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Blogparade: Outing einer Anonymen Rabenmutter

Blogparade: Outing einer Anonymen Rabenmutter

Mein Name ist Mutti.
Und ich bin eine Rabenmutter.
Ich mache so ziemlich alles falsch, das man falsch machen kann.

Ich höre es täglich aus den Mündern meiner Söhne, die Gesellschaft urteilt munter über mich und auch ich selbst gehe hart mit mir ins Gericht:



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Meine eigenen Kinder müssen es wohl am besten wissen …

Meine Kinder sagen über mich:
Rabenmutter!

Und das äußert sich zum Beispiel so:

Das ist sooo unfair!

Universell anwendbar … z.B. weil:
a) die App nach einer halben Stunde automatisch das Tablet deaktivert
b) Mutti verlangt, dass das Kind auch vom Gemüse probiert (darum muss ich Gemüse stets geschickt verstecken!)
Und so weiter und so fort …



Ihr haltet uns wie Sklaven!

Weil ich am Wochenende Unterstützung und Anwesenheit beim gemeinsamen Familienfrühstück einfordere … tja …

Keiner mag mich!

Theatralisch heulend wahlweise anwendbar in Situationen wie z.B.:
a) Mutti kocht/wäscht/putzt/etc., aber Kind (kein Kleinkind mehr!) will spielen und auf keinen Fall auf später vertröstet werden.
b) Mutti verbietet, dass sich das Kind ausschließlich von Chips, Eis und Schokolade ernährt.
c) Wenn es zum Frühstück Frühstücksei statt Spiegelei gibt.
Und so weiter und so fort.

Ihr habt uns nur bekommen, damit ihr daheim weniger Arbeit habt!

Moment, ich gehe kurz in den Keller lachen — äh: WEINEN!


Und dabei ist das noch lange nicht alles …
Denn, ich bin nicht nur in den Augen meiner Kinder eine Rabenmutter. Da gibt es Leute, die wissen es scheinbar noch VIEL besser. Denn auch die Öffentlichkeit urteilt kräftig über mich:

Die Gesellschaft sagt über mich:
Rabenmutter!

Ich bin eine Arschlochmutter!

Denn: Irgendwoher müssen es die Arschlochkinder ja haben …
(Hier hab ich mich schon mal lautstark gegen diese vorschnellen Schubladisierungen gewehrt. Sorgte damals für ordentliche Aufmerksamkeit.)

Apropos:



Wir Eltern sind sowieso an allem schuld!

Ganz egal, wo es hakt und spießt – wir Eltern haben es verbockt.
Ganz klar.
Oder?
(Psst! Aber es gibt auch Entwarnung: Eltern sind nicht an der Persönlichkeit ihrer Kinder “schuld” – Gene übrigens auch nicht)

Ich lasse meine Kinder fremdbetreuen

Denn ich bin eine Working Mom … und in den Augen so mancher ist Fremdbetreuung eindeutig Abschiebung! Warum ich denn Kinder bekommen habe, wo ich sie dann doch nur abschiebe … Tja.

Die allerschlimmste Verfehlung in meinem Dasein als Mutter scheint in den Augen mancher dieses zu sein:

Ich behandle meine Kinder mit Homöopathie

Wie kann ich nur!?!
Ich scheine von allen wissenschaftlichen Göttern in weiß verlassen zu sein. Denn ich habe es doch tatsächlich gewagt, mein autistisches Kind mit fünf (!) kleinen Kügelchen zu belästigen. Und dann hab ich auch noch die Frechheit zu behaupten, dass wir grandiose Erfolge damit hatten (und haben) … (Hier übrigens: Homöopathie bei Autismus: Erfahrungsbericht ein Jahr danach). Kurios und höchst bedenklich, wo das doch gar nicht funktionieren KANN.
Hat es doch.
Und ich steh dazu.
Meinem Kind hat es die Schulkarriere gerettet.


