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#orangetheworld: Gewalt an Frauen stoppen! So können Eltern ihre Kinder sensibilisieren

#orangetheworld: Gewalt an Frauen stoppen! So können Eltern ihre Kinder sensibilisieren

Gewalt an Frauen ist nach wie vor eine der am weitesten verbreiteten Menschenrechtsverletzungen! Corona hat das noch zusätzlich befeuert!
Weil Gewalt bei Werten und Einstellungen beginnt, ist es eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung. Uns Eltern kommt dabei eine wichtige Rolle bei der Sensibilisierung der nächsten Generation zu. Mit diesen Tipps könnt ihr bei der Prävention von Gewalt gegen Frauen mithelfen:


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Voraussichtliche Lesedauer: 7 Minuten


#orangetheworld stoppt Gewalt an Frauen!


Weltweit ist jede dritte Frau von Gewalt betroffen. In Österreich erfährt jede fünfte Frau ab ihrem 15. Lebensjahr psychische, physische und/oder sexuelle Gewalt. 2021 wurden in Österreich bereits 28 Frauen getötet – in den allermeisten Fällen vom Lebensgefährten bzw. Ex-Partner. Gerade heute wurde ein erneutes Gewaltdelikt gegen eine Frau bekannt.

Nach wie vor ist Gewalt an Frauen eine der am weitesten verbreiteten Menschenrechtsverletzungen. COVID-19 hat die Problematik weiter verschärft und verdeutlicht, dass Gewalt an Frauen eine globale Pandemie ist, der Einhalt geboten werden muss.

Die UN-Kampagne Orange The World findet jährlich zwischen dem 25. November, dem „Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen“, und dem 10. Dezember, dem „Internationalen Menschenrechtstag“, statt. Weltweit erstrahlen in diesen 16 Tagen gegen Gewalt Gebäude in oranger Farbe, um ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen zu setzen.

Warum Eltern ihre Kinder – Töchter wie Söhne – sensibilisieren sollten!

Gewalt beginnt bei Werten und Einstellungen. Oft ist es ein anerzogenes, sozialisiertes Problem. Darum haben auch wir Eltern eine wichtige Rolle inne, um unsere Kinder zu sensibilisieren!

Gender-Stereotypen und gewalttätige Ideale, mit denen Kinder und Jugendliche konfrontiert werden, müssen hinterfragt und aufgearbeitet werden. Bietet euren Kindern daher ein sicheres Umfeld, um darüber zu sprechen:

Prävention von Gewalt gegen Frauen:
Tipps für Eltern zur Sensibilisierung von Kindern und Jugendlichen

#1 Auf die eigene Sprache achten

Achten wir auf unsere Sprache. Phrasen und Wörter, die wir im Alltag benutzen, haben großen Einfluss auf unser Verhalten und auf unsere Ansichten.

Siehe dazu auch: Elternkommunikation: 9 wichtige Dos & Don’ts


#2 Werte vermitteln

Als Eltern sind und bleiben wir Vorbilder – ob wir wollen oder nicht. Und darum sollten wir sehr klar unsere Werte vermitteln. Denn es gibt Dinge, die sind mir einfach wichtig. Und andere sind ein No-go!

Ich hab’s mal vor einiger Zeit so zusammengefasst: Wahre Werte: 25 Dinge, die ich meinen Söhnen vermitteln möchte


#3 Klare Grenzen setzen

Sexuelle Übergriffe dürfen nicht bagatellisiert und durch das Verhalten von betroffenen Frauen (victim-blaming) relativiert werden – was eine Frau trägt, wie viel sie an Alkohol konsumiert hat und wo sie zu einer bestimmten Uhrzeit war, dürfen gesellschaftlich mehr keine akzeptablen Gründe für eine Vergewaltigung sein.

Sowohl Söhnen wie auch Töchtern sollte klar sein: Nein heißt nein!
Es geht hierbei um das Respektieren sowohl der eigenen Grenzen, wie auch der Grenzen anderer!
Siehe dazu auch: 8 Wahrheiten, die Teenager über das Liebemachen wissen sollten


#4 Nachrichten thematisieren

Wir können unsere Kinder und Jugendlichen nicht unter der sprichwörtlichen Käseglocke großziehen! Sie bekommen mit, was da draußen geschieht. Daher sollten wir auch ganz klar Stellung beziehen, wenn wieder einmal ein Frauenmord durch die Schlagzeilen geht.


#5 Einschlägige Witze, Pointen, Memes & Co kritisch hinterfragen

Sexuelle Übergriffe und Vergewaltigung dürfen medial nicht als Pointen verwendet und gesellschaftlich auf die leichte Schulter genommen werden. Witze über Vergewaltigungsopfer sind nicht nur unangebracht, sondern tragen auch dazu bei, dass viele betroffene Frauen davor zurückschrecken, die Tat anzuzeigen und darüber zu sprechen.
Humor, der sexuelle Übergriffe zum Thema hat, ist nicht ok!

Das sollten wir Eltern in unserer Haltung auch so widerspiegeln: Nicht über solche Witze oder Memes lachen, sondern sehr klar die eigene, ablehnende Meinung dazu äußern und begründen.


#6 Songtexte und Computerspiele hinterfragen

Populäre Songtexte, wie “I know you want it” verdeutlichen, dass Frauen in der Popkultur und in Medien teilweise als sexuelle Objekte vermarktet werden. Fragt doch mal nach, ob den Kindern klar ist, was sie da hören!

