Viele Menschen fallen nach den Feiertagen in ein tiefes Loch. Man ist einfach traurig nach Weihnachten. Was kann man jetzt tun um sich wieder für den Alltag zu motivieren und wieder mit Freude in den Tag zu gehen?
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Inhaltsverzeichnis

Traurig nach Weihnachten
Nach Weihnachten fühlen sich viele Menschen unerwartet traurig, leer oder antriebslos. Mir geht es da nicht anders. Die festliche Zeit ist vorbei, der Alltag kehrt zurück – und mit ihm oft ein emotionales Tief. Dieses Phänomen ist weit verbreitet, psychologisch gut erklärbar und kein Zeichen von Schwäche. In diesem Beitrag erfährst du, warum das Stimmungstief nach Weihnachten entsteht und was wirklich hilft.
Warum fühlen wir uns nach Weihnachten traurig?
Für diese Traurigkeit bzw. den bekannten Winterblues gibt es diverse Gründe. Man ist also keineswegs verrückt oder hat mit tatsächlichen Depressionen zu kämpfen (in den meisten Fällen). Tatsächlich fühlen sich die meisten Menschen nach dieser verzauberten Zeit – dieser Bubble – etwas verloren und wehmütig. Warum ist das eigentlich so? Nach anderen Ferien oder Feiertagen ist das doch meist nicht so.
#1 Hohe Erwartungen treffen auf die Realität
Weihnachten ist emotional stark aufgeladen. Wochenlang erwarten wir Harmonie, Nähe, Ruhe und Glück. Wenn diese Erwartungen nicht erfüllt werden – oder die Zeit schneller vergeht als gedacht – entsteht Enttäuschung. Selbst schöne Feiertage können ein Gefühl von Leere hinterlassen, sobald sie vorbei sind. Gerade mit Kindern ist der Advent sehr magisch und verzaubert. Egal ob diese Erwartungen erfüllt werden oder nicht – man ist danach wehmütig. Hätte ich es noch schöner gestalten können? Haben wir etwas verpasst? Oder auch: Es war so wunderschön – ich würde die Zeit gerne zurückdrehen.
Der Alltag ist dann hart – die schönste Zeit ist gefühlt vorbei. Eine Leere tut sich auf – meist gefüllt mit unendlich langen To Do Listen, weil im Advent viel liegen geblieben ist.
#2 Emotionaler Absturz nach intensiven Tagen
Die Weihnachtszeit bringt viele Emotionen mit sich: Freude, Nostalgie, Erinnerungen, manchmal auch Traurigkeit. Nach dieser Intensität fällt der emotionale Pegel stark ab. Das Gehirn reagiert darauf ähnlich wie nach einem Stress- oder Glückshoch.
Manchmal ist es ein Glückshoch – es herrscht Harmonie und man lebt wochenlang in einer Weihnachtsbubble. In der Weihnachtszeit fehlen uns aber auch die Menschen ganz besonders, die nicht mehr bei uns sein können oder es aus diversen Gründen einfach nicht mehr sind.
Meist verbringen wir eine besonders intensive Zeit. Das lässt sich natürlich nicht so einfach toppen oder beibehalten. Wir müssen wieder in den Alltag zurück – Normalität schmerzt oft nach einer so einer speziellen Phase.
#3 Rückkehr in den Alltag
Plötzlich bestimmen Termine, Arbeit und Verpflichtungen wieder den Tag. Die Kinder sind wieder mit Schularbeiten, Tests und dem Schulalltag konfrontiert. Der Kontrast zur freien, entschleunigten Zeit macht den Alltag schwerer als sonst – besonders im Januar. Wie gesagt – meist ist viel liegen geblieben. Theoretisch sollten wir jetzt sogar härter arbeiten als je zuvor. Ist man aber sehr traurig, gelingt das natürlich nicht. Was dann dazu führt noch verzweifelter zu sein. Man fragt sich, wie man dieses Pensum überhaupt schaffen soll und blickt noch wehmütiger auf die Wochen zurück, in denen man einfach in den Tag hineinleben konnte ohne genau zu wissen, welcher Wochentag eigentlich gerade ist.
