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Beleidigungen in der Pubertät: 5 wirksame Strategien für Eltern

Beleidigungen in der Pubertät: 5 wirksame Strategien für Eltern

Die Pubertät ist nicht fein – ganz und gar nicht. Da schnalzen uns Eltern schon mal wilde Beleidigungen und Unfreundlichkeiten um die Ohren, die uns einfach nur perplex verstummen lassen. Darum sollten wir Eltern ein zumindest eine gute Strategie bei der Hand haben, um gut auf derartige pubertäre Verbalattacken reagieren zu können.
Hier stelle ich euch einige Konter-Strategien gegen nerviges Teenie-Verhalten vor.


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Provokationen und Beleidigungen in der Pubertät: Wir Eltern werden von pubertierenden Kindern bzw. Jugendlichen oft genug unangenehm und vor allem unvorbereitet mit allerlei Unfreundlichkeiten konfrontiert. Und dann bleibt uns einfach nur staunend der Mund offen stehen.

Aber das muss nicht sein!

Wir sollten unser eigenes „Memory Item“ bei der Hand haben, um auf derlei Verbalattacken, Provokationen und Beleidungen gut reagieren zu können. Der Begriff „Memory Item“ kommt aus der Luftfahrt. Wenn dort oben in der Luft etwas schiefgeht, dann müssen alle Handgriffe der Pilotin bzw. des Piloten sitzen. Für Nachdenken und im Handbuch nachschlagen bleibt schlichtweg keine Zeit.

Folgende Techniken und Methoden helfen gegen verbale Übergriffe, Provokationen und Beleidigungen von Kindern und Jugendlichen in der Pubertät!
Sucht euch euer „Memory Item“ aus dieser Liste aus!
Es ist euer Anker: Wenn nichts mehr geht, was tu ich dann?


Provokationen und Beleidigungen in der Pubertät: 5 wirksame Strategien für Eltern


Warum das Vernunft-Prinzip in der Pubertät nicht funktioniert

Eltern argumentieren typischerweise immer nach dem Vernunftprinzip. Wir sind meist die weisen, allwissenden „Über-Ichs“, gegen die sich Teenager auflehnen – ja sogar auflehnen müssen! Denn das ist das Prinzip der Pubertät: es geht darum, die eigene Persönlichkeit zu entdecken, die eigenen Ziele und Werte. Und das geht am besten durch Abgrenzung und erst mal Ablehnung von althergebrachten, elterlichen „Weisheiten“.

Ja, sorry, da müssen wir eben durch …
Siehe dazu auch: Kommunikation mit Pubertieren: Vorsicht! “Einstellungsimpfung” – denn wenn ich andere immerzu mit meiner allwissenden Übermeinung piesacke, dann bilden sie ganz analog zur medizinischen Impfung Antikörper. Und zwar in diesem Fall Antikörper gegen die mütterlichen Überzeugungen. Heißt: ich sag was, das Kind ist automatisch dagegen.

Viel besser funktioniert in der Pubertät die „homöopathische Impfung“. Ich behandle ganz nach dem homöopathischen Prinzip gleiches mit gleichem. Denn der Automatismus des „Dagegen-seins“ geht dann ins Leere.

Wenn also die Teenager in der Pubertät ihre Narretei ausleben – dann machen wir einfach mit!

Konter-Techniken für Eltern auf pubertäre Beleidigungen und Verbalattacken

Vorbemerkung: Ganz wichtig ist die innere Haltung! Wenn ich den Tag angstvoll mit „na, hoffentlich pubertieren sie heute nicht …“ beginne, dann hab ich schon schlechte Karten …

DANKE! Ganz herzlich möchte ich mich bei der Psychologin Stefanie Mimra, mit der ich seit Monaten in einer Impro-Theatergruppe spiele, die mich in meinen Nöten so wunderbar begleitet und mir immer wertvolle Hinweise unt Tipps gibt. Gerade das Impro-Theater bietet sehr, sehr wertvolle Impulse für den Alltag und das Zusammenleben mit Teenagern.

Und Stefanie motiviert mich immer: Schreib darüber!
Bitte – danke, das mach ich hiermit!