Auch Computerspiele haben manchmal zweifelhafte Inhalte. Da hilft nur: Sich dafür interessieren, sich zum Kind bzw. Jugendlichen setzen, über die Schulter blicken und Fragen stellen. Meist freuen sie sich ohnehin über das Interesse der Eltern. Ich habe selbst versucht, in unserem Haushalt nur gewaltfreie Spiele zu etablieren. Aber daran bin ich mit zunehmendem Alter der Kids kläglich gescheitert. Meine Meinung: Das Verbieten bringt gegebenenfalls wenig (und macht derartige Spiele eventuell sogar noch interessanter). Aber die Kinder sollten ganz klar meine Meinung zu den Inhalten kennen! Sie dürfen das nicht spielen, solange wir nicht gemeinsam über den Inhalt reflektiert haben.

Aber es gibt sie natürlich doch:


#7 Über verschiedene Formen der Gewalt reden

Gewalt kommt manchmal sehr deutlich um die Ecke. Aber es ist nicht immer gleich die Faust im Gesicht. Manchmal ist Gewalt auch sehr, sehr subtil! Denn Gewalt kann viele verschiedene Formen haben:

  • physische Gewalt (z.B. Fußtritte, Faustschläge, mit Waffe oder Schlaginstrument bedrohen, verletzen)
  • psychische Gewalt (missachten, bloßstellen, erniedrigen, ernsthafte Gefährdung durch Drohungen mit physischer Gewalt und Stalking)
  • sexuelle Gewalt
  • soziale Gewalt (Kontakt nach außen verhindern)
  • finanzielle Gewalt

Dafür sollten wir unsere Kinder sensibilisieren!

Siehe dazu auch: Hilfe mein Kind wird gemobbt! sowie Mobbing: Do’s und Dont’s für Eltern


#8 Null-Toleranz leben

Und freilich sollten wir nicht nur darüber reden, sondern es auch selbst leben! Denn ganz egal, welches und wie viel erzieherisches Geschwafel wir über unseren Nachkommen ausgießen: unsere Taten zählen viel, viel mehr. Wenn wir selbst ständig Ohrfeigen austeilen, können wir uns jedes noch so gewaltfreie Bla-bla sparen.


#9 Zivilcourage zeigen, aktive Beobachter*innen sein

Das Eingreifen als aktiver Beobachter oder aktive Beobachterin sendet dem Täter bzw. der Täterin Signale, dass sein/ihr Verhalten nicht akzeptiert wird. Das hilft der betroffenen Person!

Zunächst gilt es, die Situation richtig einzuschätzen, um richtig und angemessen handeln zu können. Denn auch für Beobachter*innen kann eine Situation gefährlich werden!

Das könnt ihr tun:

  • Fragen, wie es der betroffenen Person geht und ob sie Hilfe benötigt.
  • Wenn man öfter etwas mitbekommt, sich unverbindlich mit einer Beratungs- oder Interventionsstelle für häusliche Gewalt in Verbindung setzen. Denn sich einfach einmal beraten zu lassen, schadet auf keinen Fall.
  • den Vorfall mit dem Handy aufzuzeichnen (Aber! Ganz wichtig! Nicht auf Social Media teilen, sondern als Beweismittel gegebenenfalls den Behörden zur Verfügung stellen) Oft reicht schon, wenn ein Täter/eine Täterin bemerkt, dass sein/ihr Handeln nicht unbemerkt bleibt.
  • Ablenkungen starten, um die Situation zu entschärfen. Eine „paradoxe Intervention“ kann helfen: bei den streitenden Nachbarn anklingeln und nach Milch, einem Ei, etwas Reis oder einem Ladegerät fragen. Das unterbricht die akute Gewalt.

#10 Präventionsbotschaften: Du darfst dich schützen!

Last, but not least: Du darfst – sollst! – musst! – dich selbst schützen! Du darfst Nein sagen! Du darfst von einer Situation überfordert sein und nicht selbst eingreifen. Du darfst eine Situation verlassen, um dich selbst zu schützen.

Die 7 Präventionsbotschaften

  1. Dein Körper gehört dir!
  2. Du hast das Recht, nein zu sagen!
  3. Es gibt angenehme und unangenehme Berührungen.
  4. Vertrau deinen Gefühlen!
  5. Es gibt gute und schlechte Geheimnisse.
  6. Du bist nicht schuld!
  7. Du hast das Recht auf Hilfe.

Schau auf dich! Schaut auf euch!

Zur Not: Frag nach Luisa!

Kennt ihr dieses Code-Wort? Mit dem Code-Wort „Luisa“ können von Belästigung und sexualisierter Gewalt bedrohte Frauen und Mädchen in Nachtlokalen um Hilfe bitten. Mehr Informationen hier.


Noch mehr Deeskalationsideen


Quellen: gewaltinfo.at, gewalt-ist-nie-ok.at, unwomen.org, aoef.at


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Hier plaudert Birgit, alias Mutti, 40+, seit 2009 aus dem Nähkästchen: Authentizitäts-Freak, selbstbewusst grauhaarig, kreativ angehaucht, völlig unperfekte Mutter. Familienblog aus dem Leben mit zwei Jungs - Mutter allein unter Männern. Mehr über Muttis Nähkästchen: About. Nix verpassen? Folgt mir via Social Media oder Newsletter.

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