Und noch schlimmer ist fast, wenn ich mit mir selbst hart ins Gericht gehe …

Ich sage über mich:
Rabenmutter!

Die Schule finde ich anstrengend.

Hausaufgaben sind ein Graus. Elternsprechtage sind reinste Demotivationsveranstaltungen – da werden mit Hingabe und Akribie die Löcher im Käse betrachtet. Generell fühlt sich die Schulzeit der Kinder an, als wäre man selbst noch einmal in der Schule. Ich frage mich eingehend, wie es anderen Eltern da geht …
Siehe: Die „zweite Schulzeit“: 7 Lektionen für Schulkind-Eltern

Wenn mir der Kragen platzt, dann werde ich laut.



Ja, ich weiß … Gute Mütter schreien nicht!
Ich schon.

Obwohl … Jan-Uwe Rogge gibt mir durchaus recht, wenn er sagt: Dreht doch mal durch!

Ich brauche immer wieder eine Auszeit.

Eine Auszeit? Wo doch Familie und Haushalt gar keine Arbeit sind. Wir tun doch quasi NICHTS!?!
Und trotzdem … Ich brauche es so dringend wie meine tägliche Mütze Schlaf. Und ich nehme sie mir auch: Auszeit ohne Kind – manchmal sogar ganz ohne schlechtes Gewissen.

Heimlich schiele ich neidvoll auf die Kinderlosen

Leben ohne Kinder – machmal würde ich gerne tauschen …
Kinderlose – was die sich alles ersparen! (Komplett mühelos sind mir auf Anhieb 28 Dinge eingefallen, die sich Menschen ohne Kinder ersparen …)
Das spricht doch Bände, oder?

Nicht selten wollte ich schon kündigen … Ich kündige!
Tja … und trotzdem bin ich immer noch da.
Ich bin ja schließlich keine Rabenmutter.
Oder?
Oder doch?


Und jetzt seid ihr dran!

Blogparade: Online-Meeting der Anonymen Rabenmütter

Seid ihr auch Rabenmütter?
Na, dann raus mit der Sprache!
Zeigt mir, dass ich nicht allein bin. Ich brauch Beweise! Was belegt euer Rabenmutter-Dasein?

  1. Schreib bis 11. Juni einen Beitrag zu diesem Thema auf deinem Blog und verlinke diesen Beitrag. (UPDATE: Ich habe das Enddatum gestrichen. Weil es wichtig ist, dass wir mal laut sagen, dass wir eben auch nur Menschen sind und zwischen durch kräftig scheitern!)
  2. Poste deinen Link in den Kommentaren hier.
  3. Im Juni Immer wieder gibt es dann eine Zusammenfassung aller eingegangenen Outings, inklusive Verlinkung. (UPDATE: Immer wieder, wenn wieder einige neue Beiträge eingetrudelt sind, schreibe ich eine weitere Zusammenfassung.)

Zusammenfassungen:

Wer keinen Blog schreibt (soll ja trotz der enormen Mamablog-Schwemme vorkommen), darf sich gerne auch in den Kommentaren austoben.
Und ja, sicher dürft ich auch hemmungslos über mich herfallen, von oben herab urteilen und mich oberklug belehren. Ihr wärt nicht allein ;-) Winke, winke an alle Trolle, Hater und Besserwisser da draußen. Ich steh dazu: I’m not perfect!

Outing einer Anonymen Rabenmutter


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Muttis Nähkästchen

Hier plaudert Birgit, alias Mutti, 40+, seit 2009 aus dem Nähkästchen: Authentizitäts-Freak, selbstbewusst grauhaarig, kreativ angehaucht, völlig unperfekte Mutter (aka. Rabenmutter). Familienblog aus dem Leben mit zwei Jungs - Mutter allein unter Männern. Mehr über Muttis Nähkästchen: About. Nix verpassen? Folgt mir via Social Media oder Newsletter.