#4 Lichtmangel und Wintereinfluss
Kurze Tage, wenig Sonnenlicht und graues Wetter beeinflussen unseren Hormonhaushalt. Der Serotoninspiegel sinkt, Müdigkeit und gedrückte Stimmung nehmen zu. Viele Menschen erleben in dieser Zeit eine leichte Form des sogenannten Winterblues.
Auch wenn man der Weihnachtszeit nicht nachtrauert oder darüber enttäuscht ist, der Jänner (und oft auch noch der Februar) sind eine harte Zeit. Es ist früh dunkel – wir sind müde und antriebslos. Wenn man da nicht das Beste daraus macht, verbreitet sich natürlich eine depressive Stimmung ohne viel Lebenslust.
#5 Einsamkeit und Familienthemen verstärken den Winterblues
Weihnachten verstärkt Gefühle – auch Schwierige. Einsamkeit, ungelöste Konflikte oder Verlust werden in dieser Zeit besonders spürbar und wirken oft noch nach, wenn die Feiertage vorbei sind. Leider können wir nämlich diese Themen, die uns zu Weihnachten oft wieder so richtig bewusst werden, nicht einfach wieder von einem Tag auf den anderen aus unseren Gedanken verbannen.
Eine unschöne Begegnung mit der Verwandtschaft, Streit innerhalb der Familie, vielleicht ein Weihnachtsfest ohne Familie? Das macht uns traurig und hallt lange nach.
Was hilft gegen das Stimmungstief nach Weihnachten?
Es hilft alles nichts – man muss sich wieder aus diesem Stimmungstief herauskämpfen. Mit diesen Tipps wird es meist besser und bei dieser Art von Traurigkeit bewahrheitet sich auch: Die Zeit heilt alle Wunden. Man ist wieder schneller im Alltag angekommen als man es sich vorstellen kann.
#1 Gefühle ernst nehmen
Traurigkeit nach Weihnachten ist normal. Sie bedeutet nicht, dass man undankbar ist oder ein schlechtes Leben führt. Oft ist genau das Gegenteil der Fall. Die Zeit war harmonisch, man war frei und hat sich Dinge gegönnt, die man sich im Alltag nicht gönnt. Über den Verlust dieser Zeit darf man traurig sein. Bei Erinnerungen an die vergangenen Wochen darf man wehmütig werden. Das ist vollkommen in Ordnung. Man muss sich von etwas Besonderem verabschieden (zumindest vorübergehend) – das schmerzt natürlich.
#2 Sanfter Neustart statt Neujahrsstress
Verzichte auf radikale Vorsätze. Kleine Schritte und realistische Ziele entlasten psychisch.
Hard-Core Diät ab dem ersten Tag? Täglich Sport? Ein enormes Arbeitspensum, um Liegengebliebenes aufzuholen?
Bitte nicht! Der 1.1. ist ein Datum wie jedes andere auch! Vorsätze darf man auch erst anpacken, wenn man sich dazu in der Lage fühlt. Braucht man jetzt noch die ruhigen Abende mit einem kitschigen Roman auf der Couch, dann ist es wichtig sich das auch zu gönnen. Man muss nicht sofort ins Sportoutfit hüpfen und jeden Abend trainieren. Lieber langsam starten und die neuen gewünschten Gewohnheiten und Routinen Schritt für Schritt einbauen. Vorrang hat jetzt unsere Seele und wir sollten ihr geben, was sie braucht, damit der Winterblues schnell wieder der Lebensfreude weicht.
#3 Tageslicht bewusst nutzen – besonders wenn man traurig nach Weihnachten ist
Spaziergänge bei Tageslicht helfen dem Körper, wieder in Balance zu kommen. Wer keine Lust auf Spaziergänge bei Minusgraden hat, findet vielleicht Freude an einer Wintersportart wie Skifahren, Langlaufen, Eislaufen oder Rodeln.
Bewegung wäre natürlich toll, weil sie uns nachweislich glücklich macht. Wenn das aber gerade gar nicht geht – nutzt die Mittagssonne und trinkt euren Kaffee einfach warm eingekuschelt auf der Terrasse oder lest ein paar Seiten auf dem Balkon. Auch das wirkt schon Wunder.
