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Bedienungsanleitung Pubertät: Tipps für Eltern mit Teenagern

Bedienungsanleitung Pubertät: Tipps für Eltern mit Teenagern

Kinder kommen leider ganz ohne Bedienungsanleitung zur Welt. Und kaum in einer anderen Situation hab ich ein derartiges Manual schmerzlicher vermisst, als in der Pubertät. Darum hab ich mich hingesetzt und selbst eine Anleitung verfasst.
Eltern, lehnt euch zurück! Mit dieser Bedienungsanleitung für die Pubertät könnt ihr NICHTS MEHR falsch machen:

Ach ja, die Adoleszenz hat es in sich. Ich sage nur: Stinkstiefeligkeit par excellence! Eine Herausforderung, die es in der Begleitung Minderjähriger bis ins Erwachsenenalter zu nehmen gilt. Evolutionär gesehen ist es ein Wunder, dass diese nölenden und übel riechenden Heranwachsenden überhaupt noch bemuttert werden. Mein offener Brief an die Pubertät spricht Bände: [Piep!] [Piep!], du [Piiiiep!] Offener Brief an die Pubertät

In der Pubertät ist der präfrontale Kortex im wilden Umbaumodus. Ausgerechnet dieser Teil ist federführend bei der Empathie und zwischenmenschlichen Begegnungen. Das kann nur kompliziert werden … Aber mit diesen Tipps seid ihr auf der sicheren Seite:

Bedienungsanleitung Pubertät. Tipps für Eltern

Gebrauchsanleitung für Teenager

  • Schlafen und chillen!

    Der pubertierende braucht Schlaf – und zwar sehr viel Schlaf. Darum: Schlafende Hunde niemals wecken!
    Niemals!
    Tut. Es. Nicht.
    Alles andere ist sekundär.

  • Frischluft …

    Lüften verboten! Frischluft wird überbewertet. Und schmoren im eigenen Saft tut ja schließlich auch dem Braten gut. Das wusste Oma schon!
    (Erst heute bin ich wieder mal in dieses Fettnäpfchen getreten. “Hilfe! Mummy foltert mich!” so tönte es aus dem Kinder… ähm … Jugendzimmer. Ich hatte den Fortpflanz doch allen Ernstes zu Frischluftminuten verdonnert …)

  • Freiheit!

    Das Pubertier ist erwachsen – also fast.
    Also wagt es nicht, seine Freiheit zu beschränken! Es braucht 24 Stunden Internet, WLAN, Akku – ohne Wenn und Aber.

  • Ich bin nicht lieb!

    Lieb sein ist abgeschrieben – aus, Ende, vorbei. Es liegt nicht an euch – wirklich nicht. Aber Vater-Mutter-Kind ist jetzt endgültig vorbei. Neu eingezogen ist die Provokation.

  • Du bist nicht mein Freund

    Seid keine Berufsjugendlichen. Die echten Jugendlichen würden euch ohnehin nicht akzeptieren. Sie brauchen wen, um sich daran zu reiben – ob ihr wollt oder nicht. Da müssen Eltern durch. Darum: Seid kantig und eckig.

  • Futter!

    Es ist wirklich erstaunlich, was so ein Jugendlicher alles in kürzester Zeit zwischen die Rippen schieben kann. Also um Himmels Willen nur nicht die Nachschublogistik einbrechen lassen! Und wenn das Pubertier wieder mal ganz besonders ungemütlich ist: Schiebt ihm vorsichtig Futter zu. Die Wahrscheinlichkeit der Unterzuckerung ist sehr hoch.
    Aber vorsichtig!

  • Schweigen!

    Das Pubertier schweigt gerne. Darum labert es ebenfalls nicht voll. Um es klarer auszudrücken: Halt’s Maul!
    Jetzt bitte jene Eltern aufzeigen, die diesen Satz von ihrem pubertierenden Kind noch nie zu hören bekommen haben … ich beneide und bewundere euch! [Oder das Kind ist noch gar nicht wirklich in der Pubertät …] Alle anderen beglückwünsche ich an dieser Stelle für ihre Ehrlichkeit …

  • Ohren zu!

    Manchmal – öfter! – sollten wir die Ohren schließen und all jenes überhören, das nicht unbedingt gehört werden muss. Quasi selektive Taubheit – auf Durchzug schalten. Das hilft dem eigenen Nervenkostüm – sehr! Und da können wir uns von den Teenagern noch ein Scheibchen abschneiden. Denn: Durchzug – können sie!
    (So lange es sich nicht um Frischluft handelt, die das Zimmer durchziehen soll …)

  • Blicke können töten!

    Schau mich nicht an!
    Wenn schon reden, dann bitte mit möglichst wenig Augenkontakt. Denn Blicke sind gefährlich – sie verunsichern die Kids. Und retour kommen sowieso nur tödliche Blicke …
    Psst! Autofahren ist perfekt für Gespräche: Mutti blickt auf die Straße, Pubertier aus dem Fenster … und manchmal antwortet es auch etwas …

  • Niveau-Limbo …

    Manchmal legen Pubertiere nicht gerade die feine englische Art an den Tag, um es gelinde auszudrücken. Da gibt’s nur eins: Flucht! Oder eben wie oben: Ohren zu!

  • RAUS!

    Privatsphäre muss sein!
    Wenn das Pubertier zur Hygiene schreitet (was selten genug passiert), wollen elterliche Blicke abgewendet sein. Denn: Hier gibt es nichts zu sehen!

  • Nicht drücken!

    Durch die vermehrte Talgproduktion wachsen neuerdings Pickelchen im Gesicht des Jugendlichen.
    Nicht darauf ansprechen!
    Bloß nicht!
    Und – ganz böse: Ausdrücken wollen! Finger weg!

  • Nicht ansprechen!

    Noch andere Dinge sprießen – unter der Achsel, auf der Oberlippe?
    Tut alles, aber bitte, bitte nicht ansprechen.
    Das geht gar nicht!
    Die körperliche Veränderung ist noch nicht ganz verkraftet und darum ist die Toleranzschwelle sehr, sehr niedrig.

  • Peinlich!

    Wer jetzt erst über Verhütung spricht, kommt zu spät.
    Denn das ist doch bitte PEINLICH!
    Generell werden alle Grundlagen für eine gute Beziehung VOR der Pubertät gelegt.
    Siehe dazu: Aufklärung von Kindern: Antworten auf typische Kinderfragen
    Oder in diesem Alter besser: 8 Wahrheiten, die Teenager über das Liebemachen wissen sollten

  • Regeln?

    Welche Regeln?
    Regeln sind da, um gebrochen zu werden.
    Und last but not least:

  • Kontrolle adé

    Aus. Ende.
    Wenn sie denn jemals da war …

 


Aber jetzt mal im Ernst …

Alles gut und schön. Aber wie sollen wir leidgeplagten Eltern nun WIRKLICH mit pubertierenden Jugendlichen umgehen? Ich habe zahlreiche Fachbücher und Interviews gewälzt und diese 13 essentiellen Tipps für Eltern herausgefiltert:

Pubertät: 13 Überlebenstipps für Eltern

Ein Must-read für Eltern. Und das sage ich jetzt nicht nur, weil ich den Artikel selbst geschrieben hab!


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