Dieser Beitrag hat 51 Kommentare

  1. Liebe Mutti!
    Wie oft konnte ich bei diesem Artikel nur zustimmend nicken: kenn ich, war bei uns auch so….
    Aber….auch wenn es nur ein kleiner Trost ist: Es wird alles leichter und besser! Na ja, in der Pubertät braucht frau auch noch mal gute Nerven.
    Aber….spätestens wenn die Kinder eigene Kinder haben, wirst du für deine Leistung grenzenlos bewundert werden!
    Und bis dahin: schau auch bei dir auf den Käse und nicht auf die Löcher!
    Alles Liebe von einer unperfekten 3-Fach Mama und entspannten Oma!

  2. Hallo!

    Vielleicht machen wir da mit…. wenn ich die Zeit finde. :-) Die würde nämlich wieder von der Zeit für die Kids weggehen, was mich ja gleich wieder zur Rabenmutter macht, oder? Bloggen statt Kinderzeit? Und das als voll berufstätige Alleinerzieherin?! Geht gar nicht. Da könnte ja auch die Wäsche liegen bleiben oder oder oder…

    Witziges Thema, ich bin mal gespannt was noch so alles kommen wird!

    Vorerst mal liebe Grüße,

    Stefanie (von Sophie und Sebastian)

  3. Ja, in der Pubertät wirds richtig lustig und dann sind die Geschlechter ein haushoher Unterschied. Und der Satz: „Du hast ja keine Ahnung mehr“ – hat mindestens 5 Jahre Gültigkeit!
    lg ingrid

  4. Liebe Birgit,
    ich habe beim Lesen deines Beitrages köstlich gelacht und mich in ganz vielen Situationen wiedergefunden, auch wenn unsere Tochter noch ein Frischling ist. Da habe ich gern auch in die Tasten gehauen, denn auch ich habe mich bravourös als Rabenmutter qualifiziert!

    http://tillys-testblog.de/rabenmutter

  5. wow danke für deinen Beitrag .. toll!! ? und jetzt hab ich noch soviele Blogposts die ich noch lesen muss.
    Eure Blogs sind so inspirierend … da will ich auch wieder schreiben ?

  6. Ich bin überglücklich, dass es nicht nur mir so geht. Es sind zwar nicht meine eigenen Kinder, die ich betreue, sondern die meines Mannes, aber ich liebe sie doch, als wären sie meine eigenen.
    Obwohl ich meiner Ansicht nach sehr aufopfernd bin, werde ich doch immer wieder kritisch beäugt. Dein Artikel hätte von mir sein können.
    Eigentlich wollten mein Mann und ich noch ein eigenes Kind haben. Seit einiger Zeit sehe ich jedoch immer mehr negative Aspekte und kaum positive. Zudem kommt hinzu, dass ich ein recht freiheitsliebender Mensch bin und einen außergewöhnlichen Lebensstil habe.
    Dein Artikel hat mich darin bestärkt, dass ich doch keine eigenen Kinder haben will. Natürlich werde ich mich auch weiterhin um die beiden Kinder meines Mannes kümmern, aber vielleicht nun auch mit etwas weniger Bauchschmerzen. ?

  7. Huhu… Danke, danke , danke… Dann geht es ja nicht nur mir so. Manchmal denke ich, das ich meine Kinder einfach nicht verdient habe. Arbeitstätig, die Kids in Schule und Kiga. Fahre mit ihnen zur Nachhilfe, Sport, Kinderturnen, Putze, Wasche und was noch alle so ansteht. Jedoch gönne ich mir auch gerne mal 1-2 mal im Monat mit meinen Mann in die Sauna zu gegen um denn Alltag zwischen zeitig abzuschalten. Oder Oma und Opa passen Wochenende auf die Kids auf und wir freuen uns mega mal bis um 10 Uhr zu schlafen! Zum Glück liebe meine Kinder mich und ich meine Kinder ?

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