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Vapes – bunt, süß, gefährlich: Was Eltern über E-Zigaretten wissen sollten

Bildquelle: Depositphotos

Vapes – bunt, süß, gefährlich: Was Eltern über E-Zigaretten wissen sollten

Sie leuchten in Pastellfarben, schmecken nach Erdbeere oder Blueberry Cheesecake und sind längst auf Schulhöfen angekommen: Vapes, also E-Zigaretten – oft als harmlose Alternative zum Rauchen beworben – haben sich zu einem ernstzunehmenden Gesundheitsrisiko entwickelt. Besonders Jugendliche greifen immer häufiger zu den bunten Einweg-Geräten. Doch hinter dem süßen Dampf verbergen sich Nikotin, Schadstoffe und ein hohes Suchtpotenzial.

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Der folgende Beitrag fasst aktuelle Erkenntnisse aus Gesundheitsforschung, Prävention und Medizin zusammen und gibt Eltern Orientierung, wie sie mit dem Thema umgehen können.


Vapes – bunt, süß, gefährlich: Was Eltern über E-Zigaretten wissen sollten


Warum Vapes so verführerisch wirken

Die Tabakindustrie hat längst erkannt, dass klassische Zigaretten an Attraktivität verlieren – insbesondere bei jungen Menschen. Stattdessen setzt sie auf bunte Einweg-Vapes, stylisches Design und fruchtige Aromen. Unter Slogans wie „cool“, „modern“ oder „aromatisch“ werden Produkte vermarktet, die in Wahrheit hochgradig abhängig machen.

Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) weist darauf hin, dass die Hersteller gezielt mit süßen Geschmacksrichtungen und auffälliger Verpackung werben, um die Schärfe des Tabaks zu überdecken und neue Zielgruppen – vor allem Teenager – anzusprechen.

Laut der Drogenaffinitätsstudie 2023 des BIÖG konsumierten bereits 7 % der 12- bis 17-Jährigen und 12 % der 18- bis 25-Jährigen in den 30 Tagen vor der Befragung Einweg-E-Zigaretten. Viele Jugendliche unterschätzen die Risiken – auch, weil Vapes nicht stinken, leicht zu verstecken sind und in sozialen Medien als Lifestyle-Accessoire inszeniert werden.


Vapes in den sozialen Medien – ein lukratives, aber gefährliches Geschäft

Ein großer Teil des Vape-Booms spielt sich heute in den sozialen Medien ab. Plattformen wie TikTok, Instagram oder YouTube sind voller Clips, in denen Influencerinnen und Influencer scheinbar beiläufig dampfen, neue Geschmacksrichtungen testen oder Vapes als stylisches Accessoire präsentieren. Oft geschieht das ohne jede Kennzeichnung als Werbung – und erreicht damit besonders leicht Jugendliche. Diese Inszenierung vermittelt ein Bild von Coolness, Unabhängigkeit und Trendbewusstsein, das gefährlich verharmlosend wirkt.

Auch ich persönlich bekomme regelmäßig Anfragen von Firmen, die möchten, dass ich Produkte aus diesem Bereich bewerbe – Vapes, E-Zigaretten, aber auch Casinos, CBD-Produkte oder Kryptowährungen. Manche dieser Angebote sind finanziell sehr attraktiv, aber ich lehne sie konsequent ab. Nicht nur, weil ich selbst nicht rauche, sondern vor allem, weil solche Themen in einem Familienblog nichts verloren haben. Es ist erschreckend zu sehen, wie gezielt Influencerinnen und Bloggerinnen mit hohen Summen gelockt werden, um riskante oder suchtgefährdende Produkte zu bewerben – gerade in einem Umfeld, das eigentlich für Aufklärung, Gesundheit und Familie steht.


Gesundheitsrisiken: Wenn süßer Dampf krank macht

Vapes sind nicht harmlos. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) ausdrücklich hin. Die Liquids, also die verdampften Flüssigkeiten, enthalten Nikotin und eine Vielzahl anderer Stoffe, deren Langzeitwirkungen noch nicht vollständig erforscht sind – die aber bereits heute als gesundheitsschädlich gelten.

Zu den Risiken zählen:

  • Nikotinabhängigkeit:
    Nikotin wirkt direkt auf das Belohnungssystem des Gehirns. Es macht schnell süchtig, erhöht Herzfrequenz und Blutdruck und kann langfristig Gefäße verengen – mit der Folge von Herzinfarkten oder Schlaganfällen.
  • Aromen und Zusatzstoffe:
    Auch ohne Nikotin können Aromastoffe das Suchtverhalten verstärken. Einige Inhaltsstoffe wurden mit Entzündungsreaktionen, Zellschäden und Beeinträchtigungen des Immunsystems in Verbindung gebracht.
  • Weitere Schadstoffe:
    Vapes können Formaldehyd, Acrolein und andere krebserregende Substanzen enthalten. Selbst der ausgeatmete Dampf („Passivdampf“) kann für Kinder oder Menschen mit Atemwegserkrankungen gefährlich sein.

