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Vorsicht, Helikopter- & Rasenmäher-Eltern: Kümmerer produzieren Verkümmerte!

Vorsicht, Helikopter- & Rasenmäher-Eltern: Kümmerer produzieren Verkümmerte!

Helikoptermutter, Rasenmäher-Mutter – ich? Niemals!!!
Oder vielleicht doch? So ein bisschen …?
Wann greife ich ein, wenn ich sehe, dass mein Kind scheitern wird? Und wie lange? Wann höre ich damit auf? Autsch!
Ein paar unbequeme Wahrheiten über Helikopter-Eltern bzw. Rasenmäher-Eltern, das Dauer-Kümmern und seine toxischste Nebenwirkung. Und natürlich, wie wir da wieder rauskommen:


Zwischenruf in eigener Sache:

Liebe Leute!
Willkommen am Familienblog "Muttis Nähkästchen"

Birgit und Christine von Muttis Nähkästchen

Für alle, die uns noch nicht kennen: Hier plaudern Birgit und Christine aus dem Nähkästchen und schreiben über das (Über-)Leben mit Kindern. Wir bemühen uns um wertvolle Inhalte, die euch wirklich weiterhelfen. Außerdem haben wir immer wieder feine Sachen für euch zu verlosen.

Um nichts zu verpassen, folgt uns doch bitte:


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Voraussichtliche Lesedauer: 5 minutes

Sind wir nicht alle ein bisschen „Helikopter-Eltern?“ Oder – vielleicht noch schlimmer – „Rasenmäher-Eltern“?
Wenn ich ganz genau hinschaue, dann muss ich zugeben: … ja, so ein bisschen, wenn ich ehrlich bin …

Und das ist ja auch gar nicht weiter schlimm! Denn wir tun es aus Liebe. Wir Eltern wollen schließlich nur das Beste für unsere Kinder! Aber wir sollten die toxische Nebenwirkung kennen. Denn nicht selten galoppieren wir Eltern mit unserem „Es-gut-meinen“ gehörig über das Ziel hinaus …


Rasenmäher-Eltern: Kümmerer produzieren Verkümmerte


Gestolpert bin ich über dieses Thema in einem Buch über Management: Vergeude keine Krise! 28 rebellische Ideen für Führung, Selbstmanagement und die Zukunft der Arbeit. Aber da steckt universelle Wahrheit drinnen, sodass ich sie allen Eltern nicht vorenthalten will: Kümmerer produzieren Verkümmerte.

Denn was ein Chef kann, können Mütter und Väter allemal: Ihre Mitarbeiter*innen – respektive Angehörigen – zur Unselbständigkeit erziehen. Und auch die Autoren schreiben:

„Wenn du erstmal den Blick für derartige Hilflosigkeits-Rollenspiele geschärft hast, wirst du sie überall bemerken. Nicht nur zwischen Chef und Mitarbeitern, sondern auch zwischen Eltern und Kindern oder zwischen den Partnern in einer Beziehung.“

Anja Förster & Peter Kreuz in Vergeude keine Krise! 28 rebellische Ideen für Führung, Selbstmanagement und die Zukunft der Arbeit

Über Rasenmäher-Eltern und Helikopter Eltern

Die Helikopter-Eltern haben Zuwachs bekommen: Rasenmäher-Eltern. Der Begriff „Rasenmäher-Eltern“ ist ein relativ junger Begriff für ein neues – oder wie ich meine gar nicht so neues – Phänomen bei der Erziehung von Kindern. Es ist quasi die Steigerung.

Aber beginnen wir mal von vorne:

  • Helikopter-Eltern sind ständig präsent und schwirren um ihre Kinder herum. Das Ziel ist klar: potenziell lauernde Gefahr abwenden.
  • Rasenmäher-Eltern sind da schon einen Schritt weiter! Sie mähen jedes Hälmchen, das in den Weg des Kindes ragen könnte, vorsorglich weg. Sie ebnen und planieren alle potenziellen Hürden. (Vielleicht wäre hier „Planierraupen-Eltern“ vielleicht sogar der bessere Begriff!?! Oder je nach Jahreszeit eventuell auch „Schneepflug-Eltern“?)
    Beispiel gefällig? Zum Beispiel greifen sie vorschnell in Konfliktsituationen ein. Oder sie erledigen sie die Hausaufgaben für das Kind – damit es eine bessere Note schafft und vor Enttäuschung und Scheitern bewahrt wird.

Alles verständlich und nachvollziehbar … aber eben nicht unbedingt gut.
Und zwar darum:

Der Papa wird’s schon richten!

Ist doch praktisch, oder?

Die Autoren zeigen dann auch Erklärungsversuche für dieses Phänomen am Beispiel des permanenten Fragenstellens:

Aus der Perspektive des Fragenstellers: Fragen sind bequem. Wer fragt, anstatt selbst zu versuchen, das Problem zu lösen, entzieht sich der Verantwortung. Sie wird stattdessen ganz subtil dem Adressaten bzw. der Adressatin aufgebürdet. Und das Schlimme daran: Das Verhalten verstärkt sich. Denn was einmal funktioniert, funktioniert wahrscheinlich wieder. Und was mehrmals funktioniert, funktioniert immer wieder.

