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Studie: TV-Lieblinge von Kindern – schlank, schön, erfolgreich oder lustige Loser?

Studie: TV-Lieblinge von Kindern – schlank, schön, erfolgreich oder lustige Loser?

Mit welchen TV-Figuren identifizieren sich eigentlich die heutigen Kinder?
Welche TV-Helden mögen Vorschulkinder? Und wer steht bei den 6- bis 13-jährigen Kids ganz hoch oben in ihrer Gunst? Gibt es einen Unterschied zwischen Jungs und Mädels – oder nicht?
Eine repräsentative Studie zeigt die Präferenzen der Kinder:

An welche TV-Helden  erinnert ihr euch noch aus eurer Kindheit? Bei mir ist es ganz klar Wickie. Oder Pinocchio – den hab ich allerdings gehasst, weil er nie dazu gelernt hat. Immer wieder ist er dem Kater und dem Fuchs auf den Leim gegangen. Argh! Perrine ist mir auch noch in lebendiger Erinnerung – damatisch und zutiefst traurig! Wenn ich’s mir recht überlege, eine richtige Opfer-Figur – weiblich, versteht sich.

Eigentlich ziemlich harter Tobak, der uns Kindern in den 1980-er Jahren vorgesetzt wurde. Fragt sich nur, welche Rollenbilder wir dadurch gelernt haben …

Aber wie ist das heute mit unseren Kindern?
Welche TV-Figuren sind heute prägend für den Nachwuchs?

Lieblingsfiguren der Vorschulkinder

Bei den Vorschulkindern gibt es ein klares Ergebnis: Die 3- bis 5-jährigen lieben das Kikaninchen. An zweiter Stelle folgt die Maus von der Sendung mit der Maus. (Find ich übrigens auch richtig klasse! Und gibt’s auch schon seit über 40 Jahren.) Auf Platz drei folgt Feuerwehrmann Sam und auf Platz vier kommt das Sandmännchen. Neutral bis männlich geprägt, würd ich sagen.

Wenn man die Lieblingshelden getrennt nach Geschlechtern betrachtet, sieht die Welt schon etwas anders aus:

Jungen Mädchen
  1. Feuerwehrmann Sam
  2. Kikaninchen
  3. Sandmännchen
  4. Die Maus
  1. Kikaninchen
  2. Die Maus
  3. Sofia (Sofia die Erste)
  4. Elsa (die Eiskönigin)

Da sind sie also, die Rollenklischees. Was allerdings nicht heißt, dass nicht auch einzelne Jungs Elsa gut finden. Und umgekehrt Feuerwehrmann Sam bei einigen Mädchen hoch im Kurs steht. Statistik heißt eben: Mittelwerte.

Aber – immerhin – Kikaninchen und die Maus haben kein eindeutiges Geschlecht. „Nicht binär“ nennt das die Forschung. Gerade das Kikaninchen wurde in mehreren Studien abgefragt, ob Mädchen und Buben es für männlich oder weiblich hielten. Das Ergebnis: Kommt darauf an – nämlich auf die jeweils erzählte Geschichte. Bei kommunikativen Begrüßungs- und Verabschiedungsszenen wurde das Kikaninchen als weiblich empfunden. Bei Abenteuern oder beim Fußball spielen hingegen eher als Junge.

Kleines Detail am Rande: Wie man also sieht, haben speziell Tierfiguren das Potenzial, beide Geschlechter anzusprechen.  Hat so eine Tierfigur allerdings ein eindeutiges Geschlecht, dann steigen die Mädels schlecht aus: Auf eine weibliche Figur kommen 8,7 männliche Figuren. Tja …

Je älter die Kids werden, desto klarer werden geschlechterspezifische Vorlieben:

TV-Helden der 6- bis 13-Jährigen

Jungs und die Loser

Bei den 6- bis 13-jährigen Jungs liegt seit über einem Jahrzehnt SpongeBob an erster Stelle und Bart Simpson an zweiter Stelle. Die beiden „TV-Helden“ (oder sind es etwa eher Anti-Helden?) haben sich in den vergangenen vier Jahren auf Platz eins und zwei abgewechselt.  Auf Platz drei und vier folgen Homer Simpson und Sheldon Cooper (The Big Bang Theory).

Alle vier Figuren sind alles andere als Superhelden. Im Gegenteil, sie unterlaufen regelmäßig die an sie gestellten Anforderungen. Waren in den letzten Jahren noch „echte Helden“ wie Ash Ketchum (Pokemon) oder Luke Skywalker (Star Wars) unter den ersten vier Plätzen, so sind es jetzt nur mehr solche, die sich meist so ganz und gar nicht sozial erwünscht verhalten …

Hilfe!
Hilfe?

