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14 Geheimrezepte in Sachen Erziehung, die jede Mutter kennen sollte

14 Geheimrezepte in Sachen Erziehung, die jede Mutter kennen sollte

14 Erziehungsgeheimisse, die wirklich funktionieren:
4 Jahre nachdem ich “Muttis Top 10 in Sachen Erziehung von (Klein-)Kindern” erstmals publiziert habe, habe ich die ganze Sache nochmal auf ihre Gültigkeit und Anwendbarkeit bei Schulkindern überprüft und überarbeitet. Hier kommen meine 14 “Geheimwaffen” – selbst ausprobiert, mit vier Jahren Erfahrung angewendet und frisch überarbeitet:

Mittlerweile sind meine Kinder 8 und 5 Jahre alt. Wir alle – Eltern und Kinder – sind in der Zwischenzeit “gewachsen”, haben uns weiterentwickelt. Die Diskussionen, Konflikte und Herausforderungen sind etwas anders geworden, aber sie sind nach wie vor da. Aus kleinen Lausern sind große Lauser geworden. Einige der damals beschriebenen Methoden leisten nach wie vor hervorragende Dienste, einige neue “Geheimrezepte” haben sich dazu gesellt.

Vorbemerkung: Bitte nicht missverstehen! Nur weil ich diese “Geheimrezepte” hier untereinander aufliste, heißt das nicht, dass ich sie ausschließlich stur und generalstabsmäßig durchexerziere. Auch bei uns gibt es jede Menge Chaos – und wie! (Siehe z.B. Ohne Chaos geht es nicht!)
Aber: Besondere Situationen erfordern besondere – idealerweise KLARE – Reaktionen.
Und: Ich bin keine perfekte Mutter – Nachahmung (wenn auch empfohlen) auf eigene Gefahr!

Regeln und Klarheit schaffen

  1. Individuelle Familien-Gesetze

    Muttis Erziehungsgeheimnisse: Unsere FamiliengesetzeDie Familiengesetze haben wir nach wie vor im täglichen Gebrauch. Jeder Diskussion, warum der Nachbarsjunge etwas darf, was meine Kinder nicht dürfen, ist damit der Nährboden entzogen: Klar, denn jede Familie hat ihre ganz eigenen Gesetze. Zum täglichen Einsatz kommt z.B. unser Familiengesetz rund um das Essen – besser gesagt um das Ende des Essens:
    Jeder schnappt seinen Teller und trägt ihn in die Küche. Damit verhindern wir erstens, dass kleine Zappelphilippe spielen gehen und nach wenigen Minuten wieder zum Tisch zurückkehren, um wieder einen Happen einzuwerfen usw. – fertig ist fertig und der abservierte Teller verdeutlicht das. Außerdem hat’s noch niemandem geschadet, im Haushalt mitzuhelfen.
    Sollte jemand auf unser Gesetz vergessen, reicht der Hinweis „Mayer-Gesetz!“ oder einfach nur „THE Law!“ Funktioniert!
    Details dazu: Unsere Familiengesetze
    Alltagstauglichkeit: ***** Erfolgsfaktor: ***** Nachhaltigkeit: ****


  2. Verträge

    Bei unseren Kindern hat es sich als sehr hilfreich herausgestellt, Dinge aufzuschreiben. Generell sind unsere Verträge “neutrale”, physische (also beweisbare) “Regel-Einhaltungs-Helfer” – und damit wesentlich wirkungsvoller als mündliche Vereinbarungen oder Erinnerungen durch die Eltern. Z.B. akzeptieren unsere Kinder das Ende der erlauben 1/2 Stunde Spielzeit am Computer sang- und klanglos, wenn ein Wecker läutet. Wenn Mutter oder Vater nur sagt, die halbe Stunde wäre jetzt vorbei, gibt’s regelmäßig Gezeter. Letzteres wird von meinen Kindern  prinzipiell in Zweifel gezogen, dem Wecker wird vertraut … (was will mir das sagen?! – Egal. Es funktioniert!
    Siehe auch hier: Das tägliche Drama – Tipp zur Vermeidung von Konflikten bei Hausaufgaben; auch für kleinere Kinder funktioniert das gut: Kompromisse mit Kleinkindern: Der Vertrag
    Auch in den Ferien sehr brauchbar: Unser Ferienvertrag zur Computerspielzeit
    Alltagstauglichkeit: ***** Erfolgsfaktor: **** Nachhaltigkeit: ***


  3. Familienkonferenz

    Die Familienkonferenz ist neu in unserem Portofolio. Zugegeben, sie hat noch nicht wirklich in den Alltag integriert, von Zeit zu Zeit machen wir aber sehr gerne davon gebraucht, weil sie bei unseren ersten Versuchen wirklich überraschend gut geklappt hat – nicht jedes Mal gleich gut, wohlgemerkt. Aber ich bin überzeugt, das die Familienkonferenz über die Jahre hinweg bei uns an Bedeutung gewinnen wird.
    Mehr dazu: 11 gute Gründe für eine Familienkonferenz mit kleinen Kindern + Kurzanleitung
    Alltagstauglichkeit: ** Erfolgsfaktor: **** Nachhaltigkeit: ****


 

Konflikte und Konsequenzen

Wichtig bei den folgenden Punkten ist, dass es für die Kinder von vorne herein klar ist, welche Konsequenz “droht” – bei uns sind es meistens Minus-Minuten für’s Computer-spielen. Und: Wenn ich eine Konsequenz androhe, dann muss ich sie im Falle des Falles auch konsequent durchführen. Kinder schnallen sonst schnell leere Drohungen.

