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Mein Kind will nicht mehr leben: Tipps für betroffene Eltern

Mein Kind will nicht mehr leben: Tipps für betroffene Eltern

Was ein Schock!
Es gebe nichts, wofür es sich zu leben lohnt.
Sagte mein Kind.
Und mir schnürte es die Kehle zu.
Wie darauf reagieren?
Was darauf antworten?

Handelt es sich um eine konkrete Suizid-Gefahr, die ich ernst nehmen muss?
Oder handelt es sich um einen pubertären „Sager“?


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Ich habe mir professionellen Rat geholt.
Das sind die Tipps der Psychologin:

Voraussichtliche Lesedauer: 8 Minuten


Suizidgefahr bei Kindern: Was Eltern tun können, Tipps für Eltern, lebensmüdes Kind, Empfehlungen der Psychologin


Für Eltern ist es nicht immer leicht zu erkennen, ob es ein Kind ernst meint mit seinen Suizid-Gedanken. Oder ob es sich „nur“ um eine depressive Stimmung handelt, die in der Pubertät häufiger vorkommt.

Unsere Psychologin mahnte:

Solche Aussagen unbedingt ernst nehmen!

Gleichzeitig gab sie aber auch Entwarnung:
In den allermeisten Fällen handelt es sich um „pubertäre Sprüche“ bzw. zwischenzeitliche Tiefs, die ganz normal sind in der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen.

Wie aber können Eltern unterscheiden zwischen gefährlichen Selbstmordabsichten und einer bedrückten Stimmung unterscheiden?
So:

Suizid-Gefahr: Das können Eltern tun

Tipp der Psychologin:

Unbedingt nachfragen!

Den Unterschied zwischen konkreter Suizidabsicht und einem „Sager“ lässt sich durch Nachfragen herausfinden.
Auch wenn das enorm schwer ist.
(Das ist echt hart!)

Wichtig: Ansprechen löst keinen Suizid aus!

Betroffene Eltern sollten sich dafür interessieren, wie sich das Kind das genau vorstellt. Gibt es konkrete Suizidideen oder Suizidpläne?

„Wie stellst du dir das vor?“
„Was würdest du tun?“

Eine gute Einstiegsfrage in so ein heikles Gespräch ist z.B.:

„Hast du manchmal das Gefühl, alles hinschmeißen zu wollen?“

ACHTUNG! Wenn es konkrete Suizidideen oder -pläne gibt, besteht hohe Suizidgefahr!
Dann solltet ihr das Kind nicht mehr alleine lassen und umgehend professionelle Hilfe rufen.

Wichtig: Lieber früher als später Kontakt zu einer Fachperson aufnehmen. Sie kann beurteilen, wie gefährdet das Kind wirklich ist.

Ich persönlich hätte ja am liebsten den Kopf in den Sand gesteckt und mir selbst eingeredet, dass das jetzt alles gar nicht wahr ist …

Aber es half nix.
Die Aussage hat uns kräftig durchgeschüttelt.
Mehrmals hat das Kind diese Aussagen wiederholt …

Fazit:


Was tun bei Selbstmordgedanken von Kindern

  1. Ansprechen, Nachfragen:
    Gibt es konkrete Selbstmordpläne?
    Hat das Kind genaue Vorstellungen davon, was zu tun wäre, um sich das Leben zu nehmen?
  2. Bei hoher Suizidgefahr (das Kind/der Jugendliche hat KONKRETE Pläne/Vorstellungen):
    nicht alleine lassen, umgehend Hilfe holen (siehe unten)
  3. Bei depressiver Verstimmung:
    Gemeinsamkeit fördern, Perspektiven aufzeigen (siehe unten)

Konkrete Absichten und Pläne hatte unser Kind übrigens nicht.
Gott sei Dank!
Also fokussierten wir uns darauf:


Handlungsempfehlung bei niedriger Suizidgefahr

  • Liebe zeigen und aussprechen
  • Gemeinsamkeit und Verbundenheit stärken: z.B. 42 einfache Ideen für guten Familienzusammenhalt
  • Perspektiven aufzeigen: Wofür es sich doch lohnt zu leben; Fokus auf Ziele und Ausblicke – wir sprechen z.B. viel über unseren kommenden Haustausch in Paris. Darauf freut sich unser Kind schon sehr.
  • Herausfordernde Phasen entschärfen: Unser Kind muss sehr früh aufstehen, um mit dem Zug in die Schule zu fahren. Wann immer es geht machen wir jetzt einen kleinen Umweg zur Arbeit und bringen das Kind mit dem Auto zur Schule. Damit ermöglichen wir, dass das Kind ein wenig länger schlafen kann und nehmen so etwas Stress aus der Morgenroutine. Und wir verbringen die Fahrt gemeinsam.

