeltes Verantwortungsbewusstsein zurückzuführen sind. Verantwortungsbewusstsein bedeutet, dass uns an anderen Menschen und an unserer Umgebung etwas liegt. Dass wir andere beachten, uns um die Gemeinschaft kümmern, Schwächere schützen und anderen Menschen behilflich sind. Kinder und Jugendliche werden angeleitet, Verantwortung für ihr Verhalten zu übernehmen. Die Idee dabei ist, dass durch die Verantwortungsübernahme auch das Verantwortungsbewusstsein des Schülers wächst und die Wahrscheinlichkeit einer Wiederholung der Verstöße abnimmt.

Die sechs Phasen wurden der Deutlichkeit halber wie folgt benannt:

6 Stufen der Verantwortung

  1. ZUGEBEN
    Der Schüler gibt sein Verhalten oder seine Taten zu.
  2. VERSTEHEN
    Der Schüler versteht die Wirkung seines Verhaltens und die Folgen seines Tuns.
  3. SICH ENTSCHULDIGEN
    Der Schüler zeigt, dass es ihm leid tut.
  4. WIEDER GUTMACHEN
    Der Schüler ist damit einverstanden, das Geschehene wieder gutzumachen.
  5. VERSPRECHEN
    Der Schüler verspricht, Entsprechendes nicht wieder zu tun.
  6. VERANTWORTUNGSBEWUSSTSEIN
    Der Schüler zeigt, dass ihm daran liegt, dass auch seine Mitschüler nicht den Fehler begehen, Ähnliches zu tun.

Quelle: kidsskills.org

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Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Aber ich finde leider keine Alternative zu strafen. Nur umgebaute Wörter wie sich das Kind verhalten sollte. Schade.

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