  1. Gelbe Karte, rote Karte

    gelbe Karte, rote Karte: Muttis ErziehungsgeheimnisseGanz wie im Fußball zücken auch wir hin und wieder die gelbe Karte. Die rote Karte ist meist arbeitslos, weil es die Kinder gar nicht darauf ankommen lassen.
    Die Geschichte, wie wir auf diese Methode kamen und wie sie genau funktioniert: siehe Gelbe Karte, rote Karte
    Alltagstauglichkeit: ***** Erfolgsfaktor: ***** Nachhaltigkeit: ***


  2. 1-2-3-Methode

    123 Methode - Muttis ErziehungstippsEine Alternative zur den gelben/roten Karten ist die 1-2-3-Methode. Das gute daran ist, dass die Kinder immer wissen woran sie sind. Durch das Zählen bis drei haben sie Zeit und werden nicht von vorschnellen Konsequenzen überrascht. Auch als Elternteil hilft das Zählen, seinen momentanen Ärger etwas im Zaum zu halten. Ganz wichtig aus meiner Sicht ist, dass die Kinder von vorne herein wissen, was ihnen blüht. Die Konsequenzen haben wir übrigens gemeinsam mit den Kindern beschlossen.
    Mehr dazu: Eins, zwei, drei!
    Alltagstauglichkeit: ***** Erfolgsfaktor: ***** Nachhaltigkeit: ***


  3. Countdown

    Das hilft gegen Schimpfwörter: Recycling für SchimpfworteÄußerst gute Dienste leistet uns der so genannte Countdown. Wenn sich die Kinder wieder mal in Schimpfwörtern oder Fäkalwörtern ergehen, wenn in jedem zweiten Satz dreimal “Furz” und viermal “Kakawürstl” vorkommt, ist irgendwann der Punkt erreicht, an dem wir Eltern die Nase voll haben. Dann rufen wir den Countdown aus:
    “Es reicht! Countdown auf Fäkalwörter (unsere Kinder wissen mittlerweile sehr gut, was wir damit meinen), ab 5, ab jetzt!”
    Dann wissen die Kinder: Jetzt haben sie noch 5x Galgenfrist (wir zählen bei jedem Ausrutscher laut von 5 abwärts mit), dann gibt’s eine Konsequenz – bei uns meistens Minus-Minuten für’s Computer-spielen.
    Mehr dazu: Furz, Kacka, Rülps & Co – Wie man Fäkalworten Herr werden könnte und Das hilft gegen Schimpfwörter – Recycling für schlimme Wörter
    Alltagstauglichkeit: ***** Erfolgsfaktor: ***** Nachhaltigkeit: ***


Manche finden’s total verkehrt – ich find’s trotzdem amüsant, was ich aus dem Hort mitbekommen habe: Die kreativste Strafe für Kinder – ich habe Tränen gelacht!

 

Faire Kommunikation und Vertrauen

Wichtig bei der Kommunikation ist eine liebevolle Beziehung. Das Kind sollte das Gefühl haben, dass es immer geliebt wird, egal wie es sich benimmt – nicht immer einfach, aber essentiell.

  1. Authentizität

    Kinder haben feine Antennen! Wenn ich etwas sage, aber nicht wirklich dahinter stehe, kommen mir meine Kinder schnell auf die Schliche. Und hören das, was sie hören wollen. Ergo: Ehrlichkeit währt am längsten – nein und entsprechend ja, wenn’s auch so gemeint ist.
    Alltagstauglichkeit: ***** Erfolgsfaktor: ***** Nachhaltigkeit: *****


  2. Ernst nehmen und wahrnehmen

    Das Kind fällt und weint – ach, ist doch gar nichts passiert … oder doch? Aus Sicht des Kindes ist auf jeden Fall etwas passiert. Ergo: Mitgefühl zeigen, pusten, ev. ein Pflaster drauf (oder in unserem Fall ein “Zeichen”) – und dann ist auch für das Kind ganz schnell alles wieder im Lot.
    Mehr dazu: Ist doch gar nix passiert … oder doch? und in puncto “Zeichen”: Kleine Wehwehchen bei Kindern “wegzaubern” – kichern und zeichnen (Ich bezeichne die Zeichen immer als “Mommy Magic” und halte sie für einen absoluten Geheimtipp!!)
    Alltagstauglichkeit: ***** Erfolgsfaktor: ***** Nachhaltigkeit: *****