Die Untersuchung des „Gebrauchswerts der Figuren“ gibt Entwarnung: Die Jungs identifizieren sich nicht mit diesen Antihelden. Sie bleiben quasi Beobachter und empfinden so Spaß an deren ungewöhnlichem Verhalten. Und die Moral von der Geschicht: Trotz Scheiterns können diese Figuren ihr Leben meistern. Also gar nicht so verkehrt, wie ich meine.

Mädels und die idealen Frauen: schön, schlank und erfolgreich

Bei den Mädchen zeichnet sich ein komplett anderes Bild ab: Auf Platz eins liegt Jessie aus der gleichnamigen Sitcom ganz vorne, gefolgt von Mia (Mia and me), Bibi Blocksberg (vermutlich wegen des aktuellen Films), Alice im Wunderland und Heidi Klum (!). Das Gemeinsame an diesen fünf Figuren ist: Sie sind schlank, stereotyp schön und erfolgreich sowie haben spezielle Kompetenzen. Sie kümmern sich um das Wohlergehen anderer (Jessie & Mia), die Erfüllung berechtigter Forderungen (Alice & Bibi) oder ihr persönliches Fortkommen (Heidi) – allesamt also sehr idealisierte Persönchen.

Apropos Heidi: Da fällt mir dieser Beitrag hier ein, denn da kommt sie auch vor: Kinder mit Essstörung: Was Eltern tun können
Wenn eure Mädels also “Heidi’s Girls” sind, dann solltet dir wachsam bleiben …

Beim Gebrauchswert der Figuren  sind sie top: Jessie, Mia, Bibi, Alice und Heidi sind Vorbilder. So wie sie wollen viele Mädchen sein. 79 Prozent der Mädels sind sich sicher, dass Jessie genau das gleiche erlebt, wie sie selbst. Von ihr können sie laut eigenen Aussagen lernen, wie man Probleme löst oder Freundschaften gestaltet.

Das könnte dich auch interessieren:

Quelle:  Götz, Maya (2017). Die Lieblingsfiguren der Kinder im Fernsehen. In: TelevIZIon 30/2017/2, S. 46-48.

Was sagt ihr zu diesen Ergebnissen?


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Muttis Nähkästchen

Hier plaudert Birgit, alias Mutti, 40+, seit 2009 aus dem Nähkästchen: Authentizitäts-Freak, selbstbewusst grauhaarig, kreativ angehaucht, völlig unperfekte Mutter (aka. Rabenmutter). Familienblog aus dem Leben mit zwei Jungs - Mutter allein unter Männern. Mehr über Muttis Nähkästchen: About. Nix verpassen? Folgt mir via Social Media oder Newsletter.

Dieser Beitrag hat 5 Kommentare

  1. Bei uns im Kindergarten stehen paw patrol und lego ninjas hoch im kurs :-)

  2. Bei uns (zwei Jungs und ein Mädel das noch keine Stimmberechtigung hat ;-) ) sind gerade die SuperWings sehr im Kommen. Aber auch Feuerwehrmann Sam steht nach wie vor hoch im Kurs.

  3. Wir haben vier Jungs und bei uns sind ganz klar Skralan (aus Ferien auf Saltkrokan) und Michel aus Lönneberga die großen Helden. Naja, und natürlich Pippi Langstrumpf. Unsere Jungs werden also von Astrid Lindgren geprägt. Außerdem lieben sie Jim Knopf und Lukas und das Urmel. Danach kommt dann wohl Bibi. Für den restlichen Schrott würde ich niemals den TV einschalten. Der Artikel zeigt mir wieder mal, dass wir anders sind… Ich bin froh drüber ?

  4. Die Helden meiner Tochter (zwei Jahre alt) sind Krümelmonster, Elefant (Sendung mit dem Elefanten/der Maus), David der Kabauter und Conni (Meine Freundin Conni) – auch wenn die beiden letzten eher als Hörspiele bei uns hoch und runter laufen, bzw täglich als Bücher verschlungen werden (wobei sie alle davon ursprünglich aus dem Fernsehen kennt).
    Ich muss sagen, die finde ich alle ganz okay :)

    Bei mir waren es damals ziemlich klassisch Wickie, Heidi, Jim Knopf und Urmel vor/im Kindergartenalter und in der Grundschule Ash Ketchum, Detektiv Conan und die Sailor Kriegerinnen.

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