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Alltagsregeln in der Pubertät: Tipps + Lessons learned

Alltagsregeln in der Pubertät: Tipps + Lessons learned

Immer wieder gibt es Situationen im Alltag, die entweder den Eltern oder den Kids sauer aufstoßen. Ein Beispiel ist die Inkompatibilität von Pubertier und Frischluft auf der einen Hand. Und der überbordende Internet-Konsum auf der anderen Hand – zumindest in unserer Familie. So haben wir verbindliche Regeln geschaffen, damit wir nicht immer wieder über dieselben Dinge streiten müssen.


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Eltern von Teenagern kennen das: Zündstoff liegt an jeder Ecke! Und wir Eltern klingen da manchmal wie eine hängengebliebene Schallplatte … Dabei drückt das Dauergemecker auch ordentlich auf die Nerven – auf unsere eigenen, wie auch auf die Nerven der Teenies.

Eigentlich ist es ja nachvollziehbar – wenn wir ehrlich sind. Die Teenager wollen mehr Eigenverantwortung und nicht mehr ausschließlich nach der Pfeife der Eltern tanzen.

Eine dieser nervtötenden Alltagsdiskussionen betrifft das Verhältnis von Frischluft zu Bildschirmzeit. Das haben wir nun versucht, im Rahmen einer Teenie-tauglichen Vereinbarung zu lösen:

Alltagsregeln in der Pubertät: Tipps + Lessons learned




Alltagsregeln mit Teenagern: Was also tun?

Es bedarf einer gründlichen Neubewertung: Was muss wirklich reguliert werden? Und wo kann man auch ein Auge zudrücken – was darf unreguliert bleiben? Und da sollten wir weise abwägen, denn zu viele Regulierungen sollten es nicht sein! Denn: Niemand lässt sich gerne in ein enges Regel-Korsett quetschen. Man achte nur auf die aktuellen Entwicklungen rund um die Covid19-Einschränkungen: Da zeigt sich sehr deutlich, wie „wohlwollend“ die erwachsene Gesellschaft auf Freiheitseinschränkungen reagiert. Zum Gruseln … aber das ist ein anderes Thema.

Unser Mittel der Wahl ist die Familienkonferenz. Damit haben wir schon sehr früh begonnen, als die Kinder noch sehr jung waren. (Hier gibt’s unsere Erfahrungsberichte zur Familienkonferenz: 11 gute Gründe für eine Familienkonferenz mit kleinen Kindern + Kurzanleitung) Alle Familienmitglieder treffen sich da gleichberechtigt am Tisch und reden über Dinge, die gut laufen und jene, die weniger gut laufen. Und dann werden gemeinsam Lösungen gesucht und Vereinbarungen getroffen.


Familienkonferenz mit Teenagern: Lessons Learned

Wie auch in einer Familienkonferenz mit kleineren Kindern ist es meines Erachtens absolut zentral, dass folgende Dinge zutreffen:

  1. Die Familienkonferenz muss angekündigt werden – mindestens einen halben Tag vor dem anvisierten Termin. So wird niemand überrumpelt und alle können sich darauf einstellen.
  2. Die Ergebnisse müssen schriftlich festgehalten werden. Mündliche Vereinbarungen tendieren dazu, vergessen zu werden oder eröffnen Interpretationsspielraum.
  3. Einen Folgetermin vereinbaren. Unbedingt sollte bei einem absehbaren Folgetermin nochmal gemeinsam besprochen werden, wie es mit den vereinbarten Maßnahmen läuft. So kann bei Bedarf nachjustiert werden.

Aber dann gibt es doch einige Unterschiede, wenn eine Familienkonferenz mit Teenagern durchgeführt werden:

Rahmenbedingungen

  • Fester Termin & klarer Anlass:
    Die Konferenz sollte angekündigt und nicht spontan im Streit einberufen werden. Ein ruhiger Rahmen signalisiert, dass es um Lösungen geht, nicht um Strafen.
  • Gleiche Gesprächsrechte:
    Alle Familienmitglieder – auch die Teenager:innen – sollen gleichberechtigt sprechen dürfen.
  • Ritual / Struktur:
    Ein klarer Ablauf (z. B. Begrüßung, Themensammlung, Gespräch, Vereinbarungen) gibt Orientierung.

Gesprächskultur

  • Respektvolle Sprache:
    Keine Vorwürfe oder Abwertungen, sondern Ich-Botschaften („Ich fühle mich…“ statt „Du machst immer…“).
  • Aktives Zuhören:
    Wiederholen, was die andere Person gesagt hat, um Missverständnisse zu vermeiden.
  • Zeit geben:
    Teenager:innen brauchen manchmal länger, um ihre Gedanken zu formulieren.

Inhaltliches

  • Themenauswahl:
    Die Jugendlichen dürfen selbst Punkte einbringen. Nur so fühlen sie sich ernst genommen.
  • Gemeinsame Lösungsfindung:
    Statt Regeln „von oben“ aufzuerlegen, gemeinsam Vereinbarungen entwickeln – das erhöht die Akzeptanz.
  • Realistische Kompromisse:
    Teenager:innen lernen so Verhandlung und Verantwortung.

Abschluss

  • Klare Vereinbarungen:
    Ergebnisse schriftlich festhalten oder sichtbar (z. B. auf einem Whiteboard in der Küche).
  • Verbindlichkeit & Nachverfolgung:
    Beim nächsten Treffen überprüfen, ob Absprachen eingehalten wurden.
  • Positive Note:
    Mit etwas Schönem enden, etwa einem Dank oder einer kleinen gemeinsamen Aktivität.

