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Geschlechterstereotype bei Kindern: Mädchen können alles – Jungs auch!

Geschlechterstereotype bei Kindern: Mädchen können alles – Jungs auch!

Ja klar – denkt sich jetzt wohl jeder! In welcher Zeit leben wir denn? Natürlich kann jeder das werden, was er möchte. Aber so ganz ist das in den Köpfen noch nicht verankert – leider auch nicht bei unseren Kindern. Geschlechterstereotype sind auch schon bei unseren Kids fest verankert und man kann nicht früh genug damit beginnen diese aufzulösen.


Zwischenruf in eigener Sache:

Liebe Leute!
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Birgit und Christine von Muttis Nähkästchen

Für alle, die uns noch nicht kennen: Hier plaudern Birgit und Christine aus dem Nähkästchen und schreiben über das (Über-)Leben mit Kindern. Wir bemühen uns um wertvolle Inhalte, die euch wirklich weiterhelfen. Außerdem haben wir immer wieder feine Sachen für euch zu verlosen.

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Voraussichtliche Lesedauer: 10 Minuten


Immer wieder gerate ich in Situationen, in denen ich mich über Geschlechterstereotype ärgere und dagegen ankämpfe. Manchmal wird man aber auch schon müde es älteren Generationen, Bekannten und Kollegen immer wieder zu erklären und sich zu rechtfertigen. Richtig traurig macht es mich aber, wenn ich derartige Aussagen von Kindern oder Jugendlichen höre. Zumindest bei unseren eigenen Kindern sollten wir versuchen immer unser Bestes zu geben und nicht müde zu werden immer und immer wieder dagegen anzukämpfen.


Geschlechterstereotype in der Kindheit


Geschlechterstereotype sind schon in unseren Kindern fest verankert

Meine Tochter durfte letzte Woche mit ihrer Klasse das Gemeindeamt im Ort besichtigen. Sie durfte die Bürgermeisterin spielen und es hat ihr wahnsinnig gut gefallen. Sie hat davon geschwärmt, was sie alles gemacht hat und begann Pläne zu schmieden, welche Ideen sie dann gleich als erstes umsetzen würde, wenn sie erst mal die Bürgermeisterin wäre. Irgendwann wurde sie nachdenklich. „Wie viele Stunden muss ich als Bürgermeisterin denn arbeiten? Dann kann ich ja nie Kinder bekommen! Als Mama kann ich ja nicht so einen tollen Job haben.“ Puh! Doch mein Schatz – es gibt immer Wege. Vielleicht holst du dir Hilfe mit den Kindern und kannst somit trotzdem deinen Traumjob ausüben. Oder dein Mann arbeitet in einer Teilzeitanstellung und holt die Kinder mittags vom Kindergarten und der Schule ab.

Das war ihr neu. „Geht denn das?“ Naja – warum soll ein Papa das nicht können? „Stimmt! Cool – dann kann ich trotzdem Bürgermeisterin werden!“

Natürlich wird sie in den nächsten 15 Jahren noch zig andere Traumberufe haben, aber vielleicht denkt sie beim nächsten Berufswunsch nicht mehr traurig daran, dass das ja so und so nichts wird, weil sie eben eine Frau ist.

Für meinen Sohn ist völlig klar, dass er mal erfolgreich wird. Warum auch nicht?


Wie entstehen Geschlechterstereotype bei Kindern?

Ganz einfach: Wir leben es ihnen vor. Sie sehen es überall und es wird geschlechtsspezifisches Verhalten und Aussehen eingefordert. Sogar wenn man sich bemüht die Kinder nicht in eine bestimmte Richtung zu drängen, geschieht dies wohl teilweise automatisch bzw. von außen gesteuert.

Mein Sohn hatte als Klein- und Kindergartenkind eine Spielküche mit der er wahnsinnig viel spielte. Auch ein Kinderbügelbrett und einen kleinen Wagen mit Putzutensilien hatte er. Und es gab tatsächlich Bekannte, die sich ständig darüber lustig gemacht haben. „Also da wirst du wohl eher mal einen Schwiegersohn bekommen!“ Also abgesehen davon, dass ich (und auch hoffentlich sonst niemand) nicht denke, dass man homosexuell wird, weil man mit vier Jahren mit einer Holzküche spielt – und wenn dann wärs mir auch egal – empfand ich das schon damals als sehr übergriffig und dumm. Ein Mann darf also nicht kochen! Punkt. Stereotype also in beide Richtungen – von Anfang an. Ein Mann darf nicht kochen, sich nicht um die Kinder kümmern, nicht sensibel sein und um Gottes Willen nicht putzen. Wie unmännlich.

