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Bedürfnisorientiert: Nicht jeder Wunsch ist ein Bedürfnis!

Bedürfnisorientiert: Nicht jeder Wunsch ist ein Bedürfnis!

Bedürfnisorientiert – alle reden davon. Aber wie funktioniert das wirklich? Was sind eigentlich kindliche Bedürfnisse? Und schießen wir manchmal über das Ziel hinaus, weil wir Wünsche mit Bedürfnissen verwechseln? Die Expertin sagt JA! Denn es gibt NUR SECHS (!) kindliche Bedürfnisse – und nicht mehr. Welche das sind und warum ein Nein auch zur Bedürfnisorientierten Begleitung von Kindern gehört:


Zwischenruf in eigener Sache:

Liebe Leute!
Willkommen am Familienblog "Muttis Nähkästchen"

Birgit und Christine von Muttis Nähkästchen

Für alle, die uns noch nicht kennen: Hier plaudern Birgit und Christine aus dem Nähkästchen und schreiben über das (Über-)Leben mit Kindern.

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Bedürfnisorientiert – das ist das Gebot der Stunde. Alle, die dieses Konzept nicht verstehen (wollen), ernten nur verständnisloses Augenrollen. Und jene, die diese Art des Begleitens umsetzen (wollen), schießen nicht selten gehörig über das Ziel hinaus. Denn: Nicht jeder Wunsch ist auch ein Bedürfnis!

Wer so durch die sozialen Medien surft, merkt schnell: Allerorts hingebungsvolle Mütter, die sich ganz und gar nach den Bedürfnissen des Kindes richten. Aber ist das im Sinne des bedürfnisorientierten Erziehens?

Das sagt Eva Klugsberger, familylab-Trainerin und Beraterin:




Erziehen und begleiten von Kindern:
Bergtour ohne Wanderkarte und Ziel?

Genauso wie wir keine KFZ-Lehre machen, nur weil wir ein Auto besitzen, machen wir auch kein Psychologie- oder Pädagogik-Studium, nur weil wir Kinder haben und diese gut in ihr Leben hinein begleiten wollen. Aber manchmal, so hab ich das Gefühl, nehmen wir Herausforderungen an, ohne uns über die Rahmenbedingungen im Klaren zu sein.

So wie es auch nicht ratsam ist, einen Berg zu erklimmen, ohne feste Bergschuhe, einer Wanderkarte und einer Idee, wo wir eigentlich hinwollen, ist es auch wenig ratsam, „Erziehungstrends“ zu folgen ohne genauer hinzuschauen bzw. in uns hinein zu horchen. Denn nur in uns finden wir unsere wahren Antworten.

Bedürfnisorientiert:
Kindliche Bedürfnisse vs. Wünsche

Wenn wir bedürfnisorientiert erziehen wollen, gibt ein paar Sidefacts, die wir im Hinterkopf haben sollten. Da ist die Frage: Was sind eigentlich kindliche Bedürfnisse? Und gibt’s einen Unterschied zu Wünschen, zu Lust oder Unlust?

Die Antwort ist Jaaaaaa!

Kindliche Bedürfnisse lassen sich auf ganz wenige herunterbrechen.

6 kindliche Bedürfnisse:
Was Kinder WIRKLICH brauchen

Kinder BRAUCHEN (!):

  • liebevolle Beziehungen,
  • Sicherheit & Schutz,
  • das Gefühl, wahrgenommen & ernst genommen zu werden,
  • die Möglichkeit zur Exploration bzw. zum Lernen,
  • sie brauchen Orientierung & Führung und dann noch
  • Gemeinschaft.

That’s it!

Das sind die kindlichen Bedürfnisse. Und daran sollten wir uns orientieren, wenn wir bedürfnisorientierte Eltern sein wollen.

Was wir leider oft vermischen, vertauschen, verwechseln oder schlichtweg nicht im Blick haben ist, dass sich kindliche Bedürfnisse von kindlichen Wünschen unterscheiden. Nicht nur bei Kindern übrigens.

Wir unterscheiden überhaupt wenig zwischen Bedürfnissen und Wünschen. Und deshalb bekommen ganz viele Menschen viel zu viel von dem, was sie WOLLEN, aber zu wenig von dem, was sie BRAUCHEN. Das Resultat daraus ist Unzufriedenheit und Hunger, weil uns die Erfüllung unserer Wünsche im Vergleich zu unseren Bedürfnissen langfristig nicht satt macht.

Ein Nein darf sein!

Nein gehört dazu.
Auf alle Fälle. Ein NEIN zu einem Wunsch!

Dieses Nein wird sehr wahrscheinlich zu Frust führen. Und hier sind wir Eltern gefragt, nämlich dahingehend, dass wir diesen Frust auszuhalten lernen und die Verantwortung für diesen Frust übernehmen – in dem Wissen, dass wir unseren Kindern damit sogar ein Geschenk machen. Frust wird ihnen nämlich früher oder später so oder so begegnen. Nicht, weil das Leben kein Ponyhof ist, sondern weil Frust schlichtweg zum Leben dazu gehört.

Ein Nein zu einem Bedürfnis hingegen kann leicht zu Verunsicherung führen. Das heißt aber nicht, dass wir Eltern immer und überall auf die Bedürfnisse unserer Kinder eingehen können. Denn wir haben selbst auch Bedürfnisse! Und diese eigenen Bedürfnisse sind ebenso wichtig wie die unserer Kinder. Das wird bei  bedürfnisorientierter Elternschaft gerne vergessen!

Solange wir die Beziehung zu unseren Kindern nicht abbrechen, ist alles in Ordnung. Die Beziehung ist das höchste Gut in der Familie – der Austausch, das Interesse, die Neugier aneinander, die Bemühung, sich gegenseitig verstehen zu wollen, die Bereitschaft, in die Schuhe des anderen zu schlüpfen.


Zur Expertin:

Eva Klugsberger ist Erziehungswissenschafterin, psychoanalytische Heil- und Sozialpädagogin. Seit 2019 arbeitet sie als sozialpädagogische Einzelbegleiterin von Kindern und ihren Familien bei Rettet das Kind Salzburg.

„Meine geistige Heimat habe ich in der Zeit meines großen Wandels bei Jesper Juul, Gründer von familylab International, gefunden. Die vielen Inspirationen, die mich selbst bereichern, will ich nun mit anderen Menschen, die aus ganzem Herzen leben wollen, teilen.“

Mehr zu Eva auf ihrer Seite: wirwerden.at


Was ist eure Meinung zu diesem Thema?
Ich bin gespannt auf eure Sicht!

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Hier plaudert Birgit, alias Mutti, 40+, seit 2009 aus dem Nähkästchen: Authentizitäts-Freak, selbstbewusst grauhaarig, kreativ angehaucht, völlig unperfekte Mutter. Familienblog aus dem Leben mit zwei Jungs - Mutter allein unter Männern. Mehr über Muttis Nähkästchen: About. Nix verpassen? Folgt mir via Social Media oder Newsletter.

Dieser Beitrag hat 5 Kommentare

  1. Was ist mit dem Bedürfnis nach Nahrung?

    1. Liebe Sabrina,
      Nahrung gehört genauso wie Atmung, Wasser, Schlaf, Unterkunft etc. zu den physiologischen Grund- bzw. Existenzbedürfnissen, die zum Erhalt des menschlichen Lebens erforderlich sind. Die stehen natürlich außer Frage und werden vorausgesetzt.
      lg Birgit

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