Einige Monate später war aber dann leider die nächste Eskalationsstufe erreicht:

Bei hoher Suizidgefahr: Hilfe holen!

Hat das Kind konkrete Vorstellungen, wie es sich das Leben nehmen würde oder will, dann gibt es nur eins: Das Kind nicht mehr alleine lassen und umgehend Hilfe holen.

Hier findet ihr zahlreiche Hilfsangebote und Telefonnummern:

Meist wird empfohlen, das Kind bzw. den Jugendlichen in der nächsten Notaufnahme einer Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie vorzustellen. Ein SEHR schwerer Schritt! (Man wünscht sich an dieser Stelle, derartige Kliniken niemals von innen kennenlernen zu müssen …) Aber ein hilfreicher!

Dort werden sich die Expertinnen und Experten in einem Gespräch ein Bild machen und Perspektiven und Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln. Entweder reicht das aus und das Kind bzw. der/die Jugendlich kann wieder mit nach Hause kommen. Oder das Kind bzw. der/die Jugendliche wird stationär aufgenommen. Und das ist dann üblicherweise auf der geschlossenen Station. Das bedeutet u.a.: kein Ladegerät, keine Schnürsenkel und der gleichen – aus Gründen.
Oh! Mein! Gott! Das ist definitiv der allerschwerste Schritt! Aber in einer tatsächlich akuten Situation ein sehr wichtiger und hilfreicher!


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Hier plaudert Birgit, alias Mutti, 40+, seit 2009 aus dem Nähkästchen: Authentizitäts-Freak, selbstbewusst grauhaarig, kreativ angehaucht, völlig unperfekte Mutter. Familienblog aus dem Leben mit zwei Jungs - Mutter allein unter Männern. Mehr über Muttis Nähkästchen: About. Nix verpassen? Folgt mir via Social Media oder Newsletter.

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare

  1. Vielen, vielen Dank für diesen sehr wichtigen Beitrag.

    Wenn man schon das ‚Glück‘ hat, dass das Kind es ausspricht, unbedingt drauf eingehen, ernst nehmen, hinterfragen, versuchen gemeinsam Wege zu finden und dran bleiben! Nicht glauben, es ist wieder gut, wenn das Kind es nicht noch mal erwähnt.
    Es ist wesentlich schwieriger, wenn man erst nach dem (zum Glück relativ glimpflichen) „Sturz“ aus dem Dachfenster realisiert, dass es schon lange in einer eigenen Welt lebte.

    Mit dem Kind ein Notfallplan entwerfen. Wen kann und sollte es ansprechen, wenn es mal wieder ganz unten ist. Das müssen nicht immer die Eltern sein. Vor allem in pubertären Phasen kann es manchmal schwierig sein. Aber die Kontakte müssen informiert sein und wissen, was sie dann tuen sollen.

    Bei der Suche nach professioneller Hilfe nicht entmutigen lassen, wenn keine Termine frei sind, … Es gibt überraschend viele, verschiedene Angebote. Es gilt diese zu finden und zu checken, ob sie irgendwie (auch) helfen könnten.

    Und so schwer es den Eltern auch fällt, offen mit Freunden und Bekannten drüber reden. Man wird überrascht sein, wie viele bereits ähnliche Erfahrungen machten. Viele Reaktionen werden einem nicht weiterhelfen, einige werden völlig daneben sein, aber es gibt sicher auch solche, die in dem Moment genau die richtigen Worte und Unterstützungen finden; die man dann braucht.

    1. Liebe astrozwerge!
      Danke für die wertvolle Ergänzung!
      LG Birgit

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