#1 Columbo-Methode

Die Columbo-Technik geht auf Inspektor Columbo (gespielt von Peter Falk) zurück, den Helden der amerikanischen Serie. Columbo entspricht dem stereotypen „zerstreuten Professor“:

Columbo (1968, 1971-1978, 1989-2003) war eine US-amerikanische Krimiserie über Leutnant Columbo, einen Morddetektiv beim Los Angeles Police Department. Er verwendet seine ehrerbietige und zerstreute Persönlichkeit, um kriminelle Verdächtige in ein falsches Gefühl der Sicherheit zu schleusen.

Wikiquote

Bei der Columbo-Technik nimmt sich eine Person ganz zurück, sie agiert scheinbar schwach („Tief-Status“ wird das im Impro-Theater genannt). Man gibt der anderen Person viel Raum, arbeitet mit Understatements und Entschuldigungen und agiert scheinbar nebenbei und zerstreut.

Mit dieser Haltung kann man andere Personen respektvoll führen:

„Verzeih mir bitte, da habe ich auf einmal eine Idee, ich weiß nicht, ob das eine gute Idee ist, aber du erlaubst es mir trotzdem, dass ich …“ Und dergleichen.

Die Columbo-Methode arbeitet auch ganz stark mit Bewunderung – man begeistert sich richtiggehend für das Symptom!

„Ich finde das so toll, wie du das schaffst, dein Zimmer in so konstant unordentlichem Zustand zu halten. Die Bakterien werden mehr, Ungeziefer zieht ein – aber egal! Das nenne ich wirklich konsequent, da zieh ich meinen Hut vor dir! Und, weißt du was? Da vorne, da gleich neben dem Schreibtisch seh ich noch ein Stück vom Bodenbelag. Da könntest du noch …“


#2 Judo-Methode

Beim Judo wird die Angriffskraft des/der anderen geschickt für eigene Zwecke genutzt. Die Zielrichtung des Angreifers wird dabei bestätigt und verstärkt. Dadurch geht der Angriff ins Leere, der Angreifer wird geschwächt. Wenn wir das auf die Kommunikation mit unseren Pubertieren übertragen:

Wir akzeptieren die Vorwürfe vollinhaltlich auf übertriebene Art und Weise. Wir bejahen sie und setzen sogar noch eines drauf. Die dadurch entstehende paradoxe Situation verwirrt das Gegenüber. Diese/r kann nicht widersprechen, da er/sie sich dann selbst widersprechen würde. Also schweigt er/sie oder wechselt das Thema oder reagiert irgendwie verlegen und mit einer Übersprungshandlung. Quelle: psychologin.mimra.eu

Das nächste Mal, wenn das Pubertier uns also wiedermal ein wenig freundliches „Ihr seid so asozial!“ an die Stirn klatscht (weil wie vor langer Zeit vereinbart das WLAN am Abend automatisch abdreht – siehe: Alltagsregeln in der Pubertät: Tipps + Lessons learned), werden wir jubelnd aufspringen und rufen:

„Ja, wir sind SOOO asozial! Komm, schnapp dir eine Flasche Bier und ziehen wir unter die Brücke! Obwohl – blöd irgendwie … unter der Brücke gibt’s doch überhaupt kein WLAN …“

Oder ich nutze eine meiner viel kritisierten mütterlichen Eigenschaften: „Ja! Und außerdem spiel ich nur hobbylose Spiele!“

Das ist meiner Meinung nach eine prädestinierte Methode gegen Provokationen und Beleidigungen in der Pubertät! Ausprobieren!


#3 Irrationales Weil

Irrationale Weil-Begründungen statt Rechtfertigung: Wir Eltern erklären, argumentieren, begründen und rechtfertigen immer wieder unser Verhalten. Und zwar ganz egal, ob’s das Gegenüber überhaupt interessiert oder nicht – das Kind bzw. der Jugendliche wird mit Vernunft-strotzendem Bla-bla zugetextet. Und nein, Pubertiere interessiert es meistens wirklich nicht die Bohne. Sie schalten auf den berühmt-berüchtigten „Durchzug“. Darum können wir uns jegliche Rechtfertigung schenken und stattdessen zum irrationalen Weil greifen:

Mit irrationalen Weil-Begründungen ist gemeint, dass Sie eine Erklärung geben, die entweder völlig übertrieben oder gar vollkommen absurd ist. Sie ist entweder enorm weit an den Haaren herbeigezogen oder hat überhaupt nichts mehr mit dem Geschehen zu tun.

psychologin.mimra.eu

Ja, pubertäre Provokationen und Beleidigungen sind oft auch als – vorwurfsvolle – Frage getarnt! Wenn das Pubertier auf Nahrungssuche also demnächst lautstark flucht: „Warum gibt’s noch nichts zu essen?!?“, dann könnte ich so reagieren: „Weil ich innerlich schon so gekocht habe. Und zweimal wollte ich nicht kochen.“

Und wie kommen wir nun zu irrationalen Weil-Antworten?