Dieses Hineindrängen in bestimmte Rollen trifft also auch Jungs! Sie sollen hart und wild sein und generell „Indianer, die keinen Schmerz kennen“! Mädchen aber sollen ruhig und lieb und nett sein. Und hübsch natürlich. Hübsch zu sein, ist ja wirklich das Um und Auf für ein Mädchen. Sonst bekommt sie ja vielleicht keinen tollen Mann ab und dann brennt der Hut. Ist sie doch dazu geboren Hausfrau und Mutter zu sein!

Natürlich beeinflussen aber nicht nur die Stimmen von außerhalb der Familie die Kinder. Sie leben es uns auch nach. Wenn die Mama Hausfrau ist, liegt es natürlich nahe, dass Frau das muss. Wenn der Papa nie den Geschirrspüler einräumt, dann muss das wohl kein Mann!


Wichtig: Offen über Geschlechtsstereotype sprechen!

Seit ich diese Einstellungen und Gedankengänge bei meinen Kindern festgestellt habe, spreche ich sehr viel mit ihnen über derartige Themen. Auch mit meinem Sohn. Denn auch wenn die Diskussion immer nur in die eine Richtung geht: Auch Jungs sollten sich von diesen Zwängen lösen und frei entscheiden können.

„Schützt nicht eure Töchter, sondern erzieht eure Söhne!“ habe ich vor kurzem irgendwo gelesen und für toll befunden. Es ging dabei zwar um Gewalt an Frauen, aber es trifft meiner Meinung nach auch auf die Gleichstellung von Mann und Frau zu. Unsere Jungs sollten von Anfang an lernen, dass Mädchen gleichwertig und gleichberechtigt sind. JEDER kann werden, was er möchte und das Leben führen, das er sich wünscht. Das müssen Mädchen UND Jungs verinnerlichen.


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Wir müssen ihnen auch unseren Lebensentwurf erklären:

„Mama, warum gehst du eigentlich arbeiten – verdient Papa zu wenig?“ – Weil es mir Spaß macht, weil es mich erfüllt, weil ich eine Aufgabe will – genau so wie Papa. Ich bin ein eigener Mensch mit eigenen Zielen – das hat nichts mit Papa und seinen Zielen zu tun. Gemeinsam haben wir uns als Familie und euch Kinder – da helfen wir zusammen. Aber jeder von uns hat seine Arbeit, die ihm Spaß macht.

„Warum ist meine Mama Hausfrau?“ Vielleicht hat sie sich ganz bewusst dafür entschieden. Dann ist das ihre Berufswahl gewesen. Sie hätte sich aber auch anders entscheiden können. Das hat nichts damit zu tun, dass sie eine Frau ist. Sie wollte das so.

In vielen Teilen der Erde können sich Frauen aber noch nicht frei entscheiden. Gott sei Dank geht es uns hier so gut und diese Möglichkeit sollt ihr Mädchen von heute wirklich nutzen.


Offenheit vorleben

Wie gehen wir denn selbst mit dem Thema Geschlechterstereotype um? Wirken wir auf unsere Kinder ein, wenn es um die Auswahl von Spielzeug oder Kleidung geht? Wollen wir damit der Gesellschaft gefallen? Wie sprechen wir über andere Menschen? Lachen wir vielleicht über einen Vater, der nur in Teilzeit arbeitet um seine Kinder mehr zu sehen oder ziehen wir über die Nachbarin her, die sich für eine Karriere in Vollzeit entschieden hat „obwohl sie Kinder hat“?

Ich denke da müssen sich viele von uns an der eigenen Nase nehmen und die eigenen Vorurteile überdenken. Bei jedem Lästern oder Beeinflussen in Richtung „Normalität“ lernen wir unseren Kindern genau das, was wir nicht möchten.

Leben wir unseren Kindern doch lieber vor, dass es die verschiedensten Lebenswege gibt und kein Leben schlechter ist als das andere. Es muss nicht unbedingt die klassische Vater-Mutter-Kind-Familie sein, in der der Vater die Kohle scheffelt und die Mutter rund um die Uhr kocht und putzt! Allerdings darf auch das sein – die „traditionelle“ Familienform zu verteufeln, wäre genau so falsch.