Besonders wichtig: Teenager:innen brauchen das Gefühl, dass ihre Meinung wirklich zählt – sonst wird die Konferenz schnell als „Alibi-Veranstaltung“ empfunden.


Vereinbarungen mit Pubertieren sehen anders aus

Vereinbarungen mit Teenagern müssen anders aussehen als mit kleineren Kindern:

Entscheidungsspielraum: Während sie bei kleineren Kindern noch sehr klar und konkret sein sollten, ist bei Teenagern die steigende Eigenverantwortung zu berücksichtigen. Regeln sollten daher logische Spielräume beinhalten, damit die Jugendlichen eigene Entscheidungen treffen können.

Beispiel: Unsere Vereinbarung zur Internet-Nutzung während der Schulzeit.

Denn wenn es nach den Jugendlichen ginge, säßen sie 24/7 vor’m Bildschirm. Wir Eltern möchten aber ein Mindestmaß an Familienleben und Gemeinsamkeiten sicherstellen. Auf folgendes Rahmenwerk haben wir uns geeinigt:

Rahmenvereinbarung für Internet-/WLAN-Nutzung

Wir Eltern bezahlen das Internet (ca. 20 Euro pro Monat), sorgen für die Technik und ermöglichen Internet-/WLAN-Empfang bis 08:00-21:30 (vor Schultagen), 08:00- 23:30 (am Wochenende).

Grundvoraussetzungen:

  • In der Schule muss es passen!
    Sollten Rückmeldungen aus der Schule eintreffen, dass z.B. Hausübungen nicht gemacht wurden, müssen wir erneut reden.
  • Versprechen müssen eingehalten werden!

Pflichten der Jugendlichen

  1. 1x/Tag an einem Familienessen teilnehmen – welches nach eigenem Ermessen
  2. 1x/Woche an einem Familienausflug teilnehmen
  3. Auf Hygiene ist zu achten: mind. 2x wöchentlich duschen/baden – Tag nach eigenem Ermessen
  4. 1x pro Woche Zimmer aufräumen + saugen – Tag nach eigenem Ermessen
  5. Haustiere werden versorgt

Empfehlungen:

  • Täglich Zähne putzen – es sind eure Zähne!

Wochennachschau am Sonntag am Abend.


Wir haben es geschafft, uns auf nur fünf Pflichten zu reduzieren. Beim Familienessen schaffen wir unter der Woche sowieso meist nur das Abendessen. Aber am Wochenende können sie auch einige Essen ausfallen lassen (was sie ja sowieso tun). Das Zähneputzen haben wir bewusst nicht als Pflicht, sondern als Empfehlung reingenommen, denn sie kennen unsere Meinung dazu. Sie sind alt genug und es sind ihre eigenen Zähne.

Jugendliche, die eigene Entscheidungen treffen dürfen, sind meist kooperativer. Und wir müssen uns eingestehen, dass unser Miteinander immer mehr ebenbürtiges Geben und Nehmen ist.

Übrigens:
Heiße Tipps zum Thema Familienausflug findet ihr hier:
Familienausflug mit Pubertier: Die besten Aktivitäten mit gelangweilten Teenagern


Fazit: Unsere erste Wochenrückschau

Noch läuft nicht alles glatt – aber das meiste! Wir hatten heute zum Beispiel einen tollen Ausflug zu viert. Ganz ohne Murren – also fast.


Nachtrag: Alltagsregeln können sich verändern

Aus eigener Erfahrung müssen wir klar festhalten: Derartige Vereinbarungen sind nicht in Stein gemeißelt! Können sie wahrscheinlich auch gar nicht sein. Denn: wir alle entwickeln uns weiter.

Und so wird es eventuell sinnvoll, das Zähne putzen doch wieder zur Pflicht zu erheben, wenn die Resultate zeigen, dass es anders leider nicht funktioniert. Oder das mit den gemeinsamen Familienausflügen als netten Versuch zu bewerten. Denn letztendlich mussten wir einsehen, dass die Prioritäten der Teenager schlicht und einfach woanders liegen … Und darum ersparen wir uns die Diskussionen und machen unsere Ausflüge mittlerweile nur noch zu dritt. Oder zu zweit. That’s life.


Das könnte euch auch interesssieren:

Die Vorgehensweise wird übrigens auch in diesem Buch empfohlen – sehr lesenenswert!

Buchtipp: Miteinander durch die Pubertät: Gelassener begleiten, weniger streiten, in Kontakt bleiben

So gelingt bindungs- und beziehungsorientierte Erziehung in der Pubertät! Erprobte und entspannte Tipps von der Familienbegleiterin, Erziehungsberaterin und Pädagogin Inke Hummel

Gelassen durch stürmische Zeiten! Die meisten Eltern leiden unter den ungewohnten Stimmungsschwankungen, trotzigen Diskussionen oder dem Desinteresse ihres Kindes. Die gute Nachricht: Eltern und Kind können ein Team bleiben selbst in diesen stürmischen Zeiten. Die erfahrene Pädagogin Inke Hummel zeigt, wie ein entspanntes Familienleben mit Teenagern gelingt: Wie bleibe ich mit meinem Kind in Kontakt? Wie sprechen wir mehr miteinander und streiten weniger? Wie verändert sich meine Elternrolle?
Alltagstaugliche Tipps und Lösungen: Die Tipps sind wohltuend hilfreich, stärken die Verbindung zwischen Eltern und Kind und funktionieren auch im turbulenten Familienalltag.

Leseempfehlung für alle Eltern, deren Kinder gerade in die Pubertät starten oder bereits mittendrin stecken.


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