Dr. Johannes Nießen, kommissarischer Leiter des BIÖG, warnt:

„Einweg-Vapes sehen harmlos aus – sind es aber nicht. Sie machen genauso abhängig, enthalten potenziell schädliche Stoffe und sind ein Einstieg in die Nikotinsucht mit weitreichenden gesundheitlichen Folgen.“


Das Märchen vom „gesunden Rauchen“

Viele Raucherinnen und Raucher steigen auf Vapes um, um endlich von der Zigarette loszukommen. In der Theorie klingt das vernünftig – in der Praxis bleibt das Nikotinproblem bestehen.

Die ZDF-Doku „Vapes – Chinas süßes Gift“ zeigt exemplarisch zwei Seiten:

  • Der 57-jährige Karsten berichtet, dass er dank Vapes keine herkömmlichen Zigaretten mehr raucht.
  • Die 21-jährige Lea dagegen leidet nach zwei Jahren Dauerkonsum an anhaltendem Husten, Schleimbildung und Atembeschwerden – ihr Dampf schmeckt nach Erdbeere.

Krebsforscherin Prof. Ute Mons erklärt dazu:

„E-Zigaretten können beim Rauchstopp helfen. Aber die Nikotinabhängigkeit bleibt bestehen. Man ersetzt nur eine sehr schädliche durch eine etwas weniger schädliche Gewohnheit.“

Das bedeutet: Wer von der Zigarette auf die Vape umsteigt, ist nicht rauchfrei, sondern weiter nikotinabhängig – oft ohne es sich einzugestehen.


Illegale Produkte und fehlende Kontrolle

Ein weiteres Problem: Der Markt für Vapes ist schlecht reguliert. Obwohl in Deutschland nur Geräte mit maximal 600–700 Zügen erlaubt sind, kursieren online und im Handel Produkte mit bis zu 18.000 Zügen. Viele davon stammen aus China, wo fruchtige Aromen aufgrund ihrer Attraktivität für Jugendliche bereits verboten wurden – für den Export jedoch weiter produziert werden.

Zollfahnderin Heike Sennewald berichtet, dass der Handel mit illegalen Vapes Millionenschäden verursacht. Die Inhaltsstoffe dieser Produkte sind oft nicht geprüft – und können besonders gefährlich sein.

Für Eltern bedeutet das: Selbst wenn die Vape „offiziell“ aussieht, kann man nicht sicher sein, was wirklich drin ist.


Gesellschaftliche Folgen – von Krebs bis Klimaschaden

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) erinnert im aktuellen Tabakatlas Deutschland 2025 daran, dass der Tabakkonsum – in welcher Form auch immer – zu den größten vermeidbaren Gesundheitsrisiken zählt.

Rauchen und Dampfen sind nachweislich verantwortlich für:

  • rund 131.000 Todesfälle jährlich in Deutschland,
  • etwa 88.000 Krebsneuerkrankungen pro Jahr,
  • und enorme Umweltschäden: Zigarettenkippen und Vape-Reste verschmutzen Böden, Gewässer und verursachen Tonnen von Plastik- und Elektroschrott.

Hendrik Streeck, Drogenbeauftragter der deutschen Bundesregierung, bringt es auf den Punkt:

„Produkte, die nach Wassermelone oder Erdbeere schmecken, wirken harmlos, können aber rasch in eine Abhängigkeit führen. Nikotinkonsum ist ganz unabhängig von der Darreichungsform gesundheitsschädlich.“


Was Eltern tun können

Viele Eltern stehen hilflos vor der Frage: Wie spreche ich mit meinem Kind über Vapes? – Hier einige Anregungen:

  • Offen sprechen
    Suchen Sie das Gespräch, ohne zu moralisieren. Jugendliche reagieren eher auf Ehrlichkeit als auf Verbote. Fragen Sie nach, was sie über Vapes wissen und wo sie sie sehen.
  • Aufklären statt schimpfen
    Vermitteln Sie Fakten: Nikotin macht abhängig. Vapes sind kein Spielzeug. Und sie enthalten mehr Schadstoffe, als viele denken.
  • Mediennutzung hinterfragen
    Sprechen Sie über den Einfluss von Social Media und Influencern, die Vapen oft als cool oder harmlos darstellen.
  • Gesunde Alternativen fördern
    Sport, Musik oder kreative Aktivitäten können helfen, Stress abzubauen – ohne Nikotin.
  • Grenzen setzen
    Wenn Jugendliche bereits dampfen, ist klare Haltung wichtig: Vapes sind Jugendschutz-relevant und dürfen unter 18 Jahren nicht verkauft werden.

Fazit: Süß, bunt – und brandgefährlich

Vapes sind kein harmloser Trend, sondern Nikotinprodukte mit Sucht- und Gesundheitsrisiken. Sie verführen Jugendliche durch cleveres Marketing, süße Aromen und stylische Optik. Die Forschung ist eindeutig: Ob Zigarette, Tabakerhitzer oder Vape – Nikotin bleibt gefährlich.

Eltern, Schulen und Politik müssen gemeinsam handeln, um Kinder und Jugendliche zu schützen. Aufklärung, Prävention und klare Regeln sind der Schlüssel – damit der süße Dampf nicht zur bitteren Gewohnheit wird.


Hilfsangebote:

  • Telefonische Rauchfrei-Hotline (Deutschland): 0800 831 3131 (kostenfrei)
  • Unterstützung und Online-Kurse zum Ausstieg: www.rauchfrei-info.de

Quellen: Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V., Deutsches Krebsforschungszentrum, Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit, www.zdf.de



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