Die richtigen Bücher

Mein Sohn war vier Jahre alt, als er in der Notaufnahme die Ärztin hartnäckig als Krankenschwester bezeichnet hat und nach einem Arzt verlangt hat. In dem Moment lustig – Gott sei Dank konnte auch die Ärztin lachen – aber trotzdem bezeichnend. Von da an haben wir viel über Ärztinnen, Architektinnen, usw. gesprochen und auch in Büchern darauf hingewiesen. Mittlerweile gibt es in sehr vielen Kinderbüchern weibliche Ärzte etc. und ich denke, dass das ein guter Weg ist, um die Kinder diesbezüglich zu prägen.

Ganz neu haben wir jetzt eine tolle neue Buchreihe im Haus, die im Moment mein Sohn liest. Mittlerweile fragt er natürlich nicht mehr nach einem Mann und dass es in dieser Buchreihe um erfolgreiche Frauen geht, fällt ihm eigentlich gar nicht so auf. Diese Bücher handeln für ihn einfach von spannenden, mutigen und erfolgreichen Persönlichkeiten – egal ob Mann oder Frau. Mission erfolgreich würde ich sagen. Trotzdem finde ich die Bücher toll und sie können der Entwicklung meiner Kinder nur behilflich sein.


Wer war Marie Curie

Wer war Marie Curie?

Diese Sachbuchreihe über außergewöhnliche Persönlichkeiten ist optimal für Kinder ab 8 Jahren. Die Bücher zeigen, dass jeder seine Träume verwirklichen kann, wenn er nur hart dafür kämpft und an sich glaubt. Die Bücher sind einfach zu lesen und zwischendurch als Auflockerung illustriert.

Marie Curie durfte als Frau in ihrer Heimat Warschau nicht studieren – also ging sie nach Paris, studierte dort und wurde eine der erfolgreichsten und bahnbrechendsten Wissenschaftlerinnen der Geschichte.

Eine Erfolgsgeschichte, die man gelesen haben sollte! Ein Ansporn für Mädchen und Jungs!


Wer ist Malala Yousafzai

Wer ist Malala Yousafzai?

Auch noch heute haben nicht alle Mädchen auf der Welt die gleichen Chancen. Manche müssen noch immer sehr hart für ihr Leben kämpfen. Diese Erkenntnis ist besonders wertvoll für Kinder, die doch sehr privilegiert in Mitteleuropa aufwachsen.

Malala Yousafzai wurde im Pakistan geboren. Sie wollte viel lernen und etwas aus sich machen. Genau das wurde ihr als Frau aber verboten. In ihrem Blog schrieb sie über diese Geschehnisse und kämpft seither für die Gleichbehandlung von Mädchen und Frauen. 2014 hat sie dafür sogar den Friedensnobelpreis erhalten.

Eine unglaubliche Geschichte – kindgerecht erzählt, wahnsinnig inspirierend und aufrüttelnd.


Wer ist Kamala Harris

Wer ist Kamala Harris?

2020 wurde Kamala Harris als erste Frau und erste Afroamerikanerin in das Amt der Vizepräsidentin der Vereinigten Staaten von Amerika gewählt.

Ihre Geschichte ist inspirierend und sie setzt sich lautstark für Frauenrechte ein. Eine starke Frau – ein großes Vorbild.

Buchempfehlung für Mädchen UND Jungs! Sollte so eine Wahl nicht längst Normalität sein?


Nur wenn wir unsere Töchter UND Söhne von althergebrachten Geschlechterstereotypen befreien, können Gleichwertigkeit und Gleichberechtigung irgendwann zur Normalität werden. Nur wenn Mädchen UND Jungs sich von den Vorstellungen lösen können, die die Gesellschaft an sie hat, können sie wirklich selbst entscheiden, wie sie ihr Leben gestalten möchten und wirklich frei und glücklich sein.


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Christine

Christine, chaotische Mama von 4 Kids berichtet hier als Co-Bloggerin vom Leben zwischen Babybrei und Vorpubertät! Der Social-Media Name "Die lauten Nachbarn" ist hier täglich Programm. Folgt uns gerne auch auf Instagram und Facebook!

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