Wer besonders müde ist, sollte vielleicht einmal seinen Vitamin-D Status beim Hausarzt prüfen lassen. Die meisten Menschen haben vor allem in den Wintermonaten einen Mangel und zehn Minuten Sonne in der Mittagspause reichen da nicht mehr aus.
#4 Wärme und Gemütlichkeit bewahren
Kerzen, Tee, Decken und ruhige Abende dürfen auch nach Weihnachten bleiben. Wer sagt, dass dieser kuschelige Zauber gleich am 06.01. verschwinden muss? Niemand zwingt uns das Weihnachtsfeeling auf Knopfdruck zu beenden. Wer noch Lust darauf hat – go for it. Lasst den Baum noch eine Woche länger stehen oder bleibt euren Lichterketten noch eine Weile treu. Zündet euch Kerzen an und genießt einen Weihnachtsfilm – wer soll das verbieten? Irgendwann hat bestimmt jeder selbst die Schnauze voll davon und freut sich wieder über den aufgeräumten Zustand nach Beseitigung der Weihnachtsdeko.
Apropos: Für manche ist ein sauberer Cut sogar sehr heilsam. Einfach jegliche Weihnachtsdeko in einer großen Aktion abbauen und den Platz und die Frische im Haus genießen. Nachtrauern gibt es dann nicht mehr. Lieber schon wieder aufs nächste Jahr freuen!
#5 Soziale Verbindung pflegen
Kurze Treffen oder Gespräche geben Halt – auch ohne große Pläne.
Im Advent treffen wir besonders häufig Familie und Freunde. Ist das schlagartig vorbei, fühlen wir uns leer. Also einfach weitermachen – vielleicht in kleineren Dosen, sonst landen wir im Freizeitstress. Wenn man Lust auf soziale Kontakte hat und sich einsam fühlt, einfach gleich wieder ein paar Termine mit Freunden oder der Verwandtschaft vereinbaren. Wenn die nächsten Treffen schon im Kalender eingetragen sind, ist dieses Gefühl von Einsamkeit meist schnell wieder verschwunden.
#6 Bewegung ohne Leistungsdruck
Sanfte Bewegung wirkt stimmungsaufhellend, ohne zu überfordern. Aber wie gesagt – nur das, was gut tut! Es sollte kein weiterer Zwang, kein weiterer Punkt auf der leidigen To-Do Liste sein, sondern etwas worauf man sich freut. Auch weil man weiß: Danach geht es mir viel besser!
#7 Neue kleine Vorfreude schaffen
Ein Ausflug, ein Projekt oder ein schönes Ereignis geben dem Alltag eine neue Richtung.
Steht vielleicht ein Geburtstag an, den man planen kann? Kann man schon einen Sommerurlaub planen und vorbereiten? Vielleicht gibt es auch Projekte, die man schon ewig machen möchte wie z.B. ein Fotobuch über den letzten Urlaub erstellen oder neue Bilder im Wohnzimmer aufhängen. Irgendetwas ist immer zu tun oder zu planen und es gibt wirklich immer etwas, worauf man sich freuen kann. Stürzt euch in eine neue Aufgabe (viele Menschen finden Erfüllung darin jetzt radikal auszumisten um ohne unnötigen Ballast ins neue Jahr zu starten), die eure Vorfreude wachsen lässt – und schon ist keine Zeit mehr übrig für die Trauer nach Weihnachten.
Wann sollte man genauer hinschauen?
Hält die Traurigkeit mehrere Wochen an, geht mit starker Antriebslosigkeit, Schlafproblemen oder Hoffnungslosigkeit einher, sollte professionelle Hilfe in Betracht gezogen werden. Hilfe anzunehmen ist ein Zeichen von Stärke.
Fazit: Traurig nach Weihnachten ist menschlich
Das Stimmungstief nach Weihnachten ist kein persönliches Versagen, sondern eine natürliche Reaktion auf emotionale, biologische und gesellschaftliche Faktoren. Erlaube dir, langsam in den Alltag zurückzufinden – freundlich und ohne Druck.
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