  3. Positiv und konkret formulieren

    Sagen, was man will – und zwar konkret. “Brav sein” oder “Räum’ auf” sind abstrakte und vor allem dehnbare, sehr dehnbare Begriffe – Kinder wissen das.  Besser daher: “Bitte räum’ die Instrumente in die Musikkiste.”
    Noch ein Beispiel: “Die Musik ist mir zu laut” ist eine Feststellung, aus der nicht unbedingt eine Handlung abgeleitet werden muss. Ganz anders bei:  “Die Musik ist mir zu laut, bitte mach sie leiser!”
    Mehr dazu: Denk jetzt mal NICHT an einen roten Ball!
    Alltagstauglichkeit: ***** Erfolgsfaktor: *****Nachhaltigkeit: *****


  4. Ich-Botschaften

    Wie in der Kommunikation mit Erwachsenen kommen auch bei Kindern Ich-Botschaften besser an: Statt “Die Musik ist zu laut, bitte mach sie leiser” besser: “Mir ist die Musik zu laut, bitte mach sie leiser” oder “Die Lautstärke schmerzt in meinen Ohren. Bitte mach die Musik leiser.”
    Unterstützung beim Klarstellen, wie’s mir persönlich gerade in einer Situation bieten ev. Emotionenkarten – siehe: Emotionen-Karten als Erziehungshelfer
    Alltagstauglichkeit: ***** Erfolgsfaktor: ***** Nachhaltigkeit: *****





  5. Höflichkeit

    Wir legen Wert auf die Zauberwörter Bitte und Danke. Und da müssen wir Erwachsenen freilich mit gutem Beispiel vorangehen. Erst wenn meine Bitten mehrfach ungehört verhallen, fällt die Höflichkeit einer größeren Bestimmtheit zum Opfer.
    Alltagstauglichkeit: ***** Erfolgsfaktor: ***** Nachhaltigkeit: *****


  6. Positives FeedbackMuttis Erziehungstricks: Richtig loben

    Loben – aber richtig. So funktioniert’s: Loben – aber richtig!
    Alltagstauglichkeit: ***** Erfolgsfaktor: ***** Nachhaltigkeit: *****


  7. Vertrauen schenken

    Auch kleinen Kindern kann man durchaus schon etwas zutrauen.
    Mehr dazu: Yes, you can!
    Alltagstauglichkeit: ***** Erfolgsfaktor: ***** Nachhaltigkeit: *****


  8. Humor

    Last but not least: Lasst den Humor nicht zu kurz kommen – damit fällt so manche Situation im Eltern-sein leichter!
    Mehr dazu: Problemsituationen mit Humor meistern
    >Alltagstauglichkeit: ***** Erfolgsfaktor: ***** Nachhaltigkeit: *****


Und nicht vergessen: Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm – Kinder spiegeln das elterliche Verhalten. Meist braucht man gar nicht an den Kindern “herumdoktern”, sondern nur mal vor der eigenen Haustüre kehren …

Empfehlenswerte Bücher zum Thema Erziehung:

Ich habe schon viele Ratgeber für Bücher gelesen – diese beiden finde ich bisher am hilfreichsten. Ausführliche Rezensionen findet ihr hier:

Mit der Zeit hab ich mir einige Erziehungstipps und -tricks angeeignet, die mir im Familienalltag enorm helfen.
Hier entlang: Muttis Eltern-Tipps

Foto: PublicDomainPictures, Pixabay

14 Erziehungsgeheimnisse, die jede Mutter kennen sollte, die alle Eltern kennen sollten, must know, Erziehungstipps

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Hier plaudert Birgit, alias Mutti, 40+, seit 2009 aus dem Nähkästchen: Authentizitäts-Freak, selbstbewusst grauhaarig, kreativ angehaucht, völlig unperfekte Mutter. Familienblog aus dem Leben mit zwei Jungs - Mutter allein unter Männern. Mehr über Muttis Nähkästchen: About. Nix verpassen? Folgt mir via Social Media oder Newsletter.

Dieser Beitrag hat 12 Kommentare

  1. Warum sind das Regeln, die Mütter kennen sollten. Väter sind auch an der Erziehung beteiligt!!! Ich finde es furchtbar, dass derartige Punkte immer nur einseitig adressiert werden. Wir sind immer noch im Mittelalter!

    1. Du hast recht! Betrifft natürlich alle. Ich gelobe Besserung. Und eine Zeitreise in die Jetztzeit.
      lg Birgit

  2. Waum kann man hier nur 3 geheime Rezepte lesen, wo die Überschrift von 14 spricht?

    1. Sorry, da hat die Technik gezickt. Ist hiermit behoben und wiederhergestellt :-)

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