Familienblog seit 2009 | Impressum | Datenschutz
11 gute Gründe für eine Familienkonferenz mit kleinen Kindern + Kurzanleitung

11 gute Gründe für eine Familienkonferenz mit kleinen Kindern + Kurzanleitung

Ich habe kürzlich eine “Familienkonferenz light” bei uns probiert – und war verblüfft über das Ergebnis! Die Kinder hatten – obwohl erst acht und fünf Jahre alt – wirklich tolle Argumente, ein unerwartet ausgeprägtes Problembewusstsein und waren erstaunlich einsichtig bei Punkten, die wir Eltern zur Sprache brachten.

Unsere “Familienkonferenz light” verlief so: Wir haben kurzerhand – also ohne viel Vorbereitung – beim Abendessen den Vorschlag für zwei Gesprächsrunden gemacht: Bei der ersten Runde sollte jedes Familienmitglied sagen, was ihm in unserer Familie besonders gut gefällt. In der zweiten Runde soll dann jeder sagen, was ihm nicht so gut gefällt.
In Anlehnung an das Konzept der Familienkonferenz sind da viele positive Dinge wie auch Konflikte auf’s Tapet gekommen. Ich war wirklich überrascht, wie überaus konstruktiv das Gespräch lief!

11 gute Gründe für eine Familienkonferenz:

  1. Gemeinsamkeit: Jede Entscheidung, die gemeinsam statt “von oben herab” getroffen wird, wird von den Kindern besser mitgetragen.
  2. Konfliktthemen besprechen: Ohne viel “Geschimpfe” und “Geheule” können hier Konflikte in entspannter Atmosphäre – da mit zeitlicher Distanz zum Konflikt selbst – angesprochen werden.
  3. Feedback geben: Die Familienkonferenz bietet eine hervorragende Möglichkeit, sich gegeneinander Feedback zu geben – positives (wichtig!), wie auch negatives.
  4. Feedback kriegen: Jeder kriegt Feedback. Verblüffend gutes Feedback übrigens auch schon von Kindergartenkindern! Es tut allen gut, mal über das eigene Verhalten zu reflektieren und zu erfahren, wie es den anderen dabei geht. Und am allerbesten ist natürlich, wenn man Lob bekommt!
  5. Verständnis säen und ernten: Kinder sehen viele Problemfelder tatsächlich ein und tragen dann aktiv zur Lösung bei. Ist erst mal das Verständnis da, ist die Tür für eine konstruktive Lösung weit geöffnet.
  6. Kreative Lösungswege finden: Kinder haben manchmal wirklich tolle Ideen, wie man einen Konflikt lösen könnte!
  7. Win-win für Eltern und Kinder: Es geht nicht darum, dass irgendjemand Recht kriegt oder behält. Keiner verliert, alle gewinnen.
  8. Fördert das Demokratie-Verständnis und den gegenseitigen Respekt: Dadurch, dass bei der Familienkonferenz partnerschaftlich neue Lösungswege – meist in Form von Kompromissen – gefunden werden, wird das Demokratieverständnis gefördert.
  9. Umgang mit Konflikten lernen: Kinder lernen schon früh, wie man konstruktiv mit Konflikten umgehen kann. Eine der besten Lektionen, die man den eigenen Kindern mit auf den Weg geben kann!
  10. Wissenschaftlich fundiert: Die Familienkonferenz basiert auf Konzepten des Psychologen Dr. Thomas Gordon (“Familienkonferenz”) oder des Psychiaters und Sozialtherapeuten Professor Rudolf Dreikurs (“Familienrat”).
  11. Es funktioniert!

Weiterlesen:

Familienkonferenzen funktionieren für Familien mit Kindern ab etwa drei Jahren bis in die Pubertät. Unsere Kinder waren bei unserer “Prämiere” 8 und 5 Jahre alt – und die Aussagen meiner Kinder waren wirklich verblüffend, auch waren sie sehr einsichtig und konstruktiv bei allen Themen, die aufgetaucht sind.

Foto: Bill Branson, Wikimedia Commons

Das könnte dich auch interessieren:

Mit der Zeit hab ich mir einige Erziehungstipps und -tricks angeeignet, die mir im Familienalltag enorm helfen.
Hier entlang: Muttis Eltern-Tipps

11 gute Gründe für eine Familienkonferenz mit kleinen Kindern inkl. Kurzanleitung

Auch interessant:

42 Ideen for mehr Familienzusammenhalt Muttis Erziehungstricks: Richtig loben Das hilft gegen Schimpfwörter: Recycling für Schimpfworte gelbe Karte, rote Karte: Muttis Erziehungsgeheimnisse 123 Methode - Muttis Erziehungstipps Muttis Erziehungsgeheimnisse: Unsere Familiengesetze

Muttis Nähkästchen

Hier plaudert Birgit, alias Mutti, 40+, seit 2009 aus dem Nähkästchen: Authentizitäts-Freak, selbstbewusst grauhaarig, kreativ angehaucht, völlig unperfekte Mutter. Familienblog aus dem Leben mit zwei Jungs - Mutter allein unter Männern. Mehr über Muttis Nähkästchen: About. Nix verpassen? Folgt mir via Social Media oder Newsletter.

Dieser Beitrag hat 7 Kommentare

  1. Ich habe schon lange ein Buch zum Thema Familienkonferenz in meinem Bücherregal stehen. Wenn ich deinen Artikel so lese, sollte ich das Buch vielleicht doch so langsam mal raus holen. Meine Tochter ist 3 Jahre alt und mein Sohn noch ein Baby. Würdest du es trotzdem schon in dem Alter empfehlen (natürlich nur für die 3jährige!) oder lieber warten, bis beide größer sind, z.B. 6 und 3 Jahre?

    1. Ich war jedenfalls speziell von den Aussagen des 5-jährigen ganz von den Socken. Er hatte einen absolut realistischen Blick auf viele Dinge (auch wenn sich das im Alltag im Rausch der Emotionen und mitten drinnen im lustorientierten “Ich will aber!” meist ganz anders zeigt) und hat auch tolle Sachen gelobt, die ihm gut gefallen. Schön!

Kommentar verfassen


Like it? Bitte folge mir:



Menü schließen