  • Üben.
  • Typische Fragen oder Äußerungen notieren, die mich ärgern oder kränken. Dann absurde Antworten dazu erfinden.

Auch erlaubt: die “normale” Antwort geben, dann aber korrigieren und die absurde Antwort nachschieben.

Über das irrationale Weil hab ich schon einmal geschrieben – vielleicht findet ihr dort hilfreiche Anregungen: Weil Baum: Wie Eltern nervige Teenie-Sprüche gekonnt nutzen können


#4 „Kromolo“

Kromolo kommt aus dem Impro-Theater. (Ein wunderbares Ventil für Eltern übrigens – kann ich vollumfänglich empfehlen!) Bei Kromolo handelt es sich um eine erfundene Sprache – man reiht also sinnlose Silben aneinander. Ihr werdet sehen, es funktioniert. Denn:

  • Man reagiert – zeigt den Kids also, dass man sie gehört.
  • Die Kinder/Jugendlichen sind erstmal verwirrt.
  • Der Inhalt spielt keine Rolle (er würde bei den Kids ohnehin nur bei einem Ohr hinein- und beim anderen sofort wieder hinausgehen).
  • Emotionen lassen sich trotzdem wunderbar transportieren.

„Echtelefem urdentsest oidachde austaden!“

Kein Wort verstanden?
Eben!
Aber hättet ihr meine Mimik und die Sprachmelodie gesehen und gehört, dann wär alles klar wie Kloßbrühe!


#5 Ignorieren, Bauch-Atmen & mein Mantra

Last but not least ist natürlich auch das ein probates Mittel, um pubertäre Ausbrüche auszuhalten! Denn jede Reaktion gießt potenziell Öl ins Feuer. Ihr könnt aber eben auch „durchsichtig werden“ und die Worte einfach durch euch hindurch ziehen lassen.

Aber auf das Atmen nicht vergessen! Und das am besten durch den Bauch! Denn die Bauchatmung ist entspannend, der Blutdruck sinkt:

„Sie erleben sich gelassener, entwickeln mehr Selbstvertrauen und handeln mehr aus Ihrer Mitte heraus.“

Chantal Fleurant, Atemtrainerin via wdr.de

Mir persönlich helfen dann Mantras, die ich mir für derartige Situationen zurechtgelegt hab:

„Es ist ein Phase! Es ist eine Phase! Es ist eine Phase!“

Oder:

„Ich bin gelassen und besonnen. Ich wahre meine Grenzen, Provokationen perlen von mir ab!“

Diese Mantras sag ich mir selbst, aber niemals laut im Beisein des Pubertiers. Denn ich bin mir sicher, es würde eine weitere Provokation „drauflegen“ und versuchen, mich aus der Reserve zu locken …


Such dir dein Memory Item aus!

Was ist die Methode, die dir am ehesten liegt und euch am leichtesten über die Lippen kommt? Probiert es aus. Und konzentriert euch dann auf eure persönliche „Lieblingsmethode“. Das ist euer „Memory Item“. Eurer „das kann ich tun, wenn alles schiefläuft“. Wenn ihr es regelmäßig übt, dann braucht ihr im Falle des Falles nicht mehr nachzudenken.

Ich selbst übe mich vorzugsweise in der Columbo- bzw. der Judo-Methode. Das irrationale Weil sitzt schon sehr perfekt – weil meine Jungs sie mir tagtäglich vorleben. Und oft genug bleibt mir nur noch das Ignorieren und Bauchatmen – weil mich das pubertäre Verhalten manchmal schlichtweg sprachlos macht! Aber es ist gut zu wissen, dass auch das OK ist! Denn spätestens in der Pubertät sind sowieso alle Erziehungsversuche zu spät und damit völlig für die Katz!

Und wie reagiert ihr auf „Teenie-Spezialitäten“ in der Pubertät?


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