Papa hat’s gerichtet – also wird er oder sie es wieder tun.


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Also nicht falsch verstehen: Fragen sind wichtig und richtig. Die Dosis macht das Gift! Der Dauerzustand wird zum Problem.

Und: Dem Dauerhelfer im Dauereinsatz bringt sein Verhalten selbst am allermeisten. Es fühlt sich einfach gut an, gebraucht zu werden. Man ist Anlaufstelle für alle, ist hilfreich, fürsorglich und sympathisch. Und man ist das Zentrum, der Dreh- und Angelpunkt allen Geschehens, steht im Mittelpunkt: Vergiss dies nicht! Hast du an jenes gedacht? Warte, ich helfe dir! Ich mach das schon …

Autsch! Kommt mir irgendwo her bekannt vor …

Ich hatte sogar mal ein Glückskeks mit folgendem Spruch:

Ohne dich läuft gar nichts! Alle zählen auf deinen Einsatz!

Horror! Oder? Das meldete damals mein Bauchgefühl. Wie kann SOWAS nur in einem Glückskeks stehen?!? Das ist doch kein Glück! Viel besser wäre doch:

Lehn dich zurück! Alles läuft – auch wenn du mal eine Auszeit machst!

Und ja, das Bauchgefühl hatte recht. Denn das führt zu einer ganzen Reihe von Problemen:

Ernste Probleme durch das Dauerkümmern

  1. Es wird Verantwortung für andere übernommen, für das sie eigentlich selbst Verantwortung übernehmen könnten. Das ist nicht fürsorglich, sondern übergriffig! Ja! Auch wenn’s noch so gut gemeint ist! Denn wir alle wissen: Gut gemeint ist nicht selten das Gegenteil von gut …
  2. Es befriedigt oft genug die eigenen Bedürfnisse. Denn mit der ständigen Kümmerei bastelt der Kümmerer bzw. die Kümmererin an seiner/ihrer eigenen Unersetzlichkeit. Dabei wissen wir doch alle: JEDE*R ist ersetzbar. So ehrlich müssen wir sein! Oder wie Charles de Gaulle gesagt hat: Die Friedhöfe sind voll von unentbehrlichen Männern!
  3. Es lässt die „Bekümmerten“ (!) unterhalb ihrer Möglichkeiten agieren. Das infantilisiert, degradiert auf Unmündigkeit. Ihre Autonomie und Problemlösungskompetenz wird weder respektiert, noch gefördert – oder eben sogar unterminiert.

Und die toxischste aller Nebenwirkungen heißt: Kümmerer produzieren Verkümmerte.

Raus aus der Kümmer-Falle!

Wer also „Enabler“ heranziehen will, sollte sie keineswegs „ver-kümmern“. Erwachsen werden heißt eben auch: eigene Abhängigkeiten auflösen. Und da müssen wir als Eltern rechtzeitig loslassen – auch (oder gerade?), wenn wir sehen, dass das Kind scheitern könnte.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Freilich brauchen Kinder Unterstützung – je kleiner, desto mehr. Aber nicht selten verpassen wir Eltern den rechtzeitigen Absprung. Denn es heißt nicht umsonst:

Kinder brauchen Wurzeln und Flügel.

Aber wie sollen sie mit ihren Flügeln fliegen, wenn wir sie verkümmern lassen.

Und dabei gelangen wir an die wohl größte Herausforderung für uns Eltern: an manchen Stellen bleibt uns nur eines – das Aushalten. Und das ist viel schwerer als es klingt! Hier hab ich darüber schon einmal geschrieben: Die wohl größte Herausforderung für Eltern – und wie man sie meistert

Ich habe diesen, etwas älteren Text jetzt noch einmal gelesen. Und finde ihn immer noch so stimmig! Denn manchmal gibt es schlichtweg keine probate Lösung. Dann bleibt uns nur eines:

Da trägst Du mit, hältst mit aus.
Spiegelst, reflektierst, fasst zusammen, schweigst mit, weinst mit, atmest mit.

Die wohl größte Herausforderung für Eltern – und wie man sie meistert

Na, wie geht’s euch mit dem Kümmern?
Seid doch mal ganz ehrlich … auch so ein paar klitzekleine Helikopter-Eltern oder Rasenmäher-Eltern-Tendenzen?
Fakt ist: Du bist nicht allein.

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Birgit

Hier plaudert Birgit, alias Mutti, 40+, seit 2009 aus dem Nähkästchen: Authentizitäts-Freak, selbstbewusst grauhaarig, kreativ angehaucht, völlig unperfekte Mutter. Familienblog aus dem Leben mit zwei Jungs - Mutter allein unter Männern. Mehr über Muttis Nähkästchen: About. Nix verpassen? Folgt mir via Social Media oder Newsletter.

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